Der entwaffnende Charme der Unmenschlichkeit

eine Einsendung eines Lesers die durchaus lesenswert ist.

Von Webster

Am 3. November hielt die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland eine bemerkenswerte Rede vor dem US amerikanischen Kongress, historisch bedeutsam allein schon deshalb, weil dies mit Konrad Adenauer einem deutschen Staatsoberhaupt von der Siegermacht zuletzt 1957 gestattet wurde.

Seinerzeit warb Adenauer für die junge Bundesrepublik, mahnte die Befreiung der Deutschen an, welche unter kommunistischer ß?Terror-Herrschaftß? leben mussten und schloss seine Rede mit der Bitte um Vertrauen für das Nachkriegsdeutschland.

Die damalige Verbeugung Adenauers vor der absoluten Macht derjenigen Kräfte, die im Krieg gegen Deutschland siegreich waren, war verbunden mit der Anbiederung, als Erfüllungsgehilfe für die Umsetzung der herrschenden Interessen dienen zu dürfen.

Dem militanten Antikommunismus der westlichen Siegermächte wurde mit der Wiederaufrüstung der BRD militärisch Nachdruck verliehen und der moralische Protest in Deutschland wurde nicht nur ideologisch erstickt mit dem Ausmalen des Kommunismus als Schreckgespenst, sondern er wurde auch bestochen mit dem ß?Wirtschaftswunderß?, denn Waffenproduktion bringt ja bekanntlich auch die Konjunktur in Schwung.

Nahezu genau dem Lebensalter von Angela Merkel selbst entsprechend später, tritt also wieder ein deutsches Staatsoberhaupt vor den amerikanischen Kongress, aber diesmal mit deutlich anderer Funktion.

Nachdem sie ihr Publikum anhand ihrer Biografie über die Notwendigkeit der Freiheit weichgekocht hatte und allein legitimiert durch eine ß?Partnership in Leadershipß?, die den Deutschen durch den damaligen amerikanischen Präsidenten George Bush Sr. bereits im Mai 1989 angeboten worden sei, wie sie ausdrücklich betonte, nahm sie selbst die Führungsrolle in diesem Bündnis ein und verkündete in einer brillanten Rede ihre Version einer deutsch (europäisch) ß? amerikanischen neuen Weltordnung (NWO).

Wer sich an dieser Stelle, verwundert über dieses Rollenspiel, die Augen reibt, sollte sich vergegenwärtigen, dass die seinerzeit angebotene ß?Partnership in Leadershipß? von Helmut Kohl, dem Mentor Angela Merkels, wohl dankbar angenommen worden ist, wenn nicht gar mehr.

Hatte dieser ehemalige große deutsche Bundeskanzler doch seinerseits ein vereintes Europa im Sinne der herrschenden Interessen anzubieten, nachdem er zuletzt Francois Mitterand eingebunden und damit den Widerstand Frankreichs gegen die absoluten Hegemoniepläne der Transatlantik-Achse, welche durch die USA und England repräsentiert wurde, endgültig gebrochen hatte.

Das spätere ß?Geschenkß? der kompletten Mineralöl-Infrastruktur der DDR an Frankreich war dabei wohl kaum nur ein Trostpflaster.

Wir erfahren weiter durch ihre Rede, dass dieses Bündnis, als tragende Säule der NWO, nicht nur bis Israel reicht, sondern in der Aufrechterhaltung und Verteidigung der Existenz Israels selbst ihren tiefsten Grund habe.

Wir erfahren von der Bedrohung Israels, die von den Atomwaffen Irans ausgingen und davon, dass dies unter keinen Umständen weiter geduldet werden könne, ß?zero toleranceß? eben, dass dem Terror an jedem Ort der Welt, wo er sein Haupt herausstreckt, entschlossen begegnet werden müsse.

Wir erfahren nicht, dass der Iran ebensowenig Atomwaffen besitzt, mit denen er Israel bedrohen könnte, wie ein paar Jahre zuvor der Irak über keine ß?Massenvernichtungswaffenß? verfügte, mit denen er angeblich die USA ß?bedrohtß? hatte.

Wir wissen aber, dass es Israel ist, welches mindestens über 300 nukleare Sprengsätze verfügt und dessen Außenminister Netanyahu gerade herumtobt, dass er eher die ganze Welt mit in den Abgrund reißen würde, wenn man Israel nicht gestatte, den Iran platt zu machen.

Wir wissen auch, dass es Anfang des Jahres Israel war, welches vor den Augen der Weltöffentlichkeit mit ihrer Aktion ß?Kaltes Bleiß? erneut die Palästinenser grausam abgeschlachtet haben und sie weiter in ihren Ghettos dahinvegetieren lassen, ebenso wie halt weiland die jetzigen Täter als Opfer in Warschau und anderswo von den damaligen Herrenmenschen behandelt wurden.

Kann man das ernsthaft noch Ironie der Geschichte nennen?

Wir erfahren, dass die Bedrohung der ganzen Welt, die von Afghanistan ausging, nur durch den tapferen Einsatz der Bündnis-Truppen eingedämmt werden konnte. Wir erfahren nicht, worin diese Bedrohung eigentlich bestehen soll.

