Alice Schwarzer: Sinkender Stern der feministischen Avantgarde?

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Es gab einige Artikel auf IKN in denen wir versuchten zu ergründen, warum der FrauenMediaTurm in Millionenhöhe mit Steuergeldern „geflutet“ wurde. Anfragen unsererseits wurden nie beantwortet und auch sonst blieben alle Reaktion aus. Man könnte schon fast von einer gewissen Enttäuschung sprechen, schließlich ist Frau Schwarzer nicht unbedingt dafür bekannt „zimperlich“ mit ihren Kritikern umzugehen. Am 23. Oktober erreichte uns nun ein Anschreiben der Anwälte – unter Androhung von rechtlichen Schritten. Was Alice Schwarzer zu diesem Zeitpunkt offensichtlich noch nicht realisiert hatte, eigentlich hatte ich die Recherchen eingestellt. Das öffentliche Interesse schien mir einfach zu gering.


Motiviert durch die „Drohgebärden“ ging es nun wieder frisch ans Tagwerk und ironischer Weise bin ich auf weitere – wie ich denke sogar elementare – Punkte gestoßen. An dieser Stelle möchte ich nicht vergessen zu erwähnen, dass ein Artikel den mir mein Anwalt schickte mich erst auf diese Spur geführt hatte.

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Bis zur Klärung der Rechtslage entfernter Teil
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Sehr interessant ist in dem Zusammenhang die Förderfähigkeit und die Möglichkeit von Rückforderungen. Immerhin sind ja bereits erhebliche Summen in den Turm geflossen.

Natürlich sind auch das wieder nur einige der Schätzchen über die wir gestolpert sind, es taten sich im Laufe der Recherchen noch etliche weitere Türchen auf. Auch hatten wir noch lange nicht alles veröffentlicht, denn Niemand bei Verstand würde bereits im Vorfeld das ganze Pulver verschießen.

Bisher laufen die Schreiben zwischen den Anwälten hin und her, jedoch könnte ein Verfahren natürlich endlich Klarheit bringen. Dann müssen die Belege auf den Tisch und können ordentlich überprüft werden.

Unser Anwalt fragte auch bereits an, ob die „Gegenseite“ mit einer Veröffentlichung der Schriftwechsel einverstanden sei, bisher gab es leider auch da keine Antwort.

Relativ zeitgleich mit dem ersten Anschreiben von Frau Schwarzers Anwälten wurde öffentlich erklärt, das Land NRW würde die Fördermittel für den Turm streichen. Dazu aus der WAZ:

NRW streicht Förderung für Alice Schwarzers Archiv
Das bundesweit einzige feministische Universalarchiv steht auf der Kippe: Das Land NRW hat angekündigt, Alice Schwarzer die Förderung für den „FrauenMediaTurm“ ab 2014 komplett zu streichen. Nun hofft Deutschlands bekannteste Feministin auf Hilfe von der Bundesregierung.[2]

Nun für den nächsten Schulterschluss steht Frau Schröder wohl kaum zur Verfügung. Damals war die Familienministerin – unseren Recherchen nach – immerhin ungefragt mit 600.000 Euro an Steuergeldern in die Bresche gesprungen. Nun jedoch haben wir im Augenblick nur eine kommissarische Regierung und die hat schon mehr Wohltaten versprochen als man sich leisten kann.

Mit einigem Interesse las ich gestern noch einen süffisanten Weltartikel zu Frau Schwarzer. Bisher hatte sie bei Axel Springer ja eigentlich einen Stein im Brett. Cora Stephan teilte unter dem Titel „Der männerverachtende Feminismus Alice Schwarzers“ ordentlich aus. Nicht ganz ohne eine gewisse Freude stellte ich fest, es gibt auch andere die sich trauen was zu schreiben.

Es gilt halt für alle Menschen: „Wer nackt im Glashaus sitzt, sollte zum Duschen in den Keller gehen“. Niemand kann auf Ewig mit der Abrißbirne im Glashaus wilde Sau spielen, irgendwann tritt man halt in die produzierten Scherben.

Es hat sich mir nie erschlossen, warum Frau Schwarzer nicht mit ihren wichtigen Erfolgen zufrieden war. In meinen Augen waren viele Spiegelfechtereien überflüssig und haben mehr Schaden gemacht als genutzt. Die verprügelte Ehefrau – unter einem Narzisten leidend – hinterm Herd ist doch eher die Ausnahme geworden.

Viele wichtige Veränderungen und Reformen haben sich durchgesetzt, aber irgendwann war der Aktivismus fehlgeleitet. Emanzipation sollte nicht versuchen alles „gleich zu machen“, sie sollte der „Gleichstellung“ dienen. Frauen sollten Frauen bleiben dürfen, ebenso wie Männer eben Männer.

