Kolumne : Gesundes Trinkwasser II

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Das Element Wasser begegnet uns als Wolke, Regen, Schnee & Eis, als Quelle, Fluss und See ß? es ist für uns Mitteleuropäer ein ganz selbstverständlicher Anblick und man könnte glauben Wasser sei überall und unbegrenzt verfügbar.
Aus dem Weltall gesehen bestätigt sich dieser Eindruck – die Erde erscheint als blauer Planet, sie ist ein ß?Wasserplanetß?.
Dennoch: Süßwasser, welches uns als Trinkwasser dienen kann ist zum einen ein, relativ gesehen, seltenes Phänomen und zum anderen in Form von Wolken, Gletschereis oder Grundwasser für den Menschen schwer erreichbar.

Welche Wässer stellt uns die Natur zur Verfügung?

Die Erde ist zu 71% von Wasser bedeckt

Davon:           Salzwasser (Weltmeere)                                       97,39%

Süßwasser                                                  2,61%

 

Das Vorkommen von Süßwasser gliedert sich wiederum auf in:

 

Polareis, Gletscher, Schnee                                                        68,7%

(alleine Antarktis: 61,7%)

Bodeneis                                                                             0,8%

Grundwasser                                                                                  30,1%

(davon bis 100 m Tiefe: 2,6%)

Oberflächengewässer (Seen, Flüsse, Sümpfe, Moore)         0,3%

Atmosphäre                                                                        0,1%

 

 

Das gesamte Wasser der Erde befindet sich in einem ständigen Kreislauf:

Der Motor dieses Kreislaufes ist die Sonne. Die Sonneneinstrahlung auf die Meeresoberflächen lässt Wasser verdunsten, die H2O-Moleküle steigen mit der erwärmten Luft auf, kühlen sich dabei ab und kondensieren schließlich ß? es bildet sich eine Wolke. Dieser Vorgang kann auch als ein natürlicher Destillationsprozess verstanden werden: aus dem mineralreichen Meereswasser, dem Salzwasser, entsteht so das Destillat Süßwasser, welches als

 

Wolken- oder Regenwasser nur noch minimale Spuren von Mineralien enthält.

 

Der größte Teil des Wolkenwassers regnet wieder über den Meeren ab, ein kleinerer Teil jedoch wird mit dem Wind auf die Kontinente verfrachtet und trifft dort, besonders im Stau von Gebirgen, auf die Landoberfläche. Letztendlich landet jedes Wassermolekül früher oder später über die Flüsse und Ströme wieder im Meer, um erneut an dem gigantischen Kreislauf teilzunehmen, doch die Wege dorthin können über vielfältige Zwischenstationen führen bei denen sich die Qualität des Wassers mehr oder weniger stark verändern kann:

 

Reines Wasser kann keinen Strom leiten. Die Fähigkeit des Wassers Strom zu leiten hängt alleine von der Menge der in ihm gelösten Ionen, zum Beispiel Ionen von Metallen, Salzen und Mineralien, ab. Die Messung der elektrischen Leitfähigkeit eines Wassers ist folglich ein Indiz für seine Reinheit. Die elektrische Leitfähigkeit wird in Mikrosiemens (µS/cm) gemessen. 1 µS/cm entspricht in etwa 0,5 mg/Liter gelöster Stoffe im Wasser. Die Werte der hier besprochenen Wasserarten im ßberblick:

 

Regen, Schnee, Eis:          unter 30 µS/cm = weniger als 15 mg gelöste Stoffe/Liter

Oberflächenwasser:           20-200 µS/cm = 10 ß? 100 mg gelöste Stoffe

Grundwasser:                      (40)-5000 µS/cm = (20) ß? 2500 mg gelöste Stoffe

Meerwasser:             42 500 µS/cm = 21 250 mg gelöste Stoffe/Liter

 

 

Schnee- und Gletscherschmelzwasser

Süßwasser in Form von Schnee und Gletschereis ist eine Art Zwischendepot im ewigen Wasserkreislauf. Bei Schnee ist das in der Regel saisonal der Fall, Gletschereis kann hingegen viele hundert, in den Polarregionen auch tausende Jahre alt sein. Während dieser Zeit sammeln sich Verunreinigungen auf der Schnee- oder Eisoberfläche an, welche aber, sofern sie natürlicher Herkunft sind, für die Qualität des späteren Schmelzwassers keine Rolle spielen, da sich in Eis und Schnee keine Lösungsvorgänge abspielen können und die Kontaktzeit beim Abschmelzen sehr kurz ist. Schmelzwässer weisen daher eine sehr geringe Leitfähigkeit auf, sind also, wie das Regenwasser auch, reinstes Wasser.

