Van Rompuy: Höhepunkt der Euro-Krise ist überwunden

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Hermann van Rompuy – ein „Sympat“, wie er im Buche steht – sagt der Eurozone nun ordentliches Wachstum an. Das Jahr 2012 sei der Wendepunkt der Schuldenkrise im Euroraum gewesen, von jetzt an zieht die Wirtschaft ordentlich voraus. Das wären ja endlich mal gute Nachrichten, jedoch ist hier anzufügen, der Mann bemerkt einen Abgrund nicht einmal dann, wenn er bereits einen Schritt zu weit gegangen ist und sich im freien Fall befindet. Das jemand mit derart mangelhaftem ökonomischen Sachverstand EU-Ratspräsident werden konnte, ist der Agenda in sich geschuldet. Führungskräfte, die nicht selbst denken, das ist die Devise.


Betrachtet man die Situation nüchtern, kommt man sehr schnell zu dem Schluss, die Krise hat noch nicht wirklich angefangen. Die echten Schwergewichte stehen noch in den Startlöchern, hierzu zählen Italien und ganz besonders Frankreich. Der französische Staatspräsident François Hollande will und muss eigentlich sparen, das sind die Vorgaben. Wer sich ein wenig mit der Geschichte des Landes beschäftigt, hat eine ungefähre Vorstellung davon, was Hollande im Augenblick wohl durchmacht. Anders als in Deutschland, kommt in Frankreich sehr schnell das ganze öffentliche Leben zum Erliegen. Dort wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Ein Beispiel sind hier nur die LKW-Blockaden oder die Geiselnahme zum Beispiel 2009.

Ist in der Grande Nation ein Generalstreik angekündigt, dann dreht sich dort auch wirklich nichts mehr. Streikbrecher werden da ganz schnell mal mit dem Knüppel zurück in die Reihen dirigiert. Sehr gut dürfte Hollande auch noch die Französische Revolution im Gedächtnis sein, wo Ende des 18. Jahrhunderts die Köpfe wie am Fließband rollten.

Griechenland und Spanien sind bereits im Abwärtssog gefangen und auch wenn nun die „Durchhalteparolen“ àla „das Schlimmste liegt hinter uns“ geschwungen werden, ist das doch eher Wunschdenken. Mit dem neuen Sparprogramm für Portugal wird sich auch dort die Abwärtsdynamik beschleunigen. Schlappe 4 Milliarden sollen eingespart werden, was ca. 5% des gesamten Staatshaushaltes ausmacht. Pensionen, Arbeitslosengelder und Gehälter im öffentlichen Dienst werden gekürzt und etliche Staatsbedienstete entlassen. Zu dem Mix kommen noch drastische Steuererhöhungen auf Einkommen, Tabak, Kraftstoffe, Eigenheime und Pkws. Mit fast 17% Arbeitslosigkeit nicht unbedingt ein Grund zum Jubeln. In den Medien wird Portugal das dritte Jahr Rezession in Folge bestätigt, wann man beginnt von der Wahrheit, einer Depression, zu sprechen, wird sich zeigen.

Querschüsse zu Portugal: schwächste PKW-Neuzulassungen seit 27 Jahren oder Portugal: Industrieproduktion mit -4,1% zum Vorjahresmonat oder Portugal: reale Einzelhandelsumsätze mit -5,2% zum Vorjahresmonat.

Was die Automobilbranche angeht, hatten wir bereits damals diesen Einbruch angekündigt, als die Konjunkturprogramme aufgelegt wurden. Dass das Akkumulieren der Nachfrage einen solchen Effekt haben würde, war absehbar. Betrachtet man in diesem Zusammenhang Meldungen wie „70.000 Griechen melden ihre Autos ab„, wird schnell klar, das Schlimmste steht der Automobilindustrie erst noch bevor. Besonders für Deutschland, was in nicht unbeträchtlichem Umfang von der Auto-Industrie und deren Zulieferern abhängt, ein harter Schlag ins Gesicht.

Nun zur Meldung des ökonomischen Legasthenikers Van Rompuy:

Van Rompuy: Höhepunkt der Schuldenkrise in Eurozone ist vorbei
Der Höhepunkt der Schuldenkrise im Euroraum ist nach Ansicht von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy vorbei.

„Das Jahr 2012 war ein Wendepunkt. Das Schlimmste, so die Gefahr für die Existenz des Euro, ist bereits hinter uns“, sagte Van Rompuy am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Brüssel. [1]

Zu diesen Ergüssen machen Sie sich Ihre eigenen Gedanken. Vergessen Sie dabei nicht, die Werkzeugkästen der Zentralbanken sind weitestgehend geleert.

Carpe diem

[1] http://de.rian.ru/business/20130109/265289325.html


8 Responses to Van Rompuy: Höhepunkt der Euro-Krise ist überwunden

  1. Jens Blecker sagt:

    Zum Thema:
    Notenbank – Frankreichs Wirtschaft wieder auf Schrumpfkurs
    http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE90901F20130110

  2. Hallojulia sagt:

    Der hat noch nichts von den kryptischen Aussagen des scheidenden Jean-Claude Juncker gehört:
    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2013/01/warnt-jean-claude-juncker-vor-einem.html

  3. strom23 sagt:

    Rompuy, Junker, Trichet, Draghi, Barosso, die Liga der außergewöhnlich Unsympathischen. Wenn man in dem Zusammenhang das wort blind verwendetmuß man sich ja bei allen Blinden entschuldigen. Denn so wenig sieht kein Blinder.

  4. Konjunktion sagt:

    Dass Van Rompuy eher mit bescheidenen Mitteln unterwegs ist, hat ja bereits seine Weihnachtsansprache 2012 gezeigt:

    http://konjunktion.info/?p=1539

    Ich für meinen Teil denke, dass solche Aussagen immer als Kontraindikator zu werten sind. Insbesondere dann, wenn im gleichen Atemzug andere EU-Schnarchzapfe,n wie Hallojulia bereits oben geschrieben hat, ganz ander Meldungen abgeben.

  5. nur mal so sagt:

    Ich denke nicht das das in Brüssel und sonst wo immer sich die “Sympanten ”
    herumtreiben irgend jemand blind ist.
    Aber ein gespaltenes Bewusstsein haben sie ohne jeden zweifel.

    Das dumme ist nur das ihre Kinder diese Lügen mitbekommen
    weil sie langsam zu groß werden.

    bis denne

  6. oram sagt:

    die „schatten“ weltregierung von rockefeller, rothschild, FED banken,IMF, etc., d.h. die elite lieben solche beschränkten charaktere wie van rompuy und wie sie alle heissen. sie helfen ihnen in diese positionen zu kommen, denn sie sind ihre idealen willigen werkzeuge : ohne etos und mitgefühl ziehen diese die eliten-agenda durch zum wohle einer kleinen minderheit !

  7. Fred Usse sagt:

    Die EUDSSR in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf. Der sieht dem Honecker sogar irgendwie ein wenig ähnlich. Man sollte sie alle toxisch befrieden.

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