Wenn Überwachte den Überwacher überwachen

Überwachung aus dem Internet

Markus Seiler ist der Geheimdienstchef der Schweiz, auch dort werden die Rechte der Bürger mit den Füßen egalisiert. Eine kleine alternative Zeitung hat nun den Spieß umgedreht und den Überwacher zum Überwachten gemacht. Neben der konventionellen journalistischen Arbeit kamen auch Drohnen und ein Spy Tank für die Gegenspionage zum Einsatz, alles auf dem Boden der rechtlichen Grundlagen. Vor der Veröffentlichung bot man Seiler an die Auflage von 15.000 Stück für 96.000 Euro zu kaufen, er ging auf das Angebot nicht ein. Nun gibt es einige Details über ihn zu lesen.


Auch wenn der GPS-Tracker schon gekauft war, nach einer Besprechung mit der Anwältin, sah man vom Verwanzen des Autos ab. Die Drohne vor das Schlafzimmerfenster von Seiler zu steuern, gehörte auch zu den Dingen, die mit 3 Jahren bedingter Haft als Minimum lieber doch nicht ausgeführt wurden.

Die Überwachung war eigentlich eher als Persiflage zu sehen und doch fanden die Journalisten so Allerhand über den Markus Seiler heraus. Ein Sparfuchs ist er nicht unbedingt, denn trotz seines üppigen Einkommens von 196.700 Franken, beläuft sich sein Vermögen offiziell nur auf 230.000 Franken. So zumindest, hat er das beim kommunalen Steueramt deklariert. Nun wer weiß was er noch in einigen Schließfächern gebunkert hat, aber so weit wollten die jungen Journalisten dann doch nicht gehen.

Vielleicht ist das der richtige Weg um den Überwachern zu zeigen was die Überwachten über die Überwachung denken. Wenn zehntausenden Anfangen in der Privatsphäre der Schnüffler zu schnüffeln, wird sich auch was finden lassen, dass ist sicher. Hier fehlt es dann aber doch an Legitimität, denn die sind ja die „Guten“. Man beschnüffelt uns ja nur zu unserem Besten? Wäre es dann nicht im Umkehrschluss auch richtig solchen Menschen die gleiche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen? Wer weiß was dabei alles für „Glücksgriffe“ gelingen. Beispielsweise könnte so vielleicht die eine oder andere Million die versehentlich nicht versteuert wurde aufgefunden werden und mit einem Hinweis dieser Faux Pas begradigt werden?

Es gäbe sicherlich so einiges interessantes im Leben der Überwacher, allerdings sind hier eben einige Gleicher als die Anderen. Aus dem Grund ist natürlich von einer „Vergeltung“ mit der gleichen Münze eher abzuraten. Die Story aus der Schweiz ist jedoch charmant und witzig, zeigt sie auf wie leicht es wäre den Spieß umzudrehen. Bei dieser Aktion waren auch keine IT-Spezialisten und Fachleute für Abhörtechnik an Bord. Damit wäre es also noch ausbaufähig gewesen.

Liebe Überwacher, wenn Ihr es zu weit treibt, heute gibt es „Signal Intelligence“ schon für wenige Euros im Internet zu kaufen. Vielleicht werdet Ihr irgendwann den Zorn der Menschen so stark auf euch ziehen, dass Ihr selbst keinen Flecken Privatsphäre mehr besitzen werdet.

Der Artikel bei der WOZ: Gegenspionage – Der überwachte Überwacher
Fotos und Videos der Aktion: Markusseiler.ch

Carpe diem


6 Responses to Wenn Überwachte den Überwacher überwachen

  1. Habnix sagt:

    Wie so Legitimität ?

    Für die Überwachten wird ist es rechtend (Legitim) gemacht und für die Überwachten die, die Überwacher überwachen wird es Unrecht(illegitim)gemacht.

    Merkt wir da was?

    Im Verdachts Moment sollten wir zum Schutz der Freiheit die Überwacher überwachen.Das ist nicht illegal. Das ist pflicht.

  2. zeitzeuge sagt:

    Ja, so schön kann das sein.

    In frühere Zeiten, da waren ihre Autos „gekenzeichnet“, auch an den Briefkästen konnte man es „ablesen“. Es gab auch „Losungen“, falls einer von denen mal gesichtet wurde.
    In solchen Fällen wurde dann absolut „wichtiges“ Zeug miteinander besprochen, so dass sie auch ja viel zum raportieren hatten.

    Glaubt mir, glücklicher waren diese Leute nicht, das hat schon mehr als genug ausgereicht, um ihnen jegliche Motivation zu nehmen.

