FAZ: Marxismus und Sozialismus als Ausweg

In Zeiten des gescheiterten Kapitalismus werden alte und eben so gescheiterte Gesellschaftsformen aus der Schublade gezogen. Die FAZ titelt: Der Sozialismus ist gar nicht so übel.

Wie jeden morgen las ich wiedermal in den wichtigsten Medien des Mainstream um die Dröhnung des tagesaktuellen Wahnsinns intus zu bekommen. Zigarette, Kaffee und schon habe ich was ich brauche.
FTD, die Welt, etc, es gab kaum neue Nachrichten. Ich setze die Kaffeetasse an und schalte weiter zur FAZ und mir fällt fast die Kaffeetasse aus der Hand.

Was lesen meine entzündeten Augen?

Gleichheit, Freiheit und Gemeinschaftlichkeit
Der Sozialismus ist gar nicht so übel
[1]

Nunja erst einmal lesen dachte ich. Aber recht schnell kam ich an die Stellen wo ich dachte….?

Warum können (oder wollen) wir unsere große Welt nicht wie ein Zeltlager organisieren?
Das intellektuelle Experiment borgen wir uns von dem marxistischen Sozialphilosophen G.A.Cohen (1941 bis 2009): ß?Warum versuchen wir es nicht mit dem Sozialismusßß[1]

Der nun folgende Satz hat mir die Schuhe wechgehauen:

2. Ist der Sozialismus wünschenswert?

Ja, lautet die Antwort. Warum sollte das Prinzip Zeltlager ß? beruhend auf Chancengleichheit und Gemeinschaft ß? nicht als Ideal einer Weltwirtschaftsordnung taugen?[1]

Das erinnert sehr stark an die eins zu eins Formulierung unserer Kanzlerin.

Ich bin fast sprachlos, ob dem gelesenen. Will es aber bei den wenigen Zeilen belassen.

freuen wir uns auf den marxistischen Weltwirtschafts-Sozialismus.


Carpe diem

[1] http://www.faz.net/s/RubB8DFB31915A443D98590B0D538FC0BEC/Doc~E9FD7671094CC4955947D55D6E8E8EDCA~ATpl~Ecommon~Scontent.html


6 Responses to FAZ: Marxismus und Sozialismus als Ausweg

  1. Schorch sagt:

    Die Pure Idee des Sozialismus halte auch Ich für keine Schlechte, allerdings zeigte die Geschichte und auch der gesunde Menschenverstand das es eine ordentlich Umgesetzte Variante dessen nie geben wird.

  2. Alain Leclaire sagt:

    „In Zeiten des gescheiterten Kapitalismus werden alte und eben so gescheiterte Gesellschaftsformen aus der Schublade gezogen.“

    In Zeiten der Achtelbildung, die hauptsächlich auf ‚Informiertheit‘ beruht (nach dem Motto: Das kenn‘ ich schon, das hab‘ ich schon gehört, und das heisst, es ist schon deshalb veraltet, weil ich es nur auswendig gelernt habe, oder von einer Plakatsäule abgelesen)ist alles, was bekannt ist, auch schon ‚veraltet‘. Z. B. ist die Logik des Aristoteles deshalb veraltet, weil sie keiner mehr liest, um festzustellen, dass mit dieser Untersuchung der Aussageformen vor 2400 Jahren die Grundlage für die Compuptertechnologie gelegt wurde, durch deren Useroberflächen sich heute Legionen von Neunmalklugen durchklicken, ohne die geringste Ahnung davon zu haben, was diese Technologie von ihnen verlangen würde, wenn sie sie nicht nur benutzen würden, sondern erfinden müssten, samit ihren Grundlagen. So beruht die Besserwisserei dieser Ignoranz auf einem kompensatorischen Größenselbst, das als Selbstbewußtsein an die Stelle des Selbst tritt, das nur noch als Fehlen,als Leerstelle mitgeschleppt wird, und während dieser Verstand nicht zu lesen können braucht, worüber er urteilt, braucht er auch kein Urteilsvermögen, um zu allem eine eigene Ansicht zu haben, mit dem Recht sie überall zu äußern, während man für das Wegwerfen einer Zigarettenkippe ein Bußgeld bezahlen muss, wenn man dabei erwischt wird.

