Wirtschaftsmatrix: Schulden und Kredite

Mausefalle Kredit

Schulden und Kredite sind das Lebenselixier des Kapitalismus, und dennoch können zuviel Schulden zu massiven wirtschaftlichen Verwerfungen in Form von Blasenbildungen führen wie z.B. die Immobilienblase in den USA oder in Spanien. Ebenso kann auch ein massiver Schuldenverzicht zu deflationären Entwicklungen und Massenarbeitslosigkeit führen. Ergo hängt es von der gesunden Dosis ab, damit die Wirtschaft im Gleichgewicht bleiben kann, aber so ein wirtschaftliches Gleichgewicht ist ein sehr theoretisches Modell, dass in der Praxis durch die Geldpolitik der Zentralbanken und durch Wirtschaftspolitik von Regierungen nie erreicht werden kann.(1) Es ist vergleichbar mit dem Wirtschaftsmodell des Sozialismus, wo mit einem Masterplan versucht wurde die Gesamtnachfrage der Unternehmen und private Haushalte für einen gewissen Zeitraum abzudecken. Dass das aber in der Praxis nicht umsetzbar war, hat man erst im Nachhinein herausgefunden als das System implodierte.

Auch die gesunde Dosis an Schulden und Kredite ist ein sehr abstrakter Begriff, der schwer zu definieren ist. Im Grunde ist jeder Geldschein, der im Umlauf ist ein Schuldschein und aufgrund der „Quantitative Easing“ Politik(Quantitativen Geldpolitik) der FED bzw. LTRO-Spritzen der EZB müsste die Schuldenpyramide noch viel weiter ansteigen, was in Folge als hohe Inflation erkennbar wäre. Ganz so einfach ist das leider nicht, was sich viele Gold- und Silberbugs wünschen würden, denn nur das Anwerfen der Notenpresse kann die Schuldendpyramide nicht weiter erhöhen. Geld muss wie schon in vielen vorhergehenden IKN-Artikeln von Cheffe beschrieben wurde, durch den Kreditkreislauf in die reale Wirtschaft fließen, damit die Inflation angeheizt werden kann.

Nichtsdestotrotz spüren wir die fatalen Auswirkungen dieser Zentralbankpolitik, weil Spekulation an den Assetmärkten die Preise einiger Produkte des täglichen Bedarfs massiv erhöht haben, wie z.B. Heizöl, Butter, Zucker und Kaffee. Es soll das Gefühl einer hohen Inflation suggeriert werden, so der Wunschgedanke von Mr. Bernanke. Ich teile diese Auffassung nicht, weil spekulatives Geld immer zu einer Blasenbildung an den Märkten führt, die dann zum Platzen kommt. Mr. Bernanke ist sich dessen sehr bewusst, und ich denke, dass er keine andere Wahl hat als diesen Weg zu gehen. Im Grunde sind aber Schulden deflationär. Um Schulden abzubauen muss gespart werden und Sparen bedeutet Horten von Geld, was die Nachfrage von Staat und Haushalte verringert und die Investitionsneigung gering hält. Die Folge ist, dass die Preise auf breiter Front fallen und zu einem Teufelskreislauf führen kann, aus der eine Volkswirtschaft sehr schwer herauskommt wie z.B. der Fall Japan einleuchtend aufzeigt. Wer jetzt denkt, dass durch Anwerfen der Druckerpresse eine hohe Inflation erzeugt wird, und deswegen alles auf Sachwerte anlegt, kann bald sein blaues Wunder erleben. Solange die jetzigen Schulden von Staaten, Banken und privaten Haushalten nicht abgetragen sind, kann der Kreditkreislauf um Geld in die reale Wirtschaft zu pumpen nicht in Gang gesetzt werden. Die Geschichte lehrt es uns, dass vor einer hohen Inflation immer eine Deflation einherging. Meistens waren auch Kriege ein Mittel um Schulden abzubauen und Inflation zu erzeugen. Zurzeit ist die Investition in Sachwerte wahrlich die einzige Anlagealternative, da nun mal das Geld der Zentralbanken Ihren Weg nicht die reale Wirtschaft durch Kredite finden, sondern als spekulative Liquidität in die Assetmärkte. Dieses Spiel von steigenden Assets kann eine Zeitlang noch funktionieren, solange aufkeimende Krisen beherrschbar bleiben. Wehe dem, wenn es nicht so ist, und die jetzige Eurokrise sich noch weiter massiv verschärft und der Euro-Niedergang nicht mehr aufzuhalten wäre. In diesem Fall könnten die Investoren nervös werden, und eine Verkaufslawine auch in den Aktienmärkten wäre die Folge. Noch ist es nicht soweit, aber das Thema Schulden und Deflation sollte einem als Investor immer im Hinterkopf bleiben.

