Desaster „Made in Germany“

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Es begab sich aber zu der Zeit als deutsche Ingenieure, Wissenschaftler und Industrielle auszogen um die Welt zu verändern. Mit großen Erfindungen und Innovationen haben sie nicht nur unser Land sondern die Menschheit enorm voran gebracht. Das Automobil, der Dieselmotor, die Röntgen-Strahlung sind nur einige Beispiele für deutsche Leistungen die noch heute jeden Tag unser Leben beeinflussen. Doch diese Zeiten sind wohl vorüber. Statt großer, innovativer Schritte entspringen uns heute allzu häufig nur noch Desaster „Made in Germany“.


Am 10. August 1893 nagelte der „Selbstzündermotor“ eines gewissen Rudolf Diesel zum ersten Mal. Zwei Jahre später am 22. Dezember 1895 durchleuchtete Wilhelm Conrad Röntgen zum ersten Mal ein Körperteil und machte ein Foto von den Knochen seiner Hand. Nur zehn Jahre zuvor hatte ein Garagenbastler namens Carl Benz einen selbstfahrenden, pferdelosen Wagen erfunden.

Die Lebensläufe der genannten Herren begannen alles andere als geradlinig und so gar nicht vielversprechend. Uneheliches Kind einer Dienstmagd (Benz), vagabundierende Kindheiten in ganz Europa (Diesel), ohne Abitur von der Schule geworfen (Röntgen). Kurz, die großen Männer von einst waren nicht gerade das was man heute als vorbildlich betrachten würde. Es schien deshalb als wäre jedem Einzelnen von ihnen immer irgendetwas im Wege gestanden. Geld- und Ressourcenmangel, wenig prestigeträchtige Herkunft oder Ausbildung, fehlende Anerkennung. Man war also stets „anders als die anderen“.

Es müssen wohl diese Kanten und Ecken gewesen sein, die dazu geführt haben, dass von „komischen Käuzen“ Innovationen und Leistungen erbracht wurden die noch Jahrzehnte später im Zentrum menschlicher Schaffenskraft stehen.

Heute, über 120 Jahre nach Benz, Diesel und Röntgen scheint jedoch nur noch wenig von dieser innovativen Kraft Deutschlands geblieben zu sein. Statt eines pferdelosen Wagens nach Benz fällt es uns schon schwer eine pferdelose Lasagne im Discountmarkt zu finden. Statt eines selbstzündenden Motors hat niemand mehr eine zündende Idee wie man die ausufernden Kosten beim Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 finanzieren soll. Und selbst mit Röntgentechnik schafft man es heute nicht mehr das völlig verworrene Chaos des Berliner Hauptstadtflughafens zu durchschauen.

Ein Fehlschlag reiht sich an den nächsten. Deutschland ist sichtbar zurückgefallen. Doch woran liegt das?

Als Benz, Diesel und Röntgen arbeiteten war Deutschland im Vergleich noch völlig rückständig. Die Kindersterblichkeit war hoch, ein Sozialsystem gab es nicht, man führte häufig gegen irgendwen Krieg, die Infrastruktur war unterentwickelt, ein Großteil der Bevölkerung lebte in Armut und an den Schulen waren Prügel allgegenwärtig.

Zwischenzeitlich hat sich unser Land enorm verändert.

Wir sind heute eine der führenden Wirtschafts- und Exportnationen dieser Erde. Wir verfügen über ein funktionierendes Sozial- und Gesundheitswesen, haben eine exzellente Infrastruktur, das Volkseinkommen ist um ein Vielfaches höher und an den Schulen gibt es heute High-Speed-Internet statt Haue mit dem Rohrstock.

Uns fehlen also keine Ressourcen mehr, Geld gibt es in Hülle und Fülle (Zentralbank sei Dank!) und jedem der eine Hochschule besucht und dort gar einen „Doktor gemacht“ hat, ist Anerkennung sicher. Vielleicht sind es ja gerade diese fehlenden Ecken und Kanten?

So findet sich heute in Ingenieursabteilungen, Chefetagen und der politischen Führung unseres Landes eine Vielzahl an allzu glatten Gestalten. Ungerade Lebensläufe? Fehlanzeige!

Die allzu häufig „promovierte“ Führungselite der Informationsgesellschaft hat zwar dank Internet in Millisekunden Information immer und überall zur Hand, dennoch verwandeln sich riesige Investitionsprojekte Land auf, Land ab in milliardenschwere Desaster „Made in Germany“.

