Bitcoin: Spekulation oder Lösungsansatz?

„Wir haben unser Geld und unser Vertrauen in ein mathematisches System gesteckt, das keine menschlichen Fehler und politische Einflussnahme kennt“(1)

Zum Thema Bitcoin, welches als regionale Währung des Internets bezeichnet wird, hatte Cheffe schon vor ca. 2 Jahren einen Artikel geschrieben, und ich möchte das Thema an dieser Stelle nochmals aufgreifen um dieses kritisch zu beleuchten. Denn ich möchte vor allem die Frage beantworten inwieweit Bitcoins eine wirklich Alternative zum jetzigene Geldsystem darstellen und eine Geldfunktion im tatsächlichen Sinne erfüllen können oder nicht. Meine Aufmerksamkeit zu diesem Thema wurde durch den Crashartigen Absturz des Bitcoin Kurses am 11.04.2013(2) geweckt und ich habe mich durch unzählige Quellen eingelesen um dieses komplexe Thema verstehen zu können. Im Grunde ist es wie mit unserem Geldsystem. Die Mehrheit der Bürger versteht das Prinzip der Geldschöpfung und des Nachschuldnerprinzips nicht, und reduziert das Geld auf Münzen und Zettel aus Papier, die angeblich einen bestimmten Wert besitzen. Natürlich ist das nur auf ein Konsens beruhende Halluzination, aber irgenwann wird diese Halluzination zum Albtraum wie uns die Geschichte öfters gelehrt hat.

Zunächst möchte ich mit einer kleinen Einführung zur e-Währung Bitcoin beginnen. Weitere Details können von den u.g. Quellen entnommen werden. Ein Bitcoin soll eine Alternative elektronische Geldwährung sein, die nur auf einem kryptografischen Beweis basiert, ohne Notwendigkeit auf Mittelsmännern wie z.B. Banken zu vertrauen, was das Geld auf der einen Seite sicher macht und auf der anderen Seite ohne große Transaktionskosten transferiert werden kann.(3) Der grosse Vorteil bei Bitcoins ist aber, dass Transaktion anonym abgeschlossen werden können. Dezentralität, die durch Peer-Peer Netzwerken gewährleistet wird, verhindert damit auch die Abhängigkeit zu zentralen Instanzen, wie es bei unserem aktuellen Geldsystem der Fall ist. Mit dem Einsatz von Peer-to-Peer Netzwerken wird auch das Problem des Double-Spending von Geld gelöst, weil ein dezentrales Kontobuch jegliche Übermittlung von Geldeinheiten im Netzwerk aufzeichnet.(3) Die Aufnahme von Transaktion in diesem Verzeichnis erfolgt durch die Erzeugung einer kryptografischen Signatur basierend auf einem „Proof of Work“ Verfahren, die von allen am Bitcoin-Netzwerk teilnehmenden Rechenknoten gemeinsam geleistet wird.(3) Damit wird auch der Single Point of Failure, dass häufig bei zentralen Systemen vorkommt, umgegangen. Der Designer der Bitcoin-Architektur Mr. Nakamoto hat damit ein Verfahren entwickelt, bei dem die Knoten dieses Netzwerks, die sich zunächst gegenseitig nicht vertrauen, einen gemeinsamen Konsens über die Gültigkeit der finanziellen Transaktionen finden. (4)

Um an Bitcoins zu gelangen, ergeben sich zwei Optionen:

1. Bei der ersten Option wird Geld durch die am Netzwerk angebundenen Rechnern mit entsprechender Grafikkartenleistung geschaffen. Dieses mathematische Verfahren wird im Bitcoin-Jargon Mining genannt, was aber nichts mit der Schürfung von Geld zu tun hat.(3)

2. Die zweite Option um an Bitcoins zu gelangen, ist es handelsübliche Währungen wie z.B. Euro oder USD gegen Bitcoins zu tauschen. Hierfür existieren zahlreiche Wechselstuben im Internet. Die größte und bekannteste Wechselstube ist MtGnox, die ihren Sitz in Japan hat.(5)

Sind Bitcoins Geld im Sinne der Giralgeldschöpfung?