 

Carpe Diem,

Erkan

 

Quelle: ß?Ohne Schulden läuft nichts: Warum Sparsamkeit nicht reicher, sondern ärmer machtß? Thomas Strobl


14 Responses to Wirtschaftsmatrix: Schulden und Kredite

  1. Yadahaddu Iriwadschi sagt:

    Falls Dir in letzter Zeit oder jetzt aufgefallen sein sollte, daß Deine Hausbank Dir einen Dispositionskredit zur Verfügung gestellt hatte und diesen teilweise massiv erhöht hat, Du diesen aber nicht brauchst und die Bank diesen trotzdem aufrecht erhält:

    Dann schreibe Deine Hausbank dokumentierfähig an, daß Du diesen Dispositionskredit nicht brauchst, weil Du Dein Konto nur im Guthaben führen und disponieren willst.

    Denn, denke immer daran, daß die Banken sich im Oktober 2009 durch neue AGB’s entweder im §14 oder 21 (je nach Bank) ein uneingeschränktes Pfandrecht auf Deine Vermögensteile eingeräumt hat. Unabhängig von Deinen Verbindlichkeiten darf die Bank seitdem Deine hinterlegten Vermögensteile pfänden.

    Denn, auch ein eingeräumter Dispositionskredit sind laut Bankgesetzgebung ß?Vermögensteileß? des Kontoinhabers. Ja Du liest hier richtig!

    Ein, Dispositionskredit sind für die Bank ß?pfändbare Guthabenß?, für Dich Schulden, auch wenn Du Dein Konto immer in Guthabebasis führst.

    So könnte sie auch im Zuge des ESM ab dem 01. Juli 2012 Dein Dispositionskredit mit einer Pfändung belegt werden und die Bank fordert diesen von Dir ein, bzw. zurück.

    Das Ganze Dilemma ist schon seit 2009 jedem bekannt (wurde jedem Kontobesitzer schriftlich mitgeteilt).

    http://hartgeld.com/Infos-DE.html

  2. wobi sagt:

    „So könnte sie auch im Zuge des ESM ab dem 01. Juli 2012 Dein Dispositionskredit mit einer Pfändung belegt werden und die Bank fordert diesen von Dir ein, bzw. zurück.“

    Woher weißt du, dass der ESM dann praktisch direkt auf die Sparguthaben durchgreifen darf? Ich dachte er fordert vom Staat Deutschland das Geld?

  3. Yadahaddu Iriwadschi sagt:

    Sollte der ESM eine Banklizenz bekommen ist das schon machbar.
    Oder der Staat macht es letztendlich wer ist wurst aber es ist so machbar.

  4. Berg sagt:

    EU will deutsche Einlagensicherung anzapfen
    München ß? Wird die deutsche Einlagensicherung zur Rettung der Kundengelder insolventer ausländischer Banken eingesetzt? Die EU-Kommission plant dies. Bankenvertreter reagieren entsetzt.

    Unter der ßberschrift ß?Mehr Schutz für Bankguthabenß? steht: ß?Die Idee dahinter ist, dass, wenn ein nationaler Garantieplan aufgebraucht ist, er sich von einem anderen nationalen Fonds etwas ausleihen kannß?. Wenn das Geld im eigenen Land nicht reicht, borgt man sich es eben von den solider wirtschaftenden Nachbarn.

    Keine schlechte Nachricht für Kunden spanischer Banken. Anlegern bei deutschen Geldhäusern dagegen dürfte sie den Schlaf rauben ß? und auch bei den Banken, die zum Großteil einen weit besseren Schutz bieten, als das in anderen EU-Ländern der Fall ist, stößt sie auf Widerspruch. Christian Brand, Präsident des Bundesverbands öffentlicher Banken Deutschlands (VßB) fürchtet eine ß?Plünderung unserer Fondsß?.

