JPMorgan: Kommt der Kollaps?

crisis

JPMorgan Chase & Co. ist die größte an den Erträgen gemessen Bank der USA und weltweit. Kürzlich musste man einräumen, dass 2 Milliarden Dollar in Rauch aufgegangen sind und die Top Manager müssen nun ihre Stühle räumen. Soll es das schon gewesen sein, oder folgt erst noch die echte Bereinigung und damit der Kollaps? Eine besondere Rolle könnte hier noch der ßbernahme von Bear Sterns im März 2008 spielen, wo Unmengen an Derivaten den Besitzer gewechselt haben sollen. Mit 2,2 Billionen US $ Bilanzsumme ist die JPMorgan Chase & Co eine der 29 systemrelevanten Großbanken, was sehr wahrscheinlich zu mehr Leichtsinn verleitet hat.


Betrachtet man die Bilanzsumme, wirken 2 Milliarden Dollar natürlich zunächst wie ein Trinkgeld, jedoch darf man hier nicht vergessen, es sind 2000 Millionen. Auch der Umstand, dass es nur die Spitze des Eisbergs sein könnte, trägt nicht unbedingt zur Beruhigung bei. Hierzu einige Zeilen aus Wirtschaftsfacts:

Derivatebombe: JPMorgans $2-Milliarden-Verlust wohl erst die Spitze des Eisbergs

Nachdem die Bank am letzten Donnerstag wie aus dem Nichts einen Verlust von $2 Milliarden im Derivatehandel bekannt gab und die Ratingagentur S&P das Institut herabstufte, fragen sich Investoren, ob dies schon alles gewesen ist. Laut Ansicht von Dawn Kopecki sei das Eingeständnis von JPMorgan erst die Spitze des Eisbergs.
[…]
Laut der Versprechungen von US-Präsident Barack Obama sollte die Finanzmarktreform nach Dodd-Frank den großen Durchbruch in der Regulierung des amerikanischen Bankensystems bringen.
[…]
Verschiedene Lobbygruppen hatten im Jahr 2010 ganze Arbeit geleistet, indem sie es schafften, den so genannten Over-the-Counter (OTC) Derivatehandel von der neuen Gesetzgebung an den Finanzmärkten nahezu auszunehmen. Die hier umlaufenden Derivate, die kaum einer Transparenzpflicht unterliegen, belaufen sich je nach Quelle auf $650 Billionen bis zu $1 Trillionen.
[…]
Wie sich nun zeigt, ist das Institut jedoch auch in anderen Derivatesektoren äußerst anfällig. Dazu zählen vor allem Zinsderivate, Währungsderivate und Kreditderivate. JPMorgan-Chef Jamie Dimon steht aus diesem Grunde bereits seit langer Zeit in der Kritik, unter anderem durch die renommierte Finanzanalystin Janet Tavakoli oder Investorenlegende Jim Rogers.[1]

Auch die Washington Mutual wurde 2008 von JPMorgan geschluckt und der Deal mit Steuergeldern finanziert. Die Umstände dieser größten Bankenpleite und der ßbernahme durch JPM warf heftige Debatten auf und ob alles rechtmäßig verlief wird auch heute noch angezweifelt.

Zumindest werden nun einige der Topbanker, mindestens drei an der Zahl das Unternehmen verlassen, jedoch sicher nicht ohne einen entsprechend hohen Scheck in der Tasche. Hier kann man Alan Greenspan zitieren, der einmal sagte : Wenn eine Bank to big to fail ist, dann ist diese einfach to big. Hier einige Zeilen aus der FTD zu der Entlassung:

