Absturzursache : Air France AF447 entschlüsselt

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Nach über 2 Jahren ist nun geklärt, warum Flug AF447 sein Ziel nie erreichte. In einer atemberaubenden Timeline wurde die Voicebox von einem Fachmagazin ausgewertet und veröffentlicht. Menschliches Versagen im Quadrat hat zu dem Absturz geführt und die wichtigsten Regeln für eine derartige Situation wurden mißachtet. Das kostet am 01. Juni 2009 228 Menschen das Leben. Lesen sie hier nicht exklusiv, aber dafür Kostenlos, wie sich dieses dramatische Ereignis abspielte.


Neue Details zu Flug AF447

01.36 Uhr: Der Airbus A330 von Air France fliegt in den tropischen Sturm vor der Nordostküste Brasiliens. Andere Maschinen vor ihnen haben das Tiefdruckgebiet umflogen, die französische Crew steuert aber direkt hinein. Weil das Flugzeug noch vollgetankt ist, kann es nicht über die Wolkendecke fliegen.

01:51 Uhr: Im rechten Sitz: Der 32-jährige Kopilot P.B. Plötzlich wird das Cockpit durch ein grelles Licht erleuchtet. «Was ist das?», fragt der junge Mann den erfahrenen Flugkapitän M.D. «Das ist das Elmsfeuer», antwortet er und spricht ein Wetterphänomen an, bei dem sich elektrische Ladung entlädt und für Licht sorgt.

02:02 Uhr: Der andere Kopilot, D.R., kommt ins Cockpit zurück. Er hatte sich zuvor etwas zur Ruhe gelegt. Er ist mit der rund doppelten Anzahl Flugstunden weitaus erfahrener als P.B. Der Pilot steht auf und übergibt D.R. das Kommando. Der nimmt im linken Sitz Platz, überlässt aber die Steuerung dem jungen Kollegen P.B. In 15 Minuten werden sie und alle Menschen an Bord tot sein.

02:03:44 Uhr: P.B. sagt: «Die intertropische Konvergenzzone. Schau, wir sind drin, zwischen Saipu und Tasil (zwei Flugkoordinationspunkte, Anmerkung der Redaktion). Und schau, wir sind voll drin».

02:05:55 Uhr: «Lass uns sie hinten rufen, damit sie wissen…» sagt D.R. Er drückt den Schalter zur Kommunikation mit den Flugbegleitern.

02:05:59 Uhr: Eine Flugbegleiterin meldet sich auf der Gegensprechanlage: «Ja? Marilyn.» «Ja, Marilyn, hier P.B. von vorne. Hör zu, in zwei Minuten werden wir in eine Gegend kommen wo es noch etwas mehr schütteln wird als jetzt. Vielleicht seht ihr euch vor», sagt P.B. «Okay, sollen wir uns denn hinsetzen?», fragt die Flugbegleiterin. «Hmmm, ich denke das ist keine schlechte Idee. Unterrichte auch deine Kollegen», sagt P.B. «Ja, okay ich werde es allen hinten sagen» antwortet Marilyn. «Ok, ich rufe dich wieder, sobald wir wieder draußen sind», quittiert P.B. «Okay» sagt die Flugbegleiterin.

02:06:50 Uhr: Die Kopiloten diskutieren die unübliche Wärme. Und sie sprechen darüber, wie froh sie sind in einem wendigeren A330 zu fliegen und nicht in einem A340. Sie fliegen durch dicke Wolken, was das Risiko von Eisbildung erhöht. Dann sagt P.B: «Lass uns das Anti-Vereisungssystem starten. Das ist besser als nichts».

Weiterlesen —> http://www.aerotelegraph.com/protokoll-af447-cockpit-aufnahmen

Carpe diem


6 Responses to Absturzursache : Air France AF447 entschlüsselt

  1. wobi sagt:

    Einer aus meiner fernen Verwandschaft (ich kannte ihn nicht) saß in der Maschiene, nach zwei Jahren wurde die Leiche als eine der letzten aus den Tiefen gezogen, die näheren Verwandten konnten endlich am Grab Abscheid nehmen.

  2. Terrek sagt:

    Vielen Dank für die Info und den Link.

    Die dargestellten Vorgänge sind schon haarsträubend. Menschliches Versagen wäre demnach die Hauptursache. Trotzdem gibt es meiner Meinung nach noch etlichen Nachholbedarf bei Airbus, denn der entscheidende Fehler wurde gerade erst durch das Fly-by-Wire (Steuerung über Kabel/elektrische Inputs) möglich.