 

Bodenwasser

Das in die Böden sickernde Regenwasser verursacht, im engen Zusammenwirken mit den Huminsäuren aus dem Humus, vielfältige Lösungs-, Transport- und Ausfällungsreaktionen. Je nach den örtlichen Gegebenheiten (Beschaffenheit des Gesteinsuntergrundes, des Klimas, der Vegetation sowie der Bodenlebewesen) verlaufen diese in unterschiedlicher, aber jeweils charakteristischer Weise und führen so zur Bildung von bestimmten Böden. Die Eigenschaften des ursprünglich reinen Regenwassers ändern sich dabei stark: das Bodenwasser ist saurer und hat anorganische Mineralien, Salze und Metalle sowie organische Verbindungen in Lösung genommen. Die Leitfähigkeit des Bodenwassers ist dadurch stark erhöht.

Eine Besonderheit stellen in diesem Zusammenhang die Moore dar. Dieser Lebensraum ist durch die nur teilweise Zersetzung von abgestorbenem Pflanzenmaterial unter Luftabschluss gekennzeichnet. Dies führt zu einer starken Anreicherung mit Huminsäuren aus den Pflanzenresten, welche die charakteristische braune Färbung und den extrem niedrigen pH-Wert des Moorwassers verursachen.

 

Grundwasser

Sickert Wasser durch den Boden hindurch in tiefere Sediment- oder Gesteinsschichten ein spricht man von Grundwasser. Die Bildung von Grundwasser ist abhängig von den klimatischen Bedingungen, der Vegetationsbedeckung und der geologischen Struktur. Die Qualitätseigenschaften des Grundwassers werden in unberührten Naturlandschaften maßgeblich von der Geologie bestimmt, in vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaften natürlich auch von der Nutzung der Erdoberfläche, zum Beispiel für landwirtschaftliche Zwecke.

Grobporige Sedimente und Gesteine wie zum Beispiel Sande und Sandsteine können viel Wasser speichern und werden daher auch als Grundwasserbildner bezeichnet. Lehme, Tone oder sehr dichte Gesteine hingegen haben kaum die Möglichkeit Wasser aufzunehmen und bilden für das von oben einsickernde Wasser eine fast undurchdringliche Barriere, sie sind Grundwasserstauer. Gibt es in der geologischen Struktur einen mehrmaligen Wechsel von grobporigen und dichten Sediments- oder Gesteinsschichten, so können sich auch mehrere Grundwasserstockwerke ausbilden. Hierbei kann es auch zum Einschluss von so genanntem fossilem Grundwasser aus früheren erdgeschichtlichen Abschnitten kommen. Der mehrmalige Wechsel von Eis- und Warmzeiten begünstigte zum Beispiel die Bildung solcher Grundwasserstockwerke in vielen Flußauen Mitteleuropas. Während der Eiszeiten wurden vorwiegend Kiese und Sande abgelagert, in den jeweils darauf folgenden Warmzeiten  bildeten sich in den Flußauen Auelehme, welche heute als Grundwasserstauer fungieren.