Milliardenverlust : Top-Banker von JP Morgan müssen gehen
Wie mit dem Vorgang vertraute Personen berichten, wird der Abgang von mindestens drei ranghohen Bankmanagern erwartet. Sie alle arbeiten im sogenannten Chief Investment Office der Bank in London. Die Sparte hatte mit ihren Finanzwetten binnen sechs Wochen rund 2 Mrd. Dollar verloren und damit die Reputation der größten US-Bank schwer beschädigt.
[…]
Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet unter Berufung auf eingeweihte Personen, dass möglicherweise das gesamte Londoner Büro, das Drew untersteht, vor der Entlassung steht. Dort arbeiten einige Dutzend Banker.[2]

Es ist nicht davon auszugehen, dass es bei diesen Verlusten bleibt, denn noch steckt JPM Informationen zu Folge, bis unter die Hutkrampe voll mit stark ausfallgefärdeten und toxischen Papieren. Einer Systemrelevanen Bank fällt es natürlich wesentlich leichter am Markt wilde Sau zu spielen, wenn die Verluste am Ende auf den Steuerzahler abgewälzt werden können. Hier hilft nur eine Zerschlagung und Verstaatlichung von derart gefährlichen Instituten.

Sollte bei JPM der Ball richtig ins Rollen kommen, dürfte Lehman 2.0 die Folge und obligatorisch sein. Die Märkte würden ein Beben der Stärke 9.0 erleben.

Carpe diem

[1] http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=16527
[2] http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:milliardenverlust-top-banker-von-jp-morgan-muessen-gehen/70036486.html


15 Responses to JPMorgan: Kommt der Kollaps?

  1. Manitou sagt:

    War es nicht J.P.Morgan höchst selbst der Nick Tesla Kredite verweigert hatte um seine Forschung an der Drahtlosen Energieübertragung zu unterbinden ? „…weil man daran keine Zähluhren anbringen kann“ …Systemrelevant, das sollte man so handhaben wie mit den Mittelständischen Unternehmen auch: Pleite = pech gehabt.
    Das Geldmonopol zurück an den Staat und schon gehts uns allen wieder gut.

    Manitou hat gesprochen.

  2. Frank H. sagt:

    Tja, the American Way Of Live and Freedom On Everything, do what you want to do, New York Stock Exchange – the big apple. Nur weiter so.
    Der Apfel der Versuchung fällt nicht weit vom Stamm sagt man.

  3. Frank H. sagt:

    Merkelwürdig: Staatlicher Anleihemarkt Spaniens gerade „zufällig“ mal wieder auf Rekordzinswucherkurs.
    Steckt JPM&Co dahinter? Wettet die strauchelnde Mega Bank auf Short gegen Spanien, um seine verlorenen Billionen Dollars wieder einzufahren?
    Hier und da noch ein Panikartikel und the show goes on.
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anleihen/anleihen-ausfallversicherung-fuer-spanien-auf-rekordhoch/6629512.html

  4. plissken sagt:

    Wenn jemand too big to fail ist dann die-egal wie hoch die tatsächlichen Schulden sind die US Regierung wird dafür geradestehen,es sei denn es gehört zum Spiel den Dollar bis Jahresende abzuwickeln.(die wundersame Abwertung durch eine Rating Agentur spricht dafür).
    Es könnte höchstens sein dass sie auf allen Ebenen übertrieben haben und ihnen jetzt alles um die Ohren fliegt inkl. der Edelmetallpreis Manipulation.

  5. mcelka sagt:

    Ich habe eine Frage zu unserem Finanzsystem:

    Ich verstehe, dass man durch die Zinsschöpfung nie so viel Geld zurückzahlen kann, wie man geliehen hat.

    Aber ensteht durch Produktion ( zb durch eine Berabeitung von Holz ( Kaufwert 5 Euro) ensteht ein Stuhl (Kaufwert 25 Euro)) ein Ausgleich von zu dem Geld, dass benötigt wird?

    Sprich, ,es muss gar nicht einer im System? verlieren, damit die Zinsen zurückbezahlt werden können, sondern es reicht einfach einen Mehrwert herzustellen ?

    danke im vorraus

  6. Aufgewachter sagt:

    Das Bankensterben ist also schon zu der Top29 vorgedrungen. Das Monopoly Spiel neigt sich also allmählich seinem Ende. Und was kommt dann?