Wo einst Einzelne mit minimalsten Mitteln in Garagen und Labors tüftelten und große Leistungen vollbrachten, scheinen heute gigantische Planungsabteilungen mit Milliardenbudgets Fehlschläge zu produzieren. Informationsvielfalt und unendlich schnelle Kommunikation erzeugen keinen Vorteil.

Statt die stetig zur Verfügung stehenden Informationen zur Weiterentwicklung zu nutzen, wird die Informationsfülle gerne als Ausrede genutzt um statt Fortschritt den Stillstand oder Rückschritt zu erklären. Ein Berliner Bürgermeister, der sich das jahrelange Chaos auf der von ihm „beaufsichtigten“ Baustelle nur mittels spezieller Gutachten erklären kann, darf hier als greifbares Beispiel dienen.

Ingenieure die keine technischen Lösungen mehr finden, Aufsichtsräte die von der Materie des zu kontrollierenden Unterfangens nichts verstehen und vorbildlich glatte Politiker (häufig = Aufsichtsräte) bringen trotz druckreifen Sonntagsreden keine innovativen Leistungen mehr zu Stande. Stattdessen scheint es als würden sie nur mit knapper Müh und Not versuchen das Erreichte zu bewahren.

Möglicherweise ist ein Mehr an Information, Kommunikation, Ausbildung, Struktur und Geld somit nicht die heilsbringende Voraussetzung für die Schaffung des Fortschritts. Wohl eher ergibt sich Fortschritt gerade aus Mangel und dem Fehlen von Möglichkeiten. Wer in diesem Sinne scheinbar alles hat – wie wir jetzt – der hat keinen Druck etwas zu erreichen. Stattdessen führt das ständige Einprasseln von Information auf das Individuum nur zur Abstumpfung und Überreizung, was wiederum nicht gerade förderlich für Innovationen sein dürfte.

Am 10. August 2013 wird der Diesel Motor 120 Jahre alt. Der Glanz dieser Leistung hat solange gehalten. Fraglich ist ob in 120 Jahren irgendeine Leistung der heutigen Zeit noch glänzt?

The German Perspective


9 Responses to Desaster „Made in Germany“

  1. BRD-AKUT sagt:

    Glänzen wird hier wohl nichts mehr,dafür aber strahlen,für die nächsten paar 100.000 Jahre…

    *edit by Admin, das ist einfach nur Werbung. Wenn Links kommen dann mit einem Bezug und nicht diese Werbeposten*

  2. Blubb sagt:

    Hier werden viele Dinge zusammengeworfen, die nicht zusammen gehören.
    1. Der Berliner Flughafen, die Elbphilamoie und S21 sind Prestigeprojekte von Politikern und den Eliten, die daran verdienen wollen, das hat nichts mit Ingenieurskunst oder sonst etwas zu tun, dass ist die schlichte Dekadenz von inkompetenten Staatsdienern, war schon zu Zeiten des Adels und des preußischen Beamtenapparates so. Es gibt ein entscheidendes Prinzip, design follows function und das wurde hier von den Bauherren vernachlässigt, zzgl. den über 400 nachträglichen Änderungswünschen.

    2. Bis heute gelten die Ingeneure in Deutschland als vorbildhaft ausgebildet, sodass sie überall in der Welt gut bezahlte Jobs bekommen. (Nur in Deutschland nicht, da sollen sie aufstocken, daher wandert unser ganzes know how ab)

    3. Erfindungen der letzten 60 Jahre, die die Welt veränderten.
    Rudolf Hell – Scanner
    Artur Fischer – Wanddübel
    Schering AG – Pille für die Frau
    Dethloff/Götrup – Chipkarte
    Benz – Airbag
    Frauenhofer Institut – Mp3-Format
    Junghans – Funkuhr
    Otto Bock – C-Leg
    Thyssen Krupp – Twin Aufzüge

    Dazu kommen die ganzen Erfindungen, an denen Deutsche in internationalen Teams mit gearbeitet und geforscht haben. Die Fähigkeit große Dinge zu erschaffen besitzt Deutschland immer noch, einzig die dekadente und inkompetente Elite, die an den Schaltern der Macht sitzt, schränkt diese Fähigkeit mehr und mehr ein.

