Deutschland: Abrissbirne gegen den Mittelstand

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Der sensationelle Aufstieg und Wohlstand in Deutschland sehen sich ihrem Ende gegenüber. Seitens der Politik wird eigentlich alles unternommen, um die treibende Kraft Deutschlands – den Mittelstand – mit der Abrissbirne einzuplanieren. Ob es an nahezu grenzenlosem Unvermögen liegt oder dahinter ein System steht, mag jeder für sich selbst entscheiden. Sicher ist jedoch, lange kann all das nicht mehr funktionieren. Der Mittelstand ist das Rückgrat der Gesellschaft, langsam droht dieses zu brechen. Wie lange wird die Leistungsbereitschaft noch anhalten, bis der Staat auch das letzte Fünkchen Hoffnung zu Nichte gemacht hat?


Bedingt durch meine eigene Selbständigkeit kenne ich auch viele Unternehmer. Während man früher sagen konnte, „Klappern gehört zum Geschäft“, sind mittlerweile viele Unternehmer am Rande der Resignation. Wer noch mit ehrlicher Arbeit sein Geld verdient, braucht sich um Rückenschmerzen wegen dem Geld unter dem Kopfkissen keine Gedanken zu machen.

Normal müsste man davon ausgehen können, dass Leistung sich auch auszahlt. Dieses Prinzip wurde seitens der Politik sukzessive ausgehöhlt und abgeschafft. Es gibt unterschiedlichste Gründe dafür, einige wollen wir in diesem Artikel ansprechen.

Neben den hohen Steuerlasten kommt besonders erschwerend der „legale Steuerbetrug“ der Bundesregierung hinzu. Wer nicht einen wirklich fähigen Steuerberater hat oder selbst laufend am Ball bleibt, findet sich sehr schnell in einer Situation wieder, in der er bereits ausgegebenes Geld abermals als Einkommen versteuert. Während früher noch unterschiedliche Formen der Abschreibung – je nach Bedarf – möglich waren, wurden im Laufe der Jahre zum Beispiel die degressive (am Anfang viel – zum Ende abnehmend) und die progressive (am Anfang wenig – zum Ende zunehmend) abgeschafft. (Zu differenzieren bei Körperschaften.)

Jemand, der beispielsweise ein Unternehmen gründet und hohe Anschaffungskosten hat, aber wenig Gewinn, bräuchte eine progressive Abschreibung. Mit der nunmehr rein linearen Abschreibung ist wenig geholfen. Sehr schnell zahlt man dann Steuern auf Geld, welches man bereits investiert hat. Die Nebenkosten für Mitarbeiter sind kaum noch außerhalb der Industrie zu erwirtschaften, ohne die Arbeitnehmer zu verschleißen. Das sind nur kleine Teile der Probleme, mit denen sich der Mittelstand auseinandersetzen muss.

Eigentlich sollte man von einem Staat, der vom Mittelstand getragen wird, etwas mehr Pflege und Fürsorge erwarten können und nicht den permanenten Aderlass bis zum totalen Ausbluten. Hier möchte ich kurz ein paar Daten einblenden, um zu zeigen, wie die Realität aussieht.

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An dieser Stelle wird recht deutlich, wer diese Nation wirklich trägt. Die Industrie ist es nicht. Auch sind die Großunternehmen sehr gut darin, sich der Steuer zu entziehen, während auf die „Kleinen“ zur Jagd geblasen wird. Neben all diesen Dingen wird den Unternehmern das Leben noch mit immer stärker wachsenden Auflagen schwergemacht und überall am Wegesrand lauern noch die Piraten aus Berufsgenossenschaften und anderen „Vereinen“, die nur das Beste der Unternehmer wollen. Normal sollte man meinen, diese Form der Fürsorge wäre wenn eine staatliche Aufgabe – weit gefehlt.

Jeder Arbeitnehmer kann nur hoffen, niemals in die Lage versetzt zu werden, bei der Berufsgenossenschaft tatsächlich Leistungen beziehen zu müssen. Dieser Weg kann sehr mühsam und steinig werden.

