Spanien verhandelt über Riesenkredit, ne doch nicht!

Das übliche Katz- und Mausspiel hat begonnen und die Summen steigen in rasanter Geschwindigkeit, ähnlich wie wir es aus Irland oder Griechenland kennen. Dieses Mal jedoch reden wir über die „noch“ viertgrößte Volkswirtschaft der EU, Spanien. Die Telebörse meldet einen geheimen IWF-Hilfsplan für Spanien wo es zunächst um einen Kredit über 3 Jahre geht in Höhe von 300 Milliarden um kurz danach von Reuters wieder abgekanzelt zu werden, das sei alles nur Unsinn. Was aber ist nun dran an der Geschichte oder eben nicht? Spanien könnte durchaus das Zünglein an der Waage sein, wenn es um den Fortbestand des Euro geht.


Nun 300 Milliarden, klingt ja heute nicht mehr Viel, macht aber nach aktuellem Stand mehr als 1/4 des BIP aus und wie die Vergangenheit zeigte, ist das immer nur der Anfang. Spanien wird von seinen strukturellen Problemen erdrückt und die Arbeitslosigkeit erreicht erschreckende Ausmaße. Faule Kredite als Resultat der Immobilienblase, welche sich im Platzen begreift trägt zur weiteren Verschärfung bei.

Was Spanien selbst im Augenblick nicht brauchen kann, sind eben jene Gerüchte, es müsste unter den Rettungschirm, was noch vor wenigen Wochen vehement bestritten wurde. Mit einem Minimum an ökonomischen Verstand ist klar, Spanien wird nahezu den Jackpot knacken und danach folgen die Gefährlichsten Eurostaaten, Italien und Frankreich.

Es wirkt ein wenig, als würde absichtlich Brandbeschleuniger hinzugegeben, schließlich steht in Kürze die Ratifizierung des ESM an. Hier kurz ein Zitat aus der Telebörse zum angeblichen IWF-Plan:

Geheimer IWF-Hilfsplan für Spanien?Madrid fürchtet den Ausverkauf
Hinter den Kulissen arbeiten IWF-Experten angeblich bereits an einem Notfallplan für die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Von einem Kredit riesigen Ausmaßes ist die Rede.
[…]
Demnach könne ein über drei Jahre laufender Kredit bis zu 300 Mrd. Euro umfassen. Das wäre weit mehr, als den Krisenstaaten Griechenland, Irland und Portugal zusammen zur Verfügung gestellt wird.[1]

Das Dementi bei Reuters ließ nicht lange auf sich warten:

Spanien: Keine Beratungen mit IWF über Finanzhilfen
Spanien hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach das angeschlagene Euro-Land mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über Finanzhilfen verhandelt.

Dies sei „kompletter Unsinn“, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Donnerstag. Auch IWF-Chefin Christine Lagarde sagte, es liege kein Hilfsantrag von Spanien vor.[2]

Fazit: Hier greift der Grundsatz, „was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern“. Das Spanien nicht ohne erhebliche Kredite auskommen wird, dürfte ausser Frage stehen. Wenn es allerdings soweit ist, fragt kaum noch jemand nach, ob es vorher dementiert wurde. Dann interessiert nur noch die wahre Höhe, welche dann sukzessive in huntertmilliarden Schritten nach oben angepasst werden wird.

Carpe diem

[1] http://www.teleboerse.de/nachrichten/Madrid-fuerchtet-den-Ausverkauf-article6398071.html
[2] http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE85000Q20120601


5 Responses to Spanien verhandelt über Riesenkredit, ne doch nicht!

  1. plissken sagt:

    erinnert irgendwie an das hier vor einem halben Jahr

    http://immobilien-eu.blogspot.de/2011/11/euro-betrugiwf-sucht-600-milliarden-fur.html

    Da die Raubzüge des IWF verheerend für alle Länder ausfallen sollte jede Verhandlung mit ihnen geheim gehalten werden.Da Spanien im gegensatz zu Italien nicht über einen skrupellosen Rothschild-Lakaien an der Staatsspitze verfügt der jederzeit Kontakte zum IWF hat,ist Geheimhaltung schwer.
    Und diese Geheimhaltung muss zumind. solange sein bis die BRD finanziell entmündigt ist damit die Menschen,nicht nur in der BRD ,Sturm laufen.
    Dazu sind diese ßberbrückungsgelder notwendig.
    Zudem-Jeder Trottel würde merken,dass ,wenn man den gigantischen ESM Schirm schon am ersten Tag komplett leeren muss um Italien u Spanien zu retten,etwas ganz und gar nicht stimmt.Vor allem wenn man nach einem Jahr merkt dass alles nix gebracht hat so wie schon in Griechenland passiert.

