Google Transparenzbericht: Behördliche- und Löschanfragen explodieren

Überwachung aus dem Internet

Der Transparenzbericht von Google zeigt einige Abgründe auf. Zum einen explodieren die Anfragen auf Entfernung aus den Suchergebnissen, Verleumdungen nehmen überhand und auch Regierungen greifen immer häufiger auf Google zurück. Ein Blick auf Befindlichkeiten zur Entfernung von Urls aus den Suchergebnissen überrascht wenig. Ganz oben auf der Liste steht die Industrie der Verwerter digitaler Rechte. Der Bericht von Google zeigt allerdings auch auf, wie sehr das Internet verwahrlost und wie die Gegenseitige Achtung und der Respekt der Menschen verloren geht. Steht die Menschheit am digitalen Scheideweg?


Ein Blick auf den Chart zu Entfernungsanfragen und den entsprechenden Verursachern, gibt schnell Aufschluss über die Entwicklung im Copyrightbereich und dem Versuch der Milliardenindustrie der Lage Herr zu werden:


Quelle: Google-Transparenzbericht

Dieser Trend zeigt relativ eindeutig, dass der Wind rauer wird und die Industrie sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen will. Zum Teil ist es sicher auch der Verlagerung aus Bittorentsystemen hin zu Webseiten geschuldet, dass der Anstieg derart signifikant ist.

Die folgenden Charts betreffen ausschließlich Deutschland. Zunächst die Aufteilung der Anfragen an Google nach Gründen in Prozent:

Google schreibt hierzu : Die Anzahl der erhaltenen Anträge auf Entfernung von Inhalten ist im vorherigen Berichtzeitraum um 140 % gestiegen.

Hier eine Aufschlüsselung der Anträge nach gerichtlichen Verfügungen, Exekutive, Polizei und anderen Institutionen, wo nicht nur der Anteil an gerichtlichen Verfügungen exponentiell gestiegen ist:

Die folgende Grafik zeigt die Gesamtbegehrlichkeiten von Staatlichen Einrichtungen und deren Entwicklung:


Quelle : Google

Bei den Anträgen rangiert Deutschland direkt nach Den USA auf Platz 2, was die behördlichen Anträge angeht. Wenn es nach Wunsch der Regierungen geht, sollen die Behörden jedoch bald eigene Schnittstellen bekommen und damit dürften dann auch die Dämme endgültig brechen.

Was der Bericht erschreckender weise zu Tage fördert ist jedoch der leichtfertige Umgang der Menschen mit dem freiheitlichen Gut „Internet“. Es wird als rechtsloser Raum angesehen wo man über Menschen schreiben kann, was man gerade lustig ist. Was zum Teil an Rufmord, Verleumdung und Hetzkampagnen betrieben wird, bedroht zu Recht diesen unantastbaren Freiraum. Wenn die Menschen nicht lernen, dass man im Netz nicht machen kann was man will, wird der Staat volle Unterstützung aus der Bevölkerung erhalten wenn es um eine Kontrolle geht. Die Zeiten der Netiquette sind vorbei und zu viele beachten die Verhaltensregeln nicht. Gerüchte, Lügen und Verleumdungen breiten sich in Windeseile aus, mit zum Teil unabsehbaren Folgen. Ohne einen selbst-auferlegtem Codex wird die staatliche Kontrolle das Netz mit großem Zuspruch erheblich beschneiden und dieses Bollwerk des freien Denkens in der ursprünglichen Form nicht mehr existieren.

Es liegt sehr stark an den Menschen selbst, ob der Staat die Zügel an sich reißen kann und dem freien Netz den Garaus machen. Es ist traurig – als Wegbegleiter der ersten Stunden – zu sehen, wie sich diese Freiheit entwickelt hat. Erhalten lässt sie sich nur durch Vernunft und eine freiwillige Selbstkontrolle.

Schließen möchte ich diesen Artikel mit einem Zitat, welches mich selbst bereits oft davor bewahrt hat, im digitalen Raum zurückzuschlagen. Niemand ist perfekt, aber man sollte nicht aufhören daran zu arbeiten.

Mit bösen Worten, die man ungesagt hinunterschluckt, hat sich noch niemand den Magen verdorben.

Winston Churchill

Carpe diem


3 Responses to Google Transparenzbericht: Behördliche- und Löschanfragen explodieren

  1. Jens Blecker sagt:

    Auf die institutionellen Verleumder bin ich aus Platzgründen nicht eingegangen, allerdings ist das eine weitere Industrie, welcher man ein eigenes Buch widmen kann.

    Ein dokumentiertes und recht prominentes Beispiel ist hier Cointelpro, ein Programm des FBI um zu diskreditieren und unliebsame Menschen zu zermürben.

    http://de.wikipedia.org/wiki/COINTELPRO

  2. EuroTanic sagt:

    Das Netz ist nicht besser oder schlechter als die Leute die es nutzen. Darum bedarf es keine besondere Netiquette für das Netz. Wenn jemand im Netz ein Troll ist, dann ist er es auch im RL. Das Netz ist kein rechtsfreier Raum, es wird nur kein Recht angewendet, oder nicht konsequent.

  3. Jens Blecker sagt:

    Dem widerspreche ich, in meinem Leben habe ich genügend Menschen kennengelernt die sich im Netz wie Wildschweine benommen haben und im echten Leben wirklich nette Menschen waren. Das Netz trennt die Menschen durch einen Bildschirm und eine Leitung, das macht einen großen Unterschied.

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