USA : Vereinigte Wohlfahrtsstaaten

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In den Vereinigten Staaten ist mittlerweile jeder 2. von Zusatzleistungen durch den Staat abhängig. Das zeigt, wohin das Erfolgsmodell in Zusammenarbeit mit Dekadenz führt. Geld arbeitet nicht, auch die Amerikaner müssen diese Erfahrung langsam machen. Man kann auf Pump leben, irgendwann jedoch ist halt Zahltag. Einige Grafiken sollen das etwas verdeutlichen. Mittlerweile will man seitens der USA auch die Produktion wieder heimisch anfahren, der Export von Arbeit, zahlt sich auf Dauer offensichtlich nicht aus.


Einen sehr aufschlussreichen Artikel gab es gestern auf Zerohegde zu diesem Thema. Der Titel lautete:

Vereinigte Wohlfahrtsstaaten von Amerika : Nahezu die Hälfte der Menschen waren in 2011 auf Hilfszahlungen irgendeiner Art durch den Staat angewiesen.

Dazu diese Grafik:

ßberblick von direkten staatlichen Zahlungen:

  • Direkte staatliche Zahlungen nahe 2,5 Billionen Dollar 2011
  • Nahezu die Hälfte (48,5%) der Bevölkerung lebt in einem Haushalt, welcher irgendeine staatliche Hilfe bekommt.
  • Direkte Zahlungen an Personen machen nun über 65% der staatlichen Zahlungen aus und 15 % des Bruttoinlandsproduktes.
  • Bund und Staaten zahlten 2011 allein für Sozialhilfe ca 940 Milliarden.
  • Es gibt 69 unterschiedliche Wohlfahrtsprogramme.
  • ßber 46 Millionen Amerikaner (15% der Bevölkerung) bekommen aktuell Essensmarken.

Im Zusammenhang dazu noch folgende Grafik, auch von Zerohede:

Persönliches Einkommen ohne Transfezahlungen durch die Regierung. Zeitraum von jeweils 48 Monaten, ßnderung in %

In der FTD gibt es ergänzend hierzu heute folgendes zu lesen:

Amerika setzt wieder auf “Made in USA”
Die Finanzkrise zeigt den Wert eigener Industrie auf. Immer mehr US-Unternehmen holen die Produktion nach Hause. Dabei helfen Produktivitätswachstum, moderate Löhne – und der schwache Dollar.
[...]
“Während des vergangenen Jahrzehnts ist in den USA die Produktivität gestiegen, und die Lohnstückkosten sind gefallen”, sagt Chad Moutray, Chefvolkswirt beim Verband der US-Fertigungsunternehmen NAM. “Viele unserer Mitglieder sagen, zuweilen sei es billiger in den USA zu produzieren, vor allem, weil die Arbeitskosten niedriger sind.”[1]

Lohnkosten sind “moderat”? Dumpinglöhne, welche nicht für das Leben ausreichen, wäre eine weitere Formulierung. Wie kann es sein, dass fast 50% der Menschen nicht ohne Hilfsleistungen vom Staat auskommen, wenn ein Großteil (Arbeitslosenstatistik) doch arbeiten geht? Posthumanes Sklaventum, anders lässt sich das nicht bezeichnen. Wer sich auf die Grundsätze des Tauschhandels besinnt, dem sollten doch schnell Zweifel aufkommen. Warum ist der Bäcker nicht mehr in der Lage wie die ganzen Jahrhunderte zuvor, 10 Brötchen gegen eine Wurst zu tauschen? Richtig…. Wegen des Tauschmittels namens Geld als Zwischenstep und der Gier einiger Weniger.

ßber die Inflation, enteignet der Staat neben den ganzen Zwangsabgaben (Steuern) den Arbeitnehmer oder Mittelständler, um ihm hinterher ebenso ausreichend Geld zum “ßberleben” zu Verfügung zu stellen. In sich doch eine Kranke Variante, oder?

