Totale Überwachung: Jetzt oder nie, der Showdown läuft

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Stück für Stück bahnt sich der Skandal über die totale Überwachung seinen Weg an die Öffentlichkeit. Ein bisschen PRISM, ein wenig Tempora und ein Hauch von Orwell finden den Weg in die Medien. Der Skandal ist so groß, er lässt sich nicht mehr verheimlichen. Die Täter – auch Geheimdienste genannt – dementieren nicht einmal mehr, das alles sei notwendig, um der omnipräsenten Terrorgefahr Rechnung zu tragen. Acht Milliarden Erdenbürger unter Generalverdacht. Die Grenzen zu einem Polizei- und Überwachungsstaat sind weit überschritten, die Bürger sehen es gelassen. Edward Snowden hingegen – der all das an die Öffentlichkeit brachte – ist auf der Flucht, gegen die mächtigsten Geheimdienste der Welt. 


Die Apathie der Masse sorgt für die von mir befürchtete Legalisierung der totalen Kontrolle. „Was habe ich schon zu verbergen“ ist die allgemeine Meinung. Immerhin haben die Geheimdienste ja gesagt, man schaut nur bei akutem Verdacht genauer hin? Wollen sie das den Diensten glauben, die bereits seit Jahren im Verborgenen alles abhören und die Bürger darüber im Dunkeln lassen – also eigentlich belügen? Ich denke nicht, es hat sich ein Netzwerk entwickelt, welches alles für den eigenen Erhalt tun wird. Es ging nie um den Schutz der Bürger. Es ging darum, die korrupten Machtstrukturen zu schützen und zu erhalten.

Der einfache Bürger hat keinerlei Verständnis dafür, wie all die Daten verwendet werden können und das ist auch besser so, denn schlafen könnte er bestimmt nicht mehr. Serien wie CSI und Co. geben nur einen kleinen Überblick der Möglichkeiten, die bereits völlig veraltet sind. Aber dort werden ja auch nur Bösewichte gejagt, also alles in Ordnung.

Betrachtet man jetzt jedoch zum Beispiel Edward Snowden, ist das mit dem Bösewicht fraglich. Er zeigte auf eine Spitze des Eisbergs, wegen illegaler und flächendeckender Überwachung. Nicht um sich zu bereichern, sondern um die Zukunft der Menschen vor der totalen Kontrolle zu schützen. Er kam seiner Bürgerpflicht nach und wird nun den Rest seines Lebens auf der Flucht sein, ein sehr hoher Preis. Er war bereit, den Preis zu zahlen, in der Hoffnung, es würde sich etwas ändern. Bisher scheint er das Risiko fast umsonst eingegangen zu sein, niemanden stört die Überwachung.

Es ist an der Zeit zu verstehen, PRISM oder Tempora sind nur Synonyme für eine totalitäre Überwachung. Bereits jetzt werden Datenbanken zu allen Bürgern angelegt, Big Data bekommt eine völlig neue Bedeutung. Nutzen die Menschen diese Steilvorlage nicht, um sich die Privatsphäre und Freiheit zurück zu erobern, wird es endgültig zu spät sein, um der totalen Überwachung zu entgehen. Die Aktivisten werden sich durch Ausstieg aus der digitalen Welt zum Teil noch für eine Weile entziehen können, aber das Endergebnis wird erdrückend sein.

In meinen Augen ist Snowden ein Held, der jeden Support verdient hat, den man ihm nur geben kann. Die USA erpressen die Nationen, welche ihm Asyl gewähren wollen und früher oder später wird man ihn bekommen. Der Mann hat sein Leben riskiert und aufgegeben, um der Zukunft eine Chance zu geben, nun ist es Zeit für eine Rückzahlung. Uneingeschränkte Solidarität und Proteste gegen Big Brother sind ein Muss. Versagen die Menschen in diesem Fall, wird niemand mehr freiwillig gegen dieses System ins Feld ziehen, wozu auch, wenn es eh keinen interessiert.

Erteilen Sie den Regierungen eine Absage und fordern Sie Ihr Recht auf Freiheit und Privatsphäre, sonst werden Sie dieses Recht verwirken.

Carpe diem

PS: Ich blicke voller Sorge in eine Zukunft die nicht erstrebenswert ist.


