Harakiri: Rekordzinsen bei spanischen Banken

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In Spanien stellt sich aktuell ein ähnliches Phänomen ein, wie zu Beginn der Krise. Zinsen für Geldeinlagen schießen wie von Geisterhand getrieben in die Höhe, nur dieses mal noch viel höher. Bevor die Krise so richtig begann und seinerzeit Lehman Brothers den Stein richtig ins Rollen brachte, boten Banken wie zum Beispiel Cortal Consors immer mehr Zinsen auf Tagesgeld. Da Banken mit ausreichend Eigenkapital kaum dazu gezwungen gewesen wären, war dieses ein untrügliches Zeichen für eine extrem schwache Eigenkapitalbasis. Für etliche spanischen Banken stehen die Zeichen auf Sturm, Zinsen von bis zu 8% zeugen von einem drohenden Harakiri.


Banken besitzen das Monopol zur Schöpfung von Giralgeld aus der Luft. In Europa reicht seit Anfang 2012 eine Eigenkapitalhinterlegung (Mindestreserve) von 1 % um wie Harry Potter das Zahlenrad zu drehen und Geld per Buchungseintrag zu schöpfen. Die nötigen Zutaten stellte die EZB bereitwillig zur Verfügung, via LTRO immerhin fast 1 Billion Euro.

Spaniens Situation ist brenzlig und die Schaffung einer Bad Bank zur Palliativen Sterbebegleitung ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wie bereits 2008 in ganz Europa, ist der Interbankenverkehr in Spanien zum Erliegen gekommen und alle „nicht systemrelevanten“ Institute kämpfen um das nackte Überleben. Bei den aktuellen Zinssätzen, steht ein großes Bankensterben in Spanien bevor, das ist zumindest mehr als wahrscheinlich.

Hierzu aus der welt:

Riskante Strategie : Spaniens Banken bieten astronomische Sparzinsen
Weil sie vom Kapitalmarkt teilweise abgeschnitten sind, sind die spanischen Banken mehr denn je auf die Spareinlagen ihrer Kunden angewiesen. Und die locken sie mit selbst-zerstörerischer Strategie.
[…]
Mit Zinsen von bis zu acht Prozent locken die teilweise vom Kapitalmarkt abgeschnittenen Institute neue Kunden, um sich dringend benötigte Mittel zu sichern.
[…]
„Das ist eine selbst-zerstörerische Strategie“, sagt ein Bankenanalyst in Madrid. „Die Margen werden kollabieren ? die Banken machen das aus Verzweiflung.“[1]

Fazit: Der Patient Spanien ist nun auch im Stadium der Palliativmedizin angekommen, der Fokus dürfte in Kürze dann auf Italien und Frankreich liegen. Das hier nichts mehr zu retten ist in Europa, ist dem aufmerksamen Beobachter klar. Frankreich wird die letzte Schraube in den Sarg drehen, nur der Zeitpunkt ist noch offen. Solange das Lügenkarussell gedreht wird und die Musik spielt, wird auch getanzt.

Carpe diem

[1] http://www.welt.de/finanzen/article110474930/Spaniens-Banken-bieten-astronomische-Sparzinsen.html

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