    -Aufgewachter-

  7. Jens Blecker sagt:

    Ganz so trivial ist es leider nicht, Zinsen werden nicht mit Stühlen bezahlt sondern mit Geld und das ist eben trotz des Mehrwerts nicht mehr geworden.

  8. Frank H. sagt:

    Lustig und Grotesk zu Gleich:
    Die FED knöpft sich JP Morgan vor. In der Räuberhöhle herrscht also dicke Luft. *lol*
    http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:riesiger-handelsverlust-fed-knoepft-sich-jp-morgan-vor/70036987.html

  9. Aufgewachter sagt:

    Im Monopoly der „westlichen Wertegemeinschaft“ bleibt nur eine Bank übrig – die FED. Nur schade, daß die FED gar keine Bank ist. Weder staatlich, noch ne Reserve im Keller – folglich auch keine Bank.

    Der US Dollar hat nur noch 2,4% seiner Kaufkraft von 1968 !!!
    http://aufgewachter.wordpress.com/2012/05/14/die-luge-von-der-geldwertstabilitat/

  10. Frank H. sagt:

    Die US Bananenrepublik cool erklärt:

    Gerald Gelente erklärt Max Keiser die Bananenrepublik USA
    Max Keiser von RT hat Gerald Gelente in sein Studio eingeladen, um mit ihm über die poltische und gesellschaftliche Entwicklung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu reden.
    In den USA werden Menschen hinter Gitter gebracht, weil sie ein Coca Cola in einem Supermarkt geklaut haben. Die Menschen hingegen, die in der Finanzindustrie verantwortlich sind für den Verlust von zig Milliarden werden vom Staat auch noch gerettet. Das Missverhältnis könnte nicht grösser sein.

    Keiser tönte an, dass ein Vergleich zum stalinistischen Russland gezogen werden könne. Celente meint aber, dass es nicht genau das sei, sondern dass die USA eher mit Faschismus zu vergleichen seien. ß?Der Mix von Staatsmacht mit der Macht von Konzernen ist der Definition nach Faschismus. Und Faschismus kommt in allen Bereichen in die USA.“, so Celente.

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    Dass einzelne Banken Millionen an die New Yorker Polizei spenden, ist ein klares Zeichen dieses Faschismus. Die Polizei dient nicht mehr dem Volk sondern ihren wohltätigen Spendern. Wie kann es sein, dass die Polizei niemanden aus der Finanzindustrie verhaftet? Leute, die bei Goldman Sachs arbeiten werden vom Staat in Ruhe gelassen. Stattdessen werden die kleinen Ganoven auf der Strasse verhaftet.

    Als Celente noch klein war, wurde ihm beigebracht, dass die USA eine kapitalistische Gesselschaft sei. Du kannst aufsteigen oder untergehen, es ist Deine Entscheidung, niemand stützt dich dabei. Heute sind da feine Unterschiede zu erkennen. Wenn Du ein Mitglied des ß?White Shoes Club“ bist, dann gelten für Dich andere Regeln. Dann kannst Du pleite gehen und Väterchen Staat wird dann einfach das Geld der Steuerzahler stehlen und Dich retten. ß?Wir haben einen Namen dafür, wir nennen es Too-Big-to-Fail. Weil Du besser bist, als alle anderen, wird Dir nichts schlimmes zustoßen“, erklärt Celente.

    In der Zwischenzeit, ob in den USA, Spanien, Portugal, Irland, Italien, GB, Griechenland, rund um den Globus brauchen die Regierungen mehr Geld und nennen es ß?Sparmaßnahmen“. Die Leute werden auf jeder nur erdenklichen Ebene geschröpft. Seien es höhere Steuern, weniger Rente, weniger Sozialleistungen, weniger Pension, mehr Elektrizitätskosten, was auch immer. Es geht darum, dass die Regierungen mehr Geld brauchen, um ihre Freunde in der Finanzindustrie zu retten.