    Allerdings ist auch das beste Einlagensicherungssystem nicht unbegrenzt belastbar. Ein Ansturm der Sparer auf mehrere Banken, wie er in einigen europäischen Krisenländern nicht mehr auszuschließen ist, könnte eine europaweite Kettenreaktion von Zusammenbrüchen auslösen, der kein Sicherungssystem und auch keine staatliche Garantie mehr gewachsen wäre.

    http://www.merkur-online.de/nachrichten/wirtschaft/will-deutsche-einlagensicherung-anzapfen-2351923.html?cmp=defrss

  5. wobi sagt:

    Es ist ganz einfach, Bankguthaben aufs Minimum zurückfahren, dann kann es einem scheißegal sein. Dem Einlagensicherungsfonds traue ich eh nicht, ob mit oder ohne Unterstützung von ausländischen ähhh anderen Banken des Binnenmarktes der Eurozone.

  6. Berg sagt:

    jens hat die tage ja auch zum einlagensicherungsfonds und die damit verbundene lüge gepostet. der schwerpunkt vertrauen spielt eine nicht unerhebliche rolle und das, so kann man fast täglich feststellen, verschwindet fast schon stündlich.
    fazit: der weg zum crash ist nicht mehr aufzuhalten und beschlossene sache. dazu kommt fast zeitgleich der einmarsch in syrien und das weitere endszenario global. die lösung kennen wir alle ..nwo (priv. übersetzung negative west occupation).

  7. wobi sagt:

    Fast zeitgleich zu London 2012 eventuell?

  8. Berg sagt:

    wobi, wie kommst du auf london 2012 )

  9. Berg sagt:

    ich will noch ergänzen: ich bin davon überzeugt, dass es keinen hammerschlag crash geben wird. er wird schleichend stattfinden…wo bei die formulierung wird statt finden schon zeitlich falsch eingeordnet ist. er hat bereits begonnen, genauso wie der dritte weltkrieg und all die warnungen und unkenrufe der endzeit. wir gehen schleichend mit der politik der kleinen schritte über die klippe. heute der morgen der andere und so weiter. das beruhigt das volk und teilt es in seinen meinungen, ansichten und die damit verbundene unterstützung. wer den überblick verliert, dazu nehme ich mich teilweise nicht mehr aus, kann einfach nicht mehr zwischen gut und böse unterscheiden und bleibt in der lethargie gefangen. das zu kritisieren liegt mir auch immer weniger, weil ich großes verständnis dafür aufbringen kann. aber das ist auch nur begrenzt..da wo gestorben, gehungert und gelitten wird, geht mir sämtlicher respekt für die verursacher flöten. fazit das größte verbrechen an der menschheit ist schon eingeleitet…eine begrenzung scheint unmöglich. aber leute mal ehrlich..ist das ein totschlagargument ? ich denke nein, es muss uns anspornen das unmögliche möglich werden zu lassen und den mund aufzumachen wo es nur geht bzw. die tasten drücken. behaltet den spiegel im auge in den ihr jeden tag schauen müsst und seid dankbar wenn ihr ein gewissen in euch spürt. das treibt hoffnung und die erkenntnis an..der mensch ist für das unmögliche zu entwickeln konstruiert worden.

  10. wobi sagt:

    Ich weiß nich, rockefeller foundation hat da sowas erwähnt :mrgreen:

  11. wobi sagt:

    Selbst wenns mal schneller geht, kann man den Menschen viel erzählen und sie schlucken es. Es muss nicht immer laaangsam sein. Siehe Griechenland. Den Menschen geht es die letzten Monate immer dreckiger, nun werden schon Nahrungsmittel und Medikamente knapp. Trotzdem werden sicher nicht über 30% die Syriza wählen am Sonntag, weil man es immer wieder schafft, den Menschen ein noch größeres abstraktes ßbel vorzuhalten (Ausstieg aus Eurozone) und sie es schlucken.

    Wollen Menschen lieber jahrelang dahinsiechen anstatt mal 1-2 Jahre nachm Euroaustritt Flaute zu haben, aber dann in güldenere Jahre starten zu können?

