EU-Kommission: Deutschland als Zahlmeister für Europas Arbeitslose

Dominoeffekt

Wann immer es darum geht irgendwo in Europa die Kartoffeln aus dem Feuer zu holen oder eben ein paar „Kohlen“ nachzulegen, steht man bei Deutschland auf der Matte. Es wird dieser Nation eine Solidarität abgefordert, die am Ende die Leistungsfähigkeit überfordert. Geben kann nur wer auch hat und diesen Punkt haben wir bereits überschritten. Wird der Wahnsinn weiter getrieben, werden die Deutschen auch in einem Trümmerfeld enden. Der neueste Geniestreich aus Brüssel sieht nun eine europäische Arbeitslosenversicherung vor, noch sträubt man sich in Deutschland. Wie lange noch?


Solidarität ist ein wichtiges Instrument um soziale Strukturen zu erhalten und zu schützen. Solidarität darf jedoch nicht falsch verstanden werden und sollte vor Allem nicht missbraucht werden.

Im Augenblick merkt der deutsche Durchschnittsbürger noch nicht was am Ende auf ihn zukommt. Bisher wird einfach der Schuldenberg immer weiter erhöht. Viele der Garantien sind noch nicht fällig und auch nicht eingepreist. Die Zinsen sind seit Jahren auf dem absoluten Tiefpunkt, was sich unweigerlich irgendwann ändern wird. Wenn die Notenbanken die Kontrolle verlieren und die Märkte höhere Zinsen erzwingen, dann wird Zahltag sein.

Die ökonomischen Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone sind gewaltig ebenso wie die sozialen Strukturen. Deutschland leistet sich ein großzügiges Sozialsystem, was die Nation bereits ordentlich belastet. Nicht nur die Renten werden Querfinanziert, auch Arbeitslose und Sozialhilfen sind nicht mehr aus den Beiträgen zu stemmen. Wer sich in den Systemen wiederfindet, merkt sehr schnell wie angespannt die finanzielle Situation ist. Als Empfänger von Arbeitslosengeld oder Hilfe wird man permanent vom Amt penetriert um möglichst aus den Statistiken zu fallen, unzählige Massnahmen ohne Sinn und Verstand werden verordnet. Das macht man nicht aus Langeweile, sondern um die reale Situation zu verschleiern. Wäre das nicht notwendig, würde es auch niemand machen.

Der Vorstoß seitens der EU-Kommission einen „Sozial-Fonds“ zu errichten, stößt daher auch noch auf Kritik aus Deutschland. Der Vorschlag sieht vor, dass Länder mit einer hohen Arbeitslosenquote die Hälfte der Kosten aus dem „Fonds“ erstattet bekommen. Bisher wären das also Griechenland, Italien, Spanien, Portugal und andere „komatöse Patienten“ in der EU. Auch Frankreich ist auf dem besten Wege dann als Empfänger von Alimenten zu enden. Bleibt die Frage, wer zahlt dann eigentlich noch? Diese Frage können Sie sich wahrscheinlich selber beantworten.

Sozialpolitik ist Sache der Nationalstaaten, diese sollen allerdings eh abgeschafft werden und wenn es nach dem Willen einiger „Größenwahnsinniger“ geht in einer „Sozialistischen Superunion“ verschmelzen. Noch vor der Bundestagswahl hatte Angela Merkel sich an die Rückholung nationaler Zuständigkeiten angeschmiegt, immerhin war das offensichtlich „en vogue“, aber es ist klar das nach der Wahl nicht gilt, was vor der Wahl versprochen wird.

Auch wenn Berlin sich im Augenblick noch offiziell gegen einen gemeinsamen europäischen Sozialfonds sträubt, bleibt es nur eine Frage der Zeit, bis man es doch macht. Dass im Big Picture eine Aufgabe aller nationaler Hoheitsrechte steht, daran ließ Merkel nie Zweifel aufkeimen.

Carpe diem

Zum Thema: http://www.welt.de/wirtschaft/article120606188/EU-will-dass-Berlin-fuer-Europas-Arbeitslose-zahlt.html


7 Responses to EU-Kommission: Deutschland als Zahlmeister für Europas Arbeitslose

  1. dirk sagt:

    wird dann ein europäisches Hartz4 eingeführt oder wie stellen die sich das jetzt vor?