Im Augenblick nutzt auch unsere Regierung das Tauschmittel Geld (Euorettung, etc) und wird es sich in nahe Zukunft vom Bürger zurückholen. Sehen Sie also diesen Umstand in den USA wie eine Blaupause für Deutschland. Lange kann und wird es nicht dauern, bis wir die Blut und Tränenrede seitens der Regierung hören werden. Danach wird der Rest des Wohlstandes der einfachen Bevölkerung Geschichte sein.

Carpe diem

[1] http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:zurueckkehrende-produktion-amerika-setzt-wieder-auf-made-in-usa/60158140.html
Zerohegde : http://www.zerohedge.com/news/united-welfare-states-america-2011-nearly-half-population-received-some-form-government-benefit

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30 Responses to USA : Vereinigte Wohlfahrtsstaaten

  1. Wurzelsepp sagt:

    Läuft alles im Sinne der Großindustrie und Hochfinanz. Durch Auslagern ins Ausland kann man die Bevölkerung wunderbar erpressen, die Lohnerwartungen “sanft” zu senken. Korrupte Politiker die nichts weiter als Erfüllungsgehilfen der o.g. Gruppen sind, tun Ihr ßbriges, das Land vollends zu versklaven. Zusätzlich ist die ganze Welt auf die Veschuldungsorgien herein gefallen und wird bald schon dafür bezahlen.Schöne Globalisierung haben wir da.

  2. Antifeminist sagt:

    4-5 Rezessionen in den letzten 40 Jahren in den USA. Also das ist für mich was ganz neues.
    “jeder 2. von Zusatzleistungen durch den Staat abhängig” ist nicht dasselbe wie “Nahezu die Hälfte (48,5%) der Bevölkerung lebt in einem Haushalt, welcher irgendeine staatliche Hilfe bekommt.”
    Das heisst doch: Ein Mitglied in einem Haushalt bekommt irgendeine staatl. Hilfe (könnte auch ein Kind sein, dass Bafög bekommt, so was wie Kindergeld?). Für die Statistik werden jetzt alle Mitglieder des Haushaltes mitgezählt, da alle diese Mitglieder zum Haushalt gehören, dass vom Staat Geld erhält. Dadurch ist aber nicht jeder 2. vom Staat abhängig, sondern eher jeder 5. Ausserdem frage ich mich, was “irgendeine staatl. Hilfe” bedeutet. Ich schätze in Deutschland kriegt fast jedes Haushalt in irgendeiner Weise Geld vom Staat.

  3. strom23 sagt:

    seit jahren geistern berichte über gestiegene foodstamp bezieher durch die presse. mal sind es 45 millionen dann 50 und auch die 65 millionen laß ich schon. essensmarken kenne ich nur aus zone zeiten für die schulkinder zum mittagessen.hatte damals jeder. wenn ich mir aber jetzt als erwachsener vorstelle das ich mit essensmarken beim aldi einkaufen gehe rollen sich mir die fußnägel hoch. alleine das schamgefühl dabei unglaublich. das dieser wahnsinn erst aufhört wenn der letzte bürge(r) verschuldet und damit faktisch enteignet ist muß man woll leider akzeptieren.

    2 kritikpunkte habe ich am artikel trotzdem. zum einen geht die dumpinglohn rechnung mit den wenigen arbeitslosen nicht auf. denn wir wissen nur wer arbeit sucht ist in den usa auch wirklich arbeitslos.

    zum anderen man muß bei den staatlichen zahlungen zwischen aliementierung und gesetzlich ermöglichten subventionen unterscheiden.

    die zwei punkte mindern das ausmahß leider nur geringfügig. ich möchte dieses jahr zum urlaub wieder in die staaten ich hoffe nur das es bis dahin nicht eskaliert.

  4. coerny sagt:

    die ddr essensmarken kosteten 5,35 mark die woche!! die kamen nicht kostenlos vom staat.

  5. strom23 sagt:

    es ging auch nicht um die staatliche alimentierung sondern um das bsp. mit essenmarken zu bezahlen. an den kauf derselbigen kann ich mich gar nicht merh erinnern. bin 80 geboren. also verzeih

  6. Habnix sagt:

    “Warum ist der Bäcker nicht mehr in der Lage wie die ganzen Jahrhunderte zuvor, 10 Brötchen gegen eine Wurst zu tauschen?”

