Griechenland droht: Wer sitzt am längeren Hebel?

Euro am Abgrund

Griechenland droht ganz unverhohlen mit dem Austritt aus dem Euro. Einige Skeptiker lachen zwar, allerdings sollte man sich die Frage stellen, wer lacht eigentlich am längsten? In welcher Situation befinden sich die Griechen im Augenblick und welche Perspektiven bieten sich eigentlich bei einem Verbleib im Euro. Reden wir hier wirklich von einer möglichen Rettung, oder dem Ausweiden eines ehemals souveränen Staates durch die Finanzhydra?


Die sagenhafte Summe von 130 Milliarden Euro an Finanzhilfen steht im Raum. Das ist mehr als 50 % des BIP. Mit einem Blick auf den Staatshaushalt, braucht man kein Hellseher zu sein, dass hier das Ende der Fahnenstange bereits erreicht ist.

Eine der Kernfragen die man sich stellen muss, ist wer bekommt eigentlich das Geld? Wird das an die griechischen Bürger eimerweise ausgeteilt? Bei 10 Millionen Einwohnern macht das immerhin 13.000 Euro pro Mann und Maus.
Natürlich geht das Geld nicht an die Haushalte, diese werden ja obendrein noch ausgepresst. Diese Kredite fließen eigentlich nur kurz durch Griechenland und dann zurück in die Arme der Bankiers.

Griechenland hatte eigentlich mit seiner Situation nie eine echte Chance im Euro zu überleben, was würde also passieren, sollten die Griechen tatsächlich den Staatsbankrott erklären und vor Allem, was sollte sie davon abhalten? Lesen wir einige erhellende Zeilen aus Wikipedia zum Thema Staatsbankrott:

Folgen für den Staat

Mit dem Staatsbankrott entledigt sich der Staat seiner finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber seinen verschiedenen Gläubigern. Dies führt ceteris paribus zu einer Entlastung des Staatshaushalts um die Höhe der Zinsen und Tilgungen. Andererseits gibt es in der Folge zumeist ein Zusammenbruch wesentlicher Gläubiger des Staates, die einen wesentlichen Teil ihrer Liquidität in vermeintlich sicheren Staatspapieren halten (wie z.B. Banken und große Unternehmen). Die Folgen sind deswegen zumeist ein totaler Kollaps der Wirtschaft, deren Folgen mit Einnahmeausfällen und Ausgabenotwendigkeiten für den Staat teurer als die theoretische Entlastung sein kann. Zusätzlich ist mit einem Staatsbankrott auch immer ein langfristiger Image- und Vertrauensverlust verbunden: Der Staat wird eine gewisse Zeit keine (oder nur sehr teure) Kredite am Kapitalmarkt aufnehmen können. Darum gibt es nicht nur auf Gläubigerseite, sondern auch von Staatsseite in der Regel ein Interesse für einen geordneten Vergleich.[1]

Es dürfte unumstritten sein, dass Griechenland in eine Depression sondergleichen schlittert und die wirtschaftlichen Konsequenzen für das Land auf Dekaden verheerend sein werden. Wirft man hier zum Beispiel einen Blick auf Argentinien, könnte es durchaus eine Versuchung wert sein. Mehr Vertauensverlust als jetzt schon, kann kaum noch auftreten. Sehr wahrscheinlich könnte es Griechenland eigentlich eher helfen, in den kommenden Jahren wieder Vertrauen zu erarbeiten.

Mit diesem Schritt, würde Griechenland eine Blaupause für die anderen Euro-Staaten liefern, denen in Kürze ein ähnliches Schicksal bestimmt ist. Wenn nicht das Ziel ein Staats-Finanzausgleich nach dem Vorbild des Länderfinanzausgleichs sein sollte, was ich nicht bezweifele, gibt es kein funktionierendes Prinzip für Europa. Sollte tatsächlich ein solches Ziel angestrebt werden, braucht man mehr als nur eine gesunde Solidarität.

Hier eine Grafik aus Wikipedia Stand 2004 zum Länderfinanzausgleich und würde man das farblich für Europa gestalten, sehe das nicht sehr erfreulich aus:

Fazit: Der Austritt Griechenlands aus dem Euro und ein gleichzeitige Staatsbankrott, wäre eine tragfähige Lösung für diese Nation. Was das Bankensystem und die Wirtschaft angeht, würde der längst fällige Crash sehr wahrscheinlich losgetreten. Auch ein Modell nach dem Vorbild von Argentinien könnte den Griechen in wenigen Jahren wieder Wettbewerbsfähig machen. Mit Krediten für Griechenland, wird nicht Griechenland gerettet sondern das Weltbanksystem. Griechenland dürfte sich für die nächsten Generationen nicht von de Schuldspirale erholen sollte man versuchen Schulden durch noch mehr Schulden zu beseitigen und das Tafelsilber ausverkaufen. Bevor man also über die Situation der Griechen unkt, Nachdenken angesagt. Ein Systemreset muss eh her, warum also nicht jetzt?