Bereits Kindern andere Grundsätze ins Gehirn zu hämmern, ist in meinen Augen eine völlige Entgleisung des Bestrebens Ungerechtigkeiten zu beseitigen und so sehe ich das Gender-Mainstreaming auch als falsch an.

Diskussionen darüber ob man weiter „Mutter Erde“ oder „Vaterland“ sagen darf, sind ein Zeichen völlig abstrakter Entwicklungen und gesund sein kann das wirklich nicht. Mutter und Vater als Elter1 und Elter2 zu bezeichnen, sind mehr als krankhafte Phantasien, es ist das Bestreben einer Gesellschaft die Identität zu rauben.

Carpe diem

[1] Spiegel 5/1995 Seite 62 – 63
[2] http://www.derwesten.de/politik/nrw-streicht-foerderung-fuer-alice-schwarzers-archiv-id8597403.html#plx1509991056


26 Responses to Alice Schwarzer: Sinkender Stern der feministischen Avantgarde?

  1. Jens Blecker sagt:

    Eine Anfrage zu dem Fall an die Bezirksregierung Köln ist auch versandt, stay tuned 😉

  2. Tommmm sagt:

    Wie immer sehr aufschlußreich, deine Artikel über Alice…

    Du sprichst vielen! aus der Seele, denke ich, aber der Gegner ist nicht Alice, sondern das System, von dem sie benutzt wird (auch wenn sie es nicht merken will, weil es sich finanziell auszahlt),…und ich denke auch, daß das System ihre Anwaltskosten trägt……

    Vielleicht mache ich irgendwann mal einen eigenen Frauenmediaturm auf…..aus Privatmitteln natürlich, ja genau, ich werde darauf sparen…..

  3. Tommmm sagt:

    Übrigens gab es in der Compakt auch einen Artikel über A.S….vielleicht mal interessant für dich.
    (Das aktuelle Monatsheft)

  4. lotus sagt:

    Öffentliche Körperschaften können meines Wissens auch als GmbH geführt werden. Ich weiß jedoch nicht, in wie weit das hier einen Einfluss hat.

  5. Jens Blecker sagt:

    Wie gesagt ich habe noch garnicht angefangen zu veröffentlichen 😉 Und mir liegt noch ein komplett unausgewerteter Bericht vom Projekt FMT-Virtuell vor. Da wird noch einiges spannendes kommen 😉

  6. Jens Blecker sagt:

    Ich hatte vorhin schon wieder eine Kostennote Ihrer Anwälte im Postkasten über ~ 870 Euro 😉

    Die Frau hat keine Ahnung was ich für ein Pittbull bin wenn jemand mich motiviert hrhr.

    Natürlich ist auch diese Forderung in meinen Augen Blödsinn, aber gut dafür sind ja Anwälte da um all das zu klären.

  7. Tommmm sagt:

    Tja, das System schlägt zu, über die Kostenschiene….

    Ich verrate mal den Wessies ein 2. Geheimnis (das 1. kennt ihr ja nun doch irgendwann, nämlich das der grüne Pfeil keine Hinweisschild auf die Pateizentrale der Pazifisten ist)

    psst, und jetzt Geheimnis Nr.2:

    ich
    habe
    27
    Jahre
    in
    der
    DDR
    gelebt…..

    und ich kannte keinen einzigen Anwalt…..hm?

  8. Jens Blecker sagt:

    Ich arbeite eben einen weiteren Artikel aus, da dürfte Frau Schwarzer durchaus in Erklärungsnot geraten 😉
    Für irgendwas muss sich die lange Recherche ja gelohnt haben.

  9. dirk sagt:

    ein Rechtstreit ist immer teuer… wenn es dazu kommen sollte, starte einfach wieder ein Crowdfounding z.B. bei Indigogo im Namen der Pressefreiheit – Meine Unterstützung hättest du jedenfalls wieder

  10. Frank H. sagt:

    Schwarzer ist eine NWO Puppe und soll die Gesellschaftsstrukturen wie Kolle und GRÜNE zerstören. Ihr Sponsor ist Reemtsma, dre Kippenkönig.

