Wem dient Whatsapp oder was steckt hinter Sequoia Capital?

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Risikokapital-Beteiligungsgesellschaften, welche als Kapitalgeber für Startup-IT-Unternehmen am Markt agieren gibt es wie Sand am Meer. Eine jedoch sticht aus der Masse heraus wie ein schillernder Pfau. Wenn man versucht über Sequoia Capital Informationen zu finden, ist es erstaunlich wie schwierig sich das gestaltet. Das Unternehmen ist in die Größten IT-Unternehmen der Welt investiert, darunter Firmen wie Google, Cisco, Youtube oder auch Whatsapp.


Heute morgen stieß ich auf den Artikel von JennyGer, bei dem es um Whatsapp ging. Zwar konnte ich auf Anhieb nicht viel mit dem Titel „Gehört WhatsApp zu einem Sushi-Laden?“ anfangen, allerdings habe ich mich seit Jeher geweigert mir dieses Tool zu installieren da mich immer ein komisches Gefühl beschlichen hatte.diekleinensuchspiel

In dem Artikel hieß es:

Google soll schon eine Milliarde Dollar für das Programm geboten haben, aber die Inhaber lehnten ab. Der Unternehmenssitz ist laut AGBs die Adresse “3561 Homestead Road, Santa Clara, California” angegeben. Google sagt, dort sei ein “Sushi & Tofu House”. Wer WhatsApp nutzt, muss den Zugriff auf Kontakte, Fotos und das Mikrofon erlauben. So werden aus den Smartphones lauter kleine, dezentral postierte Überwachungskameras.

Nun war mein Interesse geweckt. Zwar steht das mit dem Sushi Restaurant so in Wikipedia, allerdings bin ich beim Stöbern noch über etwas anderes gestoßen. Unter der Adresse firmiert auch noch eine andere Firma mit netten Dienstleistungen:

Santa Clara PostalAnnex+, Homestead Shopping Center

Address:
3561 Homestead Rd
Santa Clara , California
95051-5161

Private Mailbox Rental at PostalAnnex+ in Santa Clara

Are you someone that needs privacy and security for your mail and packages? Consider renting a private mailbox at PostalAnnex+ in Santa Clara.[1]

Aha! Eine Postkastenfirma die für höchste Diskretion wirbt und die Möglichkeit eine Firmenadresse vorzutäuschen? Das war doch recht aufschlussreich. Um an Details zu kommen wäre eine Vorortrecherche unabdingbar aber ein Gespräch mit dem Postboten oder auch das Senden eines überdimensionalen Paketes mit Auffälliger Verpackung könnte mit den heutigen Möglichkeiten beim Tracking und einer kleinen Observation zeigen wo dort der „Postkasten“ ist.

Weitere Recherchen in Webarchiven zeigten auf, dass seit Beginn keine Kontaktdaten wie Telefon oder Adresse auf der Webseite von Whatsapp zu finden waren. Insbesondere für ein Startup ist das schon sehr ungewöhnlich denn eigentlich muss man die Nähe zu den Nutzern und potentiellen Investoren suchen. Noch heute steht die Adresse unter legal auf der Webseite: 3561 Homestead Road, #416, Santa Clara, CA 95010-5161, wobei das #416 eben für das entsprechende „Postfach“ stehen dürfte.

Zumindest für für den Webadministrator scheint es jedoch auch eine andere Anschrift zu geben. Auch Jobanzeigen für Whatsapp sind auf diese Adresse gelaufen.

whatsapp_mountain

Registry Admin ID:
Admin Name: Domain Administrator
Admin Organization: WhatsApp, Inc
Admin Street: 650 Castro Street, Suite 120-219
Admin City: Mountain View
Admin State/Province: California
Admin Postal Code: 94041
Admin Country: US
Admin Phone: +1.4089405686

redbubbleMan könnte nun meinen soweit so gut, was einen leicht faden Beigeschmack bringt, genau in den selben Suiten sitzen auch noch andere Firmen wie zum Beispiel Red Bubble. Setzt das sonst so verschwiegene Whatsapp etwa auf konzernübergreifende Großraumbüros? So weit geht meine Gutgläubigkeit dann doch wieder nicht. Red Bubble steht immerhin für den Verkauf von Community Kreativität, ein nicht uninteressantes Geschäftsmodell.

