USA : Handytracking ist Routine

Überwachung aus dem Internet

Ein Leitartikel der New York Times klärt über die gängige Praxis der Behörden in den USA auf, Zell-Tracking von Mobiltelefonen zu benutzen. Entgegen der Vermutung, dieses würde nur bei besonders schweren Verbrechen genutzt, offenbart sich ein wahrer Datenwahn. Auch die Mobilfunk-Unternehmen profitieren offensichtlich ordentlich, durch entsprechende Gebührenkataloge für diese „Zusatzdienste“. Diese Dienste sind zur Lokalisierung von Personen gedacht. Durch das Netz der Sendemasten, kann je nach Ausbau die Position einer Person auf wenige Meter genau bestimmt werden.


Es gibt mit Sicherheit Fälle, wo ein solches Tracking sinnvoll ist und gar Leben retten kann, ein derart sorgloser Umgang mit der Privatsphäre jedoch, stößt bei Datenschützern in den USA auf massives Unverständnis. Die breitere Verwendung von Zell-Tracking wirft so auch juristische und verfassungsrechtliche Fragen auf, insbesondere wenn die Polizei ohne richterlichen Genehmigung agiert. Während viele Abteilungen zusichern, Mobil-Tracking nur in Notfälle zu verwenden, behaupten andere, dieses würde in wesentlich größerem Umfang duchgeführt. Die American Civil Liberties Union (ACLU) stellte der NYT interne Dokumente zur Verfügung, welche eine Nacht- und Nebelpraxis zeigen.
Die Dokumente der ACLU zeigen, dass in der Praxis das Mobil-Tracking sehr viel häufiger – mit weit lockereren Sicherheitsklauseln – eingesetzt wird als die Beamten zugeben.

In Kalifornien rieten Staatsanwälte den örtlichen Polizeidienststellen, die Simkarten zu „klonen“ um Telefondaten und SMS-Nachrichten herunterladen, während es ausgeschaltet ist.

Einige kleine Polizeidienststellen in Arizona, fanden die Zellenüberwachung so wertvoll, dass sie eigene Tracking-Geräte erworben haben, um die Zeit und die Kosten, bei den Telefongesellschaften für die Durchführung der Maßnahmen zu sparen. Die Polizei der Stadt Gilbert, investierte 244.000 $ in diese Geräte.

Befragte Behörden gaben an, dass der tatsächliche Vorteil, die rechtlichen Bedenken des Datenschutzes überwiegen würden. Roxann Ryan, ein Kriminal-Analyst aus Iowa gab an, diese Art sei so wertvoll, da fast alle Menschen Handys haben und man damit Menschen finden und retten könne.

Viele Abteilungen versuchen das Mobil-Tracking geheim zu halten wie Dokumente zeigen, man fürchtet sich vor möglichen Gegenreaktion der ßffentlichkeit und rechtliche Probleme.

In Nevada, warnte ein Trainingshandbuch Polizisten, dass das Mobil-Tracing nur „in lebensbedrohlichen Notfall genehmigt ist!“ Die Praxis jedoch zeigt, es wurde in etlichen Standarduntersuchungen „missbraucht“ zur Erfassung von Informationen für welche die Polizei nicht die Befugnis hat diese zu sammeln.

Fazit: Wer die Möglichkeiten hat, nutzt diese auch. Missbrauch kann nicht ausgeschlossen werden und ist offenbar auch gängige Praxis.

Carpe diem

Quelle : New York Times


9 Responses to USA : Handytracking ist Routine

  1. coerny sagt:

    na da erscheint der film :staatsfeind nr 1<. doch gar nicht mehr im sience fiktion licht sondern eher auf der seite der : ätsch,schaut was wir können & ihr könnt nichts dagegen machen:
    sager.und die haben rotzfrech damals schon gezeigt ,was möglich ist.
    na ja ,den meissten ist das ja eh wurscht,man hört ja immer : ich habe doch nichts zu verbergen,sollen die doch machen.