  3. Irmonen sagt:

    Vielleicht sind es ja gerade diese fehlenden Ecken und Kanten? – Mit Sicherheit sind es gerade die fehlenden Herausforderungen…..ein Massenmensch und Mitläufer war noch nie genial und erfinderisch!

    Erwähnt sollte hier im Kreise der Erfinder auch noch Hugo Junkers

    Der Erfinder der berühmten JU 52, hat es immer abgelehnt seine Werke fremd finanziert au(s)zubauen, d.h. ohne Kredite ohne BansterMachenschaften.

    Wikipedia:
    …alleiniger Eigentümer Hugo Junkers galt den NS-Machthabern als politisch unzuverlässig. Junkers wurde daher 1933 gezwungen, seine privat gehaltenen Patente auf die Unternehmen zu überschreiben und 51 % seiner Anteile an das Reichsluftfahrtministerium entschädigungslos abzugeben. Gleichzeitig bekam Junkers Hausverbot in seinen Werken und wurde in seinem Sommersitz in Bayrischzell unter Hausarrest gestellt.

    Mal überspitz!! Formuliert: sind wir ein Volk von schwer sozial Überabhängigen geworden.

    Jede kleinste Lebenskrise führt zu behandlungsbedürftigen Depressionen. Ab 50 am besten die Frühverentung und bis 30 staatsgefördert in der Ausbildung. Dazwischen Jammern, Klagen, Seufzen und im Burn Out landen.

    Dazu ein Recht auf sozialer Teilhabe, will heißen „möchte auch nen Fernseher, Zigaretten, ins Fußballstadium zum mit grölen ….“und wer dann noch ein bisschen mehr Kohle hat – auf nach Ballermann.

    So das war nun richtig schwarzgemalt und überzeichnetem doch ein Körnchen Wahrheit steckt drin

  4. chris321 sagt:

    >> Wohl eher ergibt sich Fortschritt gerade aus Mangel und dem Fehlen von Möglichkeiten. Wer in diesem Sinne scheinbar alles hat – wie wir jetzt – der hat keinen Druck etwas zu erreichen.

    Da ist was wahres dran auch wenn das nicht generell gültig ist. Als ich z.B. den Führerschein weg hatte, merkte ich wie ich in meiner Mobilität eingeschränkt war und dass ich jetzt echt ein Problem habe, insbesondere geschäftlicher Natur. Also begann ich in der Not schnell nachzudenken was man so alles machen kann. Und so kam ich erst auf den Rollenrucksack der immer im Eck stand, dann auf die Hypno Blades, das eBike mit Rekuperation und mehr. Habe mich da inzwischen richtig gut entwickelt und frage mich inzwischen: Brauche ich das Auto noch? Suche jetzt nach einer passenden NAVI Lösung und muss nach viel Recherche und rumfragen feststellen dass es keine Lösung auf dem Markt gibt die zu dem passt was ich suche. Also werde ich es mir selber bauen. Und der ADFC hat schon Interesse an der Sache, will informiert werden über meine Fortschritte usw. Warum? Weil diese Art über 3 Länder und Verkehrsmittel incl. Blades etc. hinweg täglich spontan entscheiden und navigieren zu müssen bisher noch Neuland ist. Erst recht wenn man darauf besteht dass es eine OFFLINE Lösung sein soll.

    „Not macht erfinderisch!“ heisst es und so ist es auch.

    Gehen wir aber mal davon aus ich würde da viel Energie reinstecken mit der Intention daraus ein Massen-Produkt entstehen zu lassen. Wie schnell würde das kopiert? Wie sinnlos wäre das in unserer heutigen Zeit unter dem Aspekt damit Geld verdienen zu wollen.
    Ich mache das also in erster Linie für mich damit es für mich passt und nicht für hochtrabende Pläne … Diese Idee für die Allgemeinheit nützlich zu sein, für andere was aus Herzensblut als Ingenieur noch zu machen, das gibt es heute kaum noch. Alles ist Teil eines eiskalten Marketingplans. Du bist als Ingenieur nicht mehr der Schöpfer einer Funktion, sondern das Zahnrad eines kommerziellen Interesses. Wenn Du etwas entwickelst was der Mehrheit nützlich ist und damit kann man den Kunden nicht gut abzocken, dann wird man Dein Werk an dem Du Jahre gehangen hast (Dein Baby quasi) willentlich zerstören. Man wird es ausschlachten und für sich umwandeln dass es in den Konstrukt des Turbokapitalismus reinpasst.