 Wie im Punkt 1 oben erläutert, werden Bitcoins durch Mining geschaffen, in dem bereits am Netzwerk angebundene Computer ihre Rechenleistung für die mathematische Berechnung des Algorithmus zur Verfügung stellen. Da die Menge an Bitcoins von vorneherein auf 21 Millionen festgelegt ist, können Bitcoins aber nicht für die Kreditschöpfung herangezogen werden. Daher sind Bitcoins für die Wirtschaft keine Option, weil der zeitliche Faktor des Kredits und die entsprechende Schuldentilgung nicht berücksichtigt werden können. Es ist quasi nicht vorgesehen, Zeit zu finanzieren, Haftungsräume ins leben zu rufen aus denen erst Geld geschaffen werden kann. Darüber hinaus kann der zusätzliche Bedarf an Bitcoins nur durch den Erwerb gedeckt werden. Vermögen für die Bitcoin-Eigentümer wird damit  erzielt, in dem ein begrenztes Angebot auf eine steigende Nachfrage trifft. Damit könnte man schlussfolgern, dass das Bitcoin-System einem Schneeballsystem gleicht, da jeder nachfolgende Eigentümer  immer mehr für die Bitcoins bezahlen müsste, bis das System crasht. Bitcoins stellen somit kein Geld im Sinne der Giralgeldschöpfung dar, sondern eine spekulative Ware.  Damit Bitcoins als Geld im Sinne Giralgeld fungieren kann, wäre ein Kreditmarkt notwendig.

Nichtsdestotrotz gibt es dafür Gedankenansätze, wie so ein Kreditmarkt für Bitcoins definiert werden könnte.(6) Bei diesem Ansatz gäbe es eine Bitcoin-Bank, die Bitcoins entgegen nimmt und einen Beleg für das Guthaben ausstellt. Damit einhergehend kann die Bank die eingenommenen Bitcoins an die Schuldner verleihen. Durch den wirtschaftlichen Kreislauf gelangen die Bitcoins wieder als Guthaben zurück zur Bitcoin-Bank. Im Laufe der Zeit enstehen durch die Kreditschöpfung eine immer grössere Guthabenmenge, die die Bitcoin-Menge im Tresor der Bank deutlich übersteigt. Dann hätten wir als Resultat das sogenannte Fractional-Reserve Banking, welches in unserem jetzigen Geldsystem zur Anwendung kommt.(6) Damit würde das dezentrale System ad acta gelegt werden müssen, weil das Vertrauen einzig und allein auf einer privaten Institution ruhen würde.  Diese private Institution könnte im Gegensatz zum Peer-to-Peer Modell das Vertrauen zweifelsohne missbrauchen. Somit könnte die Bitcoin-Bank nur dann funktionieren, wenn es staatlich reguliert und sanktioniert werden  würde. Das wäre eine völlige Abkehr von einem offenen und staatsunabhängigen peer-to-peer Geldsystem. Ein zweite Jekyl Island Kreatur wäre die Folge.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die e-Währung Bitcoin ein sehr interessanter Gedankengang ist, welches man weiterverfolgen sollte. Um es aber als wirkliche Alternative zum jetzigen Geldsystem verwenden zu können, sind noch einiges an Aufbauarbeit und Änderungen in der Architektur notwendig.

Ergo, wird mit dem  Erwerb von Bitcoins zwar Anonymität erkauft, aber den freiheitlichen Grundgedanken, welches man mit Bargeld und Edelmetallen hat, können Bitcoins leider nicht ersetzen.

Carpe Diem,

Erkan

 

(1) http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article115234352/Zuckerbergs-Erzfeinde-sind-zurueck-mit-Bitcoins.html

(2) http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/11/bitcoin-crash-internet-waehrung-im-freien-fall/

(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin

(4) http://bitcoin.org/bitcoin.pdf

(5) https://mtgox.com/

(6) https://en.bitcoin.it/wiki/Fractional_Reserve_Banking_and_Bitcoin


7 Responses to Bitcoin: Spekulation oder Lösungsansatz?

  1. plissken sagt:

    ich habe zwar nicht wirklich Ahnung aber der artikel hier greift etwas zu kurz.