  2. olf sagt:

    Man sieht, das neben Irland, Portugal, Griechenland…usw…nun auch Spanien die EU beschissen hat.

    Wäre das ganze Geld von vornherein an richtiger Stelle verwendet worden würde die EU jetzt blühen.

    Deutschland muß mit sofortiger Wirkung die EU verlassen.
    Das ist doch ein Faß ohne Boden.
    Selbst wenn wir weiter zahlen wird sich in den Ländern, die die Kredite für den Konsum, den Staatsapparat und die günstige Refinanzierung verwendet haben nichts ändern.

    Ich leg sogar noch eins oben drauf:
    Wenn wir die Eurozone verlassen dann besteht eine grosse Wahrscheinlichkeit das wir unser Geld nicht wiedersehen.
    Sicher, uns selbst im JETZT wirds nicht betreffen…aber unsere Kinder schon.

    Deshalb müssen wir zusäzlich zum Verlassen der Eurozone sämtliche Industrie aus dem EU Ausland wieder zuück nach Deutschland holen, die Grenzen dicht machen, Strafzölle erheben und generell protektionistische Maßnahmen ergreifen.

    Einige werden hier einwenden, das wir dann aufwerten müssten und der EXPORT zusammenbrechen würde.
    Am Anfang vielleicht aber dann:
    Die BRD ist im besitz der wichtigsten Schlüsselindustrien (CHEMIE, ENERGIE, MASCHINENBAU, MEDIZIN, MILLITßR, METALL)und die WELT ist auf diese Industrien angewiesen, egal wie hoch der Preis sein wird.
    Sicher einige Länder dürften die nächszen 2 Jahre weiterhin auf Augehöhe sein aber da Industrie ja ein fortschreitender Prozess ist wird sich das bald von selbst erledigen.
    Genug ist genug!
    DEUTSCHLAND raus aus der EUROZONE!

  3. multiman sagt:

    Aber,aber – man kann doch den Strippenziehern nicht einfach ihre Weltmachtpläne zerstören!? Warum wohl findet diese weltweite Schuldenorgie statt? Eben – um die weltweiten Schlüsselpositionen zu besitzen. Damit die Schafe das nicht peilen, finden die ßbernahmen aus vermeintlich unterschiedlichen Lagern statt, wie z. B. China, das man quasi über Nacht aus „Nächstenliebe“ mit Hochtechnologie versorgte und sich freiwillig das eigene wirtschaftliche Grab grub – logisch, oder? Die wundersam erstarkten Chinesen konkurrieren ihre „Gönner“ nieder und kaufen mit grüner Grätze Schlüsselpositionen. In wessen Eigentum mächtige chinesische Firmen tatsächlich sind, interessiert kaum jemand. Usw.
    Ihrem Volk dienende Politiker müssten im brutalen, globalen Wettbewerb (auf den sie sich ja immer berufen) solche Maßnahmen wie Du sie beschreibst ergreifen, um ihren Staat zu schützen. Warum tun sie das nicht?
    Ach so, Multikulti, wir sind Alle Eins usw.?
    Die Menschen sind mittlerweile so konditioniert, dass sie die globale Verelendung ersehnen.
    Würde Deutschland nur ansatzweise protektionistische Ansätze äußern, käme sofort die Vierte- Reich- Keule. Die wurde ja erst kürzlich von den Briten schon mal vorsorglich ausgepackt.
    Die Zeichen stehen wirklich nicht gut für uns Alle.

  4. Irmonen sagt:

    und wieder beginnt ein neues Spiel, nach Griechenland nun Spanien, oder Protugal, oder….

    man zieht die Spielfiguren hin und her, 300Milliarden ja – nein, mehr , weniger, bis man sich an alles resigniert gewöhnt hat, der Bürger dem ist es egal, noch immer höre ich nirgendwo im Umkreis Bedenken, Kritik, Entsetzen über die wahninnigen Vorgänge, die astronomisch hohen Zahlen, fast schon wie die Schubkarren mit Geld durch die Gegend schiebende Geldpolitik von Weimar vor der Nazidiktatur.
    Und ewig grüßt das Murmeltier…..

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