    Ich weiss nicht ob diese Art einer Raubtierwelt so früher existiert hat obwohl ja viel Not war. Not und Mangel ist aber eine Sache, ungeheures Raubtiertum wie wir es heute haben eine andere. Du, Dein Arbeitgeber, Behörden können ein Interesse haben an etwas im Sinne eines Allgemeinheitsgefühls, also etwas für die Allgemeinheit zu schaffen. Überspitzt formuliert „dient“ ein Ingenieur, ein Entwickler, eine Behörde der Allgemeinheit mit der er sich identifizieren kann. Wenn aus dieser Identifikation und diesem „Dienst an der Allgemeinheit“ aber nur noch widerlichster kollektiver Egoismus und Selbstbereicherung geworden ist, dann hat man da keine Lust mehr was zu tun. Dann nimmt man lieber das Fahrrad und dreht eine Runde oder wenn es mehr Leistung sein darf macht man beim nächsten Fahrradrennen mit. Man verabschiedet sich quasi als Entwickler aus diesem „kollektiven Irrenhaus“, man wird zum Aussteiger und das selbst dann wenn man mehr oder weniger in „lustloser Pflichterfüllung“ täglich doch noch mal seinen Kopf etwas bewegen muss um damit seinen täglichen Lebensunterhalt zu verdienen. Geistig hat man sich schon längst verabschiedet!

    „Dienst an der Allgemeinheit“ das war in alten Zeiten eine gewisse Würde bzw. Ehre. Mit dem heutigen genau umgekehrten Pendant im Sinne einer „Bereicherung an der Allgemeinheit“ ist hier eine Form völliger Würdelosigkeit entstanden auf die man sich als Ingenieur erst herab begeben muss. Viele Ingenieure tun das, lassen sich prostituieren, aber wer noch Würde hat, der überlegt sich dann schon wie er darauf reagiert.

    Ich kann das so sagen weil ich Entwickler bin und genug andere Entwickler im Umfeld kenne und mit ihnen zu tun habe. Man empfindet es vielfach wie Rambo wenn er als Soldat mit einem schwierigen Auftrag in ein fremdes Land geschickt wurde, man sollte da alles raushauen und am Ende ist man verraten und verkauft worden und ein Verachteter, entbehrlich. Wenn man dann wieder gerufen wird, dann sagt man nur noch müde: „Diese Zeit ist vorbei, das ist nicht mehr mein Krieg!“ Da sagt dieser andere Offizier: Aber in Dir steckt doch ein Soldat, Du erkennst das wohl nicht recht … Ob in Dir ein Soldat oder Entwickler steckt, das tut doch nichts mehr zur Sache, wenn Du in dieser Rolle missbraucht wirst.

    Wie viele Soldaten werden in diesen jetzigen Kriegen mit Idealen raus geschickt, meinen sie kämpfen gegen den Terrorismus für eine grosse Sache, für die Allgemeinheit, die Demokratie und Freiheit … Dann erkennen sie plötzlich was wirklich hinter den Kulissen läuft, es wird ihnen kotzspeiübel, sie geraten in Depression und in die Krise, womöglich haben sie Frauen und Kinder bei den Aktionen auch noch erwischt und erkennen jetzt FÜR WAS UND WEN sie da wirklich in diesen verfluchten Krieg gezogen sind.

  5. chris321 sagt:

    Habe noch etwas vergessen zu erwähnen was vielleicht auch einiges Licht in diese Geschichte bringt:

    Die Zeit mit der die Jungen lernen dass sie verarscht werden und sich anpassen wird immer kürzer. Das ist quasi wie bei der Resistenz von Bakterien. Es wird zwar kräftig mit Propaganda (Antibiotika) geschossen, aber die junge Generation hat schon von Grund auf ein deutlich geringeres Vertrauen / Gläubigkeit in das System wie wir es mal hatten. Sie passen sich also immer schneller an diese neuen Gegebenheiten an und zwar in vielfältiger Weise.