  12. Frank H. sagt:

    Griechenland: Größte Supermarktkette alle Filialen geschlossen, sie flüchtet aus dem Land noch VOR dem Wahlsonntag!
    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Carrefour-verlaesst-Griechenland-article6513316.html

    Frankreich: Erste Ratingentur hat Bonität auf Ramsch gesenkt!
    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Frankreich-verliert-Ansehen-article6503121.html

    Ex EZB Chef Trichet stinke sauer auf Franzosen, sollen sich an Deutschland orientieren.
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/ex-ezb-praesident-trichet-redet-den-franzosen-ins-gewissen/6754826.html

    Italiens Regierung drischt nun ungeniert auf Deutschland ein:
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/euro-krise-italiens-wirtschaft-haelt-deutschland-seine-fehler-vor/6756070.html

    Herzlich willkommen im dritten Weltkrieg:
    Syriens Freunde haben fertig. Angriffswellen in Stellung gebracht. Syriens Armee hat sich positioniert. Russen in Daueralarmzustand. Bizarre ßbungen lassen Planungen für eine Luftbrücke erkennen.
    Militärübungen: Steilanflugübungen der Luftwaffe wie zu Afghanistans Zeiten. http://de.rian.ru/video/20120615/263804702.html

  13. Phoenix sagt:

    Der ganze Trubel um den ESM ist mir nunmal „etwas zu sehr zu kopf gestiegen“

    ja das mit der lethargie ist so ne sache wenn sie zu offensichtlich wird… die is brechbar… und das problem das nunmal jeder erkennt ist das kontrollieren der Monsterflut, und genau dabei muss dann sehr viel feingefühl im Spiel sein wenn das nicht böse ausgehen darf…

    Ich persönlich bekenne mich nicht schuldig… trage die verantwortung für meine meinung und wurde durch das system angestiftet !!!

    tja wär ich jetzt doppelt so alt wärs nunmal nicht besser ausgegangen schätze ich -.-

    und trotz der erniedrigenden Umstände darf sich keiner von irgendjemandem erniedrigen lassen… das ist mein offizieller appell fürs wochenende und ich geh ganz bestimmt nicht feiern -.-

    Ich war kein Desinformant, Wie gesagt der Spielball… leider-auch wenn sich das als immer blöder offenbart…

    Aber da müssen wir jetzt nach besten Kräften durch 😀 (ein unehrlicher smiley zum abschluss, damit mich jeder der es will sofort „enttarnt“ – ^^)

    Und für die letzten Zweifler sag ich: das Geld von der bank holen zählt auch zur spur des geldes sollte das jemand so auslegen wollen…

    Für knallharte Realisten:

    Von der einen Hexenjagd in die andere kann jetzt gern ein Ende haben … das Mittelalter ist für mich vorbei… macht das beste draus aber bloß keine neue version von http://www.amazon.de/Monty-Python-Das-Leben-Brian/dp/B00008POJ8 😀

    das war der letzte für euch und mich – ich brauch keine beweise mehr – Die Anklage wurde fallen gelassen 😀

    P.S. ehrliche Antworten dazu les ich

  14. Frank H. sagt:

    Heißer Sommer in der Eurozone: Chaos & Kapitalverkehrskontrollen

    Jeff Berwick, The Dollar Vigilante, 14.06.2012

    Es sieht ganz danach aus, als würde es in Europa nun zum nächsten heißen Sommer kommen. Bis auf weiteres sollten wir hier bei The Dollar Vigilante unser Logo ändern.

    Die aktuelle Liquiditätskrise im Süden der Eurozone greift immer weiter um sich. Seit geraumer Zeit laufen bei den griechischen und spanischen Banken bereits stille elektronische Bank-Runs. Und auch in Italien scheint die Lage angespannt.

    Und jetzt kommt auch noch ein weiterer Aspekt hinzu, der von den Medien unseres Wissens nicht aufgegriffen wird. Pierre J., ein TDV-Leser aus Frankreich, erklärte uns, dass die französischen Banken praktisch überall im Land die Bargeldabhebungen einschränken würden. Laut Pierre verlangen die Banken nun, dass man fünf Tage zuvor Bescheid gibt, wenn man EUR 2.000 abheben will.

    Pierre hat uns auch das nachfolgende Foto von der Caisse d´Epargne geschickt:

    http://www.propagandafront.de/wp-content/uploads/2012/06/French-bank-five-day-notice-for-2000-euro.jpg

    Vor einem Jahr hatten die Banken bereits erklärt, dass man Abhebungen von EUR 1.500 Euro zwei Tage vorher ankündigen muss. Jetzt fordern sie das Doppelte an Zeit, um ein paar Tausend Euros aufzutreiben.