Nun wollen wir den Blick jedoch auf eine andere Gesellschaft lenken, dass nach Angaben fst 20 % des Nasdaq abbildet. Sequoia Capital hat in beängstigender Weise bei fast allen wichtigen IT-Unternehmen investiert, wobei die genauen Sharings mir nicht bekannt sind. Auch Whatsapp drängte man die 8 Millionen förmlich auf, den Kapitalbedarf gab es zu dem Zeitpunkt eigentlich nicht. Warum eine Firma wie Whatsapp eine Offerte von Google in Höhe von 1 Milliarde ablehnen sollte, das sind immerhin 1000 Millionen, will sich auch nicht auf Anhieb erschließen. Firmen wie Cisoo, Palo Alto Networks, Barracuda Networks, Yahoo, PayPal, Electronic Arts, YouTube, Apple, Facebook oder Google sind nur ein marginaler Teil der Investments von Sequoia Capital. Eigentlich ist die Firma in die gesamte Architektur, Sicherheit und Blockbuster des Internets investiert, was eine unfaßbare Machtfülle bedeutet.

Beispielsweise ist Jim Goetz -Partner bei Sequoia Capital – im Board of directors von den Sicherheitsfirmen Barracuda Networks und Palo Alto Networks. Zumindest in seinem Profil steht er als Mitglied im Board of Directors bei WhatsApp Inc.

Der Gründer der Gesellschaft – Don Valentine – war in unzähligen Boards wie zum Beispiel Apple, Atari, C-Cube, Cisco Systems, Electronic Arts, Linear Technology, LSI Logic, Microchip Technology, NetApp, Oracle, PMC-Sierra.

Der aktuelle Chairman – Michael Moritz – sitzt aktuell noch im Board von Klarna AB, LinkedIn, aber er hatte auch Sitze im Board of Directors bei Google, Paypal und Yahoo.

Das soll an Beispielen reichen und nur zeigen wie die Allokation der Macht sich auswirken kann. Ein Blick in alle Investments dieser Firma kehren selbst dem robustestem Magen den Inhalt nach Außen.

In meinen Augen ist diese Gesellschaft eine Schaltzentrale der Macht und des Internets. Wessen Interessen all das dient vermag ich nicht zu sagen, aber in meiner Fantasie ist dort doch einiges möglich.

Whatsapp also Zugriff auf alle privaten Verbindungen, Nachrichten, Bilder und all dem zu geben, ist mit leichtsinnig wohl noch sehr wohlwollend umschrieben.

Carpe diem

[1] http://www.postalannex.com/location/mailbox-rental/5006


19 Responses to Wem dient Whatsapp oder was steckt hinter Sequoia Capital?

  1. Jens Blecker sagt:

    Was mir eben schmerzlich klar wird, die meisten Menschen verstehen wahrscheinlich nicht was das für ein Knotenpunkt der Macht ist.

    Whatsapp ist eigentlich nur eine Randerscheinung des Artikels aber ich habe auch einen falschen Titel gewählt.

    Internet: Der Knotenpunkt aller Macht! das wäre richtig gewesen-

  2. Felix sagt:

    Da meine beiden Eltern Biologen waren sagt mir der Name Sequoia sofort etwas: lateinischer Pflanzenname für Mammutbäume.
    Namen werden nicht zufällig gewählt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sequoia_(Gattung)

  3. james501 sagt:

    Uff.. hab mal in der Liste geschaut wie viel insgesammt investitert worden ist… 8417,94 Millionen Dollar. Und da frage ich mich wofür die über 100 Millionen in eine Singlebörse (eharmony.com)oder 196 Millionen in ein Reiseportal (Kayak.com)investieren. So viel Macht gebündelt.. ist nie gut und macht Bauchweh. Erinnert mich an die Serco Group.. the biggest company you never heard of… http://www.youtube.com/watch?v=szNLMtgI7hU

  4. Jens Blecker sagt:

    Und das dürfte sicher noch nicht alles sein und was noch viel wichtiger ist, investiert als es noch Penny Stocks waren.