Wir wissen aber, dass die tapferen deutschen Soldaten vor Ort gerade den Befehl an die Luftstreitkräfte des Bündnisses gegeben hatten um 134 Frauen und Kinder mit Spezialbomben bis zur Unkenntlichkeit in sekundenschnelle abzufackeln.

Wir erfahren, dass unsere Bundeskanzlerin die ganze Welt zusammenführen will unter der Leitung des Bündnisses, nicht mehr nur als Ausdruck der Bündnistreue, sondern jetzt als Aktivposten in der ß?Partnership in Leadershipß?.

Wir erfahren, dass Demokratie und Militär untrennbar verbunden sind, in ihrer Vorstellung einer freien Welt.

Wir sehen die Abermillionen Toten und die durch Uranmunition großflächig verseuchte Erde in den Ländern, in denen das Bündnis die Demokratie einführte.

Wir sehen den archaischen Kampf von Kriegsfürsten und Drogenbaronen, den schmutzigen Handel zwischen Besatzern und Kinderschändern in den Ländern, in denen das Bündnis die Demokratie etabliert.

Wir sehen in den innenpolitischen Verhältnissen dieser Länder die Zukunft in unseren eigenen Ländern, denn wir werden ja schließlich am Hindukusch verteidigt.

Es nützt auch nichts, Frau Bundeskanzlerin, wenn sie diese Vision einer Welt für die herrschende Gangster-Elite von Großfinanz und Großkonzern mit ihren Edel-Sklaven in den Medien und in der Politik, unter ihrer Mediation mit ihren Wertevorstellungen und meinetwegen 33 mal mit dem Begriff der Freiheit verankern wollen.

Selbst diese raffinierte Sprachmagie haben wir durchschaut und wir fallen nicht länger auf keine ihrer dreisten Lügen und ihrer Schreckensvisionen mehr herein.

Die einzigen Menschen, die in ihrer Rede vorkommen, sind amerikanische Soldaten. Die tapferen Flieger der Luftbrücke, die 16 Millionen in Deutschland stationierten Amerikaner, die Tapferen des Bündnisses, die vorn an der Front unsere Freiheit hier verteidigen.

Von uns Menschen, dem Volk, das ihren abgehobenen und kalten globalen Bündnisstrategien als Blutmasse zugrunde liegt, ist nicht die Rede.

Frau Merkel, wir haben die Nase bis oben hin voll von Ihrem Gesülze.

Und wir sehen darin auch noch lange kein hinreichendes Motiv, uns gegen die Schweinegrippe impfen lassen.

Sie hatten auf ihrem Höhepunkt einen letzten schönen Auftritt und standing ovations von Ihren Fans.

Nur leider zerbröselt ihre Vision aber bereits jetzt vor unser aller Augen.

Ihre Elite, nur noch getrieben von den Gedanken an unumschränkter Machtfülle, Kontrolle der Schafe durch militärisches Bollwerk, zerfressen von Korruption und dunkelsten Trieben, ausgezeichnet durch Ignoranz und Inkompetenz ohnegleichen, zeichnet sich gerade durch ihr totales Verweigern, Versagen und Unvermögen aus, die Belange des Volkes weltweit auch nur die Spur wahrzunehmen.

Frau Bundeskanzlerin, wir fordern Sie auf:

Hören Sie mit den Drohungen und mit dem Töten auf!

Beenden Sie sofort den sinnlosen Krieg gegen unschuldige Völker!

Hören Sie auf Ihr Volk und schaffen Sie Frieden!

Wir wissen nicht, was hinter den drei Mauern verborgen ist, die es nach Ihnen noch einzureißen gilt, aber es scheint, als schützten Sie sich selbst davor, von den drei Grundsäulen unserer aller Existenz erdrückt zu werden, nämlich dem Licht, dem Leben und der Liebe.


4 Responses to Der entwaffnende Charme der Unmenschlichkeit

  1. feed sagt:

    Hut ab an den Autor!

  2. metroo sagt:

    Werte Mitleser,

    dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
    Leider wird man wohl so einen offenen Brief niemals in der etablierten Presse vorfinden.

    Viele Grüße und viel Glück

    metroo

  3. cnt sagt:

    Wirklich gut geschrieben und auf den Punkt gebracht. Danke an den Autor, für die Worte, die uns manchmal fehlen. Der würde sicherlich nicht in den Medien veröffentlicht werden. Aber vielleicht können wir ja unser Aller Unterschrift drunter setzen und ihn an Frau Merkel senden, wenn es der Autor erlaubt ­čśë

  4. webster sagt:

    es sind eher gedanken zur klärung des eigenen selbstverständnis‘ als für eine politische aktion.
    solange wir vor lauter unterdrückter wut, aber aufgrund der lebenslangen gehirnwäsche gebannt und erstarrt in ehrfurcht auf die untaten dieser ‚elite‘ schauen, solange wird dieser wahnsinn anhalten.
    wir sollten eher lernen, alle angst und allen zweifel abzuschütteln und uns positiv und frohen mutes auf das leben beziehen, welches wir eigentlich alle führen wollen …

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