68 Responses to Totale Überwachung: Jetzt oder nie, der Showdown läuft

  1. chris321 sagt:

    @Asgard

    Als es noch keine umfassende Offenheit gab, existierte eine begrenzte, für zu Hause, den kleinen Kreis. In kleinen Gruppen wurden im eigenen Saft Ideen ausgekocht, die mitunter sehr zweifelhaft und nebulös waren. Da sie sich nicht mit anderen Auffassungen im Streitgespräch messen konnten, schwollen diese Gedanken an, die Menschen pumpten sich mit ihnen voll, wurden davon schwerfällig, taub und stur. Jetzt kommt das alles langsam hoch, es werden Reden gehalten, Artikel veröffentlicht. Man kann sich die Gegenmeinungen anhören, sich selbst von aussen betrachten, das Richtige, Begründete in seinen Auffassungen vom Falschen, Scheinbaren und mitunter einfach Visionären trennen.

    Die Furcht vor Konflikten ist der Charakterzug von Menschen, die Gruppenverhalten, routinehaftes Denken gewöhnt sind, die unbewusst spüren, dass jeder Konflikt, wenn er normal, folgerichtig und demokratisch abläuft und analysiert wird, schliesslich ihre Inkompetenz oder sogar Schuld zutage fördert. Daher die Reaktion: „Es war nichts, es hat nichts gegeben“. Konflikte wurden nicht gelöst, sie wurden eingelullt, verschleiert, geglättet, in Demagogie wie in Watte verpackt … Die Wellen verliefen sich. Doch irgendwo dort unter der Oberfläche brodelt es, kam es zu Zusammenstössen. Aber bis dorthin drang ja fast niemand vor. Dann begannen die „Ausbrüche“ – die Fälle Usbekistan, Rostov … Tschernobyl.

    Übersetzt aus Literaturnaja Gazette 1986 (Zeit Glasnost und Perestroika)

  2. steen1888 sagt:

    Das tue ich, ich habe 1 mal meine Verwandtschaft in Amerika besucht und mir schon gleich geschworen, dort nie wieder einen Fuß reinzusetzen.
    Ich habe es noch nie verstanden, warum Amerika als ein tolles Land gesehen wird. Vor allem aber die „ältere“ Generation kann es nicht akzeptieren, dass Amerika eben nicht nur der große Retter Deutschlands war. Das merke ich immer, wenn ich darüber mit meiner Eltern, bzw. Großelterngeneration diskutiere.
    Für mich ist Amerika ein „Schurkenstaat“ und diese Meinung vertrete ich auch immer wieder, auch auf die Gefahr hin, als „Kommunist“ abgestempelt zu werden. Ich habe genug Argumente bereits gefunden, um Amerika als „Schurkenstaat“ bezeichnen zu können.

  3. joca sagt:

    mmmh,
    also 2. Phase fehlte:

    – Belustigung, Lächerlichkeit

    Zu deiner Frage: Ich gehöre zu den „wenigen“, welche sich aktiv gegen z.B. Fingerabdrücke in Reisepässen, Haushaltssabgabe, Behördenwillkür zur Wehr setzen. Ich habe über 10 Jahre aktiv versucht meine Mitmenschen über die horrenden Mißstände zu informieren. Den „Erfolg“, resp. Mißerfolg kennt glaube ich, fast jeder hier.
    Mittlerweile glaube ich, dass es größerer Naturkatastrophen bedarf um noch eine Umkehr zu bewirken.

  4. Kommentator sagt:

    Guten Morgen!

    Seit einiger Zeit lese ich hier mit und der angenehme Grundtenor, der hier vorherrscht, hat mich ermutigt, mich mit meiner sicher sehr unbedarften Frage an Euch zu wenden.

    Seit Wochen beherrscht nun der Skandal über die I-net-Überwachung die Medien. Ich habe viel darüber gelesen und verstehe trotzdem etwas nicht so ganz. Ich bin sozusagen ein 08/15 Internet-User, habe also „nichts zu verbergen“. Weder betreibe ich ein Geschäft, noch habe ich terroristische Ambitionen oder ein nenneswertes Vermögen, etc. Ich verstehe nicht viel von PC’s und dem ganzen drumherum, kann das Ding gerade mal nutzen. Wenn es „Fehler“ schreit, bin ich schon aufgeschmissen. Ich habe eine hp über Hunde und auch mein facebook-account wird meist für Veröffentlichung von Bildern unserer Haustiere oder nennenswerten Zitaten aus dem vorlauten Mund meines Nachwuchses genutzt. Nun wird immer wieder vor den Gefahren von Prism etc. gewarnt und ich überblicke nicht, welche Gefahren das für einen I-net-Nutzer meines Formats birgt. Ich glaube, die gleichgültige Reaktion eines Großteils der Bevölkerung auf diesen Skandal, entspringt dem Unvermögen, die Konsequenzen nachzuvollziehen. Ich verstehe die Zusammenhänge auch nicht. Vielleicht mag mir das jemand erklären? Was sollten die denn mit meinen Daten anfangen? Welche Gefahren birgt die Überwachung für einen, aus der Sicht der Geheimdienste, völlig uninteressanten Nutzer? Welche Folgen kann diese Datensammelei für den Einzelnen haben?

