Rettungspaket: Spaniens schleichender Verfall

crisis

Spanien leidet an einem unheilbaren Strukturproblem und nach den massiven Problemen im Sparkassensektor, wurde ein Stresstest der 14 wichtigsten Banken angeordnet. Diese 14 Banken sollen 90 % des Bankenmarktes in Spanien repräsentieren. Insider gehen bereits jetzt von einem tiefen Griff in die Rettungskasse aus, was jedoch nur Zeit bringt und die Probleme selbst kaum berührt. Die angeschlagene Sparkasse Bankia war kürzlich das letzte prominente Beispiel, wo der Staat mit mehr als vier Milliarden Euro in die Bresche springen musste, welche er nicht hatte.


Am 28. September soll laut spanischen Regierungskreisen die Ergebnisse aus dem Stresstest veröffentlicht werden und der Kapitalbedarf beziffert. Sollten die Daten halbwegs korrekt sein, wird sich ein Problem im dreistelligen Milliardenbereich auftun.

Die Zeiten eines ungezügelten Immobilienbooms sind vorbei und die Preise kollabieren in Rekordtempo. Nach einem Minus von 12,5 % im ersten Quartal, waren es im zweiten bereits 14,4 % zum Vorjahreszeitraum, wie bei Reuters zu lesen ist. An dieser Stelle ein Chart von Querschuesse.de der die Abwärtstendenz bildlich sehr gut darstellt:

Dieser Sektor ist nach wie vor massiv überhitzt und das Ende der Talfahrt mit bloßem Auge noch nicht zu erkennen. Die spanische Regierung spart das Land in die wirkliche Krise weiter hinein, was sich sehr stark im kulturellen und öffentlichen Sektor zeigt. Selbst in Kommunen wird mittlerweile die Sparschraube auf Anschlag gedreht, die Arbeitslosenquoten besonders im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit sprengen jede Vorstellungskraft. Mit 24,6 % und bei der Jugend unter 24 sogar von über 53 % ein trauriger zweiter Platz weltweit.

ßffentliche Proteste in Spanien nehmen zu und der Unmut gegenüber den Sparprogrammen wächst. Auch wenn die Regierung die Banken gebeten hat, Schuldner nicht direkt auf die Straße zu setzen bei Zahlungsunfähigkeit, werden dort Immobilien zum Teil 70 % unter Preis wie Sauerbier angeboten, meldet zum Beispiel die Welt. Laut deren Aussage wurden spanische Banken bisher mit ca. 100 Milliarden Euro von der EU gestützt. Was jedoch über Swaps und andere Tricks noch vernebelt wird, ist an dieser Stelle ohne Insiderwissen nur sehr schwer abzuschätzen.

Bereits im Juni hatten spanische Staatsanleihen die magische Marke von 7% durchschlagen haben sich bis jetzt jedoch bis kurz unter die 5% Marke erholt. Nach der Ankündigung von Mario Draghi über das neue Anleihenprogramm ß?Outright monetary transactionsß? realistisch gesehen wertlose Anleihen zu kaufen, ist auch Spanien jetzt natürlich ein relativ sicherer Zock auf Kosten der Steuerzahler. Ein Traum für das Kasino der Finanzindustrie. Per Steuergeldern gesicherte Rendite von ca 5%, in Zeiten wie diesen ist förmlich ein Garten Eden. An dieser Stelle muss ganz deutlich darauf hingewiesen werden, am Ende dieser Futterkette steht der Steuerzahler für die Verbindlichkeiten ein. Ein Ponzimodell, was in der Geschichte und dieser Dimension bisher einmalig ist.

Zu weiteren Taschenspielertricks der spanischen Geldinstitute schrieb ich bereits in meinem Artikel „Krise in Spanien : Wie lange bleibt der Stier auf den Beinen?“ Gott sei Dank verstehen die Menschen nicht, was sich hinter Bad Banks, EFSM, EFSF, ESM, LTRO, Target2 und anderen Dingen verbirgt, denn sonst würde sehr wahrscheinlich das blanke Chaos ausbrechen.

Doch nun zurück zum 28. September wo dann auch für Spanien etwas genauer beziffert werden wird, in welche Richtung die Reise geht. Das dort dann die tatsächlichen Defizite auf den Tisch gelegt werden, ist eher unwahrscheinlich. Streng nach der Salamitaktik dürfte es scheibchenweise kommen. Selbst dort, werden es sehr wahrscheinlich wie oben im Artikel erwähnt bereits dreistellige Milliardenbeträge sein.

Nachhaltige Erschütterungen sind eigentlich nicht zu erwarten, da es an den Märkten bereits lange bekannt ist, wo sich Spanien befindet. Wieviel Schwung die Abwärtsdynamik noch zunehmen kann, bevor die Bevölkerung richtig auf die Barrikaden geht, ist schwer abschätzbar, allerdings ist der Kessel bereits ordentlich am Kochen.

