Texas in 3 Wochen von 16 Erdbeben erschüttert: Ist Fracking schuld?

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Es ist noch nicht lange her, da haben sich die USA zur Ölmacht empor gehoben. Mit dem Hydraulik-Fracking wollte man sogar die Saudis alt aussehen lassen, ja es wurde schon das Lied der energetischen Unabhängigkeit angestimmt. Möglicherweise war das etwas voreilig, denn die Risiken sind möglicherweise enorm und schlecht erforscht. Im Bundesstaat Arkansas war Fracking bereits vor Jahren verboten worden, nachdem es täglich zu hunderten von Schwarmbeben gekommen war. Steht nun in Texas möglicherweise ähnliches Unheil an, dort mehren sich die Beben und die Rufe nach einem Frackingverbot mehren sich.


Die weltweiten Schiefergasvorkommen sind gewaltig und somit steht dahinter natürlich auch ein enormer Profit. Unternehmen und Politik vergessen in einem solchen Zusammenhang schon gerne mal die Risiken, welche sich hinter den Verfahren zur Förderung verbergen. Kleinreden ist hier noch einer der geringeren Vergehen, wessen sich diese Horde von Geldbeuteln schuldig machen.

Das Prinzip beim Fracking ist recht simpel. Mit enormem Druck werden so genannte Fracfluide durch Bohrungen in die Gesteinsschichten gepresst. Hier sind die Gefahren für Umwelt und Mensch bereits enorm.

Das Verfahren


Das Auslösen von Mikrobeben ist das Prinzip des Hydraulic Fracturing. Es wird eine Überspannung aufgebaut, die das Gestein lokal aufreißt. Durch das Erzeugen von neuen Wegsamkeiten und kleinen Mikrobeben können bereits seit Jahrmillionen bestehende Spannungen im Gestein gelöst werden, so dass es zu schwachen lokalen Erdbeben kommen kann. Die Gefahr zerstörerischer Erdbeben ist jedoch nicht gegeben, da das Fracken selbst dazu viel zu kleinräumig und zu energiearm ist.[1]

Natürlich wird jeder Zusammenhang mit Erdbeben geleugnet, was sollte da auch der Zusammenhang sein? Nun in Arkansas haben die Beben nach dem Frackingverbot weitestgehend aufgehört, aber das kann natürlich auch ein Zufall sein. 😉

Die Gefahren


Was zum Teil mit Hochdruck in die Erde gepumpt wird, ist nicht unbedingt ein Gesundheits-Cocktail. Es werden unzählige Chemikalien eingebracht um beispielsweise die Risse zu stabilisieren und die Fließeigenschaften der Frackfluide zu erhöhen. Das es sich bei Grund- und somit Trinkwasser nicht um einen geschlossenen Kreislauf handelt, wird nicht erst klar wenn man sich Videos ansieht bei denen aus dem Wasserhahn Gas kommt.

Wenn das Gas in das Trinkwasser gerät, dann muss man keine Raketenwissenschaften studiert haben um zu erahnen, dass auch die Frackfluide möglicherweise die Reise in den menschlichen Körper antreten.

Wie bei allen Bohrtechniken bestehen beim Fracturing Umweltrisiken. Sie entstehen in erhöhtem Maße durch das Einpumpen des mit Additiven versetzen Bohrwassers zum Aufbrechen des Lagergesteins;[37] insbesondere:

  • Verunreinigung des Grundwassers durch das Bohrwasser
  • Verunreinigung des Oberflächenwassers durch das zurückgepumpte Bohrwasser
  • Migration von Stoffen aus der Lagerstätte in anderen Schichten
  • Unfälle beim Abtransport des Brauchwassers.
  • Schallemissionen beim Bohren und regelmäßigen Fracken


Beim Hydraulic Fracturing werden in die Bohrung, neben üblicherweise rund 10 Millionen Litern Wasser und Quarzsand, pro Bohrung 3 bis 12 verschiedene Chemikalien (u. a. Biozide) eingepresst, deren Gesamtanteil sich auf 0,5 bis 2 Volumenprozent beläuft. Die großen Frac-Flüssigkeits-Volumina führen dabei zu einer großen Menge an Chemikalien. Beispielsweise ergab eine Untersuchung des US-Kongresses, dass zwischen 2005 und 2009 insgesamt 43 Millionen Liter Additive verwendet wurden. Die Auswirkungen der Additive auf die Umwelt werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert und von Wasserversorgern in Deutschland kritisiert, da einige der eingesetzten Additive toxisch beziehungsweise laut der deutschen Gefahrstoffverordnung karzinogen, giftig oder anderweitig gesundheitsschädigend sind. Eine unmittelbare Umweltbelastung ergibt sich beim Transport der Abwässer.[2]