    Laut Pierre gibt es einige Bankfilialen wie bei der Caisse d´Epargne, die nachmittags überhaupt keine Auszahlungen mehr durchführen. Andere wie BRED haben Abhebelimits von EUR 500, wie das folgende, gestern geschossene Foto zeigt:

    http://www.propagandafront.de/wp-content/uploads/2012/06/BRED-500-euros-maximum.jpg

    Ferner sagte Pierre, dass die Lage in Frankreich bereits seit einigen Monaten ziemlich schlecht ist. Vor vier Monaten ging ein Vorgesetzter von ihm zu SocGen im 8. Pariser Distrikt, um EUR 1.000 abzuheben, woraufhin er dann mit der Frage gegängelt wurde, wofür er dieses Geld denn brauchen würde.

    Laut Pierre wird die ganze Thematik von der französischen Mainstream-Propaganda totgeschwiegen.

    Uns erreichte auch die Zuschrift eines anderen TDV-Abonnenten. Shaun G., der gerade in Frankreich seinen Sommerurlaub verbringt, schrieb uns gestern:

    ß?Ich habe gestern den Zug von Paris nach Versailles genommen, und er war voll mit französischen Militärs, die schwere Maschinengewehre dabei hatten. Die Einheimischen sagten auf Französisch, dass ´das nicht normal ist`.ß?

    Heute meldete er sich noch einmal aus Frankreich zurück:

    ß?Gestern gab es noch mehr Typen mit Sturmgewehren in Gare de Lyon [Bahnhof in Paris], und noch mehr schockiert dreinblickende Franzosen. Zwei Tage, und an beiden Tagen eine Vielzahl an bedrohlich aussehenden Waffen. Sollte es diesen Sommer zu Unruhen kommen, dann, so scheint es, geht die Regierung davon aus, dass sie in Paris stattfinden werden. Es scheint, als hätte die Regierung Angst. Das dürfte ein interessanter Sommer werden.ß?

    In den Massenmedien konnten wir hierzu nichts finden, was uns aber nicht weiter wundert.

    Kapitalverkehrs- und Reisekontrollen

    Die Irish Times meldete am 12.06.2012:

    ß?Die europäischen Finanzbeamten haben über Abhebebeschränkungen an Geldautomaten, die Durchführung von Grenzkontrollen und die Implementierung von Kapitalkontrollen in der Eurozone diskutiert, sollte es zum schlimmstmöglichen Szenario kommen und Athen sich entschließen, den Euro zu verlassen.ß?

    Die Abhebebeschränkungen an den Geldautomaten sind im Süden Europas ja bereits eine vollendete Tatsache. Die Regierungen haben unmissverständlich zu erkennen gegeben, dass sie bereit sind, unschuldige Menschen aufzugreifen, die sich im Netz des nächsten staatlich verursachten Zusammenbruchs verheddern ß? und Kapital- wie auch Reisekontrollen durchführen würden.

    Es gibt sogar einen Devisenhändler, der aufgrund der am 17.06.2012 stattfindenden griechischen Wahlen garnicht erst aufmacht. OANDA fxTrade erklärte in einer Stellungahme:

    ß?Aufgrund der extremen Volatilität, die wie einige Marktanalysten vorhersagen in den kommenden Tagen zum Tragen kommen könnte, wird OANDA fxTrade am Sonntag d. 17.06.2012 von 6:00 Uhr bis ungefähr 15:00 Uhr keinerlei Handelsaktivitäten akzeptierten. Wir gehen davon aus, dass ein bedeutendes Marktereignis während der Stunden, wo die Märkte geschlossen sind, ein potentielles Trading-Risiko darstellt, weshalb wir diese seltene Maßnahme ergriffen haben, um unsere Händler vor exzessiven Kursschwankungen zu schützen.ß?

    Es könnte durchaus sein, dass sich die Lage nach den griechischen Wahlen am 17.06.2012 wieder beruhigen wird. Gegenwärtig scheint keine der großen griechischen Parteien daran interessiert zu sein, die Zahlungsunfähigkeit auszurufen und aus der Eurozone auszusteigen.

