Home Equity Loans: Platzt in den USA die nächste Superblase?

Foreclosure Home For Sale Real Estate Sign in Front of New House

Es ist fast geisterhaft, wie ruhig es um die Kollegen über den Atlantik geworden ist. Die Staatsverschuldung ist explodiert und die Bürger existieren zum Teil nur noch am Klippenrand. Die Konten und Kreditkarten sind bis zum Limit erschöpft, die Immobilien in weiten Bereichen deutlich über dem Beleihungswert verschuldet. Eigentlich sind das untrügliche Anzeichen für einen aufziehenden Supersturm. Nun kommen möglicherweise zu allem Übel auch noch die Home Equity Loans dazu, Konsumentenkredite die über viele Jahre Tilgungsfrei waren. Einer Studie nach, bahnt sich damit weiteres Unheil am Horizont an, es geht immerhin um hunderte Milliarden Dollar.


In den USA werden Immobilien meist anders finanziert als in Deutschland. Üblich sind Hypothekendarlehen mit variabler Verzinsung, das hatte bereits in der Subprimekrise zu gewaltigen Problemen geführt. Auch das der Konsum, das Studium der Kinder oder ein Auto die mittels der Home Equity Loans finanziert wurden, war eine weitverbreitete Variante. In vielen Fällen dienten die Preissteigerungen am Immobilienmarkt als Sicherheit, was sich spätestens seit 2007 als kardinaler Fehler herausstellte.

Ein Kredit ist immer vorgezogener Konsum. An dieser Stelle ist also klar, dass nicht nur die platzenden Kredite ein enormes Risiko darstellen, auch die Wirtschaft steht vor einem gewaltigen Problem. Viele der „Home Equity Loans“ mussten für 10 Jahre nur die Zinsen bedienen, diese Zeit ist nun jedoch abgelaufen. In der Welt heißt es dazu:

Allein in den kommenden vier Jahren sind es Darlehen im Volumen von mehr als 221 Milliarden Dollar nur bei den größten Banken des Landes, bei denen nun die Tilgungsphase beginnt, wodurch die Raten für die Kreditnehmer drastisch steigen dürften – und damit das Ausfallrisiko.[1]

Insgesamt wird das Volumen auf mehr als 600 Milliarden Dollar geschätzt und das ist nunmal kein Pappenstiel. Nimmt man in die Gleichung hier noch die ausstehenden Studentenkredite hinein, deren Volumen immerhin fast 1 Billion US-Dollar ausmacht, ist das für den Konsumentenbereich eine gewaltige Gefahr. Damit sind dann allerdings nur zwei Bereiche beleuchtet, es gibt noch unzählige weitere in den dunklen Ecken der Bilanzen. Die US-Bürger also über dem Berg zu sehen, wäre mit naiv noch sehr wohlwollend umschrieben. Dort braut sich ein Hurrikan am Horizont zusammen, der die US-Wirtschaft noch massiv belasten dürfte. Auch den Immobilienmarkt dürfte das nicht kalt lassen.

Carpe diem

[1] http://www.welt.de/finanzen/article122361949/In-den-USA-drohen-noch-mehr-Kredite-zu-platzen.html


2 Responses to Home Equity Loans: Platzt in den USA die nächste Superblase?

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  2. Troubadix sagt:

    Ein Kredit ist immer vorgezogener Konsum. Das ist sowas von wahr, in dieser Deutlichkeit habe ich den Kredit noch nie beschrieben bekommen bzw. definiert bekommen.

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