Quelle: frackingresource.org

Quelle: frackingresource.org

Die Beben in Texas


Wie Russia Today meldet, wurden einige Städte in Nord-Texas durch eine ungewöhnliche Reihe von Erdbeben erschüttert. Alleine in den letzten drei Wochen gab es 16 Beben und eins davon war das stärkste seit 5 Jahren. „Es klang wie ein Überschallknall und dann begann das Haus zu zittern“, wird der Anwohner Keth Krayer zitiert. Krayer hat keinen Zweifel, dass dieses Beben eine Folge des Frackings ist. „Wenn sie fracken, drücken Sie all das Wasser und die Chemikalien in den Boden, dann pumpen sie es wieder hoch und trennen das Gas vom Wasser. Danach müssen sie das Wasser aus 13.000 Fuss tiefe entsorgen. Das sorgt dafür dass die Platten durch die Schmierung mit dem Wasser gleiten.“

Zwischen 1970 und 2007 gab es in der Nähe der texanischen Stadt Azle (10.000 Einwohner) den Aufzeichnungen nach nur zwei Erdbeben. Die Ruhe und der Frieden begannen 2008 zu weichen, als 74 kleinere Beben in der Region gemeldet wurden. Mittlerweile spekulieren immer mehr Bürger – darunter auch Forscher -, dass die Schiefergasförderung durch Fracking daran schuld sein könnte.
[…]
Cliff Frohlich, Erdbebenforscher an der Universität von Texas sagt, Abwässer in den Bohrlöchern vom Fracking könnten für den starken Anstieg der Erdbebenaktivität verantwortlich sein.
„Ich würde sagen dass es sehr gut möglich ist, dass die Erdbeben mit den Injektionsbohrungen zusammenhängen“, sagte Frohlich in einem Interview mit KHOU television.

Er ließ allerdings auch Raum für Zweifel, als er sagte dass Tausende solcher Bohrungen in Texas bisher ohne Beben in der Umgebung gebohrt wurden.[3]

Fazit


Man sollte die Gefahren und Bedenken der Bürger ernst nehmen und nicht den Profitinteressen der Unternehmen klein bei geben. Erdbeben gelten als Naturkatastrophe und so kann es nicht klug sein, selber Erdbeben zu erzeugen um an das Schiefergas zu kommen. Ganz zu schweigen von dem Chemikalien-Cocktail der in die Erde gepresst wird und welcher nur sehr unwahrscheinlich komplett wieder geborgen werden kann. Bisher ist von Energieknappheit keine Spur und daher sollte das Geld und die Forschung eher in die Forschung zu umweltverträglichen und nicht gesundheitsschädlichen Methoden gesteckt werden.

Carpe diem

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Fracking#Erdbeben
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Fracking#Potentielle_Umweltsch.C3.A4den
[3] Teilweise uns Sinngemäße Übersetzung vom Artikel bei Russia Today


7 Responses to Texas in 3 Wochen von 16 Erdbeben erschüttert: Ist Fracking schuld?

  1. Jens Blecker sagt:

    Empfehlenswert ist in dem Zusammenhang der Film „Gasland“.

  2. Urbaniol sagt:

    In diesem Jahr ist zudem Gasland Part II erschienen. Wurde auf HBO ausgestrahlt, daher könnte das schwierig werden dies auf Youtube zu finden…

  3. Felix sagt:

    Toller Artikel.
    Zum Thema berichtet laufend der Blogger Dutchsince sehr professionell, Systemingenieur, von zuhause aus.
    http://sincedutch.wordpress.com/
    https://www.facebook.com/DutchsinseOfficial

  4. anju sagt:

    nicht nur fracking kann erdbeben auslösen, auch Geothermie- bohrungen, in basel(ch) wurde ein projekt gestoppt, in sg gabs auch ein kleines beben, auch hier wird gift in die erde gepummt, welches sei ein betriebsgeheimnis

  5. djmaki sagt:

    Hallo,

    könnte hier vielleicht eine Klarstellung vorgenommen werden, dass die Doku Gasland ein Fake war und ist?

    Das verlinkte YouTube Video mit dem brennenden Wasser hat der Doku Regisseur sogar selbst als Lüge zugegeben.

    Quellen:
    http://www.science-skeptical.de/energieerzeugung/fracking-in-den-usa-gasland-und-die-fakten/009514/

    Das brennende Wasser:
    http://www.youtube.com/watch?v=Bn3alMSIecE

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