Wirft man einen Blick auf die Masse, ist von dem damaligen Wohlstand des Mittelstandes nicht mehr viel übrig geblieben. Natürlich bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel, aber die goldenen Jahre sind eindeutig vorbei. Immer wieder kommen Vorstöße aus der Politik, auch die Krankenkasse und Altersvorsorge der Unternehmer zu vergemeinschaften, aus Sicht des Arbeitnehmers vielleicht sogar nachvollziehbar. Betrachtet man das aus dem Unternehmerlager, eine weitere Frechheit – nicht mehr. Sicherlich hat sich das Bild auch im Arbeitnehmerlager etwas gewendet, da viele Angst um den Job haben, allerdings ist beim Großteil der Unternehmer krank erst dann angesagt, wenn wirklich nichts mehr geht. Das wirkt sich natürlich auch auf die Beiträge und die entsprechenden Leistungen aus.

Was die Altersvorsorge angeht, wird es vermutlich noch ein böses Erwachen geben für die Selbständigen. Ob man nun in Immobilien angelegt hat, bei denen ein Zugriff durch den Staat in der nahen Zukunft mehr als wahrscheinlich ist, oder in Lebensversicherungen, welche in den echten Sturm erst noch hineingeraten werden – dort stehen schwere Zeiten bevor. Bereits jetzt ist der Immobilienbesitz außerhalb der Metropolen eigentlich die Höchststrafe. Auflagen zur Sanierung, Wärmedämmung oder auch hier die Abschreibungszeiten, gepaart mit mangelnder Bereitschaft, Miete zu zahlen und noch Kosten zu verursachen, bereiten wenig Freude. Es würde zu sehr ins Detail gehen, all die legalen Betrügereien des Staates hier nieder zu schreiben, daher all das nur am Rande.

Die meisten mittelständischen Unternehmer, die ich kenne, bilden nicht mehr aus. Mangelnde Leistungsbereitschaft, häufige Abwesenheit und hohe Kosten, um später den Mitarbeiter an die besser zahlende Industrie zu verlieren, das mag sich kaum noch jemand antun. Jetzt könnte man kontern, dann sollen die halt besser bezahlen und bereits hier beißt sich die Katze bereits wieder in den Schwanz. Um die Rechnung einfacher zu machen, nehmen wir den Nettolohn einfach pauschal mal zwei, um die gesamten Kosten für einen Mitarbeiter zu errechnen. Je nach Lohnsteuerklasse, Kindern etc. differiert das etwas, aber die Größenordnung passt schon ungefähr. Nehmen wir einen Nettostundenlohn von 13,50 Euro bei einem Elektro-Gesellen. Bei einer 100 % Auslastung ohne Krankheit und Urlaub muss also bereits 27,- Euro auf dem Stundenzettel stehen, ohne dabei auch die Kosten für Fahrzeuge, Versicherungen, Werkzeug und all die anderen Dinge zu berücksichtigen. Der Unternehmer selbst hat dort noch keinen Cent verdient. Ich kenne niemanden, der bei Mitarbeitern eine 100%-Auslastung hat und auch würden diese das sicherlich nicht lange durchhalten. Ich hoffe, es wird klar, worauf ich hinaus will.

Gerne möchte ich hier ein Zitat von Churchill einfügen, dass es sehr gut auf den Punkt bringt:

Der Unternehmer

Es gibt Leute, die halten den Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsste.
Andere meinen, der Unternehmer sei eine Kuh, die man ununterbrochen melken könne.
Nur die Wenigsten sehen in ihm das Pferd, das den Karren zieht.

Wenn der Staat nicht bald den Rückwärtsgang einlegt und Unternehmer entlastet, wird der Mittelstand unter der Gesamtlast zusammenbrechen. Das überbordende Sozialsystem, ein sich selbst verwaltender Wasserkopf und der ständige Aderlass sind dabei, die Stütze dieser Nation zu erdrosseln. Ohne einen gesunden Mittelstand wird Deutschland den Beispielen von Griechenland, Portugal oder Spanien folgen und der Wiederaufbau dürfte Generationen kosten. Es ist Zeit zu handeln und es bleibt nicht mehr viel.