    MfG

  5. Jannex sagt:

    Wir sollten uns in der Öffentlichkeit als (Wahrheitsuchende) Inokrieger erkennen.Mit Stickern,Aotoaufklebern,T-Shirts usw.
    Das würde Fragen aufwerfen und Interesse wecken und wäre ein Anfang.
    Gruß Jannex

  6. Jens Blecker sagt:

    Die Konsequenzen des Data-Minings können mannigfaltig sein. Die Dienste wissen am Ende mehr über dich als du selber, denn Datenbanken vergessen nicht. Die Trivialsten Beispiele sind beispielsweise später Krankenkassen die dich hochstufen weil du dir häufig cholesterinhaltige Nahrungsmittel bestellst. Nur als Beispiel. Wer Daten hat, wird diese auch nutzen, das ist sicher.

  7. Erasmus sagt:

    Pizza bestellen geht dann SO. 😀

    http://www.youtube.com/watch?v=_MbOvukVPlw

  8. tugrisu sagt:

    Wie Jens schon geschrieben hat, sind die Konsequenzen allumfassend. Letztendlich verlierst du deine Freiheit! Ich erinnere nur an die DDR und Stasi. Die hat viele Informanten mit Erpressung gewonnen. Mal ganz ehrlich, irgendwo hat jeder ein Geheimniss oder verstößt gegen eines der zahlreichen Gesetze oder Verordnungen…. Muss ja nicht vorsätzlich sein… Und wenn in deinem Umfeld jemand ist, der sich Kontrolle über Netz und Datenbanken entzieht, DANN bist genau DU der Richtige! Und wenn man dann noch ein Geheimniss von dir kennt, kann man dich ganz leicht erpressen…. Wie gesagt, eines von vielen Beispielen.
    Oder du gehst regelmäßig mit deinen Hunden in eine Hundeschule. Andere gehen auch regelmäßig dort hin. Und eines Tages knallt jemand durch und hetzt seinen großen Schäferhund auf einen Volksverräter. Da hat man dich dann ganz schnell am Ars…, weil du dich ja, nach den gespeicherten GPS-Daten deines Handys, regelmäßig mit ihm getroffen hast. Schon bist du plötzlich Mitwisser oder gar Mittäter…. Und dann gibt es noch Überwachungsvideo vom Hundeplatz, wo zu sehen ist, das du dem irgendwas verstohlen zugesteckt hast…. dabei waren das doch bloß Leckerlies für die Hunde, weil er seine vergessen hatte…. Die Behörden werden dir aber erst mal sonstwas unterstellen. Schlißlich kann ja jeder ein Terrorist sein, also DU auch!

  9. Konjunktion sagt:

    Unter Freunden

    Eigentlich heißt es immer unter Freunden vertraut man sich. Man schätzt sich und nimmt gerne einen Rat an oder nimmt sich Zeit füreinander. Nicht jedoch unter den “befreundeten” ReGIERungen der USA, Groß-Britaniens und Deutschlands.

    Nach dem Überwachungsskandal Prism und der Tatsache, dass Deutschland als “Freund” der stärksten Überwachung durch die NSA unterliegt, nun der nächste Hammer. Auch der britische Geheimdienst Government Communications Headquarters (GCHQ) überwacht massivst deutsche Kommunikationswege. So sitzt der GCHQ direkt auf dem sogenannten TAT-14-Glaskabel, das Deutschland via GB mit Nordamerika verbindet. Behilflich bei dieser Aktion war unter anderem das auch in Deutschland tätige Unternehmen Vodafone. Ein Grund mehr keine Geschäfte mit diesem Laden zu machen.

    mehr hier: http://konjunktion.info/2013/06/unter-freunden/

  10. Evey sagt:

    Das ist echt gut!! Erst lacht man darüber und am Ende wenn du dir durch den Kopf gehen lässt, dass die Zukunft unserer Kinder mal so aussehen könnte, kommt dir das heulen. Ich war kurz davor.