    Eine Information aus einem Airline Forum:
    „Die Sidesticks sind nicht (direkt) elektronisch miteinander gekoppelt. Beide geben ihre Signale an 2 ELAC und 3 SEC weiter. Die Steuerbewegungen des Nachbarn werden nicht „nachvollzogen“ Geben beide einen Input, werden diese im Computer miteinander verrechnet. Sollten der Capitän und der F/O ihren Stick den halben Weg nach vorne drücken, würde der Flieger ein Manöver einleiten welches dem eines vollen Input eines einzelnen Sticks entspricht. Würde der F/O allerdings seinen Input (halber Weg) in die Gegenrichtung geben, passiert nichts. Allerdings ist ein zeitgleicher Input nicht „normal“, weshalb der Flieger seinen Unmut mit den Worten: „DUAL INPUT“ äußert. 😉 Die Signale eines Sticks können auch unterdrückt werden.“

    Die Warnung über den „Dual Input“ dürften in dem Getöse untergegangen sein. Hier besteht klar Nachbesserungsbedarf.

    Des Weiteren ist bei einem Airbus ja eigentlich der Computer für eine stabile Fluglage verantwortlich und überstimmt sogar Inputs des Piloten, sollten diese zu einer instabilen Fluglage führen. Dieses System scheint aber abgeschaltet gewesen zu sein, weil zeitweise die Geschwindigkeitsangaben fehlerhaft oder nicht vorhanden waren.

    Ich frage mich zum einen, warum der Computer nicht die richtigen Steuerimpulse gab, als die Geschwindigkeit wieder zur Verfügung stand ?

    Auch frage ich mich warum eigentlich bei einem derartigen Fehler nicht auf Geschwindigkeitsdaten aus dem FMS (Flightmanagementsystem/das „Hirn“ des Flugzeugs) zurückgegriffen wird, der seine Daten ja nicht nur von den Bordmessinstrumenten bezieht, sondern auch über satellitengestützte Navigation (GPS) verfügt.

    Und warum es überhaupt einen Zeitpunkt gab, zu dem die Pitotheizung (Staudruckrohre für die Geschwindigkeitsmessung), abgeschaltet waren ist auch rätselhaft – – – > Menschliches Versagen.

    Im Grunde war dann noch ausschlaggebend, dass die Piloten in dieser Notsituation ungenügend miteinander kommunizierten und der PF (Pilot Flying) auch noch in eine Art Panikzustand verfiel, wie man heraushören kann.

    So war die notwendige Abschätzung und Analyse der Situation unmöglich und ein koordiniertes Handeln unerreichbar.

    Klar kann man viel im Simulator üben, aber wie sich der einzelne in einer realen Notsituation verhält, stellt sich erst dann heraus, wenn diese eintritt.

    Soweit mal meine Gedanken dazu.

  3. Habnix sagt:

    Wenn mir meine Wetterstation mit seinem Außenfühler eine bescheuerte Temperatur anzeigt,so schiebe ich das auf den Außenfühler.

    Bei niedrigen Temperaturen fängt der an zuspinnen,wenn die Batterie etwas leer ist,typisch ALDI.

    So was banales.

    Die Ablenkung der vielen Anzeigen und Geräusche,die das Gehirn überfordern.So das man nicht mehr richtig nachdenken kann.

    Auszeit

  4. Asgard sagt:

    Mag mit meiner Antwort bei einigen eine Form von Ressentiment aufkommen, aber neben menschlichem Versagen spielt auch die kulturgeprägte „Arroganz“ mit eine Rolle bei diesem Unglück.
    Ich arbeite seit mehr als 10 Jahren mit den Franzosen und muss leider sagen, dass „Le Grand Nation“ sehr stark geprägt ist von diesem Verhalten. Wer einmal Air France geflogen ist, weiß von was ich spreche. Leider hat dieser Hochmut vielen Menschen das Leben gekostet. Nur zugeben wird das bei Air France wohl niemand.

  5. sternenstaub sagt:

    Hat zwar nichts mit der Air France zu tun , aber mit Carla Bruni ,die nun auch in den Schlagzeilen steht wegen „Unregelmaessigkeiten “ von Geldern 🙂
    Scheint gerade IN zu sein, nach Wulff, Iñaki nun auch die Franzosen .
    Ist leider nur auf spanisch ( google übersetzer nehmen )
    http://noticias.es.msn.com/una-revista-acusa-a-la-fundaci%C3%B3n-carla-bruni-de-irregularidades

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