Carpe diem

Bildquelle: Wiki – Paul Goyette


10 Responses to Deutschland: Abrissbirne gegen den Mittelstand

  1. Schwarzblut sagt:

    Gab mal nen tolles Computerspiel aufm Amiga vor vielen Jahren, ka wie das jetzt hieß, da ging es darum das nur noch 4 oder 5 riesen Konzerne alles kontrollieren und produzieren was benötigt wird.

    Denke die Idee verfolgt die Politik. Das geht eben einfacher wenn man alles privatisiert um “ Konkurenz “ vor zu täuschen,dabei gehen die ganzen kleinen baden, die großen fusionieren undletztendlich bleiben nur ein paar Megakonzerne übrig…die Mittelschicht hatte also nie wirklich eine reale Chance zu überleben und geht nun ihren geplanten Tod entgegen

  2. Perseus44 sagt:

    @Schwarzblut

    Das sehe ich anders, der Mittelstand hat reelle Chanchen zu überleben, er müsst sich nur wehren. Da aber der Nachwuchs mittels Studium faktisch verblödet wird, das würde sich nimmer rentieren usw, man muss alles anders machen etc. was ich an genug Beispielen auch kenne, vor allem Wachstum, Wachstum usw um jeden Preis. Das kann nicht gut gehen. Auch ein paar wenige Megakonzerne kann auf Dauer nicht funktionieren, in dr Vergangenheit gabs geng Beispiele dafür, was hier passieren kann.

    Gruss
    Perseus

  3. tom sagt:

    … stimme ich dir zu Perseus, – bis auf die letzte Hälfte deines letzten Satzes der so lauten müsste: „… in der Vergangenheit gab es genug Beispiele dafür, was hier passieren wird.

  4. Flow sagt:

    Erst totales Chaos,
    dann die neue Ordnung !

    NWO …

    Ist längst Realität ! Wir befinden uns quasi im „Endgame“ ; dazu gehört eben auch, erst mal alles platt machen, die Großen und Starken bleiben über und diktieren dann dem Rest wie `s läuft ! Am liebsten wäre es der Elite, das so viele Menschen wie möglich verrecken …
    Was übrig bleibt nennt man dann “ Kontrollierte Armut „

  5. EuroTanic sagt:

    Wie unsere westliche Wirtschaft funktioniert kann man schön an dem Spiel Monopolie veranschaulichen. Am Ende gehört immer Einem Alles. Der Rest hat nichts mehr.

  6. Berg sagt:

    Sozialrassismus in allererster Güte:

    dazu fällt mir echt nix mehr ein.

    Laut einiger Medienberichte wollen zahlreiche Autoversicherer bis Ende diesen Jahres entsprechende Tarife für Geringverdiener, Schuldner oder Hartz IV-Bezieher einführen. Diese sollen nicht etwa sinken, sondern zum Teil massiv steigen. Die Versicherungskonzerne begründen den Schritt damit, dass Versicherungsnehmer mit einer „schlechten Bonität“ angeblich mehr Unfälle verursachen würden.

    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/autoversicherung-wird-fuer-hartz-iv-bezieher-teurer-9001414.php

  7. Irmonen sagt:

    Die Abrissbierne für den Mittelstand
    Der Ausverkauf Deutschlands, deutscher Firmen an Russen, Inder, Araber, Chinese.

    In großem Stil wird aufgekauft was zu haben ist. MItnichten bedeutet das inDeutschland zu inverstieren und für das weitere Wohlergehen von Firmen und Mitarbeitern zu sorgen. Überwiegend wird Wissen abgezogen und die Güter dann in einem Land mit billigeren Löhnen produziert.

    Die Pigisierung – also das sich Einreihen in den Untergang ala Griechenland, Zypern, etc. ist auch für Deutschland nicht aufzuhalten.

  8. Polygon sagt:

    Mich würde mal so eine Kalkulation der gesamten Kosten eines Unternehmes interessieren. Eventuell anhand eines Beispiels. Damit man mal paar Zahlen zur Veranschaulichung hat.

    Der Arbeitetnehmer schimpft auf den Unternehmer und umgekehrt.. und oben Sitz der Staat und dreht weiter an der Abgabenschraube. Wenn man den Menschen den Irrsinn nicht vermitteln kann, dann wird es auch nicht besser.

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