    Aber mal was viel freudigeres, ENDLICH sagt auch der Mainstream für 2013 den Börsencrash voraus!!!!
    http://www.welt.de/wirtschaft/article122664676/Top-Manager-erwarten-einen-Boersen-Crash.html

  11. Frank H. sagt:

    Ach ja und weril ich gerade so gute Laune habe heute Abend.
    Ägyptische Seherin sagt für 2014 den Untergang der USA durch eine Naturkatatstrophe voraus. Zuvor wird es eine Megarevolution geben. Obams Zage seien gezählt.
    Russland wird die neue Supermacht der Erde sagt sie voraus. Vorher wird es eine gigantische Terroraganda abwehren.
    http://german.ruvr.ru/2013_12_05/Star-Weissagerin-verspricht-neue-Weltkarte-im-Jahr-2014-7441/
    Die Trefferquote der Dame sind erstaunlich gut. Sie ist in Ägypten ein Medienstar. Aber das ist nur eine Geschichte von Vielen. Also sehr stürmische Zeiten allemal.

  12. Frank H. sagt:

    Ach jo, es lebe die NWO. Wer hätte gedacht, dass das Leben nie langweilig sein kann.

  13. chris321 sagt:

    das läuft dann aber doch eher als sog. gGmbH, also „gemeinnützige GmbH“?

  14. chris321 sagt:

    guter Hinweis! Wenn jemand den Mut hat mal gegen so verfilzte Systeme rechtlich vorzugehen, dann sollte er auch Unterstützung erhalten von jener Basis die nicht aktiv dabei ist, aber dafür steht. Denke das ist auch der echt demokratische Ansatz.

  15. dirk sagt:

    Ernst gemeinte Frage: Ist das Satire oder glaubst du wirklich daran?

  16. personanongrataincognito sagt:

    Ich glaube gelesen zu haben, dass die Chinesen, wenn sie einem nichts Gutes wünschen sagen: „Du sollst interessante Zeiten erleben“.

    Kann das jemand bestätigen?

  17. personanongrataincognito sagt:

    Ich habe schon lange geahnt, dass es keine Wunderländer gibt. So habe ich auch an Alice` Märchen nicht geglaubt. Nicht deswegen, weil ich ein Mann bin, sondern weil ich in meiner Kindheit von meinem Vater was von kurzen Beinen gehört habe.

    Wenig später habe ich gelernt lang zu atmen… Den Rest machen wir. Wir – denn wir sind die wahre Geschichte.

  18. Jens Blecker sagt:

    Man darf hier nicht verwechseln den Emmaverlag und den FMT.

  19. Mr Mindcontrol sagt:

    Was ist nie verstanden habe bei Frau Schwarzer ist, dass Sie zwar „PorNo-Kampange“ machte und forderte Porno ganz zu verbieten aber nicht sämtliche Sex-Shops und Videotheken angezeigt hat weil Sie nach § 184 eindeutig verbotene Gewaltpornos anbieten. Bevor ich nach Gesetztes-Verschärfung rufe sollte ich doch erst mal bestehende Gesetzte nutzen, und jede Videothek mit „Erotik“ ( Erotik ist ein írreführender Begriff hier ) hat sowas auch von renomierten Labels wie dem Multimedia-Verlag.
    Oder geht es der Schwarzer gar nicht um die Problem-Lösung? Ist die Duldung dieser Pornos teil eines Teile-und-Herrsche-Plans um den Gender-Krieg am Kochen zu halten?

  20. lotus sagt:

    Hallo Chris321,
    nein das ist nicht der Fall. eine gGmbH kann auch nicht-staatlich sein. Und ein staatlich geführtes Unternehmen muss keine gGmbH sein. Dazu zwei Wiki-Links:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Öffentliches_Unternehmen

    http://de.wikipedia.org/wiki/GGmbH

    Nun, die „einfache“ Frage ist also, ob die Schwarzer hier ein öffentliches Unternehmen führt oder nicht. Ich vermute mal nicht, aber Fakten schaffen da halt die Akten, die Cheffe evtl hat.

  21. Sehr guter Artikel Jens – ich bin schon gespannt auf weitere Infos!

  22. R1D2 sagt:

    Ich kann bestätigen, dass alle diese Verwünschung kennen – ausser den Chinesen. 🙂

    生ä逢时。 = Zu einem ungünstigen Zeitpunkt geboren sein.

    Der Spruch „Mögest Du in interessanten Zeiten leben“ geht jedoch tatsächlich auf Robert F. Kennedy zurück. (Quelle: http://www.oai.de/de/home/45/812.html )

  23. Tester sagt:

    Ich wünsch dir viel Erfolg, würde mich freuen wenn diese kranke Gestalt endlich mal das bekommt, was sie verdient.

  24. Tester sagt:

    Wunderbare Worte, langer Atem lohnt sich immer 🙂

  25. Tester sagt:

    Na das wird aber knapp mit 2013

  26. […] damit bereits alles Ungemach von ihr abfallen würde, mag ich zu bezweifeln. So berichtete Jens vor kurzem, dass die von Fr. Schwarzer geführte Zeitschrift Emma seit zehn Jahren just in dem Kölner […]

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