Kanada XP : Reisebericht I

Wie die Leser dieser Seite mitbekommen haben, war das Survival leider unmöglich, da DHL extrem schlampig gearbeitet hat. Trotz rechtzeitiger Absendung kamen die Pakete mit erheblicher Verspätung in Kanada an. Wir waren am Freitag den 23.09.2011 vor Ort. Das erste Paket – welches leider nicht das Zelt, Matratze oder Schlafsack enthielt -, kam am Montag den 26.09.2011 an und das zweite, Freitag den 30.09.2011 also kurz vor unserer Abreise. Wir machten trotzdem das Beste daraus.


Vor unserer Reise riefen wir sicherheitshalber bei Ebehard an, der in Roberta Ferienhäuser vermietet. Hier hatten wir ja bereits im Sommer sehr gute Erfahrungen gemacht.

Nach der Einquartierung waren wir selbstverstädnlich neugierig auf die gekauften Grundstücke und so machten wir uns auf den Weg. Hier kurz einige Bilder vom Grundstück auf den See, etc. Selbstverständlich braucht man aktuell noch ein wenig Phantasie.

Zum Vergrößern doppelklicken.

Nachdem wir unsere Bauplätze ausgesucht hatten, gingen wir zu einem Händler vor Ort und kauften eine Kettensäge, schließlich wollten wir schauen, in wie weit wir von diesen Grundstücken aus Seeblick hätten. Das Abenteuer begann und wenn die Videoaufnahmen fertig sind, werde ich diese veröffentlichen.

Diesen Tag hatten wir uns noch vorgenommen einmal die Grenze unseres Grundstücks ablaufen, welche 1,7 Km misst. Bewaffnet mit dem GPS (alles andere wäre Hara-Kiri) machten wir uns also auf den Weg. Insgesamt dauerte dieser Trip 3,5 Stunden. Zischendurch haben wir einen Canyon, welcher an der tiefsten Stelle ca. 20m tief ist, sensationelle Natur kann ich da nur sagen. Nachdem wir zurück waren, benötigten wir erstmal eine Auszeit. Diese nahmen wir uns an unserem Strandabschnitt mit einem herrlichen Lagerfeuer. Hier einige Bilder davon (auch hier kommen noch Videoaufnahmen). Dort gab es dann Würstchen grillen am Stock, Bierchen und einfach Entspannung. Mit der gekauften Kettensäge bauten wir aus einem Baum der als Treibgut am Strand angespühlt war eine Sitzbank. Die kapitale Wurzel stellte uns später guten Brennstoff für das Feuerchen.

Dieses Ritual machten wir an 7 Abenden und man kann sich kaum vorstellen, dass Stunde um Stunde mit einem Blick in den sternenklaren Himmel oder das Feuer verging, aber genau so war es. Zum Teil bis in die frühen Morgenstunden.

Tags darauf führen wir nach Sydney zu unseren Anwälten, um den Vertrag endgültig zum Abschluss zu bringen. Wegen aller Fragen und Formalitäten verging so incl. Hin- und Rückfahrt ein guter Tag. Das Abendprogramm habe ich ja bereits im vorherigen Absatz beschrieben. Nun war alles geklärt und wir waren offizielle Eigentümer des Grundstücks. Jetzt konnte die Arbeit beginnen.

Mit der neu gekauften Kettensäge machten wir uns am nächsten Morgen auf um die Bauplätze um ein paar der Bäume zu erleichtern, wobei wir auch einiges an Hardwood (Ahorn, Birke, etc haben). Wir begannen mit meinem Grundstück und fällten dort um die 30-40 Bäume. Zu dieser Zeit teilten wir sie direkt und räumten auch das Blattwerk etc direkt zur Seite. So vergingen ca 3 Stunden und da wir Vormittags noch Termine hatten, war der Tag mal wieder vorbei.

Am Folgetag gingen wir auf das Grundstück von Andreas (mit einer herrlichen Hanglage) wo es deutlich enger bewachsen war und hatten dort auch zwischen 60 und 70 Bäumen zu fällen. Als sich das ganze etwas lichtete, bekamen wir einen traumhaften Blick auf die Berge und den See.

Der kommende Tag war von ßberraschungen und Terminen geprägt. Von Deutschland aus hatte ich einen Termin mit dem Bürgermeister der Region vereinbartund so führte unser Weg nach Arichat, wo die Verwaltung sitzt. Wir wollten mit ihm über unsere wirtschafltichen Pläne (Erstellen einer Ferienanlage und den Verkauf einiger unserer Grundstücke) sprechen. Das Community Identified Stream Programm ist einer der Wege für eine permanent resitance (permanente Aufenthaltsgenehmigung). Der Bürgermeister war hellauf begeistert von unseren Plänen und organisierte für uns kurzfristig am selben Tag einige Termine mit der Regional Development Agency, wo wir auch mit offenen Armen empfangen wurden.