    Ein Urteil setzt nicht nur die Kenntnisse voraus ber das, was zu beurteilen man sich zutraut, sondern auch die Form des Urteilsvermögens, die nicht gleichzusetzen ist damit, dass man zu allem eine eigene Meinung hat, die letztlich einem der Klischees gleich ist, die die öffentlichen Meinungsvorgeber, aufgeteilt nach Fraktionen täglich zur Verfügung stellen, für Leute, die sich eine Meinung bilden müssen, weil ihnen die Urteilsfähigkeit materialiter und formaliter fehlt.

    Und wann, darf man fragen, wird zwei mal zwei fünf, weil zwei mal zwei gleich vier doch schon lange veraltet ist, und nicht noch einmal ‚aus der Schublade gezogen werden muss‘?

    Wann ist etwas veraltet? Und was sind die dafür geltenden Kriterien. Innovation und ein auf den Innovationszyklen der Automobilindustrie und der Konsumerelektronik beruhender ‚Fortschrittsbegriff‘, oder auch nur einer, der von ‚Evolution‘ redet oder ‚Entwicklung‘, führt zu falschen Vorstellungen, z. B. wenn man weiß, dass gerade die ’natürlichen Modelle‘, die man dabei mehr oder weniger vor Augen haben mag, durch eine bestimmte Art der ‚Spezialisierung‘ in Sackgassen führt, aus denen es keinen Rückweg gibt.

    Wer, der sagen wir Platon nie gelesen hat, weder in Griechisch noch in einer ßbersetzung und nicht imstande wäre sich auf die Lektüre zu konzentrieren, wollte sagen, diese Schriften seien veraltet und müssten nicht noch einmal aus der Schublade gezogen werden? Ganz einfach: Leute, die sich etwas vom Halse schaffen wollen, was ihre Fähigkeiten übersteigt.

    Wer nur die ‚Meinungsführer‘ der ‚Wissenschaft im Staatsdienst der letzten Dekaden nachplappert, ist nichts als das Opfer einer Gehirnwäsche, die ihm als Bildung verkauft worden ist und deren Stigma, das jedem, der Kenntnisse hat sofort sichtbar ist, er/sie stolz als Errungenschaft und Selbstbewußtsein mit sich herumträgt.

    Vor allem muss man sich klarmachen, woher man seine Ansichten bezieht: Von einer Industrie, die sie in Zusammenarbeit mit einem staatlich angestellten, verbeamteten Personal unter dem Namen ‚Wissenschaft‘ erzeugt, am laufenden Band, und als Produkt, eine Art Duchgel, mit dem die Klientel eingeseift wird, die das Zeugs abnimmmt, und dafür einen Orden kriegt, in der Form eines Diploms oder einer Professur. Alle diese Leute sind Uniformträger, nur dass die Uniformierung innerlich stattfindet, buchstäblich als ‚In-Formation‘. Das ist der Sinn des ‚Begriffs‘. Und ein längst veralteter ‚Denker‘ hat das kommentiert, vor langer, langer, langer Zeit, also etwa 1825: „Das Bekennte ist dadurch, dass es bekannt ist, noch nicht erkannt“. Und man kann dem hinzufügen, dass dies alles noch viel schlimmer wird, wenn es sich als eine Art von Pest ausbreitet, und einer den anderen damit ansteckt bis es zum Zeitgeist wird, der daraus besteht, dass sich die gleichermaßen ‚Informierten‘ sich in nichts mehr unterscheiden als der Einblidung, sie unterschieden sich voneinander, und alle fest miteinander verabredet sind, dass es keine Zeugen gibt, die das bemerken könnten.

    Die Situierung eines Gedankens auf einer Zeitachse, die automatisch nur das Neueste als das Wahre, und Wahrheit als veraltende Größe unterstellt, liegt grundsätzlich auf der Linie eines Vergleichs, der der Suggestion einer falschen Vorstellung unterliegt, die typisch ‚modern‘ ist, und das Verhältnis von Gedanken und Zeit garnicht verstanden hat.

    Wenn man so verfährt, unterhält man sich nur mit dem allgegenwärtigen Echo des Vorurteils, das man zu seiner eigenen Meinung erhoben hat. Es ist der Stolz darauf, der einen übersehen lässt, dass es sich hier nicht um einen Besitz handelt, den man nach Art eines Autos oder eines anderen Gegenstandes haben kann.