  2. Felix sagt:

    es geht sogar noch weiter:
    US betreiben geheimes Telefon Netzwerk zum Abhören auf Bestellung, Quelle s.u.:
    CLANDESTINE SHADOW PHONE NETWORK also referred to as an INTERNATIONAL INTRANET
    ACCORDING TO A SOURCE: There is a deep shadow network behind the traditional telephone network that you only get access to by invitation.
    It involves people who are on the criminal side — as well as, no doubt, government and alphabet agency types who tap into phone calls, and then sell them on a black market for lots of money.
    [They are sold] to, for example, HIGH FREQUENCY TRADERS(HFTs) — who then use this info to make trades, currency calls, etc.
    You can see where a network like this can be very advantageous to the participants.
    FURTHER: This also relates back to the recent MURDOCH TELEPHONE TAPPING SCANDAL … because what apparently did not come out during that inquiry and trial is that Murdoch’s boys did not have to tap anyone’s phone directly.
    Instead, they simply connected with an individual who then gave them access to this hidden phone network.
    They told them what calls, from which people, they wanted to PURCHASE… and paid them for the ‚tapped calls‘.
    Quelle:
    http://projectcamelotproductions.com/blog-hp.html
    Eintrag vom March 8, 2012

  3. Habnix sagt:

    Wie heißt das Ding noch mal mit dem Gefangene auf Freigang überwacht werden können.

    Wir sind freie Menschen.Wer es glaubt wird selig.

    Gefangen durch den kauf von einem Handy.Selbst bezahlte Unfreiheit das haben wir alle wunderbar hinbekommen.

    Fehlt nur noch der Applaus.

  4. joachim sagt:

    Die Menschheit befindet sich auf einem ganz schmalen Grad. Viele verstehen noch immer nicht, dass diese Art der Überwachung nicht mit natürlicher Sicherheit gemein hat.

    Passend dazu vielleicht:

    Der politische Trend: Bevölkerungskontrolle durch digitale Überwachung

    http://www.buergerstimme.com/Design2/2011-10/der-politische-trend-bevoelkerungskontrolle-durch-digitale-ueberwachung/

    Dauerhafte Kontrolle, jede Art der massiven Überwachung bedeutet, dass wir unsere Selbstbestimmung endgültig verlieren.

    Oder besser: Lebte der Homo sapiens jemals frei oder war er dazu bisher nicht in der Lage? Dies mag sich ein jeder selbst beantworten.

  5. 4ndy sagt:

    ich weis nicht mehr wer das gesagt hat, aber musste mich gleich an diesen Spruch erinnern:

    „Ihr sitzt alle in einem großen Knast und denkt ihr seid frei“

    Gruß
    Andy

  6. Apophyllit sagt:

    Ein Freund erzählte mir kürzlich, dass sein Kollege eines Tages einen Anruf von der Polizei erhielt mit der Frage, was er zu einer bestimmten Zeit an einen bestimmten Ort gemacht habe. (Er fuhr einfach nur mit dem Auto von der Arbeit nach Hause.) Es stellte sich heraus, dass in der Nähe ein Verbrechen stattgefunden hatte und alle, die mittels Handy in der Nähe geortet wurden, standen erst einmal unter Generalverdacht. Erst Wochen später erhielt er ein Schreiben der Staatsanwaltschaft Rosenheim, dass das Verfahren gegen ihn eingestellt worden sei. Überwachung ist folglich längst schon Gang und Gäbe.

    Aber wir haben ja alle nichts zu verbergen….

  7. Yadahaddu Iriwadschi sagt:

    US Heimatschutzbehörde ordert 450 Mio. Hohlspitzgeschosse!

    http://www.seite3.ch/US+Heimatschutzbehoerde+ordert+450+Mio+Hohlspitzgeschosse+/536031/detail.html

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