EZB Beschiss: Schlussendlich eine teure Perversion

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Eigentlich hat in der Ökonomie alles mit Zahlen und Fakten zu tun, diesen Umstand hat man allerdings seit Beginn der Systemkrise völlig umgekrempelt. Eine ganz besondere Rolle nimmt derweil die EZB ein, die aus einer Naturwissenschaft – der Mathematik – begann Alchemie zu machen. Betrachtet man das Ergebnis ganz nüchtern, hatte die EZB Erfolg. Man macht aus Scheisse Geld und Geld lässt sich in Gold verwandeln, zumindest noch. Aus der geldpolitischen Sicht gesehen, macht die EZB einen Blindflug ohne Wiederkehr. Das werden die Bürger am Ende bezahlen müssen. Portugal ist ein Zeichen des Betruges.


Als gelegentlicher Beobachter der Krise bei europäischen Staatshaushalten mag man dem Gedanken verfallen alles wäre wieder auf einem guten Weg. Erst kürzlich feierte man die fulminante Rückkehr von Griechenland an die Finanzmärkte. So titelte beispielsweise das Wallstreet Journal Deutschland „Für Griechenland und Eurozone wendet sich in der Krise das Blatt„. Da ist man geneigt den Kopf schüttelnd zu senken und sich zu fragen wen man hier eigentlich verarschen will.

Im Zuge des Absturzes in Griechenland wurde ein illegaler Haircut – entgegen geltender Verträge – durchgeführt und die Schulden um etwa 100 Milliarden vermindert. Im selben Augenblick begann man damit, dass Tafelsilber – also alles womit der griechische Staat noch Geld verdiente – zu privatisieren. Der nächste Schachzug waren dramatische Sparpakete und eine massive Erhöhung der Abgaben, was in logischer Konsequenz zu einem Abwürgen der Konjunktur geführt hat. Griechenland steht nicht nur dort wo es bereits 2010 stand, die Position hat sich sogar deutlich verschlechtert.

Wie kann man an dieser Stelle also den Eindruck erwecken, irgendetwas wäre in Ordnung gekommen und das Land hätte sich erholt? Der einzige Punkt warum es Griechenland gelingt Staatsanleihen am Markt zu platzieren ist die Sicherheit für den Investor am Ende den Ramsch an die Alchemisten der EZB verklappen zu können und damit in Ihre Taschen – meine Damen und Herren. Hohe Rendite zu minimalem Risiko. Wenn die EZB fällt – und das wird sie irgendwann – ist es eh vorbei mit dem Hütchenspiel, also kann man auch noch die Profite kassieren. So einfach das Credo des Casinos.

Kommen wir nun zu einem neuen Hütchenspielertrick der EZB. Bei Griechenland ist die Lösung ja noch recht einfach, da sich das Land noch in einem Hilfsprogramm befindet. Anders gestaltet sich das mit Portugal, wo die Hilfspakete sich dem Ende entgegen neigen. Normal müsste dem Land auch weiterhin das Geld der EZB ins Land gekarrt werden, allerdings bedient man sich hier eines neuen perfiden Tricks. In der Welt heißt es dazu:

EZB-Trick: Portugal ist nur wegen ECB/2014/10 wieder hoffähig
Portugal kehrt erstmals seit Jahren wieder an den Kapitalmarkt zurück. Doch die Nachfrage nach den riskanten Anleihen ist nur deshalb so hoch, weil die EZB mit fragwürdigen Mitteln nachgeholfen hat.
[…]
Entscheidendes Kriterium ist die Bonität: Die EZB akzeptiert nur Anleihen mit einem gewissen Mindestrating. Und genau an diesem Punkt greift die jüngste Änderung. Nach den bisherigen Regeln erfüllten portugiesische Staatsanleihen dieses Mindestrating nämlich schon lange nicht mehr. Sie konnten nur deshalb bei der EZB eingereicht werden, weil für Länder mit einem ESM-Rettungsprogramm die Bonitätsschwelle außer Kraft gesetzt ist, sodass die EZB beispielsweise auch griechische Staatsanleihen weiterhin akzeptiert.
[…]
Der für Portugal entscheidende Passus verbirgt sich in einer bürokratischen Formulierung. Sie besagt, dass die EZB nun auch Papiere für Geldgeschäfte annimmt, die von der kleinen kanadischen Ratingagentur DBRS mit einem „BBB (low)“ ausgestattet sind. Bislang lag die Schwelle eine Rating-Stufe höher, bei einer DBRS-Note von „BBB“.[1]