    Klassisch empfinde ich dabei das Modell Ausweichen in die Planung oder den Handel. Wenn ich damals von der Uni / Fachhochschule mit 3 Technikern und einem Planer zu tun hatte, dann sind es jetzt 3 Planer und 1 Techniker. Fragt man sich: Und wer macht jetzt noch die eigentliche Arbeit? Der eine übrig gebliebene Techniker ist schon ein armes Schwein!

    Jens hat hier mal das Beispiel mit den österreichischen und japanischen Ruderern gebracht. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Alle planen und keiner will mehr rudern, alle stehen um eine Schaufel und diskutieren, aber keiner nimmt mehr die Schaufel selbst in die Hand, geschweige denn dass er noch weiss wie er eine Schaufel bedienen muss.

    Man versucht durch „Frischfleisch“ aus anderen Ländern, primär dem asiatischen Raum das Problem zu lösen um es mal ziemlich grob zu formulieren. Vor 10 Jahren hat man gemeint man könne die Entwicklung locker auslagern (Indien etc.) Das klappte nicht so gut wie gedacht, das ist aber eine eigene Geschichte. Dann dachte man, man könne Harz IV Empfänger in einem halbjährigen Crashkurs zu Entwicklern machen. Wurde ein Fiasko! Die zuziehenden Asiaten sind aber auch nicht dumm und versuchen sich ihrerseits schleunigst in die Planung zu verdrücken. Also wird es dann lustig, wenn „der letzte Techniker“ allein schon der Qualität wegen wieder ein Deutscher ist, die Planer in der Mittelschicht Ausländer und der Kopf ein Vitamin-B Deutscher. Über die Bezahlung in diesem Konstrukt sprechen wir besser nicht.

    Also, das Thema wie man die Entwicklerkultur innerhalb eines Landes so richtig ramponiert und die Kunststücke die man betreibt um das Problem wie bei der Medizin nicht an der Wurzel, sondern nur an den Symptomen zu korrigieren bleibt weiterhin spannend. Jede falsche Medizin die sie da als neue Kreation reinschmeissen führt inzwischen aus meiner Sicht zu mehr Chaos, mehr Resistenzen und noch mehr Ausländern in der Entwicklung und noch weniger Deutschen.

    Vielleicht irre ich mich ja, ich kann nur von dem sprechen wie ich es erlebe!

    Wenn ich es bestimmen müsste, würde ich als Regierung einen morz Druck auf den Hotline-Standard der deutschen Unternehmen machen von wegen ISO Zeritifizierung etc. Das würde den Druck auf die Unternehmen die eine entsprechende Service-ISO bekommen wollen massiv erhöhen. Sie müssten in das Frontend viel mehr Qualifikation und Technik einbringen und nachweisen müssen. Das wiederum würde die Entwicklung im Backend enorm entlasten. In diesem Frontend hat sich das letzte Schlarafenland von Schnarchzapfen und unfähigen Raubrittern inzwischen angesammelt. Es ist eine Schande! Dieser Dienstleistungsbereich im Frontend bekommt bei schlechter Qualifikation relativ betrachtet viel zu hohe Gehälter. In deren Augen sieht man nur noch die Dollarzeichen rollen und die Kunden sind denen Scheiss egal, Hauptsache abzocken. Der Kunde merkt natürlich schon rein von der Ansprache, dass er auch so angesehen wird. Das merkt man doch! Ich rufe heute schon automatisch die US oder UK-Hotline an, wenn ich die Wahl habe weil ich mir dieses deutsche Jammertal von Inkompetenz und Frechheiten nicht mehr antun will.

    Sorry, wenn ich hier mit bestimmten Berufsparten ziemlich böse ins Gericht ziehe. Aber es ging hier um die Fragestellung wie „Made in Germany“ und die Entwicklungslandschaft heute da steht und ich denke dass ich als ein direkt Beteiligter da schon mein Kommentar und MEINE MEINUNG zu abgeben kann. Ich betone nochmals: Es ist MEIN EINDRUCK! Vielleicht irre ich mich ja.

    Sorry, dass ich so viel geschrieben habe, ich schreibe ja nur noch sehr wenig, also kann ich beizeiten denke ich auch schon mal etwas mehr schreiben!

  6. KPAX sagt:

    Kann man noch weiter fortsetzen : Druckmaschinen,Optische Geräte,Autos und und und Deutsche Produkte gehen in die ganze Welt,obwohl sie tlw. deutlich teurer sind in der Anschaffung.

