China akkumuliert Drittel der Weltgoldförderung 2012

Goldbarren Gold Barren

Längst sind die Zeiten vorbei, wo China nur im Markt der Gummi-Enten mitgemischt hat, mittlerweile ist das Land der Mitte, der Globalplayer in fast allen Märkten. Zum Leidwesen der westlichen Wirtschaftsmächte und der Spekulanten jedoch, ist China sehr sparsam mit seiner Informationspolitik und so ist der letzte bekannte Stand der Goldreserven noch mit 1054 Tonnen aus dem Jahr 2009 angegeben. Aktuelle Zahlen könnten den Goldpreis in Kürze ordentlich durchschütteln und im Zusammenhang mit der Überprüfung der deutschen Goldreserven wäre das Motto „The Sky is the Limit“.


China ist nach aktuellen Statistiken nicht nur der größte Goldförderer der Welt mit knapp 355 Tonnen (2011) sondern hat nach Informationen der üblicherweise gut informierten Webseite Zerohedge.com, 2012 auch einen zusätzlichen Import von 582 Tonnen aus Hongkong zu verbuchen.

Bildquelle : zerohedge.com

Der Goldreporter schreibt dazu:

Gegenüber dem Vormonat stiegen die Goldlieferungen auf dieser Handelsachse damit um 30 Prozent. Die Zahlen umfassen nicht-monetäres, unbehandeltes oder halbverarbeitetes Gold oder Goldpulver.

Im Zeitraum von Januar bis September wurden mittlerweile insgesamt 579,55 Tonnen Gold von Hongkong nach China geliefert.[1]

Da China kein Gold exportiert und jetzt auch noch den Goldmarkt für Importe öffnet dürfte sich die Nachfrage abermals erheblich erhöhen. China sitzt auf ungeheuren Devisenreserven, die sicherlich in Gold besser angelegt wären, als in US-Dollar zum Beispiel. Die nicht aufgeschlüsselten Bestände der Bundesbank in Sachen Gold und Goldforderungen stellen ein weiteres Pulverfass dar. Sollte sich herausstellen, dass große Teile der deutschen Goldreserven in Wahrheit nur auf dem Papier existieren, dürfte auf dem Goldmarkt die Hölle losbrechen. Leider birgt das auch die Gefahr einer Regulierung – zum Beispiel einem Goldverbot – durch die Regierungen.

Der Hunger nach dem gelben Metall von China, zeigt wie fragil die Situation in Wirklichkeit ist. Mit den Erhöhungen er Importsteuer auf Gold in Indien will die dortige Regierung den bisher größten Goldkonsumenten was ausbremsen, behält China jedoch die Linie bei, scheint es einen dankbaren Abnehmer zu geben, der diese Lücke füllt. Bei Wirtschaftsfacts.de steht hierzu:

Indirekt betroffen von der Talfahrt der Rupie sind die Importe von Gold und Silber. Indiens Regierung verabschiedete im Frühjahr weitere Maßnahmen, um die Käufe von Edelmetallen in der breiten Bevölkerung zu drosseln. Pläne sehen vor, die Importsteuer auf Goldbarren, Goldmünzen sowie Gold- und Platinerze im Fiskaljahr 2012/2013 abermals zu verdoppeln. In nur kurzer Zeit wird damit eine zweite Anhebung der Goldimportsteuer erfolgen.

Denn schließlich führten rekordhohe Goldkäufe der Inder im letzten Fiskaljahr zu einer drastischen Ausweitung des indischen Leistungsbilanzdefizits. Deshalb werden die Importzölle für Goldmünzen, Goldbarren und Platinprodukte mit einem Feinheitsgrad von 99,999% im neuen Fiskaljahr von 2% auf 4% steigen.

Die Importzölle auf Gold mit einem geringeren Feinheitsgrad, das hauptsächlich in der indischen Schmuckindustrie Verwendung findet, werden sogar von 5% auf 10% verdoppelt.[2]

Zur Öffnung des Goldmarktes schreibt DiePresse.com:

China öffnet den Goldmarkt
Erstmals dürfen ausländische Banken Gold nach China importieren. Die Öffnung des Goldmarktes sei der steigenden Nachfrage in der Bevölkerung geschuldet. Auch Aktien- und Anleihenmärkte werden zugänglicher.
[…]
Die chinesische Zentralbank will erstmals Goldimport-Lizenzen an ausländische Banken vergeben. China ist schon heute der größte Goldproduzent der Welt. Heuer wird das Riesenreich dank der steigenden Nachfrage nach physischem Gold auch zum größten Konsumenten – noch vor dem bisherigen Spitzenreiter Indien. Die chinesischen Goldimporte beliefen sich im September auf knapp 70 Tonnen. In den vergangenen zwölf Monaten hat China damit 582 Tonnen Gold via Hongkong importiert.[3]