Carpe diem

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsbankrott#Folgen_f.C3.BCr_den_Staat


39 Responses to Griechenland droht: Wer sitzt am längeren Hebel?

  1. wobi sagt:

    Folgende Grafik könnte eine Erklärung liefern, wieso einige Länder momentan so bluten müssen und Deutschland bisher nicht:

    http://www.gegenblende.de/++co++be7240a6-06be-11e0-6579-001ec9b03e44/scaled/size/550

    Griechenland hatte die höchsten Lohnzuwächse in den letzten Jahren. Diese Schraube wird gerade zurückgedreht. Deutschland hatte die geringsten Lohnzuwächse, real gar nix. Deswegen werden wir eventuell bisher in Ruhe gelassen. Wir sollen schließlich Arbeitssklaven bleiben.

  2. Habnix sagt:

    Das Ding das ich und meine Nachkommen Arbeitssklaven bleiben,das Ding werde ich mit Selbstversorgung drehen,so fern ich noch Zeit habe.

    Und es werden immer mehr werden und die Welt wird eine andere sein,auch wenn ich persönlich es nicht mehr erleben werde.

    Subversiv mit den gleichen Waffen wie die Elite dieses Stück für Stück.

    Sie wird es nicht merken,die Elite weil es so langsam und raffiniert geht,wie es die Elite selbst macht.

  3. wobi sagt:

    Hoffen wir es! Ich sehe allerdings ein Problem, die Millionen von Menschen. Das beste was man machen kann wäre es auf jeden Fall, sich wieder unabhängiger zu machen in allem. Eignes Grundstück, eigener Anbau, eigene Energieerzeuger usw. Nur dann ist man wirklich frei. Aber dies ist für Millionen Menschen denke ich nicht möglich. Nicht weil sie kein Geld dafür haben oder keine Motivation, sondern alleine aufgrund der Masse. Wenn man mal die Fläche von Deutschland nimmt und diese durch die Einwohnerzahl teilt, kommt man auf ca. 4 Quadratmeter für jeden Bürger. Und nun ziehen wir noch Flüsse, Wälder, betonierte Flächen usw. ab…..

    Dies ist das Dilemma bzw. wahre Gefägnis aus dem die Menschen als Gesamtheit nicht rauskommen.

  4. Habnix sagt:

    Wenn die Griechen ihr Heimatland verlassen,um sich in der Fremde ihren Lebensunterhalt zu bestreiten,so schwächt das doch Griechenland noch mehr.

  5. finde dein selbstversorgungsprinzip in einer schein-demokratie echt klasse…

    im sozialismus und nationalsozialismus wollte man auch das prinzip der selbstversorgung. beide systeme gingen dann unter…

    das selbstversorgungsprinzip wird auch die bankengesteuerte scheindemokratie kippen weren

  6. sorry, meinte natürlich habnix 😉

  7. Andy sagt:

    @wobi
    ich habe nicht nachgerechnet, aber da hast du dich wenigstens in der Kmmastelle wenigstens um paar Stellen vertan. Logisch denken hilft manchmal.

  8. Andy sagt:

    Laut Wiki:
    Deutschland.
    Einwohnerzahl 81.800.000
    Fläche: 357.123 qkm
    1qkm = 1.000.000 qm
    also pro Kopf 4.365,81 qm

  9. wobi sagt:

    @Andy
    Vielen Dank für die Blümchen!

    357.000 Quadratkilometer Fläche in Deutschland geteilt durch 82 Millionen Mitarbeiter macht 0,0044 Quadaratkilometer pro Mitarbeiter. x1000 macht 4,4 Quadratmeter pro Mitarbeiter. Einfach mal nachrechnen!