  7. karugua sagt:

    Wie will man denn Innovativ sein wenn die Bürokraten alles abbremsen. Wenn die Patentgebühren und Vorschriften alle Erfinder ohne nötigem Kapital abschrecken. Wie will man erfinderisch sein wenn einem alles vergällt wird. Es sind doch gerade die Aussenseiter die neues bringen. Die nicht den alten Schuldogmatikern hinterer hecheln. In den Grossfirmen werden sie sofort von Besserwissern und Ewiggestrigen ausgemerzt. Und ansonsten belächelt. Und wenn sie denn wirklich im Energiesektor etwas vorwärtsbringen werden ihre Patente aufgekauft und in die Schubladen gesteckt. Von dem Genie eines Erfinders hört man nie mehr etwas. Nicht gerade angenehm. Auch wenn man etwas Geld zugesteckt bekommen hat.

    Die Welt ist in jeder Beziehung falsch aufgebaut. Verkommen und verdorben. Die Funktion des Geldes wurde umgekehrt. Soll oder kann man da überhaupt noch mitmachen als gesund denkender Mensch?

  8. Mesopause sagt:

    Dieser Text wirkt auf mich ein wenig romantisch verklärt. Diesel hat ja nicht „den Diesel Motor“ erfunden. Er hat das Selbstzündeprinzip in einem Verbrennungsmotor erfunden, das ist soweit zwar richtig. Aber die Maschine war zunächst so groß, dass es nur für Schiffe interessant war. Des Weiteren kam die Finanzierung, Durchbruch und evtl. eben auch seine etwas ungeklärten Todesumstände, durch eine intransparente Verzahnung mit dem Militär verschiedener Nationen zu Stande.

    Keine Frage Tüftler und individuelle Genies haben große radikale Innovationen hervorgebracht. Es ist aber auch so, dass wir von diesen hören, weil es eben zur vermarktungsfreudigen Ikonenstrategie passt. Hat Diesel alleine „erfunden“ bzw. innoviert, während er Teil eines Teams war? Analog dazu hat nach PR Thomas Alva Edison ganz alleine die Glühbirne erfunden, doch Erleuchtung würde uns gut tun zu erkennen, dass sein riesiger Stab an Ingenieuren und Entwicklern erheblichen Anteil hatte. Schon damals handelte es sich um Innovationsteams, der Innovationsdynamiken Wissenschaftler bis heute vor große Rätsel wirft. Mithin sicherlich auch ein Grund, wenn man den Boss einfach als alleinig Verantwortlichen positioniert, da schließlich der tatsächliche Beitrag zur Innovation eines jeden Teammitgliedes nicht geklärt werden kann – eben bis heute nicht klar, mess- und steuerbar ist. Interessanter Weise können keine Input, Output oder Outcome Variablen den zukünftigen Innovationserfolg vorhersagen. Innovationen geben uns damit so gut wie keine Erkenntnis darüber, WIE sie erfolgreich sein können, d.h. wie die Erfindung zur wirtschaftlichem Erfolg wird, so dass wir von einer Innovation sprechen können. Bestenfalls haben wir erforschen können, dass Innovationen gewissen Prinzipen folgen, wie z. B. disparate Felder zu verknüpfen, indem in einem Feld erfoglreiche Regelmuster in dem anderen Feld übertragen werden.

    Um beim Handwerklichen zu bleiben: Systemische und systeminharänte Defizite mit einem Mangel an anekdotischen Innovationsikonen korrelieren zu lassen, um dann einen Kausalzusammenhang zu folgern, diese Art gehört eigentlich nicht in die Kategorie des anspruchsvollen Journalismus, den sich diese Seite hier verschreibt. Das nur soweit als freundlichen Hinweis und Feedback meinerseits. Ich weiß das Bemühen um gute und genaue Recherche sehr zu schätzen und dieser ist einer der sehr wenigen Artikel auf diesem Blog, wo es m. E. zu kurz kam. 🙂

  9. chris321 sagt:

    Bin gerade auf einer Entwicklermesse. Wie klein ist sie doch relativ geworden wenn man mal die Anfangsjahre der CeBit im IT-Bereich bedenkt als das auch noch eine Entwicklermesse war.