    Ein eigenes Urteil und die materiellen Grundlagen, auf denen es ebenso gut zu operieren imstande ist wie es nur im Verbnd mit dieser seiner materiellen Grundlage beruht, ist in Wahrheit das kostspieligste, das am wenigsgtens Wahrscheinliche und das am schwierigsten zu erlangende, denn es wird auf keinem Markt angeboten.

    Und was hat das mit dem aus der Schublade gezogenen alten Kram zu tun?

    Das ist die Frage. Und wie lautet nun die Antwort?

    So viel ist klar, dass man die Voraussetzungen dafür, wie sie ausfällt, derzeit auf keinem Markt zu kaufen gibt, und es gibt auch kein Sonderangebot zu Weihnachten. Warum. Weil just dies noch nie im Sonderangebot zu haben war oder sein wird, und weil das auch kein Massenprodukt auf einem Massenmarkt ist. Da wären zunächst eine Menge Abschiede zu feiern, traurige Abschiede, denn es wären solche, die einen darüber aufklären, wer man ist, wenn man den Weg antritt, an dessen Ende das eigene Urteilsvermögen eventuell als Frucht langer Anstrengung zu finden wäre, ohne dass es eine Garantie dafür gibt, dass man es auch findet. Denn da gibt es nix geschenkt. Und wer die gängige Vorstellung von ‚Alter‘ und ‚alten Leuten‘ oder ‚Rentnern‘ an im Geschirr ruinierten Nutztieren gebildet hat, ist ohnehin auf einem trüben Weg in die eigene Zukunft.

    Frohe Weihnachten also mit dem Neuen und dem Neusten, am besten dem von ßbermorgen. Denn nur so ist man auf dem neuesten Stand.

  3. Helga sagt:

    Was soll der Scheiß mit dem Sozialismus?
    Es ist jetzt Zeit, alle Ismen hinter uns zu lassen. Pure Idee, Schorch? das ist Illusion. Das war doch nur ein Religionsersatz und fette dogmatische Ideologie. Entscheidend ist die ßnderung im Innern der Menschen.
    Finden wir so schnell es uns möglich ist hin zu hoher Ethik, dann haben wir viel mehr für uns offen als wir je hatten und können keinen Sinn mehr darin sehen, einen anderen über┬┤s Ohr zu hauen als Gewinn oder Sieg zu verstehen und im entstandenen Status vor allem sich selbst davonzufahren.
    Wer kennt das noch, wie der sog. Sozialismus einem eine Menge Irrsinn vorschreiben wollte? Na danke…
    Kein Ismus – ein freigeschaufeltes Bewußtsein hilft uns – Weisheit und Spiritualität ohne Religionsideologie. Wir haben Angst vor Veränderung, dafür sollten wir Verständnis haben und diesem Fakt in Ruhe auf die Füße treten, bis er aufgibt… Und nicht zurückkrauchen, auch kein bißchen, das genannte Ding da ist doch nur ein lauer Aufguß gewesen hinter den sich dann, na was wohl – Macht – über die Bevölkerung geklemmt hat. Es gibt gute Möglichkeiten die mit Selbst-Verantwortung, Kreativität, Aufrichtigkeit und Freiheit anfangen.
    Und es ist unverzichtbar, die Liebe in ihrer ganzen Größe anzuerkennen und mit ihr zu leben.
    Wir befinden uns in eimen gewaltigen Abenteuer

  4. Mike sagt:

    Gleichheit, Freiheit und Gemeinschaftlichkeit? ‚:-/

    Das der Sozialismus dem Bürokraten „Mr. Hanky“ so sympathisch erscheint, hat einen plausiblen Grund: Ein tatsächlicher Wertewandel bzw. Systemwechsel findet nicht statt. Der einzige Unterschied liegt nur in der (Zwangs-)Verwaltung des Staates. Ansonsten bleibt alles beim Alten.

  5. CAROLUS0 sagt:

    #2 – Alain LeClaire –
    Dieses schwierige Thema ist nicht mit 2 oder 3 markigen Worten zu behandeln. Du musstest Du wissen. ­čÖé

  6. ritz sagt:

    doch ist es, danke aber ich hatte bereits, nicht schon wieder für neue faule systembonzen wackeln, einigkeit + recht = freiheit in eigenverantwortung

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