    Stattdessen dürfte es am Ende wohl irgendeine Art von Rettungspaket geben. Das ist fast immer der Fall, wenn die Politiker mit den folgenden zwei Entscheidungen konfrontiert werden:

    A) Die Erklärung der Zahlungsunfähigkeit auf Schulden: In einem eingeschränkten, unfreien Markt rutschen die faschistischen Banken dann in die Pleite ab, während die Mehrheit der Bevölkerung im Rahmen dieses Prozesses ihre Ersparnisse verliert. Dies führt zu Chaos auf den Straßen und die Menschen fordern, dass Köpfe rollen.

    B) Geld drucken, um eine Rettung durchzuführen oder selbst gerettet zu werden: Auf diese Art lässt sich der ganze Müll noch ein wenig länger aufrecht erhalten ß? alles in der Hoffnung, dass sich der hyperinflationäre Kollaps solange verhindern lässt, bis die aktuellen Politiker und Banker bereits lange aus dem Amt sind und die Schuld jemand anderem in die Schuhe geschoben werden kann.

    Die Politiker werden sich immer für Option B entscheiden. Das Problem ist nur, dass Griechenland dieses Mal nicht in der Lage ist, sein eigenes Geld zu drucken ß? aber die Anreize für die Akteure sind nach wie vor dieselben.

    Eine Pleite Griechenlands würde zu einer Pleite Spaniens und diese wiederum zu einer Pleite Italiens führen usw. Dies hätte zur Folge, dass die unter Punkt B aufgeführten Aspekte auf einmal überall gleichzeitig stattfänden.

    Es geht also darum, Zeit zu schinden. Der griesgrämige und lächerliche Keynes sagte diesbezüglich: ß?auf lange Sicht sind wir alle tot.ß?

    Ein ungleich intelligenterer Mensch, Ludwig von Mises, hatte hierzu jedoch etwas Passenderes zu sagen:

    ß?Die Bewertung einer Geldeinheit hängt nicht mit dem Reichtum eines Landes zusammen, sondern mit der Beziehung zwischen der Menge des Geldes und der Nachfrage nach diesem Geld. Somit kann selbst das reichste Land eine schlechte Währung haben und das ärmste eine gute.ß?

    Mehr Rettungen bedeuten mehr Währung. Und eine erhöhte Geldversorgung bedeutet, dass das Geld weniger wert sein wird ß? und genau das dürfte wohl auch der Weg sein, den der Euro beschreiten wird, bis er am Ende seinen inhärenten Wert erreicht hat.

    Chaos

    Angesichts der Tatsache, dass gegenwärtig derart viele Variablen im Spiel sind, kann und wird natürlich allesmögliche passieren. Daher ist es auch vernünftig, das zu tun, was wir bei TDV bereits getan haben ß? nämlich vornehmlich in harte Vermögenswerte zu investieren, diese durch geopolitische Diversifizierung vor dem politischen Diebstahlrisiko zu schützen und darauf zu achten, dass die eigenen Vermögenswerte ß?das Ende des Geldsystems, so wie wir es heute kennenß?, möglichst unbeschadet überstehen.

    ßberdies würden wir davon abraten, die nächsten paar Jahre in einer der großen europäischen oder US-amerikanischen Städte zu leben, sofern dies möglich ist.

    All jene, die sich zurzeit nicht in Europa aufhalten, sollten aufmerksam mitverfolgen, wie die Sache dort ausgeht. Abhebebeschränkungen an Geldautomaten, Bankenfeiertage, Kapitalkontrollen oder gar Reisebeschränkungen werden bald auch in den USA und anderen westlichen Ländern zu beobachten sein. Es ist daher ratsam, die Entwicklung in Europa als Gelegenheit aufzufassen, dazuzulernen und sich auf diese Unvermeidlichkeit entsprechend vorzubereiten.

    Wie heißt es seitens der Etatisten immer so schön: Eine Welt ohne Herrscher mit Gewaltmonopol wäre eine Welt des Chaos. Und während ein bedeutender Teil Europas in den kommenden Jahren niederbrennen wird, sollten wir immer daran denken, dass der Staat für diese Entwicklung die Verantwortung trägt.

    http://www.propagandafront.de/1116960/heiser-sommer-in-der-eurozone-chaos-kapitalverkehrskontrollen.html

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