  2. EuroTanic sagt:

    Menschen wie Merkel, Barroso und Co die ihren direkten Mitmenschen und Nachbarn nicht mal das Schwarze unter den Fingernägeln gönnen geben vor die europäische Solidarität zu fordern. Wie absurd ist das denn? Soll die Merkel doch erstmal die gleiche Last tragen wie ihre eigene Putzfrau.

  3. EuroTanic sagt:

    Welche Einstellung der „Griechen“ noch vorherrschen kann man im http://www.griechenland-blog.gr nachlesen:

    „Eine neue gesetzliche Regelung in Griechenland sieht die Begleichung von Schulden an den Fiskus durch die Abtretung von Immobilien vor.“ http://www.griechenland-blog.gr/2013/10/griechenland-steuerschulden-gib-dein-haus/57881/comment-page-1/#comment-43178

    Da beschwerden sich „die Griechen, dass sie Vermögen für die Schuldenbegleichung einsetzen müssen. Das ist doch in Deutschland normal. Man kann doch keine Schulden haben und gleichzeitig Immobilienbesitzer sein. Zumindest nicht hier in Deutschland, da muss man sein Haus auch verwerten, bevor man Sozialhilfe erhalten kann. Aber wir sollen für das Arbeitslosengeld der anderen zahlen? absurd.

  4. Konjunktion sagt:

    Passend dazu:

    Deutschland und seine Anglizismen

    Deutschland hat zu früheren Zeiten Dichter wie Goethe, Schiller oder Fontane hervorgebracht. Deren sprachliche Anmut und wortgewandete Klarheit steht im krassen Gegensatz zur heutigen “Benutzung der deutschen Sprache”. Fast kein Tag vergeht an dem ich mich nicht tierisch über die Auswüchse von Anglizismen oder der kompletten Übernahme von englischen Begriffen und Titeln in der Werbung und in den Medien aufregen muss.

    Nehmen wir nur einmal den in meinen Augen schlimmsten deutschen Privatsender Pro Sieben in Sachen Anglizismen her…

    mehr hier: http://konjunktion.info/2013/10/deutschland-und-seine-anglizismen/

    VG

  5. dirk sagt:

    Wenn ich hierzu mal ein kleines Feedback geben darf – so what?
    Sprache lebt eben und bleibt nicht auf dem Stand des beginnenden 18. Jahrhunderts stehen, sowas wäre ja auch bullshit.
    Begriffe kommen hinzu und Begriffe verschwinden. Zu Schillers Zeiten war französisch cool in Deutschland. Ein paar anglizismen bleiben erhalten, der Großteil wird in 50 Jahren verschwunden sein und eine neue Fremdsprache wird sich in den deutschen Sprachschatz eingliedern. Vielleicht zur Abwechslung mal rußisch, eine sehr schöne Sprache – Dawai Dawai

  6. Frank H. sagt:

    Das ginge nur über weitere Anleihen und Geld drucken. Nun ja, die EZB hat die Zinsen unten gelassen. Krieg der Währungen halt.

  7. Agincourt sagt:

    Es ist wohl so, daß irgend eine Art von alttestamentarischer Rache an Deutschland zu vollziehen ist.

    Zeit, daß wir unsere „Freunde“ wechseln…

    – Der €U-„Sozialfonds“ dürfte für den Brüsseler Zentralverwaltungsmoloch als Herd der tausendjährigen, institutionalisierten Korruption und Perversion und dessen Usurpatoren wohl auf eine Frage von Sein oder Nichtsein hinauslaufen:
    Die „Südschiene“ kann dank €U und € nicht einmal mehr das Minimum dessen für die Mehrheit ihrer ausgebluteten „Bürger“ leisten, was für die Verhinderung von offenem Aufruhr zwigend ist.

    – Und gegen wen richtete der sich wohl ?

    Also bleibt zum Erhalt des neofeudalen, Brüsseler Satrapenregimes der van Rompuys, Barosos, Schulz&Co. nur die bundesrepublikanische Staatssimulation als Zahlmeister des notwendigen Ausgleichs – denn die steht ja praktischerweise unter „Feindstaatenklausel“ (Art.107 UN-Satzung).

    Wie schrieb doch eine schwedische Zeitung einmal nach dem seinerzeitigen Chaos um den Barcelona-Vertrag: „Tyksland betalen allet“ (oder so ähnlich, ich beherrsche kein Schwedisch – die Aussage dürfte aber klar sein).

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