Weltkrieg der Währungen: BRICS planen Devisenintervention

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Was zunächst mit einem Volumen von 100 Milliarden Dollar im Gespräch war, weitet sich zu einem handfesten Weltkrieg der Währungen aus. Eine neue Drohung aus Indien ist purer Brandbeschleuniger im Wettrennen um die Positionierung auf dem Weltmarkt. Neben den „Schwellenländern“ sitzt auch die Türkei mit im Boot, die Lira befindet sich im freien Fall. Eines der Argumente ist die erstarkende US-Wirtschaft und damit einhergehend der Kapitalrückfluss aus den „Emergin-Markets“. Ein Ausstieg der FED aus der lockeren Geldpolitik wird so Rechnung getragen.


Bereits ein Fonds mit einem Volumen von 100 Milliarden wäre eine gewaltige Hausnummer, Dipak Dasgupta – leitender Wirtschaftsberater des indischen Finanzministeriums – bringt allerdings noch ganz andere Summen auf den Tisch. Ohne China würden 1,2 Billionen Dollar an Devisen und mit China gar 6 Billionen für Interventionen zur Verfügung stehen. Bei Reuters heißt es dazu:

Allein vier oder fünf davon verfügten zusammen über internationale Devisenreserven von schätzungsweise 1,2 Billionen Dollar, führte er aus. Gemeinsam mit China wären es sogar mehr als sechs Billionen Dollar.
Sollten die Staaten sich zu einem abgestimmten Vorgehen durchringen, „gibt es keine Macht, die die Auswirkungen stoppen kann“, sagte der Ministeriumsberater.[1]

Das ist eine gewaltige Drohung und eine ordentliche Kampfansage. China hatte im Vorfeld bereits mahnende Worte gefunden, um die USA von einem zu schnellen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik abzuhalten. Dazu hieß es am 27. August bei Reuters:

Zentralbanker Yi sagte, derzeit werde über die Einrichtung eines 100 Milliarden Dollar umfassenden Devisenfonds durch die BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gesprochen. China werde einen „großen Anteil“ daran stellen, sagte er, ohne nähere Details zu nennen.[2]

In zum Teil weniger als 12 Monaten haben die Währungen in Schwellenländern gewaltig verloren, die indische Rupie und der brasilianische Real etwa 40 Prozent, die türkische Lira immerhin noch 20 Prozent und der Rubel etwa 10 Prozent. Einzig der Renmimbi wertet indessen auf, um etwa 3 Prozent.

Ein Blick auf die Metadaten zeigt eine ordentliche Reduktion des Handelsbilanzdefizits. Ein weiterer Hinweis auf einen Ausbau des Binnenmraktes. Hier einige Zahlen:

Handelsbilanzüberschuss – China

2007: 371.8 Mrd. US$

2008: 426.1 Mrd. US$

2009: 261.1 Mrd. US$

2010: 305.4 Mrd. US$

2012: 213.8 Mrd. US$

Nimmt man hier den Einbruch der Weltwirtschaft aus der Rechnung raus, der sich besonders 2009 und 2010 manifestierte, ergibt sich ein erschreckendes Bild. Die Rechnung darf hier nicht ohne den Wirt gemacht werden und der heißt in diesem Fall China. Wird im Hintergrund tatsächlich an einem durch Gold gedeckten Renmimbi gearbeitet? Werden die USA dann den Finger am Abzug nutzen und China in eine tiefe Krise stürzen? Es ist ein ganzes Feld voller Minen und egal welche Option zum Zug kommt, die Leidtragenden werden die einfachen Bürger sein. Es bleibt auf kühle Köpfe zu hoffen und dass der offene Schlagabtausch nicht beginnt, sonst würde es sehr hässlich werden.

Vielleicht ist es eine Drohung gegen die Märkte, um weitere Verluste der Währungen zu verhindern, es wäre nicht das erste Mal. Machen die BRICS ernst – selbst ohne China – wird es unter den einfachen Menschen sicher keine Gewinner geben.

Carpe diem und danke an Erkan, der die Zahlen zu den Währungen erarbeitet hat.

[1] http://de.reuters.com/article/marketsNews/idDEBEE97T03920130830
[2] http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE97Q03120130827
Bildquelle: Wiki – Agência Brasil


8 Responses to Weltkrieg der Währungen: BRICS planen Devisenintervention

  1. Frank H. sagt:

    In eine leere Reisschale schüttet man einen unendlichen Strom an Tränen hinein. In der Hoffnung, daß diese sich irgendwann in Essen verwandelt.