    Max Keiser erklärt, dass die Redefreiheit in den USA immer weiter eingeschränkt wird. Er sei neulich in einem Klub gewesen, wo ein Komiker auf der Bühne einige Witze gemacht hat. Doch zuvor musste er eine Art Disclaimer (Haftungsausschluß) runterleiern. ß?Die Witze, die heute gemacht werden, sind gegen Frauen, aber nicht gegen Frauen in diesem Publikum.“ Das Land werde immer trockener und humorloser, so Max Keiser. Die Leute in New York wimmern immer noch über den 11. September, obwohl das schon über 10 Jahre her ist. Es komme einem vor, als lebten die Menschen in einem Gulag.

    Das sei genau, das was bei uns geschieht. Neue Gesetze schränken die Freiheiten in diesem Land immer mehr ein. Sie nennen es Battlefield America. Schon Clinton hat nach dem Bombenanschlag in Ocklahoma City 1995 die Freiheit eingeschränkt. Später kam der Patriot Act und am Silverster Abend unterzeichnete Obama auch noch den National Defense Authorisation Act. Mit dem NDAA können Typen wie Celente, einfach ohne Verfahren und ohne Richter aus dem Verkehr gezogen werden, nur weil sie andere politische ßberzeugungen haben.

    1878 unterzeichneten die USA ein Gesetz, das dem Militär verbot sich bei irgend welchen polizeilichen Aktivitäten zu beteiligen. Doch heute kann das Militär sämtliche Polizeiaktivitäten übernehmen.

    Im Februar unterzeichnete Obama ein Gesetz, das ihm erlaubt aufgrund Terrordrohungen das Kriegsrecht auszurufen. Damit, so Celente, haben sich die USA in eine Bananenrepublik verwandelt.

    Das System in Europa kollabiert gerade. Die Depression in Spanien, Griechenland, Portugal, Italien und Irland wird nicht einfach so verschwinden. Obwohl zwar die EZB über eine Billion Euro als ultra günstige Darlehen vergeben hat, ist die Wirtschaft nicht angesprungen. Neueste Zahlen zeigen, dass das BIP-Wachstum in der Eurozone kleiner ausgefallen ist, als erwartet. Celente meint, dass all diese Maßnahmen ergriffen werden, da die Politiker bereits wüssten, dass das System kollabiert.

    Täglich gibt es Unruhen, hunderttausende Menschen demonstrieren in verschiedenen europäischen Städten. ß?Das ist ein Klassenkampf“, so Celente.
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=hxCckssOikw
    http://de.ibtimes.com/articles/25625/20120503/gerald-gelente-erkl-rt-max-keiser-die-bananenrepublik-usa.htm

  11. personanongrataincognito sagt:

    Verstaatlichung der Finanzinstitute? So wünschenswert es wäre, glaube ich nicht, dass es was wird. So günstig die Lage ist, es wird nicht gemacht. Die Ziele sind wohl etwas anders, als Du und ich annehmen. Mit einer Trillion $ Schuld ist der Joch perfekt, für Dich und für mich, für alle!

    Gruß

  12. personanongrataincognito sagt:

    Ich lass mich nicht ver-Apple-n!

    Gruß

  13. personanongrataincognito sagt:

    Wenn ich Dir helfen konnte, bin ich glücklich.

    https://www.youtube.com/watch?v=_h0ozLvUTb0

    Gruß

  14. personanongrataincognito sagt:

    Was kommt dann? Das Übliche: Geld Drucken, Inflation, Krieg. Was denn sonst?

    Gruß

  15. personanongrataincognito sagt:

    Ich bin der Meinung, die Klassen kommen erst, wenn Alle zu zwei werden. In den USa wird es früher kommen als bei uns. Die haben jetzt nämlich schon 47% Staatsschmarotzer. Wir noch nicht. Mal abwarten.

    Gruß

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