    Nun könnte man sagen der Staat stellt dem Bürger ja dafür eine gute Infrastruktur und den neuesten Stand der Forschung und so weiter.Nur ist schon unter Adolf einiges mit Blut Schweiß und Tränen bezahlt worden und das andere haben wir auch schon längst mit der Kfz-steuer und sonstiger Steuer bezahlt.

    Also bleibt uns nur der Tausch oder das Verteilen ohne Regierung übrig.

  7. Habnix sagt:

    Es ist alles schon Tausend mal bezahlt so mein Gefühl.Aber die Finanzkonzerne schöpfen und schöpfen weiter,als gäbe es kein Morgen.

    Globalisierung heißt ich will die ganze Welt.Und dann ?

  8. Tester sagt:

    Und dann? Die Welt kackt drauf, was jemand von ihr will :) Dummheit kennt halt keine Grenzen und Egoismus ist eines ihrer Kinder.

    Zum thema, seit gestern handelt auch Indien ßl mit Iran in eignenen Währungen. Also nach Russland, China, Japan, welche in bilaterlen Handelsbezihungen die Dollars schon quasi abgeschafft haben.

    Es wird langsam düster im “land of the free”…

  9. XxMoOlTiPasSxX sagt:

    Hallo,

    ich bin gerade in Thailand und habe darüber mit meinem Freund gesprochen. Und der kennt sich doch sehr gut im Finanzwesen aus.

    Ich habe ihm auch über sowas berichtet. Aber er erklärte mir wenn das so wäre, warum flüchten GLOBAL alle aus dem EURO in den DOLLAR? Obwohl der DOLLAR schon schlecht da steht geht er seit 6 Monaten nach oben! Und das kann man in allen Charts nachforschen. Das Problem dass ich hier in euren Meinungen sehe, ist die subjektivität der DEUTSCHEN; SCHWEIZER ; ßSTERREICHER: (ich bin zb ßsi)

    Uns geht es verhältnismäßing noch gut. Und wir haben auch eine ordentliche Wirtschaft im Vergleich zum Rest der EU.

    Weil dieser REST IST IM LOKUS VERSUNKEN!

    Das beinhaltet nicht nur Griechenland Portugal oder Italien. Sondern auch England und Frankreich. Wenn deutschland jetzt die Debts zusichert, dann is das auch der Untergang der deutschen. Und ich glaube eure Schl…e Angi und ihre Nachgeburten werden das machen. Weil wenn es um die Wurst geht, wird die GoldmanSachs/Rothschild/JP_Morgan/Rockefeller SCHLINGE dafür sorgen dass am richtigen Papier unterzeichnet wird.

    Also hört bitte auf über die USA zu philosophieren. Just in diesem Moment gehts uns beschissener als denen und wir werden vor denen absaufen! Das zeigte schon oft genug die vergangenheit. Wir haben schlechtere Taschenspielertricks als die FED und Co. im Petto.
    Ergo werden wir zuerst sinken!

    Sawasdee Khap, der Moolti!

  10. Habnix sagt:

    Je mehr Länder Rohstoffe nicht mehr in Dollar handeln wollen und es auch tun,desto schlechter geht es dem Dollar und da steht der Euro besser aber umso mehr Länder dies tun,desto wahrscheinlicher ist der nächste Krieg.Das kann dann bis zum Dritten Weltkrieg gehen.

  11. Habnix sagt:

    Wir haben Produktionen in Osteuropa ausgelagert aber mit der Erweiterung Europas nach Osteuropa sind die Produktionen wieder in der Europäischen Wirtschaft.Das stützt den Euro und sehr viele Verbraucher und Steuerzahler sind dann in der Eurozone.Die US-Wirtschaft steht wesentlich schlechter da.Außerdem geht es jetzt wieder andersrum sie werden jetzt eher in den Euro flüchten.Das ist ein hin und her bis es nicht mehr geht und alles zusammen bricht.