  10. wobi sagt:

    Ich nehm alles zurück 🙂

  11. Andy sagt:

    Sorry, aber deine Mthe ist so schlecht wie mein deutsch.
    1 qkm ist und bleibt 1.000.000 qm.
    Weil 1qkm ist ein Quadrat mit Schenkellänge von 1.000 m, das heißt 1.000 x 1.000 m groß und das ist immer noch 1.000.000 qm

  12. Andy sagt:

    Wenn man die Mitarbeiter geordnet (nach deine Berechnung) aufteilen würde, hätten wir alle 2 m ein Kopf. 2 m vor dir einer, 2 m hinter dir einer, 2 m nach links und 2 m nach rechts einer, und das über die Flüsse, Wälde und Betonflächen. Mach da ein Klick?

  13. wobi sagt:

    Unterm Strich zu wenig Fläche 😉

  14. wobi sagt:

    Danke, so helfen wir uns gegenseitig 😉

  15. Andy sagt:

    Keine Ursache. Gern gemacht.

  16. Andy sagt:

    Wenn ich von einer deutschen Standartfamilie ausgehe: 2 + 1, macht es ca. 13.000 qm / Familie = 1.3 ha. Das ist schon ordentlich Land zum beackern

  17. Habnix sagt:

    Wohnfläche hab ich etwas über 70qm wohne zur Miete plus Terrasse und Flachdach von der doppelt Garage.Die Fläche von Garage und Terrasse werde ich zur Selbstversorgung nutzen.Am Haus wachsen kiwis und im Garten steht ein Apfelbaum,Holunder sogar Erdbeeren hab ich entdeckt letzteres fasse ich aber nicht an wegen dem Fuchsbandwurm.

    Die Kunst auf sehr kleiner Fläche eine Selbstversorgung hinzu bekommen,ist vielleicht eine Lebensaufgabe aber eine lohnende.Sie kann so lohnend sein das dir das kein Arbeitgeber je zahlen kann im Bezug auf Unabhängigkeit ist Freiheit.Sollte es gelingen kann man nur gerechte Löhne zahlen und es ist ein dicker Strich durch die Rechnung der Elite.

  18. Habnix sagt:

    Wofür braucht man 1,3ha?

    Doch nicht etwa für die Selbstversorgung,das ist aber quatsch hoch³.Wo willst du mit dem ganzen Essen hin,selbst verfuttern das schaffst du nicht.Das will ich gesehen haben den ertrag von 1,3ha das schaft eine Familie von 12 Personen nicht.

    Lustig 😀

  19. Andy sagt:

    @habenix
    So wie dein Wunsch ist auf den AG zu verzichten, ist auch der Wunsch der vielen AG auf ihre AN zu verzichten. Ein AN ist in einem Unternehmen der einzige Grosser unkalkulierbarer Faktor.

  20. Habnix sagt:

    Was ist ein AG und AN?

  21. Habnix sagt:

    Ach so Arbeitgeber Arbeitnehmer

  22. wobi sagt:

    Auf AN zu verzichten ist natürlich am einfachsten für einen AG. Unkalkulierbar bleibt ein Mensch wohl letzlich immer, aber mit richtiger Führung wird es kalkulierbarer.

    Mal ein Buchtipp an dieser Stelle für eine ganzheitlich philosophiegesteuerte Unternehmensführung:

    http://www.amazon.de/Management-Philosophie-Strategien-Unternehmensf%C3%BChrung-Grundregeln-erfolgreiches/dp/3834930962/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1325676914&sr=8-2

    Dann klappts auch mit den Mitarbeitern 🙂

  23. Habnix sagt:

    Ohne den Arbeitnehmer macht der Arbeitgeber keinen Sinn.

    Der Arbeitgeber will nicht Arbeitnehmer sondern einen Sklaven,weis er nur nicht oder will es nicht wissen.

  24. Andy sagt:

    Die moderne Geselschaft braucht beide Seiten. Der AN braucht den AG und andersrum genau so. Gerechte Bezahlung finde ich super, aber was ist schon gerecht?

  25. wobi sagt:

    „Der Arbeitgeber will nicht Arbeitnehmer sondern einen Sklaven…“

    Das würde ich nicht pauschal unterschreiben. Gefühlt passt das für die Masse, aber ich weiß dass es Unternehmer gibt, die ihr Unternehmen nach meinem Buchtipp führen. Und in diesen Unternehmen werden Mitarbeiter als Menschen wahrgenommen.

  26. wobi sagt:

    Bitte jetzt keine Gerechtigkeitsdiskussion 😉 Es wäre müßig.

  27. Habnix sagt:

    Die Wirklichkeit der Konkurrenz lässt es bei den meisten Arbeitgebern nicht zu.

    Genau so wenig die Konkurrenz der Staaten untereinander keine Demokratie und Freiheit zulässt.