Es ergab sich so, dass wir auch direkt in dem notwendigen „Interview“ landeten, worauf wir uns eigentlich nicht vorbereitet hatten. Nach dem Abschluss wurden wir als Zugewinn für die Region und sehr gut geeignet für den „Community Identified Stream“ befunden und man erklärte uns, dass dieses bereits unser Interview war und wir nur noch einige Unterlagen einzureichen hatten. Grandios!

Wir gingen von Termin zu Termin, ohne das wir selbst hätten einen Handschlag dazu beitragen können, da jeder Termin uns direkt den nächsten besorgte und auch gleich Meetings anberaumt wurden. Der letzte Termin war beim zustädnigen Building Inspector und so konnten wir direkt unsere Pläne zum Bau absprechen. Als dieser erledigt war, fuhren wir voller Freude und glücklich zurück zu unserem Cottage und gingen zum gemütlichen Abendprogramm über, wie fast jeden Abend. Es gab ja schließlich auch Grund zu feiern.

Die nächsten Tage waren Geprägt von Arbeit. Termin mit dem Stromversorger, Straßenbauern etc. Da einige der Baugrundstücke bereits vermessen waren, machten wir uns auf die Grenzsteine zu finden und sie können glauben, das war echte Arbeit. Es begann zu regnen und einer der Straßenbauer mit dem wir einen Termin hatten antwortete auf meine Aussage hin , wir sind Nass -“ Glauben Sie mir, Sie denken nur Sie wären nass“. Später wurde uns klar, was er damit sagen wollte. Stunden um Stunden streiften wir durch das dichte Unterholz und suchten nach zum Teil völlig zugewachsenen Grenzsteinen um dort Pflöcke in die Erde zu schlagen. Es regnete zum Teil wie aus Kübeln, jedoch hatten wir eben nur diese 10 Tage Zeit.

Hier Bilder bevor wir wirklich nass waren:

Zwischendurch markierten wir noch mit so genannten Flags die zu räumenden Flächen auf unseren Grundstücken und welche Bäume nach Möglichkeit vor der Fällung zu schützen sind. Markierten den driveway auf das Grundstück und waren am Tag vor dem Abflug mit fast allem fertig.

Soviel in kurzen Worten zu den 10 Tagen meiner Abwesenheit. Es war eine tolle und erfolgreiche Zeit.

Carpe diem


16 Responses to Kanada XP : Reisebericht I

  1. Der 4. Weg sagt:

    Beneidenswert. Auch ich habe so angefangen, nur dass ich Kokospalmen umlegen musste. Was eben unvermeidlich war um mein Haus zu erstellen.

    Auf jeden Fall wünsche ich noch viele angenehme Abenteuer.

  2. roush sagt:

    Hey, liebe Güte, Cheffe und Andreas!
    In Canada muss Mann noch richtig arbeiten?
    Ich dachte da geht alles elektrisch und von allein?
    Harhar, kleiner Scherz!

    Viele liebe Glückwünsche zu Eurem Grundbesitz und alles Gute für die Urbanisierung!
    Gut Ding braucht Weile. Alles ist zu schaffen!
    Andere haben auch zu Lebzeiten ein Imperium aufgebaut. 🙂 Es ist ein Abenteuer …

  3. hundeleben sagt:

    nimmts mich mit :X?

  4. stupido sagt:

    …sprachlos…

  5. Cheffe sagt:

    @ Stupido

    Wozu bist du sprachlos?

  6. stupido sagt:

    Das darf ich hier nicht sagen 😉

    Schöner Bericht und nette Pläne…danke dafür und lieben Gruß

  7. Frank H. sagt:

    Moinsen.
    Da blutet einem das Herz.
    Schöne unberührte Natur bis cheffe mitm Bulldozer kommt. *ggggg*
    Wieviel ha Wlad werden nun gerodet? Wieviel Fläche versiegelt? Inclusive geplanten feriendorf?
    Wie naturschonend wirst du im gegensatz zu DE deinen Alltag gestalten? Strom aus der Fernleitung oder vom Dach? Warmwasser vom Dach oder mitm ßl- oder Gaskesselwasserbrenner. Oder offener Kamin samt Kochniesche oder Bollerofen samt Kohleherd?
    Blockhütte statt Stein- und Betonhäuschen. Gediegenes Landhaus oder Siedlungshäuschen.
    Eigener nahrhafter Gartenbau oder dann doch Supermarktkost?
    Fischfang mit der Angel oder doch besser gefrorenes.
    Nun kannst Du dich als Vorbild beweisen.^^
    Ich bin auf dein Konzept gespannt.
    Denn an der Natur hat man dann Freude, wenn man sie als gegeben annehmen kann.
    Erleuchtet sei deine Zukunft.