Die Qualitätseigenschaften des Grundwassers stehen in direktem Zusammenhang mit denen des speichernden Sedimentes oder Gesteins, da Wasser als universelles Lösungsmittel anorganische Mineralien aus dem Speichergestein in Lösung nimmt und damit die mineralogische Zusammensetzung dieses wieder spiegelt. Das bekannteste Phänomen hierbei ist wohl der im Grundwasser gelöste Kalk. Außer in den Hochlagen einiger Mittelgebirge und den Zentralalpen, in diesen Gebieten stehen kalkfreie, kristalline Tiefengesteine an, löste das Grundwasser reichlich Calciumcarbonat aus den verschiedensten kalkreichen Sedimenten und Sedimentgesteinen. Die Folge: die Leitfähigkeit dieser Grundwässer ist stark erhöht. Während die schädlichen und unangenehmen Auswirkungen in Rohrleitungen, Heizungsanlagen und Haushaltsgeräten allgemein gefürchtet sind, blieb die Dauerbelastung der menschlichen Ausscheidungsorgane durch den ständigen Konsum an anorganischen Mineralsalzen lange Zeit nahezu unbeachtet. Inzwischen wird dieses Problem seitens Medizinern und Ernährungswissenschaftlern aber stärker thematisiert.

 

Quellen

Quellen sind Stellen an denen Grundwasser wieder an die Erdoberfläche austritt. Die Qualität des Quellwassers entspricht folglich der des Grundwassers und ist in einer unberührten Naturlandschaft hauptsächlich von der geologischen Situation abhängig.

 

Oberflächengewässer

Bäche, Flüsse und Seen stehen einerseits mit dem Grundwasserhaushalt ihrer Umgebung in Verbindung ß? bei Hochwasser geben die Gewässer Wasser in das Grundwasser ab, bei Niedrigwasser erhalten sie von diesem Zufluss ß? andererseits speisen sie sich aus oberflächlich abfließendem Regen- und Schmelzwasser. Hinsichtlich Ihrer natürlichen Wasserqualität sind sie daher Mischtypen zwischen der Reinstwasserqualität der Regen- und Schmelzwässer und der mit hohen Konzentrationen an gelösten anorganischen Stoffen belasteten Grundwässer. Die elektrische Leitfähigkeit liegt dem zu Folge in einem niedrigen bis mittleren Bereich.

 

Fazit:  Ganz unabhängig von den durch den Menschen verursachten Verschmutzungen des Wassers ist festzustellen, dass Wasser nicht gleich Wasser ist! Auch von Natur aus gibt es hier sehr große Qualitätsunterschiede, welche auf stofflicher Ebene vor allem durch die Konzentration der im jeweiligen Wasser gelösten Mineralien gekennzeichnet sind.

 

Mehr zum Thema ß?Mineralien im Wasserß? und deren Bedeutung für unsere Gesundheit lesen Sie hier in den nächsten Wochen!

(Hinweis: das Thema der Belastung unseres Trinkwassers durch Stoffe wie Arzneimittelrückstände, Agrarchemikalien, Schwermetalle, Hormone etc. ist vielen Bürgern bewusst. Die Erörterung dieser Themen ist für den Blog zu sperrig. Daher sei hier auf die Lektüre des Buches verwiesen.)

 

Allzeit guten Durst!

 

Markus Strauß

 

Vom Autor erschienen:

 

Dr. Markus Strauß

Dr. Hilmar Burggrabe

 

Trinkwasser & Säure ß? Basen ß? Balance

 

Naturaviva Verlag, 2009

ISBN 978 ß? 3 ß? 935407 ß? 05 -2

 

Deutschland: ß? 19,90

ßsterreich: ß? 20,50

Schweiz:  Sfr 29,90

 

Weitere Infos und Bestellmöglichkeit unter www.dr-m-strauss.de

 

 


6 Responses to Kolumne : Gesundes Trinkwasser II

  1. sunny-farm sagt:

    Ich sehe das Wasserproblem (Trinkwasser-Knappheit-Verunreinigung) nicht wirklich als Problem… Es werden meiner Meinung einfach nicht die Loesungen auf den Tisch gepackt…

    Es ist absolut kein Problem, Salzwasser trinkbar zu machen („space water“ singapore)… Auch gibt es Systeme, die ohne Probleme mehr als 5000 Liter Trinkwasser aus Luft produzieren koennen…

    Wenn mir nun jemand sagt, dass dieses Wasser „tot“ sei (destillat), sage ich… Wir Menschen schaffen es „Atombomben zu bauen, wo steckt den bitte das Problem, „totes“ Wasser lebendig zu machen? Vielleicht einfach durch eine Waschmaschine mit entsprechenden „lebendigmachern“ jagen… Was weiss ich…

    Aber eins muss uns allen doch klar sein…
    Es ist definitiv nicht unmoeglich…

    Meine zwei Cents…

    Und herzliche gruesse in die Runde!