  28. wobi sagt:

    Es geht eher darum, dass Lohnhöhe allein nicht Glücklich macht und gerechte Bezahlung relativ ist. Wenn Menschen sich pudelwohl fühlen in einem Betrieb, als Menschen wahr genommen werden und durch intrinsische Motivation heraus (von innenkommende Motivation) arbeiten, dann sind sie von sich aus auch mit weniger Lohn zufrieden.

    Das ist ein komplett anderer Führungsansatz, der aber funktioniert. Und so wird es dann auch mit der Konkurrenz. Denn auch die Kunden merken den Unterschied! Man kann als Kunde merken, wie das Betriebsklima ist. Geh mal zu Penny an die Kasse (als Negativbeispiel).

  29. EuroTanic sagt:

    „warum also nicht jetzt?“

    Weil der Sinn die totale Ausbeutung und Versklavung der Menschenmassen ist. Alleine Dafür wurde das System Euro und EUtopia erfunden. Und momentan funktioniert das System doch sehr gut. Es wehrt sich doch niemand effektiv. Die lachen sich doch kaputt über uns d00fe Bürger in Europa.

  30. Lucy Sky sagt:

    Solche Statistiken zeigen immer nur die halbe Wahrheit. Im Vergleich zum Anstieg der Lebenshaltungskosten sind die Loehne naemlich laengst nicht genug angestiegen. Die Loehne in GR liegen immer noch weit hinter denen der Deutschen, Lebensmittel sind aber deutlich teurer als in DE. Ein Liter Milch kostet z.B. 1,60 Teuro. Waehrend die Loehne um ca.87% gestiegen sind (laut Statistik), kostet ein Brot jetzt 3,5 mal soviel wie vor der Finfuehrung des Euro. Alle Produkte international verkaufender Firmen sind in GR teurer (kommen schon teurer in GR an) als im Rest Europas.

  31. Irmonen sagt:

    Einwohner in Deutschland je Fläche
    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland

    229 Einwohner je Quadratkilometer = 1 km x 1km

    macht 229 Einwohner auf 1000x1000Quadratmeter =
    1000.000 Quadratmeter, das ist ist 4436 Quadratmeter je Einwohner, also 4,4kmx4,4km je Einwohner, das düfte reichen.

    jetzt mßte man halt sehen wie das pratisch umzustetzen wäre, wofür man welche Fläche benötigt, welche man nicht nutzen kann, also wieviel Gartenland, bewirtschaftbares Land und was bleibt dann übrig? Wir müßten dann auch viele Betonflächen zurückbauen……

    eines dürft sicherlich nicht stimmen: 4 Quadratmeter je Person!

  32. Irmonen sagt:

    357.123qkm, davon die Wurzel, ist ca 600x600km
    dann wäre Deutschland ca 600km lang und 600km breit, kann also nicht stimmen

  33. tugrisu sagt:

    Deine Rechnerei stimmt nicht…. :-))) Wie war das mit PISAß? Und offensichtlich auch noch völlig unlogisch…. 8-(
    Wurde oben schon mal ausgerechnet: 4.365,81 qm pro Kopf

  34. Irmonen sagt:

    sorry so spät am abend funktionieren die kleinen grauen Zellen auch nicht mehr so richtig:

    4436qm je Einwohner daraus hätte ich natürlich die Wurzel!!! ziehen sollen, also das macht dann
    66,6Meter mal 66,6 Meter je Einwohner
    also doch nicht so viel wenn man dann auch noch die nicht nutzbare Fläche abziehen würde, oh je!!!

  35. Irmonen sagt:

    ArbeitGeber, ArbeitNehmer

  36. Irmonen sagt:

    …und wenn Mitarbeiter froh sind, wenn, vor allem die jüngeren Kollegen, sich weniger was sch…en würden und nicht einfach bei jedem bisschen Unwohlsein zu Hause bleiben würden (und man weiß genau wer diese sind!)und nicht andere regelmäßig für sich mitarbeiten lassen würden….

    es findet ein schleichender Werteverfall auch unter Kollegen statt, eine entsolidarisierung so nach dem Motte ist mir doch wurscht was die Anderen aushalten müssen also Egoisten pur, was dann die wenigen Aufrechten über Gebühr belastet.
    So eine Haltung ist sicherlich nicht überall gleich aber leider weit verbreitet!!

  37. tugrisu sagt:

    ich würde sagen: die deutsche Sprache korrekt angewandt….

  38. tugrisu sagt:

    „macht 4,4 Quadratmeter pro Mitarbeiter.“
    … au weia!!!

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