Yuan vs Dollar: China zurrt Deal mit England fest

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Die Luft für die USA wird immer enger, was die Kolonialherrschaft und Plünderung der Welt mittels des Dollars angeht. Erst am 10. Oktober hatte China einen Deal mit der EZB abgeschlossen was den Handel mit Devisen angeht. Immerhin 45 Milliarden Euro schwer ist die Kreditlinie der EZB und etwa 42 Milliarden Euro (350 Milliarden Yuan) die der People’s Bank of China (PBoC). Im Hinblick auf die Handelsvolumen zwar noch überschaubar, aber auf jeden Fall ein Signal. Nun hat China auch ein Abkommen mit England getroffen, die USA dürften das relativ Kritisch beobachten.


Zunächst sollte man die Ignoranz der USA nicht unterschätzen, was den lachsen Umgang mit der Geldpolitik angeht, da ist man recht dickfällig. Sehr gut erkennen kann man das an einem Zitat aus dem Jahre 2007. Dort hieß es in einem Spiegelartikel:

West Wing: Pearl Harbor ohne Krieg
Die Krise des Dollars alarmiert die Weltpolitik. Seit Einführung des Euro hat er 24 Prozent seines Werts verloren, jetzt könnte auch noch China aus der Währung fliehen – die USA müssen sich dringend Sorgen machen.
[…]
Der größte Kreditgeber der Welt ist innerhalb einer Generation zum größten Schuldner der Welt abgestiegen, ohne dass die USA ernsthaft versucht haben, diesen Umstand zu ändern. Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem, heißt es in Washington lapidar.[1]

Als man damals den Chinesen derart abgebrüht und dickfällig die kalte Schulter zeigte, gab es allerdings noch keine wirklichen Alternativen. An diesem Mißstand hatte Peking seit dem jedoch ohne Unterlass gearbeitet. Mit etlichen Schwellenländern hatte China bereits in der Vergangenheit Devisenabkommen getroffen und den Handel umgestellt. Die Liste wurde immer Länger, Iran, Russland, Brasilien, das sind nur einige davon.

Das Abkommen mit der EZB stellte an dieser Stelle schon einen Meilenstein dar und mit der Finanzhydra in England, ist sozusagen die Königsklasse erreicht. Dieses wiederum sollte jedoch zum Nachdenken anregen, denn Die City of London (CoL) würde dem Sicher nicht zustimmen ohne das mit den USA abzustimmen.

Das Abkommen mit England soll nun den Vormarsch des Handels in Yuan mit Frankfurt und Paris eindämmen. Unter Anderem werde britischen Instituten nun erlaubt in inländische Anleihen mittels des Qualified Foreign Institutional Investor Programms zu investieren. Immerhin bis zu 18 Milliarden, was schon ein ordentlicher Schritt ist für chinesische Verhältnisse.

Weitere Vereinbarungen über Yuan Abwicklungen und das Clearing sind geplant, sagte der britische Schatzkanzler George Osborne bei einem Briefing in Peking heute.

„Mein Ziel ist es sicherzustellen, dass London die westliche Drehscheibe für Yuan-Geschäfte bleibt“, so Osborne weiter. „Mehr Handel und mehr Investitionen bedeutet mehr Geschäft und mehr Arbeitsplätze für Großbritannien.“ Die Bank of England (BoE) war als Erste im Rennen als es um Währungs-Swaps mit China ging, man hatte bereits im Juni eine Kreditline von 200 Milliarden Yuan vereinbart,

‚Major Currency‘

„Der Deal mit dem Vereinigten Königreich ist eine wichtige Geste welche zeigt, der Yuan ist auf dem Weg zu einer Leit-Währung zu werden“, sagte Nathan Chow, ein in Hongkong ansässiger Volkswirt der DBS Group Holdings Ltd.“ Der direkte Handel spart praktisch die Transaktionskosten sparen und beseitigt die Schwankungen durch den Dollar. Es signalisiert auch den weiteren Ausbau der Nutzung des Yuan in Europa durch die Stärkung Londons mit mehr Möglichkeiten mit dem Yuan.“

Fazit: Betrachtet man diese Entwicklung, wäre ein Erreichen der Schuldengrenze – einhergehend mit Verhandlungen über einen Schuldenschnitt – für die USA gar kein so schlechtes Geschäft. Die USA brauchen in naher Zukunft dringend ein neues Instrument um der Welt die nötigen Alimente abzupressen, aber da ist man jenseits des Atlantiks auf einem guten Weg. Die Lizenzwirtschaft wird hier einen völligen Paradigmenwechsel herbeiführen und die Menschen werden nur noch für die Nutzung von Dingen bezahlen. Vermutlich werden die Menschen bald für E-Mails bezahlen müssen wie heute für einen Brief.