  5. […] via Wem dient Whatsapp oder was steckt hinter Sequoia Capital? | IKNews. […]

  6. [Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: Server IP]
    […] Lesetipp: IKnews – Wem dient Whatsapp oder was steckt hinter Sequoia Capital? […]

  7. chris321 sagt:

    Kommt mir gerade ein praktisches Beispiel. Ich trenne mich ja seit geraumer Zeit von den Firmenkunden welche die Cloud und die Zusammenarbeit mit den entsprechenden proprietären Firmen wie Microsoft weiter gehen wollen und mit den anderen Kunden geht es mit dem manchmal nicht leichten Weg Richtung Linux weiter.

    Ich übergebe diese Kunden also an lokale Systemhäuser. Ich nehme da keinen Blatt vor den Mund WARUM ich diesen Schritt gehe und dass ich von meinem Gewissen es nicht weiter verantworten kann so Firmen wie Microsoft etc. zu unterstützen welche das Ziel verfolgen den Kunden in eine totale erpresserische Abhängigkeit hinein zu führen, Firmen welche ein Blackbox Computing betreiben bei der die Intransparenz gezielt zu Abzocke und Spionage missbraucht wird.

    Ich werde dann von den Vertretern der Systemhäuser mitleidig angeschaut, manche sagen das sei doch alles nur „Verschwörungstheorie“ wobei ich gar nicht weiss was daran verschwörerisch sein soll. Das sind ja einfach zu ermittelnde Fakten. Sie brauchen doch nicht meinen ich sei so blauäugig und uninformiert wie ihre Kunden.

    Auf jeden Fall besteht ihr erster Schritt alles was ich mit Bedacht auf die Funktionalität und wenigstens gewisse Unabhängigkeit aufgebaut habe sofort abzubauen und „das Schema umzusetzen“. Damit meine ich: Ich weiss genau was sie intallieren werden, die Firmen, die Produkte. Das ist eben DAS SCHEMA. Ich erklärte dann kürzlich einem Firmenchef – weil ich bei der Übergabe ja noch dabei bin und auch um meine Meinung gefragt werde – ob ihm VIELLEICHT aufgefallen ist, dass dies ALLES US-Firmen seien und dass diese genau in diesem Schema PROPRIETÄR SO IDEAL ZUSAMMEN PASSEN: Also APC für die USV, HP Server, Cisco Infrastruktur, VMWare Virtualisierung und eben jene oben erwähnte Barracuda Appliance bzgl. Backup. Dann kommt im Angebot noch 1400 Euro / Jahr für die Barracuda Datensicherung in die Cloud nach Frankfurt. Also die Cloud / Datenbunker von Barracuda! Ich sagte zu dem Firmenchef, dass er damit seine Daten mit der Datensicherung komplett aushändigen wird und das auch noch eben jährlich bezahlt. Er meinte: Ich habe keine Geheimnisse wie VW Entwicklungsbüro etc. Man könne die Daten ja auch auf konventionellen Wege sich beschaffen wenn man sich Mühe gäbe. Aber es sei ja dann so leicht. Man bräuchte sich selbst nicht mehr gross Gedanken wegen der Datensicherung machen usw. Nachher würden die Frauen mal vergessen die Sicherungsplatten zu wechseln usw. Dann sei ja alles soooo bequem und sicher.

    Als ich dem Ansprechpartner vom Systemhaus sagte, dass ich so ein Angebot NIE akzeptieren würde, wurde der fuchsteufelswütend, ich sei ein Verschwörungstheoretiker, natürlich seien die Daten sicher usw. Er könne natürlich auch ein Angebot machen wo man noch autark die Daten sichern würde, aber dann würde alles VIIIIIIIEL TEURER.

