Anleihenmarkt: Irland besteht die Feuerprobe

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Im Papstgetümmel ist die Meldung leider etwas untergegangen, Irland konnte sich heute am Markt mit einer vierfach überzeichneten Auktion refinanzieren. Es wurden 10-jährige Anleihen für 5 Milliarden Euro ausgegeben, diese notieren mit einer Durchschnittsrendite von 4,15 %. Finanzexperten sprechen von einer triumphalen Rückkehr des Landes, in Anbetracht der Sicherheit durch die Europäische Zentralbank, ist das jedoch etwas überzogen dargestellt. Die Märkte haben sich lediglich eine gute Rendite mit minimalem Risiko gesichert. Noch ist Irland damit nicht über den Berg, aber zumindest der Testlauf war erfolgreich.


Es war das erste Mal seit der Rettung Irlands durch den Rettungsschirm, dass man sich an den Kapitalmärkten frisches Geld besorgte. Finanzminister Michael Noonan feierte den Erfolg als ein „außerordentliches Ergebnis“ und gab an, dass der Refinanzierungsbedarf für das laufende Jahr damit nun weitestgehend gedeckt sei, es bestünde noch eine Lücke von etwa 1,5 Milliarden Euro. Aufgrund der hohen Überzeichnung gebe man sich aber optimistisch, auch den Rest der notwendigen Anleihen erfolgreich zu platzieren.

Bald laufen Hilfsprogramme für Irland aus, jedoch kann man auf Unterstützung seitens der EU-Kommission und dem ESM hoffen. Diese erwägen eine Verlängerung der Fristen für die Rückzahlung. Durch die parallel laufenden Rückzahlungen könne das Land sonst vielleicht überfordert werden, schreibt Reuters. Für 2014 wären 10,6 Milliarden Euro fällig, was auf 5,6 Milliarden reduziert würde, wenn die Rückzahlungen verschoben werden.

Der Optimismus von Bankern, Markteilnehmern und dem irischen Finanzminister teilen wir nicht. Es ist lediglich eine konsequente Reaktion, die hoch verzinsten Anleihen zu zeichnen, da die EZB über Anleihen-Käufe am Sekundärmarkt als Garant parat steht. Sollte die EZB als Sicherheit ausfallen, hat die Eurozone bereits ganz andere Probleme. In Anbetracht des BIP jedoch trotz allem eine gewaltige Summe, die dort eingesammelt wurde.

Carpe diem

Quelle: http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE92C01720130313

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