Carpe diem

[1] http://www.spiegel.de/politik/ausland/west-wing-pearl-harbor-ohne-krieg-a-516765.html
Artikel zum Deal bei Bloomberg: http://www.bloomberg.com/news/2013-10-15/china-u-k-agree-on-yuan-pound-direct-trading-investment-quota.html


6 Responses to Yuan vs Dollar: China zurrt Deal mit England fest

  1. Frank H. sagt:

    Mit einer Morgengabe an die City zieht China also nun auch im Old Empire ein Ticket.
    Davor hat man schon ein Ticket in Frankfurt bei der EUdSSR gelöst.
    Bleibt noch ein Ticket für das US White House zu lösen (Wall Street Lizenzabgabe).

    Den Bankerfamilien ist es wurscht. Denn egal wie herum die Devisen rollen, sie sind immer dazwischen, beraten, betreuuen, finanzieren und plündern beide Seiten.
    Und im übrigen, jede dadurch angefachte Wirtschaftsflamme bringt noch mehr Geld in die Scheune (Tresore) der CoL/WS.
    Warum sollte also die City Angst vorm Chinamann haben? Das Risiko trägt der Steuerzahler hüben wie drüben.
    China macht seit Jahren moderne Geopolitik, abgekupfert beim Lehrmeister USA, lediglich die Methoden sind anders.
    Dies führt zu enormen Verwerfungen in Nah- / Fernost, sowie Afrika und Lateinamerika.

    Schatzmeister England: Ein kleiner Teil der Kreditlinie dürfte in die Ruhigstellung der Sozialschwachen wandern, der Rest in windige Projekte. The name is program: we do gods own work.

  2. Frank H. sagt:

    Im übrigen: die CoL ist mittlerweile wieder mächtiger als die WS. Das sage nicht ich, sondern Beobachter wie Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger:
    http://www.wissensmanufaktur.net/city-of-london

  3. Tester sagt:

    Die Schweiz hat so ein Abkommen letztens auch unterschrieben wenn ich es richtig mitbekommen habe…

    Man bereitet sich halt für eine Welt nach dem Dollar-Crash.

  4. Foerster003 sagt:

    Telepolis schrieb am 29.08.2013:

    BRICS-Staaten gründen eigenen Währungsfonds

    Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika machen angesichts von Währungsturbulenzen dem IWF mit einem eigenen Stabilitätsfonds Konkurrenz

    Seit einiger Zeit entwickeln die BRICS-Staaten deutlich mehr Selbstvertrauen, wie mit Angriffen auf den US-Dollar als Leitwährung schon deutlich wurde. Nun gehen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika einen Schritt weiter und bauen einen gemeinsamen Stabilitätsfonds auf. Darüber wird schon länger debattiert. Nun machen sie mit der Konkurrenz für den Internationalen Währungsfonds (IWF) ernst, in dem sie ebenfalls seit langem einen größeren Einfluss fordern. Der soll ihrer Wirtschaftskraft angemessen sein, die in der Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich gewachsen ist.

    […]“

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/154858

  5. Tester sagt:

    Der Begriff „Angriff auf Dollar“ stößt mir sauer auf. Besser wäre, „Abwehr vor US-Geldmonopolismus“.

  6. Frank H. sagt:

    Ich denke Du liegst begrifflich falsch.

    Es liegt eindeutig ein Währungskrieg zwischen Dollar und Yuan Währungsgefüge vor.
    Kanckpunkt: beide sind aneinandergekoppelt. Dabei sind die beiden Zahnräder verschieden groß, entsprechend ist die Abnutzung durch Scherkräfte.
    Grund: das Schmiermittel für die große Maschine ist alle, die zu bewegende Last dagegen enorm.

    Es bekriegen sich nun der Maschinenbesitzer mit dem Schmiermittelhersteller im Büro der Maschinenhalle warum der Eine nicht liefern will bzw. beliefert werden wird.

    Zwischenzeitlich fliegt beiden die Maschinenhalle zum Leidwesen der Hinterbleibenen um die Ohren.

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