Sehen wir uns doch mal die „Wunderheilung“ Portugals in Bildern an und vergessen hierbei nicht zu berücksichtigen, dass ein Sternchen hinter der Jahreszahl für eine – meist positivere – Schätzung steht.

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Nun vielleicht fehlt mir etwas Phantasie, aber für mich hat sich da nichts zum Positiven entwickelt seit Beginn der Krise in Portugal. Abgesehen von Taschenspielertricks der EZB und leeren Worthülsen der Politiker ist die Lage nach wie vor eine Katastrophe.

Carpe diem

[1] http://www.welt.de/wirtschaft/article127198583/Portugal-ist-nur-wegen-ECB-2014-10-wieder-hoffaehig.html
Guideline der EZB 2014/10


6 Responses to EZB Beschiss: Schlussendlich eine teure Perversion

  1. Pappnase sagt:

    „. . . weil die EZB mit fragwürdigen Mitteln nachgeholfen hat. “

    Wenn man alle Gesetze unverhohlen aus den Angeln stülpen
    kann, läuft auch das Stroh zu Gold spinnen wie am Schnürchen.

    Man nehme:
    1 Prise Goldman SachsItalo-Spitznase
    und viele dumme Pöbel.

  2. Jannex sagt:

    Ich muss unwillkürlich an einen Gummi denken, den man ewig in die Länge zieht.
    Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hat den Fahnenmast erreicht,aber es wird weiter in den großen Topf gegriffen. Eine Logik ergibt sich für mich nur in dem Zusammenhang mit den Ereignissen in der Ukraine. Ich hoffe aber, das ich falsch liege.
    Gruß Jannex

  3. […] ***EZB Beschiss: Schlussendlich eine teure Perversion*** […]

  4. EuroTanic sagt:

    Solange es Menschen gibt, die ihre wertvolle Lebenszeit für wertloses Papier hergeben wird sich daran nichts ändern. Man kann es der Elite nicht mal vorwerfen. Nie war es so einfach aus Scheisse Geld zu machen. Und wer ist hier der Narr? Der Narr, oder der der dem Narr hinterherläuft?

  5. Jannex sagt:

    Mal eine Frage. Wer zahlt eigentlich die ganzen Steuern? Der Verwaltungsapparat, die Behörden, die Angestellten, die Rentner,die Niedriglohnarbeiter, die Arbeitslosen und die Kinder fallen raus.Sie alle bekommen Ihr Geld vom Steuerzahler.Die großen Firmen werden subventioniert. Es bleiben die Konsumenten und der Mittelstand.Der Mittelstand besteht mit sehr hohem Anteil aus Dienstleistungen, die sich immer weniger leisten können.
    Vielleicht kann mir jemand helfen.Wenn ich ständig neue Kredite nehme, erhöht sich doch die Zinslast.Wie machen die das? Wir haben doch schon die gesamte vom „Steuerzahler“ finanzierte Infrastruktur verscheuert.
    Ich verstehe es echt nicht.Wer sind die geheimnisvollen Steuerzahler?
    Gruß Jannex

  6. steinmetz sagt:

    @ Jannex
    Ganz einfach; wir alle sind diese geheimnisvollen Steuerzahler.
    Es ist die 19% Mehrwertsteuer auf allen Produkten und Dienstleistungen.( bei bestimmten Produkten und Dienstleistungen sind es noch die 7% )
    Da wir ja leben und kaufen müssen,drücken wir auch schön sauber und ordentlich Monat für Monat Jahr für Jahr diese kleinen Gefälligkeiten ab.
    Da kommt was zusammen.
    Gruß Steinmetz

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