    Auf jeden Fall musste ich ja interne Daten wie Anmeldungen, VPN Zugangsdaten etc. weiterleiten. Ich fragte also nach einem PGP Schlüssel dass ich es verschlüsselt verschicken kann. Ich sagte ich wolle solch sicherheitsrelevanten Daten besser nicht offen per E-Mail verschicken. Ergebnis: Der Mann kann nicht mal PGP Mails schicken (als Fachmann!), meinte ich soll doch die Daten auf Papier kopieren und die Unterlagen in der Firma liegen lassen, er würde sie dann abholen.

    Also Leute: Dieser „Fachmann“ der mir vorwirft ein Verschwörungstheoretiker zu sein weil ich Sicherheitsbedenken habe und die Lage nicht richtig zu verstehen, der meint die Daten in der Barracuda Cloud in Frankfurt wären natürlich absolut sicher, dieser Mann kann nicht mal PGP verschlüsselte E-Mails bzgl. der Anmeldedaten abwickeln. Und diesen Leuten „trauen die Firmen“.

    Der Chef meint eben: Was bleibt uns anderes übrig als bei Microsoft zu bleiben. Wir sind da schon so drin verstrickt, dass wir eben „das Outlook und den Exchange Server brauchen“, auch die Branchensoftware sei natürlich unter Microsoft. Was bliebe einem schon übrig.

    Nur: Ich betreue jetzt eben jene Firmen die zumindest bereit sind und sich MÜHE GEBEN den Wechsel nach Linux zu schaffen, eben Stück für Stück, mit Office angefangen usw. Natürlich geht das, aber dazu muss man auch für diese „Anstrengung“ bereit sein.

    Erinnert uns das nicht auch an die privaten Computernutzer. Oh, ich kann Linux nicht probieren, ist viel zu mühsam … da müsste ich mich ja erst reinarbeiten und dann geht das nicht alles gleich auf Anhieb usw. Also bleibe ich bei Microsoft. Und wenn Windows 10 in 2 Jahren vor der Tür steht, dann werden diese Leute sagen: Oh, jetzt kann man nichts mehr machen, jetzt haben wir nicht mehr Zeit zu wechseln. Muss man eben akzeptieren.

    + Ich habe nichts zu verbergen
    + Das ist zu mühsam
    + wir haben dazu keine Zeit
    + jetzt ist es zu spät um noch was zu machen
    + muss man eben akzeptieren
    + dagegen hat man doch eh keine Chance
    + Widerstand ist zwecklos

    Das ist parallel zu dem oben beschriebenen SCHEMA der technischen Ausrüstung das gedanklich menschliche SCHEMA bei diesen Firmen.

    Tja, die wird man noch eines nicht fernen Tages häuten. Wenn die mal im LockIn sind, dann wird man diese Firmen ja so was von ausnehmen. Dann werden sie an all das zurück denken was ich ihnen damals gesagt habe und sagen: Der Chris hatte damals komplett recht. Nur: Ich hatte auch sonst recht. Das Problem ist: Recht haben ist eine Sache, Konsequenzen daraus zu ziehen eine GANZ ANDERE.

    Wenn Privatleute nicht dazu bereit sind ihr Smartphone aufzugeben, wenn Geschäftsleute nicht dazu bereit sind nach Linux zu migrieren, dann müssen sie eben auch mit den Konsequenzen dieser Entscheidung eines Tages leben. Dann können sie mir schon sagen: Ja, der Chris hat damals recht gehabt. Na und, ihr seit ja trotzdem frontal gegen die Wand gefahren.

    Und genau weil sie mal gegen die Wand fahren werden will ich dafür nicht mehr verantwortlich sein. Deswegen verabschiede ich mich heute von diesen Firmen die keine Einsicht zeigen. Ich will bei ihrer zukünftigen Häutung nicht daneben stehen und mir ihr Wehklagen anhören und dann auch noch die Darstellung ich wäre doch ihr Betreuer und damit indirekt an ihrer Misere mitschuld usw. Nein, ich bin dann nicht mehr mitschuld wenn sie morgen heulen wie die Schosshunde. Ich bin dann nämlich ganz einfach nicht mehr da.