  11. Easy sagt:

    Warum Überwachung?
    Ich zitiere mal aus dem Buch EGO von Frank Schirrmacher weil es gerade gut passt.

    „Am Projek „marktkonforme Demokratie“ wird nach Lage der Dinge bereits in fast allen westlichen Industrinationen gearbeitet. Wie bisher die automatisierten Finanzmärkte, die sozioalen Netzwerke und die Suchmaschienen im kommerzialisierten Internet, entwickelt der neue Informationsstaat robotergesteuerte Methoden der Verhaltensvoraussage und Überwachung nach dem Vorbild der Pre-Crime-Analytik.
    Die Ausstrahlungszentren des Informationskapitalismus des 21. Jahrhunderts befinden sich in Silicon Valley und der Wall Street.
    Ein drittes, das mächtigste von allen, das sich unablässig mit den Gedanken von Menschen beschäftigt, aber liegt in Virginia. Dort befindet sich der Sitz der NSA, …. Heute arbeiten die besten Köpfe bei der NSA und Google wirbt dort seine Manager ab.“

    Und wohin soll die Reise gehen?

    …“Einer ihrer wichtigsten Vordenker, obwohl selbst nich Mitglied der NSA, sieht sogar neue konstitutionelle Ordnungen heraufziehen, die die demokratischen Nationalstaaten in ihren Grundfesten erschüttern werden. Philip Bobbit hat für diese neuen Staaten den Begriff „Informations-Markt-Saaten“ geprägt…. Bobbit hat zwei Jahre nach der
    Lehman-Pleite unter dem Applaus von Henry Kissinger, Niall Ferguson und des amerikanischen politischen Etablishment etwas gefordert worauf sich ein finanztechnisch sturmreif geschossenes Europa gerade einstellt. Er entwarf und prognostizierte eine neue „konstitutionelle Ordnung, die den Nationalstaat ablösen wird“, die verwandlung unserer Welt in „Informations-Markt-Staaten“…. Informations-Saaten
    haben eine ganz einfache Borschaft: Gebt uns Informationen über das, was ihr denkt, plant oder konsumieren wollt, und wir werden euch eure Chancen für eure Entfaltung und Karriere geben. Zugleich garantiert der moderne Informations-Markt-Staat nur noch
    minimale Wohlfahrtsansprüche.“

    Terrorbekämpfung wird als Grund zur Totalüberwachung genannt, aber Kontrolle und Profitmaximierung sind das Ergebnis.

  12. Habnix sagt:

    Bürger erhalten wohl kein Recht auf Datenlöschung

    Muss Google auf Wunsch ältere Einträge über Personen löschen? Ein Gutachter des Europäischen Gerichtshofes hat das jetzt verneint – ein allgemeines „Recht auf Vergessenwerden“ gebe es nicht.

    http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article117429789/Buerger-erhalten-wohl-kein-Recht-auf-Datenloeschung.html

    Wie heist es in Ami-filmen immer? Alles was jetzt sagen kann gegen sie verwendet werden.Sie haben das Recht auf einen Anwalt u.s.w.

  13. Erasmus sagt:

    „“Die US-Krankenversicherung Aetna will mit einer neuen App persönliche Gesundheitsdaten für Verbraucher, Unternehmen und Ärzte nutzbar machen.““

    http://www.heise.de/tr/artikel/Neue-Wellness-Anreize-fuer-Arbeitnehmer-1895391.html

    Was geht den Unternehmer an was der Arzt wissen soll????

  14. Newsticker2012 sagt:

    Mittlerweile frage ich mich was“Snowden“ noch in der Pipeline hat.
    Angeblich hat er alles dem Guardian übergeben und der Chefredakteur sagte heute morgen gegenüber CNN das sie sehr viel haben und auch bringen werden aber noch am sichten sind.
    Es kann aber auch sein das es bereits der Briten eine nachrichtensperre gegeben hat…das ist möglich wenn es die nationale Sicherheit gefährdet.
    In jedem Fall scheint die pandorra geöffnet zu sein.
    Hierfür herzlichen dank Mr. Snowden und viel Glück.
    News

  15. Frank H. sagt:

    Hoffe Du kannst Englisch?!
    Du hast gerade deiner eigenen „Hinrichtung“ zugerufen.

    http://investmentwatchblog.com/celente-prism-just-prep-for-something-bigger-hunt-for-undesirables-on/

    Außer Celente hat auch zuvor Globalresearch das Geheimnis um Snowden längst gelüftet.

    Was wissen wir über unsere Lenker? NICHTS außer ein paar Spielkarten.

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