    Und enorm viele ausländische Entwickler. Die Asiaten mit ihrer Microelektronik waren schon immer da. Die Inder bzw. allgemein diese Gegend hingegen wie Pakistan etc. nimmt massiv zu. Wie ich oben sagte: Die mittlere Schicht wird immer stärker von den Asien übernommen. Wenn man dann ein Angebot braucht, wird man „von den Indern“ sofort auf einen Deutschen „geroutet“.

    Und die deutschen Entwickler? Ich habe eine Firma auf der Messe als Aussteller getroffen wo ich damals ein grösseres Projekt hatte, ist schon wieder 14 Jahre zurück. Wir haben uns unterhalten: 12 waren es damals, jetzt sind es ca. 50 Leute. Ich fragte wie sie sich so weiter entwickelt haben. Oh, sagt der Chef, wir sind jetzt ganz gross im Drohnengeschäft und Militär aktiv. Sage ich: Nun, bei den vielen Kriegen und von wegen Smart Weapons ist das ja auch kein Wunder. Wird dann logischerweise mal in einem EMP-Krieg enden oder? Ja, meint dieser Chef, es wird zum elektronischen Krieg und EMP unweigerlich kommen. Aber: Wir machen das hier und wenn wir es nicht machen, dann machen es andere … Ich habe zu diesem Kommentar nichts gesagt! Ich fragte wie es an anderen Stellen weiter gegangen ist, ob sie die Entwicklung im Osten z.B. Ungarn weiter ausgebaut haben usw. Nein! Und das ist auch meine allgemeine Erkenntnis: Die Osterweiterung ist out. Der Osten, wow war das damals eine Welle und jetzt: aus! Das deckt sich auch mit den miserablen griechenlandgleichen Zuständen die ich z.B. von Ungarn regelmässig höre und den Abzug von Grossen aus Osteuropa. Fragt dieser Firmenchef: Und Dein Mädel was Du damals im Osten kennen gelernt hast? Ich sagte: Oh, wir sind jetzt schon seit 10 Jahren verheiratet und Kind! Hat ihn gefreut! Haben wir uns noch viel über die alten Zeiten unterhalten, war sehr interessant. Was sie jetzt einsetzen, wo sie heute die Arbeit hin auslagern und was sie selbst machen usw. Auch hier ein klarer Trend über die letzten Jahrzehnte dass man wieder zurück nach Deutschland in die eigenen 4 Wände gekommen ist. Qualität, Wissensdiebstahl etc. das waren wichtige Faktoren bei vielen die ich kenne. Deckt sich auch bei mir mit der Auftragsmigration wieder von Ost nach West.

    Man könnte jetzt noch viel zum Thema Entwicklung in DE sagen, aber wie ich oben sagte: Wenn man die Entwicklung an sich verbessern will, muss man die Fettschicht die sich um den Entwicklungskern gebildet hat los bekommen. Sorry, dass ich es so brutal formuliere. Diese Schicht wird immer dicker und frecher und sieht überhaupt keinen Grund in ihrer Schnittstellenfunktion zum Kunden mal abzuspecken und sich zu mobilisieren. Es gibt jetzt mal abseits des Garagenentwicklers ein grosses Problem mit dieser Zwischenschicht als Kommunikationsschicht zwischen dem Entwickler im Kern und dem Kunden draussen. Der Entwickler kann deren Schicht nicht überbrücken, diese Schicht muss ihm helfen / zuarbeiten / gescheit kommunizieren. Diese Schicht hilft schlecht, tut sich in erster Linie wie eben so eine Fettschicht fast nur daran denken noch mehr für sich selbst fett einzulagern. So klappt das nicht. Es sollte eine anerkannte ISO-Zertifizierung her damit hier von Seiten der willigen Firmen Druck zur Diät und zu einer Dienstleistungsqualität entsteht. Wir brauchen als Entwickler deutlich bessere Leute in der Schnittstelle von uns zum Kunden und zurück. Diese derzeitige Schicht bekommt man aber wie bei einer Diät nur schwer wieder runter. Ohne Druck wird da nichts kommen ausser dass diese Schicht noch mehr für sich fordert und noch mehr Egoismus an den Tag legt. Wie ich sagte gab es früher mehr den gemeinsamen Gedanken des „Dienstes an der Allgemeinheit und am Kunden“. Das muss wieder kommen! Das kommt aber nicht, wenn man so eine Fettschicht dazwischen hat die alles von innen und von aussen kommende nur noch AUF SICH SELBST BEZIEHT und damit erstickt.

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