  12. nova sagt:

    man kann die verhältnisse usa – brd nicht 1:1 vergleichen:
    die usa haben in den letzten 30 jahren ein unglaubliches strukturelles defizit aufgebaut.
    waren werden in großen massen importiert und ganz wenig wird exportiert.
    geht man in einen amerikanischen wal-mart, sind ca 90% des waren-bestandes made in china.
    durch den absturz/wertverlust des dollars kann sich die usa diese importe bald nicht mehr leisten.
    wenn der dollar aber 50% an wert verliert sinken dementsprechend die lohnkosten, der export steigt, lohnt sich die produktion im eigenen land wieder.
    d.h. langfristig muss die usa auf ein chinesisches lohnverhältnis kommen.
    brd hingegen exportiert (noch) mehr als es importiert.
    made in germany ist welteit nachgefragt und die industrie erzeugt echte werte und nicht nur luftgeld.

  13. Jens Blecker sagt:

    Das Made in Germany soll ja nach Willen der EU in Kürze nahezu abgeschafft werden, damit wäre dieser Vorteil dann auch passee ;)

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,809251,00.html

  14. Tranfunzel sagt:

    @ nova Das sehe ich im Prinzip ähnlich. Aber nicht das Lohnniveau der USA oder Europas muss auch chinesisches Niveau runter, sondern die Löhne in China und anderen “Billig” Ländern tüchtig rauf. Ich arbeite in der Elektronikbranche und es ist ein Elend. Aber langsam verkauft sich “made in germany” wieder, weil es relativ günstig ist und eben Qualität und guten Service und Support gibt. In den frühen 70ern gab es z.B. amerikanische Marantz Receiver. Die ersten wurden noch in den USA gefertigt, dann ging alles nach Japan. Made in japan, kann sich heute kaum einer leisten. Die jap. Autos werden meist auch nicht mehr in Japan gefertigt. Eigentlich sollte man jedem, der jammert und ein Smartphone besitzt ein Pappschild umhängen. “Ich bin selber schuld”. Warum ß Ein Apple I Phone wird bei Foxconn in Shenzen gefertigt.zB. http://www.zeit.de/digital/mobil/2011-10/apple-foxconn-arbeitsbedingungen Den Menschen geht es dort “so gut”, dass sie aus dem Fenster springen. Wenn ein Phone hier 400 ß? kostet, sollte man sich doch mal fragen, wer daran verdient, wenn die Fertigungskosten incl. Material und Löhnen bei 50 ß? liegen. Diese Elektronik wird von sog. SMD Bestückungsautomaten bestückt und im Reflow Ofen gelötet. Manpower ß Wollt ihr mich verarschen ß Die Maschinen kommen z.B. von Fuji oder Siemens. Diese Maschinen ballern die Bauteile in einem Höllentempo auf die PCBs (Leiterplatten) Dafür braucht man kaum Menschen. Nur eine Halle und günstigen Strom. Die Menschen arbeiten den Maschinen nur zu. Solche Hallen sehen aus wie “Geisterfabriken”. Die Lohnkosten können nicht entscheidend sein. Erst später wenn die Smartphones zusammengebaut und in die Kartons kommen braucht man Menschen. Ich denke für die “Finanzonkel” ist China wie ein Durchlauferhitzer für “Geld”. Man kann sich ja auch mal fragen, zu wieviel Prozent ein “deutsches” Auto aus in Deutschland gefertigten Teilen besteht und warum es dann immer noch so teuer ist.

  15. Habnix sagt:

    Man muss sich auch fragen wie viel Zeit einer einzelner braucht um einen Kleinwagen herzustellen.

    Wenn ich jetzt in der selben Zeit zum beispiel in der Keramik ganz andere Produkte herstelle die sich nur durch ganz andere billige Materialien unterscheidet.Dann müsste ich bis auf das Material meinen Kleinwagen ohne Kredit auf zunehmen mir schon leisten können.

    Einfach nur nach der zeit bezahlt dann stellt man einen riesigen Betrug fest oder anders gesagt das wir nur Sklaven sind.

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