    1)ist die Abschaffung der physikalischen währung und ihr Austausch durch digitale Währung ein Ziel der eliten
    2)das zitat der facebook zwillinge ist quasi 1:1 das Credo der banker ,dass man ein geldsystem will dass frei von menschlichen Fehlern u politischer einflussnahme(deshalb schickt goldman seiner banker wie monti,draghi u co auf uns los)
    gib mir die kontrolle über die währung eines landes u es ist mir egal wer die gesetze macht(a m rothschild)
    3)die banker u eliten geben sich alle mühe zu betrügen,geld zu waschen,ihre epuren zu verwischen:mit bitcoin wäre ihre transaktionen nicht mehr zurückverfolgbar.
    4)die währung ist 100% faschistoid u passt 100% in die nwo agenda.
    75-90% aller menschen besitzen entweder gar nicht die Hardware,die infrastruktur oder ihre hardware ist zu schwach um zb bitcoins zu minen-dh sie schliesst per se einen grossen teil der menschheit aus.
    5)bitcoin wird quasi von einer zentralen person an zentraler stelle(mt gox dirigiert u als letzte woche der bitcoin abstürzte hat man mt gox gezypernt-für mehrere tage geschlossen
    6)durch das digitale mining kommt der verdacht auf,dass die mit den stärksten rechnern(regierungen banker)am meisten bitcoins generieren können.
    da der gleichzeitige massive sell off an bitcoins den kurssturz verursacht hat(ähnlich wie aktuell bei gold u silber)ist die möglichkeit gross dass diese schon einen grossteil der bitcoins besitzen ,regelmässig teuer im peak verkaufen und beim low wieder massiv kaufen u so immer mehr bitcoins controllieren.

  2. Schwarzblut sagt:

    Der ist doch auch dabei derzeit sich abzusägen…wobei das Ganze mit dem Bitcoine irgendwie total an mir vorbei gegangen ist…hab halt nur in letzter Zeit gelesen das sich das Zeug in Nichts auflöst gerade…

  3. Jarkheld sagt:

    „Der grosse Vorteil bei Bitcoins ist aber, dass Transaktion anonym abgeschlossen werden können.“

    Das genaue Gegenteil sit der Fall! Alle Tranksaktionen sind permanent nachvollziehbar.

  4. Erkan sagt:

    Hallo Jarkheld,

    es gibt Wege anonym mit Bitcoins Transaktionen abzuwickeln. Deswegen sagte ich ja in meinem Satz, man kann..
    Hierzu gibt es im Internet Wege anonym im Internet zu surfen, dann ist es nicht möglich IP-Adresse bzw. Bitcoin-Adresse einer Person zuzuordnen.
    Mehr Infos hier auf der Seite:
    https://www.anonym-surfen.de/help/premium_jondo4.html

    Gruss,
    Erkan

  5. Tester sagt:

    Nein, man kann höchstens über den Provider den Verlauf wiederherstellen, aber um das ganze nachzuvollziehen müsste der komplette Internetverkehr gefiltert und dann die gefundenen Transaktionen auch decodiert werden.

    Es gibt noch keinen Supercomputer der auch nur ansatzweise dazu fähig wäre.

  6. Tester sagt:

    Erkan, die ganzen Anonymizer kommen von den Regierungen, das hilft nicht und ist bzgl. Bitcoin auch nicht mal nötig, da nur ein hash-code gesendet wird.

  7. gotlife sagt:

    ein großer hinweis ist doch dass bitcoins ein relatives insider thema war, sehr sehr lange

    wie gold und kalteenteignung 😉

    aber soviel potenzial bitcoins haben so unzuverlässig sind sie, ich bleib bei silber und gold, egal wie der preis ist, du kaufst nie falsch

    grüße und frieden

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