    Wenn man die noch „überwacht“….den Job möcht ich nicht haben.

  3. Konjunktion sagt:

    Zensur im Internet: „Englisches Modell“ wird ausgeweitet

    Schon im Artikel Bilderberger und die Internetzensur bin ich auf das Thema der Zensur im Internet durch die britische ReGIERung eingegangen. Der von den Briten als „Pornwall“ bezeichnete Filter, den die Provider auf der Insel per ReGIERungszwang einsetzen müssen, war zu Beginn als Blockierfunktion für Coypright-geschütztes Material gedacht. Beispielsweise wurden Websiten blockiert, die Raubkopien, Torrents oder Tauschdienste anboten.

    Bereits im besagten Artikel schrieb ich dazu:

    Das freie Internet mit der Möglichkeit

    Menschen miteinander zu Vernetzen,
    anderslautende Meinungen zu verbreiten,
    Inhalte, die die offizielle Lesart hinterfragen, zu veröffentlichen,
    Diskussionen abseits des Mainstreams zu ermöglichen und
    sich gegen vorherrschende Manipulation der Medien zu wehren,

    ist der Stachel im Fleisch der Eliten, der zwingend entfernt bzw. zumindestens unter Kontrolle gebracht werden muss. Und dafür ist jedes Mittel recht!

    Und wie bei allen Dingen, die erst einmal eingeführt sind, erwachsen aus den technischen Möglichkeiten Begehrlichkeiten, die unsere Politdarsteller (im konkreten Fall in Person des britischen Pendants zum deutschen Innenminister James Brokenshire) auf den Plan rufen. Trotz anderslautender Bekundungen zu Beginn der „Filterei“ verlangt nun die ReGIERung in London, dass auch andere Inhalte gefiltert zensiert werden.

    mehr hier: http://konjunktion.info/2013/12/zensur-im-internet-englisches-modell-wird-ausgeweitet/

    VG

  4. [Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: Server IP]
    […] ***Wenn Überwachte den Überwacher überwachen*** […]

  5. personanongrataincognito sagt:

    Zur Legitimität fällt mir Folgendes ein:

    Der Unterschied zwischen den „legalen“ und „illegalen“ Mitteln und Methoden ist der, das man für die „legalen“ erst mal Gesetze schafft.

    Was die Auswirkungen betrifft, ist ein Unterschied nicht zwingend vorgeschrieben.

  6. personanongrataincognito sagt:

    Noch eine andere Methode die Überwacher zu überwachen wäre die:
    http://blog.zdf.de/hyperland/2012/09/do-not-track-im-netz-der-werbeindustrie/

    Den Rest kann Euch sicherlich @chris321 liefern wenn er es nicht bereits gemacht hat. Alternativ könnt Ihr selbst nachforschen. Es wirkt. Es schützt uns allerdings nicht von den Visionen der „Überwacher“, wie @chris321 bereits seit sehr langer Zeit schreibt.

    So habe ich meine Kugel heraus geholt und die sagt mir, dass wir demnächst Autos bekommen, die uns an die Polizei melden, wenn wir es machen:
    http://www.expertlaw.com/library/accidents/auto_black_boxes.html
    Zum Beispiel etwas, was nicht in der Straßenverkehrsordnung so zugelassen ist.
    Als Folge bekommst Du automatisch, vom Server gesteuert, eine Mitteilung über zu entrichtende Geldstrafe.
    Anschließend ist die Versicherung mit der angepassten Rechnung dabei.

    Meine Kugel sagt mir, dass der Kühlschrank sich als nächster melden wird. Die Krankenkasse natürlich auch mit dem angepassten Beitrag.
    Das Ganze wird spätestens dann stattfinden, wenn Dich Dein Kühlschrank mit einer von Dir gewählten Stimme darauf aufmerksam macht, dass Du zu viel Bier kühlst.
    Das, im Vergleich mit den Daten der „smarten Sensoren“,:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/games/xbox-one-microsoft-patentiert-wohnzimmer-ueberwachung-a-901413.html
    die in Deiner Wohnung die Zahl der Mitbewohner online in Echtzeit ermitteln , gibt der Krankenkasse das Recht, laut gesetzlich „legalisierten“ Vorgangsmustern, Deinen Beitrag anzupassen.:
    http://www.youtube.com/watch?v=e3CiDRKXKA0

    Ich wünsche Euch noch viel Phantasie und gute Träume heute Nacht. Ich wette, zu jeder Idee und zu jedem Traum kann man eine bereits existierende Lösung finden.

Schreibe einen Kommentar

Kursanbieter: L&S RT, FXCM