Commerzbank Rettung durch Staat?

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Im Jahr 2005 waren die Ziele der Commerzbank noch groß. Für ca. 4,5 Milliarden Euro kaufte man im Zuge einer Kapitalerhöhung den Immobilienfinazierer Eurohyp. Zur Nummer zwei, direkt nach der Deutschen Bank, wollte man im deutschen Bankgeschäft aufsteigen. Nun hängt das Senkblei in den Bilanzen fest und ein Verkauf am freien Markt ist nahezu ausgeschlossen. Man könnte resignieren, oder aber an den Staat verkaufen.


Die Zeiten der großen Gewinne ist vorbei und auch in Deutschland kühlt sich der Markt der Immobilienfinanzierer ab. Die Eingekapitalanforderungen sind gestiegen und die Liquidität der Haushalte gesunken. Besonders Ende 2012 – 2013 stehen dem Gewerbeimmobilienmarkt harte Zeiten bevor. SolvencyII rückt unaufhaltsam näher.

Was macht man nun mit einem 200 Milliarden Euro schweren Senkblei, wenn man es keinem Investor verkaufen kann? Die Frage ist schnell beantwortet, man verklappt es an den Staat. Nach einer schlaflosen Nacht, ist offensichtlich auch Martin Belssing, dem Chef der Commerzbank, dieser Geistesblitz gekommen.

Inzwischen hat die Eurohyp ihr Kerngeschäft, die Immobilienfinanzierung laut FTD eh komplett eingestellt und auch in den kommenden Jahren ist dort nicht mit einer Entspannung zu rechnen.

Die FTD schreibt hierzu:

Commerzbank will Eurohypo an Staat verkaufen

Im Management der Commerzbank erscheint daher einzig der Verkauf der Eurohypo an den Staat realistisch. „Der Bund ist der einzig logische Käufer“, sagte ein Insider. Ob dies ein erneutes Beihilfeverfahren auslösen würde, hängt von der Ausgestaltung ab. Solange der Staat keine Verlustrisiken tragen muss, könnte die EU-Kommission einen Verkauf ohne Auflagen durchwinken.
[…]
Seit Ausbruch der Finanzkrise erwirtschaftet das Institut, das 2002 aus dem Zusammenschluss der Hypothekenbanken von Deutscher Bank, Dresdner Bank und Commerzbank entstanden war, permanent Verluste. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres erzielte die Sparte Asset-Based Finance, in der die Eurohypo verbucht wird, einen operativen Verlust von 2,5 Mrd. Euro – vor allem wegen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen.
[…]
Zum verbliebenen Buchwert ihrer Tochter macht die Commerzbank zwar keine Angaben, sie hat ihn in der Vergangenheit aber bereits deutlich abgewertet. Im Vorjahr nahm sie in ihrer Handelsbilanz eine Abschreibung von 1,9 Mrd. Euro vor, im Jahr zuvor waren es 860 Mio. Euro gewesen.[1]

Wer sich mit der Bewertung der Buchwerte von Banken beschäftigt, kommt hier aus dem Grübeln kaum noch heraus. Intransparent wäre noch geschmeichelt und die tatsächlichen Risiken offenbaren sich meist erst nach dem Kauf und einer selbstkritischen Bewertung.

Fazit: Bevor man sich eine Zeitbombe in den Keller legt, die am Markt offensichtlich nicht plazierbar ist, sollte man mit dem Geld lieber ein schönes Strassenfest veranstalten. Dort bleibt nach der Party und dem Kater zumindest noch das Leergut.

Carpe diem

[1] http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:ungeliebte-tochter-commerzbank-will-eurohypo-an-staat-verkaufen/60135442.html


4 Responses to Commerzbank Rettung durch Staat?

  1. Frank H. sagt:

    Und noch ne Bad Bank die gefüttert werden will. Alleine die Lohnkosten die privaten Schulden zu verwalten nun dem Staat aufzubürden. Eine bodenlose Frechheit. Aber die BRD ist ja längst eine Diktaturveranstaltung erster Klasse.

  2. plissken sagt:

    Richtig lustig wird es wenn man sich mal die letzte Spalte bei Wiki zu diesem Thema durchliest.
    Dort steht unter „Abspaltung u Neuausrichtung“ dass die Commerzbank sich von Eurohypo bis 2014 so oder so Trennen muss-das waren die Bedingungen zu denen die Commerzbank damals überhaupt Staatshilfen erhalten hat.

    Ich bin ja nicht vom Fach,aber dh.-die Commerzbank hat Staatliche(also vom Bürger) Hilfe nur erhalten wenn sie Eurohypo verkauft u nun bekommt die Commerzbank ein zweites Mal staatliche Hilfe u jubelt die Eurohypo dem Steuerzahler unter weil niemand sonst den Scheiss kaufen wird-aus einem grossen Problem gleich 3 grosse gemacht u alle 3 dem Steuerzahler untergejubelt u ich dachte 3 Sachen auf einmal gibt es nur im ß-Ei.
    Waren mal wieder Genies am Werk die ihren Schrott diesmal nicht unter dem Namen Bad Bank/Bankenrettung abladen (u die einen auf doof machen werden um sich hier rauszureden)

  3. Yadahaddu Iriwadschi sagt:

    Junkies enteignen Sparer!

    „“Weltweit verbringen viele Bankangestellte derzeit ihre Wochenenden an ihrem Arbeitsplatz, um wie früher in der Schule beim Feueralarm das richtige Verhalten im Falle des Zusammenbruchs der europäischen Wirtschaft zu trainieren.““

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/michael-morris/junkies-enteignen-sparer-.html;jsessionid=1394160B1C1201E3136E27AEF298BE0E

  4. Vagabund sagt:

    Wie jetzt?
    Hat „unsere“ Regierung 2009 nicht mehr Garantien in die Commerzbank versenkt, als diese damals an der Börse wert war und nur 25% der Aktienanteile erhalten?
    Und jetzt – zwei Jahre später – gibt es schon wieder Geld?

    Leider interessiert es keinen, weil die ganz große Mehrheit das Geldsystem noch nicht verstanden hat 🙁

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