    Und die Linux-Firmen werden sagen: Warum, wir haben unser eigenes System, so schnell lassen wir uns von Euch nicht erpressen. Aber Autarkie zu behalten ist eben nicht kostenlos und ohne Schweiss. Dafür muss man heute kämpfen.

  8. michaelbunny sagt:

    Rendite ist der Grund – bestätigt von einem Bekannten. Er hat in Deutschland studiert vor geraumer Zeit.

    Ein Kommentar allein die Idee zu zeigen …

    A small sample, In Germany last year 127564 new technology companies where registered and only about 14% where closed (failed), whereas 573643 new non tech companies were registered and 91% of them closed (failed) within the year. So it’s a no brainer.

  9. michaelbunny sagt:

    Das ist ein guter Punkt. Das ist die gute alte IBM Verkaufsstrategie gemischt ein wenig mit der Philosophie, wir hinken etwas nach und kaufen etwas das viele andere auch haben, dann ist das Problem schon gelöst bevor wir es bekommen.

    Davon mal abgesehen, dass man früher Kunden eingeredet hat, für jedes Problem gibt es eine Box. Die neue Schachtel ist die Cloud.

    Das ist noch immer eingegebrannt. Das ist 80er Jahre. Das ist mindestens 25 Jahre her … Big Vendor. Sobald ein kleines Unternehmen unter 100 Mitarbeiter glaubt sich durch die Strategie – wir nehmen das größere Produkt damit sind wir für die Zukunft gerüstet.

    Oder aus der Moderne. Befreut eure Gedanken schreibt alles nieder (ok), aber speichert alles in der IT :(. Das ist dämlich und sonst nichts. Mein Notepad ist der klassische Notizblock aus Papier und das Hirn.

    Ein Arbeitskollege eines Freundes kam drauf seine Damen sind zwar recht geschäftig aber weitergehen tut nicht viel. 8 Mitarbeiter. Der hat in einem Wochenende alle Rechner auf Linux umgestellt die Abwicklungssoftware zuvor passgenau als Web Applikation geschrieben, die Mühlen dicht gemacht und siehe da, alle waren hurtig mit der Arbeit fertig.

    Für meine Ideen habe ich lange evaluiert. Ich nehme jetzt als Backend ein Grid System von einem Bekannten, der hat Server in Kanada, Türkei und Deutschland. Das sind ganz normale Unternehmer …

    Zurück zum Thema: Aber was ich teils nicht verstehe ist dass man in .de z.B. nicht wenn man ein einfach zu verwaltenden Webserver will – den Abyss Webserver nimmt. Ein Beispiel unter hunderten von praktischen Lösungen.

    Im Vorteil werden auf Dauer jene sein die a) Autonom bleiben und b) selbst Kompetenz haben.

    Das geplante Volumen für Cloud Business ist ca. mind ein Verzehnfachung (visioniert wird von einer Verhundertfachung des IT Business Volumen – sagen wir es sind Träumer – möglw. das zwanzigfache). Das geht wohl.

    Und wann am Schluss die Server nicht mehr ausgeliefert an den Kunde werden – Cloud/Datacenter wird man versuchen um jeden Preis durchzudrücken. So dämlich ist derweil keiner, Daten aus dem Lokalen ERP in die Cloud zu transferieren da dort das BI System von Indien betreutet gehostet ist – habe ich in U.K. schon erlebt.

    Auch mit Quellcode. Es ist schon oft vorgekommen, dass Code der Konkurrenz wurde verkauft… Wenn man nicht weiß wie der Lieferant arbeitet und im Verdrängungswettbewerb wird brutal gearbeitet, bevor die Abschöpfung beginnt… jedem viel Spaß der seinen Server nicht mehr greifbar hat zumindest nicht erreichbar.

