Schätze der Natur XXX : Gänsefingerkraut

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Das Gänse-Fingerkraut, auch Anserine genannt, ist ein Rosengewächs (Rosaceae) und überall in den gemäßigten Klimaten der Nordhalbkugel heimisch.
Bei einzeln stehenden Pflanzen ist die rosettenartige Anordnung der Fiederblätter erkennbar. Von dieser Rosette aus bildet die Pflanze, ähnlich einer Erdbeerpflanze viele, zum Teil bis zu einem Meter lange Ausläufer, welche sich an den Knotenpunkten erneut bewurzeln, sowie Blätter und Blüten treiben. Auf diese Weise kann sich das Gänse-Fingerkraut sehr effektiv und schnell verbreiten und auch ganze Standorte für sich alleine in Anspruch nehmen und teppichartig bedecken. Sehr charakteristisch sind die Blätter: die mit 7-20 Lappen einfach gefiederten Blätter sind an der Oberseite grün, auf der Unterseite jedoch silbrig-weiß behaart. Der Blattrand ist gesägt. Die gelben Blüten wachsen an langen Stielen aus den Knotenpunkten der Ausläufer und erblühen mit 5 Blütenblättern, wie dies für die Rosengewächse typisch ist. Bei Regenwetter schließen sich die Blüten etwas, nachts ganz.


 

Das Gänse-Fingerkraut ist in ganz Mitteleuropa ein weit verbreitetes Garten- und Ackerkraut. Es gedeiht bevorzugt auf schweren, eher verdichteten und nährstoffreichen Böden und ist Teil von Wiesengesellschaften oder bildet vor allem an den Rändern von Feld- und Wiesenwegen und auf ßdland oft ganze  teppichartige Massenbestände.

 

Gänse-Fingerkraut ist außerordentlich reich an Vitamin C (402 mg/100g essbare Pflanzenmasse, vergleiche Tabelle 1)

Charakteristisch ist des weiteren ein sehr hoher Gehalt an Gerb- und Bitterstoffen, besonders in den Blättern der Pflanze. Darüber hinaus sind Schleimstoffe, Flavonoide und Cumarine zu nennen.

 

Die oben genannten Stoffe wirken adstringierend, krampflösend, schmerzstillend und hemmen Durchfälle sowie Menstruationsbeschwerden. Zu diesen Zwecken wird das Gänse-Fingerkraut in der Volksmedizin eingesetzt.

 

Vom Gänse-Fingerkraut können sowohl die jungen Blätter als auch die Wurzelknollen in der Küche verwendet werden. Bei der Ernte der Blätter sind aufgrund des hohen Gehaltes an Bitterstoffen immer die jungen Blättchen zu bevorzugen, welche noch milder schmecken. Von April bis Oktober sind diese reichlich zu finden. Gänse-Fingerkraut sollte aus diesem Grund auch nicht als alleiniger Bestandteil einer Mahlzeit verarbeitet werden. Besser ist es, Kombinationen mit anderen, vom Geschmack her mild-aromatischen, Wildpflanzen wie Brennnessel, Giersch und Vogelmiere zusammenzustellen, bei denen der Anteil der jungen Gänse-Fingerkrautblätter ¼ der Gesamtmenge nicht übersteigt.

Ab September bis in das darauf folgende Frühjahr hinein können auch die knollenartig verdickten Wurzeln geerntet werden. Diese schmecken im rohen Zustand nach Nüssen, gegart wird der Geschmack süßer.

 

Rezepte

 

Mischgemüse

Junge Blätter von: Gänse-Fingerkraut, Giersch, Vogelmiere und Brennnessel sammeln, waschen, Brennnessel überbrühen, alles klein schneiden. (Der Mengenanteil des Gänse-Fingerkrautes sollte 25% nicht übersteigen)

In einem Topf eine fein gewürfelte Zwiebel und Sonnenblumen- oder Pinienkerne in ßl andünsten, später mit Gemüsebrühe ablöschen und das Gänse-Fingerkraut, den Giersch und die Brennnessel hinzugeben, nach 5 Minuten Garzeit auch die Vogelmiere in den Topf geben. Nach Belieben mit Sahne und / oder Erdnusscreme verfeinern, mit Pfeffer, Muskat, Knoblauch und einer Prise Zucker abschmecken.

 

Anserinen-Kartoffel-Mus

Pellkartoffeln (mehlig kochende Sorte) zubereiten und zu einem Mus zerdrücken. Wer keine Zeit hat kann auch eine Packung Kartoffelbrei zubereiten. Junge Blätter des Gänse-Fingerkrautes (auch Anserine genannt) klein geschnitten in einer Pfanne mit glasig gedünsteten Zwiebelwürfeln, welche mit etwas Gemüsebrühe abgelöscht wurden garen. Auf kleiner Flamme 12 Minuten köcheln lassen, mit Salz, Pfeffer, Muskat, eventuell Curry und Knoblauch nach Belieben abschmecken. Dann das fertige Anserinen-Gemüse unter das Mus unterheben. Eventuell mit Sahne verfeinern. Bei diesem Gericht kann das Gänsefingerkraut pur verwendet werden, da durch den hohen Kartoffelanteil und besonders bei der Verwendung von Sahne, der bittere Geschmack des Krautes angenehm abgemildert wird und dem Gericht eine besondere Note verleiht. Das Verhältnis von Kartoffelmus zu Anserinengemüse am besten nach eigenem Geschmack wählen. Dieses Rezept eignet sich auch für andere Wildpflanzen wie Bärlauch, Giersch, Brennnessel, Löwenzahn, Vogelmiere, Rotem Wiesenklee und Weidenröschen.

 

 

Viel Freude in Natur und Küche!

Markus Strauß

 

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Bildquelle Wikipedia : MarkusHagenlocher


One Response to Schätze der Natur XXX : Gänsefingerkraut

  1. neolit sagt:

    Ich freu mich immer auf die nächste Ausgabe, aber zur Bestimmung der Pflanze währen noch mehr und detaillierte Fotos gut.

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