Carpe diem


8 Responses to Rettungspaket: Spaniens schleichender Verfall

  1. Blubb sagt:

    In Spanien haben wir vor allem das Problem, der hohen Eigentumsquote, die das jetzige Problem der Abwertung noch verschärft. Dazu kommt, dass ein Großteil der Immobilien von geringer Qualität ist, sodass für ausländische Investoren kein Anreiz herrscht, die Immobilien zu kaufen, vor allem, wo absehbar ist, dass die Preise weiter sinken werden. Sieht ein bisschen wie ein Abwärtsstrudel mit großem schwarzen Loch am Ende aus.

  2. cheffe dann weisst du doch auch was demnächst die ezb aufkaufen wird: „Notleidende Hypothekenkredite aus Spanien“ und das wird dann so einen netten namen bekommen wie

    ERE..european real estate rettungsschirm

  3. Berg sagt:

    ich frage mich derzeit dauerhaft schon ob meine wahrnehmung subjektiv durch propaganda und horror eingeschüchtert ist oder es wirklich stimmt, dass die ganze welt an den verschiedensten orten anfängt zu brennen.

    china-japan
    islamische welt- usa
    europa-usa wirtschaftskrieg
    syrien iran – israel
    sudan-usa
    etc. ect.

    das ganze scheint in einen großen globalen krieg zu münden ?

    was meint ihr/du jens ?

  4. Schwarzblut sagt:

    War doch ab zu sehen und für das derzeitige System Lebensnotwendig.

    Krieg = Menschenleben = aktiv gegen “ ßberbevölkerung “ ( was ein Unwort! )
    Krieg = Massenproduktion von Kriegsgütern = ankurblung von Stahl, Kohle und Energiewirtschaft + Massenahft Arbeitsplätze
    Krieg = Massenhaft neue Schulden + gleichzeitige toale Abwertung von Wärungen = nichts anderes als “ legale “ zwangsenteignung
    Krieg = görßte Lebensgarantie neben Schulden für das derzeitige System
    Krieg = größter Schwachsinn aller Zeiten!

    Natürlich wird man dem Krieg nach dem Krieg wieder als was tolles verkaufen wollen, da ja wie im jeden Krieg, mal wieder tolle technologische “ Weiterentwicklungen “ entstanden sind die es ohne Krieg wohl nicht gegeben hätte ( Facepalm )…

  5. tom sagt:

    … w e r soll das aufhalten ? – Die große Masse der Menschen (speziell in der westlichen Hemisphäre) ist (medial) sediert und verblödet.

    … wird dann sicher spannend bei großflächigen „Blackouts“. – Wer und was kühlt dann die tollen Atommeiler, von denen weltweit genug „rummstehen“.

    … das Sterben wird dann etwas schneller vonstatten gehen, da meine Generation (BJ 1970) und auch der Großteil der jungen Leute, heute arg verweichlicht sind …

    … natürlich kann alles ganz anderst kommen. – Der liebe Gott kehrt zurück und greift uns unter die Arme, oder ein globaler Sinneswandel noch in 2012, Herr Käse, sorry Keshe, bringt uns allen freie Energie und dazu Gratis-Marihuana, vielleicht erlösen uns auch die Reichsdeutschen mit ihren Flugscheiben, oder ein riesiger Komet trifft diesen Planeten, – wer weiss …

  6. Frank H. sagt:

    Spaniens Märkte: Statt wertvoller Orangen und edlen Oliven sind halt billige Zitronen und drittklassige Limonen im Angebot.

    Spaniens regierung befindet sich wie Griechenland und Portugal gegenüber der Bevölkerung im freien Fall.

    Dabei sahnen die Hedgefonds und Banken mega ab.

    Wenn man wissen will, warum der erste und zweite Weltkrieg stattfand, dann muss man nur das Jetzt korrekt ananlysieren.

    Und nun Bitte aufmerksam durchlesen, ich teile nicht alle Ansichten, möchte aber nicht bewerten:
    http://www.leap2020.eu/GEAB-N-67-is-angekommen-Okt-2012-Die-Weltwirtschaft-wird-von-einem-Schwarzen-Loch-geschluckt-und-die-internationalen_a12220.html

  7. Schwarzblut sagt:

    Erstmal kurz überflogen, dabei scheint es sich hauptsächlich um die USA zu drehen..ich würde sagen die USA stürzen mit EU gemeisnam ab…ist nur die Frage wer vor dem anderen aufschlägt und somit den Aufschlag des anderen etwas amdämpft…und da würd ich sogar sagen, das die EU zuerst aufschlägt

  8. Frank H. sagt:

    High Schwarzblut.
    In seiner Analyse 68 und 69 wird er möglicherweise genau auf deine Fragen eingehen.
    Kritik an Leap2020. Er ist stark „romanisch“ geprägt (frankophil).
    Odre anders gesagt, er geht davon aus das der Süden den Norden sozial in die knie zwingt und dann Europa umbaut.
    Auch er ist letztlich Geldhörig.
    Bis dann.

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