Libanon: Zedernrevolution reloaded

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Der Libanon ist seit langem durch Bürgerkriege und Chaos gebeutelt. Die zur Levante – also dem Morgenland gehörende Nation – findet keine Ruhe und wurde mehr als einmal benutzt, um Interessen im nahen Osten zu stützen. Der Anschlag auf den Geheimdienstchef Wissam al Hassan weckt Erinnerungen an das Jahr 2005, dort wurde am 14. Februar 2005 der libanesischen Ex-Ministerpräsidenten und Unternehmer Rafiq al-Hariri von einer Autobombe getötet. Sehr schnell wurde damals Syrien als Aggressor und Täter identifiziert. Haftbefehle gab es 2011 für 4 Mitglieder der Hisbollah.


Immer wenn eine Revolution so nette Namen wie Orange Revolution, Jasmin Revolution oder ähnliche Akronyme verwenden, handelt es sich um die allseits bekannten Farbenrevolutionen. Zu diesen heißt es bei Wikipedia:

Die Akteure der Farbrevolutionen sind jung, sprechen meist ausgezeichnetes Englisch und haben in westlichen Staaten studiert.[1] Ihre Aktionen zivilen Ungehorsams wurden mit modernen Marketing-Methoden und Kommunikationsmitteln durchgeführt.
[…]
Eine Reihe von investigativen Journalisten und Publizisten wie Ian Traymor, F. William Engdahl und Udo Ulfkotte weisen seit den 2000er-Jahren eine ideelle, materielle und logistische Unterstützung der Farbenrevolutionen durch US-Behörden, US-Sicherheitsdienste und US-finanzierte NGOs nach. Ebenso berichtete eine zweiteilige Reportage der deutschen Wochenzeitschrift Spiegel im November 2005 über eine massive Förderung jeweils einheimischer Aktivistengruppen durch US-amerikanische Behörden und Institutionen.
[…]
Finanzielle Mittel für die Bezahlung von Trainern und Kampagnenmanagern der Farbrevolutionen flossen bisher vor allem aus den USA und Westeuropa. Einer der bekanntesten Trainer ist Robert Helvey, ein früherer Mitarbeiter des US-Militärgeheimdienstes DIA. Die US-Stiftungen Freedom House und National Endowment for Democracy (NED) sowie die private Stiftung Open Society Institute von George Soros stellten mehrere Millionen US-Dollar zur Verfügung. Das Treffen in Tirana im Juni 2005 wurde vom Balkan Trust for Democracy, von der EU-finanzierten Balkan Children & Youth Foundation und der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung finanziert. Ein Artikel in der New York Times im April 2011 bestätigte die systematische Ausbildung von Jugendlichen durch US-Institutionen.[1]

Der Libanon stellt eine wichtige strategische Position dar, sollte Krieg im Nahen Osten ausbrechen. Israel betonte nicht nur einmal, dass man einen Raketenhagel befürchtet. Hierzu ist ein Artikel aus dem Freitag zu empfehlen : Israel vor dem Krieg: Hisbollah ausschalten!

Für Außenstehende ist die Situation im Nahen Osten nur noch sehr schwer nachvollziehbar, zu mannigfaltig sind all die Variablen. Sunniten, Schiiten, Christen, Moslems, Militärregierungen, Diktaturen, Regimes und wer mit wem?

An dieser Stelle ist aber zumindest angebracht sich zu fragen, was um Himmels Willen hätte die Assadregierung zu diesem Zeitpunkt zu einer solchen Wahnsinnstat treiben sollen? Die Regierung im Libanon ist Syrien wohlgesonnen und was solche Anschläge nach sich ziehen, konnte man ja bereits 2005 verfolgen. Interessant ist die Tatsache, dass Jahrelang Syrien für den Anschlag auf Rafiq al-Hariri verantwortlich gemacht wurde, und ohne ordentliche Beweisaufnahme der Tatort schnellstens bereinigt wurde. Bei 20min.ch gibt es dazu folgendes zu lesen:

Massive Demonstrationen («Zedernrevolution») führen zum Rücktritt der pro-syrischen Regierung. Syrien zieht im April seine Truppen nach 29 Jahren aus dem Libanon ab. Eine anti-syrische Allianz gelangt unter Premierminister Fouad Siniora an die Macht.[2]

Im Artikel der World Socialist Web Site aus 2005 Mossad, CIA und der Libanon – Der Mord an Rafiq Hariri : Wem nutzt es? werden einige Hintergründe beleuchtet. Man könnte hier einfach den Namen des Opfers austauschen und er wäre wieder Top-aktuell. Besonders die USA machen sich auch nicht die Mühe neue Geschichten zu erfinden, haben doch die Serien der Irak-Kriege etc. bewiesen, man kann die Anschuldigungen immer wiederholen, das Gedächtnis der Menschen ist schlecht genug.

Fazit : Die ganze Geschichte hat ein deutliches Geschmäckle. Die Befürchtungen, Libanon könnte im Bürgerkrieg und Chaos versinken kommen nicht von Irgendwo. Den Bestrebungen der Westmächte spielt diese Destabilisierung natürlich in die Hände. Man sollte nicht aus den Augen verlieren, wie das Chaos in all den „befreiten Nationen“ wie Afghanistan, dem Irak oder auch Ägypten um sich greift, nachdem der „Arabische Frühling“ angezettelt wurde und der Westen dort seine Finger im Spiel hatte. Aus logischer Sicht macht eine Beteiligung der Syrischen Regierung keinerlei Sinn, denn man hatte nur etwas zu verlieren. Eine weitere nahezu sichere Front aufzubauen, in der momentanen Situation dient nur Anderen, nicht aber Syrien. Man sollte nicht den gleichen Lügen glauben schenken, die bereits vor 7 Jahren benutzt wurden.

Carpe diem

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Farbrevolutionen
[2] http://www.20min.ch/interaktiv/libanon/index.html

zum Thema:


3 Responses to Libanon: Zedernrevolution reloaded

  1. Frank H. sagt:

    Also meine Meinung dazu.

    Ob nun angezettelte Farben oder Blumenrevolten pro oder contra Wirtschaftssysteme.
    Auffällig ist letztlich, daß der Westen NATO wie der Osten SOC die gleichen Ziele verfolgen, nur mit anderen Methoden dabei vorgehen wollen.
    Auf der Strecke bleiben diejenigen die beides NICHT wollen.

    Schlußendlich wird dieser Streit um den Endsieg der globalen Weltherrschaft entweder in einem großen Krieg explodieren oder in einem gigantischen Vakuum implodieren.

    Danach entsteht etwas völlig Neues, etwas was bisher noch nicht da war.

    Kann sein, dass wir dann nicht mehr hier sein werden, aber Geburtshelfer sind die hier anwesenden allemal gewesen.

  2. Frank H. sagt:

    A Kingdom Of Oil – James Horner – Black Gold
    http://www.youtube.com/watch?v=FjvtAGiKggs

  3. Frank H. sagt:

    Einige Filmsequenzen aus dem Film. Einfach klasse. Past zum nahen Osten, spielt ja auch dort.
    http://www.youtube.com/watch?v=W15GuXYee6k&feature=related

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