Fazit: Lange habe ich nichts zu Gold geschrieben, da die manipulierten Märkte im Zuge der massiven Geldmarktoffensiven nur sehr schwer zu kalkulieren sind. Die aktuelle Entwicklung in China gibt jedoch durchaus den Anlass die Situation genauer unter die Lupe zu nehmen. Solange der Preis nur über manipulierte Futures läuft, kann man den Markt ordentlich kontrollieren, wenn jedoch jemand die künstlich nach unten gedrückten Preise nimmt um auf Shoppingtour zu gehen, wird es brenzlig. Von dem – in den Medien so oft zitierten – überhöhten Goldpreis, lässt sich China offensichtlich nicht abschrecken. Marktteilnehmer vermuten bereits eine Weile, das China heimlich zum Land mit den zweitgrößten Goldreserven aufsteigen will. Hierzu schreibt miningscout.de:

So rätseln Experten immer mehr, wie viel Gold China besitzt. Ein Indiz spricht dafür, dass die 1.054 Tonnen längst Historie sein müssen. Denn diese Summe entspricht nur rund 2 Prozent der Devisenreserven, die China hortet. In den USA und Deutschland werden zum Vergleich 70 Prozent der Reserven in Gold gehalten. Es wird vermutet, dass sich China einem Goldschatz von 5.000 Tonnen annähern will. Ob diese Summe schon erreicht ist oder wann sie Realität ist, kann niemand sagen. Selbst 10.000 Tonnen werden von Beobachtern in den Raum gestellt. Das chinesische Stillschweigen kann wirtschaftliche Gründe haben. Würde bekannt werden, wie viel in den Schatzkammern lagert, könnte das dem Gold einen gewaltigen Kursschub geben. Für den Käufer China hätte dies finanzielle Nachteile.[4]

Carpe diem

[1] http://www.goldreporter.de/china-steigert-goldimporte-aus-hongkong-um-30-prozent/gold/27531/
[2] http://www.wirtschaftsfacts.de/2012/11/indien-talfahrt-der-rupie-setzt-sich-fort/
[3] http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/1311757/China-oeffnet-den-Goldmarkt?from=rss
[4] http://www.miningscout.de/Rohstoffblog/China_Das_Gold_Geheimnis/theme/Edelmetalle/page_1/_61/__477


7 Responses to China akkumuliert Drittel der Weltgoldförderung 2012

  1. Jens Blecker sagt:

    Eine sehr wichtige Frage wäre natürlich noch, wo ist das Gold abgeflossen, welches China gekauft hat um derart stark aufzurüsten!

  2. […] Längst sind die Zeiten vorbei, wo China nur im Markt der Gummi-Enten mitgemischt hat, mittlerweile ist das Land der Mitte, der Globalplayer in fast allen Märkten. Zum Leidwesen der westlichen Wirtschaftsmächte und der Spekulanten jedoch, ist China sehr sparsam mit seiner Informationspolitik und so ist der letzte bekannte Stand der Goldreserven noch mit 1054 Tonnen aus dem Jahr 2009 angegeben. Aktuelle Zahlen könnten den Goldpreis in Kürze ordentlich durchschütteln und im Zusammenhang mit der Überprüfung der deutschen Goldreserven wäre das Motto “The Sky is the Limit”. Quelle: iknews.de […]

  3. Habnix sagt:

    Wenn sie in unserem Land sagen: „Mit Gold lässt sich nix anfangen“ und ein anderes Land hortet das Gold so kann man solche Aussagen in die Tonne klopfen, den bei einem Handel mit diesem Land, könnte diese Land auf Sicherheiten in Gold bestehen sonst kein Handel und dann ist aber was los.

    Dann käme sehr schnell der Offenbarungseid und der würde dann heißen: „Wir sind Pleite“

  4. Habnix sagt:

    Mit einem Euro der Täglich weniger Wert ist können wir dann nicht zahlen nur mit Produkten und wenn wir diese nicht fertigen können weil ein Rohstoff fehlt na dann, prost Mahlzeit.

  5. […] China kauft 2012 ein drittel der Weltförderung. […]

  6. plissken sagt:

    Wenn ein Land weiss dass Edelmetalle in ihren Marktpreisen massiv nach unten manipuliert werden, wird es in ebendiese investieren,weil die manipulation spätestens dann endet wenn die Länder in denen die Manipulationen stattfinden finanziell am Ende sind.
    Dh sie kaufen ein vielfaches an Werten für einen Spottpreis.
    Wenn man nun die Limaverträge von 1975 als Grundlage nimmt in denen der Transfer von Vermögen u Technologie Richtung Asien bei gleichzeitiger Verarmunng u deindustrialisierung des Westen das Ziel ist so hat man am Ende?einen verarmten Westen u einen Osten der dem Westen die Musik diktiert(ohne dass die wahren drahtzieher in erscheinung treten müssen)-man begibt sich in Abhängigkeit.

    Dass das absichtlich passiert kann man daran erkennen dass westliche Länder,obwohl sie genau wissen das Edelmetallpreise manipuliert werden,werden keinerlei Anstalten machen in selbige zu investieren.
    Dieses seltsam unökonomische Verhalten hat der Westen schon bei den gar nicht seltenen „seltenen“ Erden an den Tag gelegt,wo man die Märkte den chinesen quasi kampflos überlassen hat.
    Es kommt vermutlich nicht von ungefähr dass auch die Inder wie blöde Gold kaufen.

Schreibe einen Kommentar

Kursanbieter: L&S RT, FXCM