  2. Esperanza sagt:

    Ich finde es auch unsinnig von Wasserknappheit zu sprechen.
    Die da oben reden uns viel ein, wenn es Ihnen Voreile bringt.

    Wir haben Wasser satt, Energie satt, Nahrung satt, nur Experten die Alles besser wissen haben wir wohl noch nicht satt!

    Die können uns nicht einmal das Feuer erklären oder wie ßl wirklich entsteht, oder das wir Alle nur Biologische Maschinen sind etc.

    Die wissen nichts, einen Sche…!

    Gruß an die Ameisenkönigin.

  3. kernschatten sagt:

    Es geht nicht darum, dass man es nicht machen kann… sondern das es an entsprechenden Stellen einfach nicht gewollt ist… zum einen kann man ungeliete „Wassersäufer“ so besser kontrollieren/dezimieren… durch Vorenthaltung von Wissen und Verbote… und außerdem lässt sich mit Trinkwasser viel Geld verdienen… somit 2 Fliegen mit einer Klappe -> Kontrolle der Bevölkerung und Kohle machen…

  4. Platte sagt:

    Seit ca. einem Jahr trinke ich nur noch unser Leitungswasser ca.3Liter +- pro Tag, unser Wasser riecht immer nach Chlor ich fülle es in eine 1 Liter Glasflasche und lasse diese eine bestimmte Zeit offen stehen, so das der Chlorgeruch verschwindet, ich trinke es in der Annahme das wenn es nicht mehr nach Chlor stinkt, so gut wie kein Chlor mehr drin istß

    Kann dazu hier jemand vom Fach was sagen, stimmt das so wie ich es annehme, und was macht eigentlich das Chlor in unserem Körper bzw. richtet dort an?

    Danke!!

  5. sunny-farm sagt:

    Hallo platte…
    Schade, dass dir bisher niemand geantwortet hat, allerdings kannst du mit ein wenig „Google“ auch selber Antworten finden…

    Ich finde es auch ehrlich gesagt ein wenig schade, dass das Thema „Wasser“ auf so wenig interesse hier zu Stossen scheint…

    Kommende Woche werde ich mal versuchen, einige Loesungen zusammen zu packen, Biosandfilter, Wasser aus Luft Technologie… Und vielleicht kann der ein oder andere auch noch ein paar Loesungen mit aufzeigen… Vielleicht koennte man dann gemeinsam den naechsten Artikel somit aufbauen… Gesundes Trinkwasser III…
    Welche Stoffe fuer einen selbstgebauten Filter benoetigt werden, wo man diese Stoffe guenstig bekommt… Und…und…und…

    Was meint ihr?

  6. Platte sagt:

    habe 2 Artikel gefunden die behauten, das es nicht gefährlich sei Chlorhaltiges Trinkwasser zu trinken:

    http://www.blog.de/tb/a/r/getraenke/chlor-trinkwasser-zu-trinken-gefaehrlich/4875605/

    Hier wird unter anderem behauptet:

    Chlor wir in über 120 Ländern auf der ganzen Welt zur Desinfektion von Trinkwasser eingesetzt.
    Wenn ein Leben lang desinfiziertes Trinkwasser mit 0,3 Milligramm/Liter (Chlor) getrunken würde, würde das nach den Aussagen der Weltgesundheitsorganisation, der Europäischen Gemeinschaft und dem Gesundheitsministerium nicht schaden.

    http://www.wasser.de/aktuell/forum/index.pl?job=thema&tnr=100000000000373

    na dann, hoffe mal das stimmt, ich bin auf das Leitungswasser übergegangen weil ich keine Lust mehr auf Plastikflaschenwasser hatte, auf der anderen Seite wird zum desinfizieren von Wasser in ärmeren und sonnenreichen Regionen der Erde vorgeschlagen, das Wasser in Plastikflaschen eine gewisse Zeit in die Sonne zu legen, wodurch es absolut keimfrei werden soll, was dafür dann aber an gelösten PlastikGiftTeilen im Wasser ist darüber schweigt man sich aus!?!

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