  8. Cheffe sagt:

    @ Frank

    Insgesamt wird ca 2 Ha von 45 gerodet werden müssen, aber glaub mir das ist dort nichts 😉
    Der Strom wird überwiegend aus der Fernleitung kommen aber natürlich Backup geschaffen. Heizung ist weitestgehend Holz, unterstützung Strom. Gerne will ich ein Loghome bauen, aber das wird jetzt in Ruhe über den Winter geklärt. Einer meiner Favoriten : http://www.charlie-manz.de/

    Selbstverständlich wird es auch eigenen Anbau geben und Fischen ist dort Programm 😉 Haben wir auch bei unserem Trip gemacht, allerdings waren nach 2 Stunden bereits 8 Makrelen gezogen und dann haben wir aufgehört, irgendwer muss das ja auch essen.

  9. Newsticker2012 sagt:

    @Cheffe

    Die Grislys 😉

  10. Frank H. sagt:

    @cheffe.
    Congratulations. Und siehe lieber dekadenter Bundesbürger es geht auch ohne teure erdölhaltige sinnlosen Schaumstoffdämmplatten und überteuerte naturlichtabsorbierende Dreifachverglasungsfenster.
    Und ein waschechtes amerikanisches Holzhaus ist verdammt energieeffizient! Die Dinger haben nämlich eine Innen- und eine Aussenwand, dazwischen Naturdämmstoffe. Dabei bleibt das Haus atmungsaktiver als jede mitteleuropäische Steinhütte.
    Aber dank ökostalinistischer Lobbygruppen kriegt man das nicht aus der Birne von den richtigen Baumeistern zu lernen.
    ßbrigens wer so ein mittelalterliches Haus ergattern kann, die Dinger sind ordentlich naturstofflich renoviert gesünder als jeder Neubau oder Nachkriegsaltbau.
    Wenn da nicht der Dankmalpfleger all zu oft spinnen würde. Lobbykraken wohin man schaut.

  11. Cheffe sagt:

    @Frank

    Diese Papphütten (übliche Bauweise) sind der letzte Schei…..

    Da kommt Aussen OSB oder ähnliches, + Folie und Innen das Gleiche hermetisch abgerigelt und Atmungsaktiv = 0. Große Gefahr von Schimmelbildung bei Pfusch an der Folienverklebung. Wenn Holzhaus, dann Loghome (Blockhaus)

  12. KxAlpha sagt:

    Also in Kanada jagt in der Regel eine architektonische Bausünde die nächste, abgesehen von Millionen Dollar teuren Prunkhäusern und den Log Cabins ist das durchschnittliche kanadische Haus wie Cheffe beschrieben hat gebaut. Klasse fürs „Remodeling“, weil einfach mit Kettesäge ein Loch sägen, neues Fenster einsetzen, fertig, dauert keine 3 Stunden… Ganz neue Häuser werden inzwischen besser isoliert und haben manchmal auch schon 2 fach Verglasung, aber die meisten heizen mit Strom und der ist einfach noch zu billig, als dass man sich hier große Gedanken über Isolierung macht. Beschlagene/gefrorene Fenster von innen im Winter sind hier keine Seltenheit. Dafür stellt man ein Haus auch in Nullkommanix hin und es kostet meist unter 100.000ß? komplett.

    Man darf nicht den Fehler machen, deutsche Maßstäbe an den kanadischen Status Quo anzubringen. In vielen Dingen sind uns die Kanadier voraus, in anderen eben nicht und man muß sich halt dran gewöhnen, dass die Kanadier es nicht interessiert wie Du lebst, oder ob Dein Auto fast auseinander fällt… solange die Dinge halbwegs funktionieren, tuen die meisten auch nichts dafür es besser zu machen, weil die Zeit kann man besser beim Hiken, Skien, Kanufahren, Jetskien, Snowboarden, Flugzeug fliegen, Joggen, Angeln, Ski-Langlauf oder aber auch im Kino, vor der Glotze, in der Eishockey-Arena oder sonstwo verbringen.

    Und das beste ist, obwohl die Hütte zieht, 300$ Stromrechnung für 75qm Wohnung, die Karre mal wieder nicht anspringt, die Kreditkarte mal wieder ge“maxed out“ ist, es schon wieder regnet, sie sind selbst schlecht drauf viel entspannter als viele Deutsche an guten Tagen!

  13. schaumschlag sagt:

    wayne? solange die natur, wie eicheln und sanddorn noch in ordnung sind, wer kümmert sich noch um dinge wie dax kurse oder den goldkurs?

  14. pups sagt:

    cheffe
    Das ist ja eine Wahnsinns Ausicht.
    ich würde mich gern als Ferienlagerleiter bewerben
    Lach Abends dann allen kinder Schauer Geschichten erzählen…….

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