    Der Weltherrscher?
    http://3.bp.blogspot.com/_U54NM9QE5VY/SiqMqqlQHXI/AAAAAAAAHOg/JsVCZTIov4Y/s400/Obama+pharoa.bmp

    Der Fluchthelfer?
    http://www.radio-utopie.de/wp-content/uploads/2010/10/Jens-Blecker.jpg

  2. Frank H. sagt:

    Die Sage vom großen krieg Gog vs. Magog? Was davon könnte passen

    Ein abgebrannter Tempel und der Sturm auf Damaskus.

    Erweitertes INDOCHINA contra EUSRAELs Staatenbündnis.

    Globaler Finanzterror und Weltreichphantasien.

    Wer hätte je gedacht, daß das mal so wie angedeutet kommt?!

    Wir haben übrigens nach der Saga Tag 3 des Schauspiels erreicht.

  3. Frank H. sagt:

    Ich finde Gärtners heutigen Artikel sehr schön:
    „“What if they don´t obey ?” – Was, wenn sie nicht tun, was man von ihnen erwartet (verlangt) ? Das ist die Frage der Woche, auch wenn diese gerade erst begonnen hat.“
    „Das ist das schlimme Dilemma, das die Fed angerichtet hat.

    Aber sie will bislang ja davon nichts wissen. Der Punkt ist: Entweder die Lage in den Schwellenländern, oder die steigenden Zinsen im Westen, werden so schmerzhaft, dass die Vollgas-Geldpolitik eilig fortgesetzt wird, dass die Geldhüter ihre angekündigte Schubumkehr abblasen – so wie Obama und die Briten den Angriff auf Syrien.

    Schwäche und Unsicherheit allerorten, bei wachsenden Problemen. Das verheißt nichts Gutes.“

    Noch „exportieren“ die USA und Europäer ihre Schuldscheine an Dritte mit Diplomatiegetrickse oder roher Gewalt, aber immer weniger bekommen sie dafür an Werten eingetauscht. Bei der Gegenpartei sieht es nicht viel besser aus?

  4. karugua sagt:

    Geld braucht man nicht aber einen Haufen wo jeder seine Produkte und Dienstleistungen anbietet. Wenn jeder gibt kann auch jeder nehmen. Faulenzer werden es schwer haben denn sie müssten zumindest ein Rohr voller Flöhe sammeln um in den Genuss von Grundnahrungsmitteln zu kommen. Da wäre der einzigste Haken im NICHTSYSTEM. Denn wer kontrolliert den Unterschied zwischen Faullenzern und Machern.

  5. Irmonen sagt:

    ein bedingungsloses Grundeinkommen passt da aber auch nicht rein, ich bin eh dagegen.

    Ich habe keine Illusionen über den good will der Menschheit, mit Kohle in der Tasche, weiter aktiv zu sein und z.B. in der Müllabfuhr oder …tätig zu sein in diesem Fall bin ich Pessimist.

    Vielleicht dann die UrUrUrUr…Großenkel, die als Menschheit entwickelter ist…..

  6. karugua sagt:

    Mit Geldsystemen werden nie soziale Probleme gelöst werden. Denn die müssen von mündigen Bürgern selbst ausgebügelt werden und nicht von irgendwelchen Verwaltungsgenies. Leider ist der Mensch noch sehr unmündig und auch zu faul um sich um Gerechtigkeit zu scheren.

    Nur wenn es allen gut geht wird die Menschheit die Kraft haben um den Garten Eden zu verwirklichen. Das Baumaterial ist zu Genüge vorhanden. Aber um es allen gut gehen zu lassen muss man teilen. Aufteilen. Wohlstand kann nur materiell aufgefasst werden. Ohne materiellen Wohlstand für alle gibt es keine Lösung. Gibt es kein freies Leben. Gibt es keine Mündigkeit. Es ist eine Erziehungsfrage! Was ist Denkfreiheit ohne materiellen Wohlstand. Was ist ein Leben innerhalb einer unglücklichen Nachbarschaft? Wir kennen dies ja aus eigener Erfahrung.

  7. tugrisu sagt:

    Es gibt kein BEDINGSLOSES Grundeinkommen! Die Bedingung ist, daß Irgendjemand dieses erwirtschaften MUSS, und ein Anderer es diesem (zumindest zum Teil) weg nimmt, um es verteilen zu können! Dieses BGE ist, nach dem gescheiterten Kommunismus, der größte Schei… den es gibt! Das ist in meinen Augen ein Kukuksei!

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