    Eine andere Sicht. Früher schwirrte ein Team um einen Oracle Server heute mach ein Admin in einem spezialisierten Rechenzentrum bis zu 1000 Instanzen oder mittlerweile mehr … Im Prinzip läuft das selbe Spiel, wie in der Realwirtschaft – hinter dem GDP die Tiefe der Wertschöpfungskette zu verlängen. Positiv wäre, dass jene die gerne IT als Beruf mach aus dem realwirtschaftlichen Umfeld rauskommen. Das interessiert den ein anderen Opa, aber kaum mehr ein jungen heut. Support und Inhouse Consulting kann man noch machen … das wird auf dauer Zettel Schlichterei …

    Es gibt schon ein Unterschied – Holz beim Tischler ist ein wenig anders gelagert als Information. Ich habe mehr die Sorge – wie findet man ein vertrauenswürdigen Lieferanten für Hosting, Services – Verkäufer erzählen viel und jeder Händler lobt seine Ware …

  10. michaelbunny sagt:

    An sich haben Unternehmen respektive die IT Verantwortlichen gelernt die Abhängigkeiten zu akzeptieren.

    Aber schau – in einem Unternehmen sitzt kaum mehr ein Unternehmer. Angestellte schmeißen das Geld sowieso beim Fenster raus, wenn es darum geht Verantwortung und Arbeit sich vom Leib zu halten am ersten Blick. Am zweiten entkommen sie selbiger nicht und halsen sich oder anderen mehr auf. Das ist halt dann wieder der Reorgansationsbedarf.

    Ich spreche jetzt nicht von großen Unternehmen die sich anders durchsetzen können… aber wie zuvor gesagt. Wer weiß wie sich in Zukunft im Hintegrund die Strukturen änderen, wenn auch zum Zeitpunkt der Übergabe der Verantwortung alles überbaubar war. Unternehmen werden zusammengekauft, weiterverkauft – grad so Serviceanbieter usw…

    Ich frage mich auch wie ein Unternehmen das Daten auslagert, man stelle sich vor es gäbe Probleme mit dem Datacenter bezüglich der Datensicherheit, jemals gedenkt in ein Konzern integriert zu werden. Für jede Übernahme eine potentiell tickende Zeitbombe.

    Das ist so.

  11. chris321 sagt:

    ja, „vertrauenswürdiger Partner für Hosting Services“.

    Der Firmenkunde von dem ich oben beschrieben habe, hat sich jetzt für die Cloudsicherung von Barracuda in Frankfurt entschieden. Das Systemhaus sagte dem Chef, dass sie nicht finanziell in der Lage seien eine eigene solche Sicherung autark in Deutschland zu betreiben. Deswegen seien sie mehr oder weniger „auf die Amerikaner angewiesen“.

    Ich erklärte dem Chef der Firma, dass er sich ja zumindest für eine lokale Sicherung und eine entsprechende Linux und damit Whitebox Firewall an den Ausgängen entscheiden könnte. Man könnte das dann so richten, dass er genaue Informationen bekommt was denn an dem „digitalen Tor in seine Firma“ so alles läuft.

    Er sagte darauf: Was bringt es das zu tun, also noch gross Geld in Linux und Sicherheit zu versenken, wenn spätestens 2020 dieser Kalifornien-Clan alle dazu gezwungen haben wird alles in IHRE Cloud, IHRE Datenscheunen auszulagern? Es bringt doch nichts mehr, die Sache ist doch schon längst gebongt.

    Hat er nicht recht? Die Sache ist deswegen gebomgt, weil die Mehrheit der Menschen sich entschieden hat, dass Snowden zwar einerseits ein Held sei, dass man aber andererseits dem keine Taten folgen lassen muss und alles weiter gehen kann und darf wie bisher. Im Gegenteil: Die Gesellschaft lässt zu, dass alles noch viel schlimmer kommen DARF.

