Bipolare Rechtssprechung: Hacker von Stratfor muss 10 Jahre in Haft

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Jeremy Hammond wurde in den USA nun zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Als der Hacker 2011 in die Server der Firma Stratfor einbrach, wurde es für einige Regierungsorganisationen peinlich, denn die Kundenliste vom Informationsdienst hatte es durchaus in sich. In den Medien wird es als Verbrechen dargestellt und durch „weglassen“ von Informationen auch noch die Wahrnehmung verzerrt. Auch wenn Teile der Aktion durchaus fragwürdig waren, sollte man auch das Urteil in Frage stellen.


Einer der wirklich schäbigen Punkte ist die Tatsache, dass in allen Artikeln zu dem Thema die Bewegung von 700.000 Dollar mittels der hinterlegten Kreditkarten-Daten von Kunden im Vordergrund steht. Das sieht dann doch sehr nach Bereicherung aus und das ist natürlich absolut entgegen jeder „Hacker-Ehre“.

Lassen Sie sich gesagt sein, hier spielt man mit Ihnen ein unfaires Spiel. Tatsächlich wurde Geld von Kreditkarten bewegt und über den Umstand selber möchten wir uns auch kein Urteil erlauben. Was allerdings – wie ich meine bewusst – verschwiegen wird, das Geld ging damals als Spenden an Hilfsorganisationen. Diese hatten weder mit der Aktion etwas zu tun, noch wussten diese etwas darüber. Sich zu bereichern hingegen, war auf keinen Fall das Ziel des US-amerikanischen politischen Aktivisten aus Chicago.

Weiterhin wird sehr stark drauf eingegangen, dass er die Kundenlisten seinerzeit veröffentlichte, die Millionen von interne E-Mails hingegen, finden kaum Beachtung in den Medien. Immerhin hat Wikileaks nun angekündigt, bisher noch unveröffentlichtes Material von Stratfor herauszugeben.

Fazit: In Zeiten einer vollumfänglichen Überwachung und Bespitzelung der Bürger muss man sich fragen ob Angriffe auf „Unternehmen“ wie Stratfor zur Beschaffung von Informationen nicht eine Form der digitalen Selbstverteidigung sind. Stratfor ist ein Think Tank dem unsaubere Beschaffung von Informationen nachgesagt wird. Dazu ein Auszug aus Wikipedia:

Am 27. Februar 2012 begann Wikileaks in Kooperation mit 25 Medienpartnern mit der Veröffentlichung von zunächst 214 Nachrichten aus einem Datenpool von über fünf Millionen unternehmensinternen E-Mails.[12][13] WikiLeaks verfolgt das Ziel, das Informantennetz des Unternehmens zu enttarnen, sowie die aus Sicht von WikiLeaks fragwürdigen oder illegalen Methoden von Stratfor darzustellen. Die Zeit schrieb: „Um zu belegen, dass Stratfor eher ein privat und unkontrolliert arbeitender Geheimdienst sei, führt WikiLeaks etwa eine E-Mail des Stratfor-Gründers und Chefs George Friedman an eine Mitarbeiterin an. Darin heißt es: ‚Wenn dies eine Quelle ist, von der du glaubst, dass sie wertvoll sein könnte, musst du die Kontrolle über sie gewinnen. Kontrolle heißt finanzielle, sexuelle oder psychologische Kontrolle…‘“[1]

Carpe diem

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Stratfor


3 Responses to Bipolare Rechtssprechung: Hacker von Stratfor muss 10 Jahre in Haft

  1. EuroTanic sagt:

    Für mich fällt das alles unter die Selbstverteidigung. Alles was dieses System negiert, ignoriert, untermeniert, kaputt macht (mein Lebenssbereich) ist aus meiner Sicht gerechtfertigt.

  2. Maulhure sagt:

    Die NSA
    braucht halt fähige Leute die ohne weiteres wie beim FBI Sicherheitssystem rein und rausspazieren um ihnen aufzuzeigen was sie für Deppen in Sachen Sicherheit sind.
    Da sich solche Hacker nicht über den normalen Weg anwerben lassen, gibt man ihnen einfach zehn Jahre Haft, die sich dann in der Zelle ganz in Ruhe überlegen können ob sie ihre Zeit mit den harten Jungs verbringen wollen die sie dann zu ihrer Jailhousebitch erkoren, oder ob er nicht doch lieber seiner Lieblingsbeschäftigung als Nerd frönt und den ganzen Tag die Tastatur missbraucht.
    Die eine Frage stellt sich aber dennoch.
    Sitzt man lieber in einem abgedunkelten Office bei Coke und Burger, prostituiert sich für die Unterdrücker der Demokratie, oder geht den ehrlichen aber beschwerlichen Weg.

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