    Und damit hat der Mann doch recht. Warum soll ER denn allein jetzt die Welt retten wenn sie geistig nicht mehr zu retten ist? Es ist ja ein geistiger Prozess der dem allem zugrunde liegt dies alles ZUZULASSEN. So wie damals beim Aufstieg von Hitler. Das sind in erster Linie GEISTIGE BEREITSCHAFTSPROZESSE. Man akzeptiert WILLENTLICH was da passiert. Ist ja kein UNFALL was da in unserer Gesellschaft passiert. Auch das ist EIN SCHEMA, ein geistiges Schema. Und auch dieses Schema wird seine Konsequenzen eines Tages klar und deutlich, insbesondere brutal zeigen. Dann beginnt der Lernprozess bis die Brutalität so gross geworden ist, dass ein Funke zündet es war vielleicht damals falsch … Aber dieser Firmenchef, er kann diese Gesellschaft nicht retten, nicht vor sich selbst retten!

    Viel früher hätten viel mehr Menschen hier was aktiv tun müssen. Viel energischer, viel emotionaler. Man kann ein Kind nicht mehr retten, wenn es schon in den Brunnen gefallen ist.

    Inwieweit jemand der jetzt auf Linux wechselt und das schafft autark bleiben kann, ist ja noch gar nicht sicher. Wenn die vom „neuen Cesar“ vergebenen „Welt-Zertifikate“ dazu führen, dass jeder der nicht pariert, sofort ausrangiert wird, was dann? Dann sind die Linux Leute gewissermassen unter sich. Ok, werden sie es schaffen deswegen eine „eigene autarke Welt“ für sich zu definieren?
    Werden sie eigene Firmen so gründen können, dass sie auf der Basis sich „selbst versorgen“ können, im erweiterten Sinne als ganze Gesellschaft autark bleiben können?

    Da wird es doch am Ende so richtig kompliziert wenn man nicht Leute hat die wirklich Gas geben, Unternehmer sind, Dinge ändern, sich selbst gut genug organisieren können. Am Ende ist dieser „kleine Linux Programmierer“ und wenn er da noch so ein technischer Hecht ist, doch auf Cesar’s Gnade angewiesen und muss genauso dessen Zertifikate akzeptieren spätestens wenn er seine Brötchen am Morgen nun mal bargeldlos erwerben MUSS weil der neue TAFTA Cesar das so will. Es wird schon schwierig für ihn den Brötchenbäcker dazu zu überzeugen, dass er ihm z.B. eine Linux Software oder unzertifizierte Hardware aufbauen darf, dass der, also der Brötchenbäcker, dann EBENFALLS in Folge vom grossen Cesar zwangsläufig ausrangiert wird? Es handelt sich ja dann hierbei um eine digitale Diktatur der Du noch viel weniger entgehst als konventionellen Diktaturen.

    Was erwartet also der Linux Mann dann wenn er sich selbst in dieser Welt nicht versorgen kann. Das muss man doch auch mal realistisch sehen. Wenn „der Linux Mann“ heute keine ausreichende Basis aufgebaut bekommt, dann ist er doch auch morgen in der digitalen Diktatur raus.

  12. Jens Blecker sagt:

    Nach Huxley:

    „Sie werden ihre Knechtschaft lieben.“ 😉

  13. […] von Whats­App hat Jens Ble­cker erst vor weni­gen Tagen in dem sehr lesens­wer­ten Bei­trag Wem dient Whats­app oder was steckt hin­ter Sequoia Capi­tal? recher­chiert. Und auch Jens Her­forth hat sich die­ser Frage vor eini­gen Tagen im Bei­trag […]

  14. […] so, was ist eigentlich das Ziel des Unternehmens, außer dem, Menschen glücklich zu machen? Geld zu verdienen offenbar nicht, zumindest nicht mal […]

  15. EinsteinXXL sagt:

    Hi,

    Hier ein Artikel der sich zwar nicht direkt mit Sequoia Capital befasst, aber zeigt in Welchen Breichen bzw. Kreisen sich dieses Unternehmen bewegt.

    http://antikrieg.com/aktuell/2014_07_13_dernato.htm

  16. […] Informationen hat IKNews zusammengetragen. So viel also dazu. Ich hoffe, Ihnen ist die Tragweite bewusst. Die geht nämlich ziemlich […]

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