Projekt Survive: Die Umstellung funktioniert

Surfing

Im Jahr 2012 habe ich die ersten Versuche gefahren, das Haus mit abgestellter Zentralheizung nur über den Kamin zu wärmen. Der Anfang war gemacht, auch wenn es zunächst ein wenig Widerstand aus den eigenen Reihen gab. Kurzfristig musste der Versuch dann unterbrochen werden, da bei Außentemperaturen von – 15°C der Kamin die Raumtemperatur nicht mehr über 20°C brachte.


Damals sank die Laune meiner Frau mit jedem zehntel °C weiter und um den Haussegen nicht zu riskieren, lenkte ich ein. Bis zu dem Zeitpunkt war der Kamin eigentlich im Dauerbetrieb um das ganze Haus – abgesehen vom Keller – auf wohlige Temperaturen zu erwärmen.

Wegen unserer Auswanderung nach Kanada werden wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im kommenden Jahr unser geliebtes Heim verkaufen. Aus diesem Grund stellte ich unter dem Protest meiner Frau im Februar wieder die Heizung komplett ab. Ich erklärte ihr, dass ich nicht jeden Monat über 200 Euro an den Gasversorger bezahlen und beim Hausverkauf noch 7 m³ Holz und eine halbe Tonne Kohle stehen haben werde. Trotz des Widerstandes zog ich es durch und begann auch damit das Haus wieder mit Kamin im Dauerbetrieb zu heizen.

Die Tage wurden wärmer und mit dem Verkauf der Firma und der Hausplanung für Kanada bin ich durchaus sehr stark ausgelastet, wie man sicher auch an der Anzahl der Artikel merkt. Das wirkte sich auch auf den Kaminbetrieb aus. Immer öfter war der Kamin „offline“. Gestern ging ich durch das Wohnzimmer und dachte mir, ein wenig Frisch ist es schon, das heißt aber nicht das mich das stören würde. Mir saß nur die Furcht im Nacken, dass es zu Nörgeleien meiner Frau kommen könnte. Ein Blick auf das Thermometer zeigte 19 °C an, noch vor zwei Jahren eine „Unmöglichkeit“.

Auch heute morgen war es nicht wärmer im Wohnzimmer, der Kamin war ja schließlich aus. Als ich meine Frau fragte ob ich den Kamin anmachen soll, war die Antwort „nein Danke, es ist eigentlich warm genug“. Normal kann man sich das sicherlich nicht vorstellen, aber ich hätte eine solche Entwicklung eigentlich kategorisch ausgeschlossen. Frostbeule wäre noch fast untertrieben, meine Frau hat früher auch gerne mal die Räume auf 23 °C geheizt. Es freut mich auf jeden Fall, dass im Haus nun nicht mehr „Sauna“ gemacht werden muss und das Wohlbehagen trotzdem vorhanden ist. Wenn es doch mal ein wenig fröstelt, lässt sich mit Nadelholz sehr schnell wohlige Wärme schaffen.

Mein Gaslieferant wird bei der nächsten Abrechnung vermutlich den Zähler auf Manipulationen untersuchen 😀 und ich mich über eine saftige Rückzahlung freuen. In Kanada steht der Kamin auch als Hauptwärmequelle auf dem Plan, dort wird es keine Zentralheizung mehr geben.

Was ich am schönsten an der ganzen Sache finde, ist die Tatsache festzustellen wie leicht man sich eigentlich vom so genannten „Komfort“ lösen kann. Was das Warmwasser angeht, darauf würde ich nur ungerne verzichten aber auch das ginge natürlich anders.

Einfach die Heizkörper aufdrehen ist natürlich bequem, selber für Wärme sorgen – auf den ersten Blick – anstrengender. Betrachtet man es aber ganz nüchtern, für die 200 Euro muss man auch arbeiten. In Kanada habe ich gegenüber Deutschland den Vorteil, dass ich Holz in rauen Mengen und kostenlos zur Verfügung habe. Hier muss man dafür mittlerweile eine recht hohen Preis bezahlen. Im Vergleich zur Gasrechnung jedoch, ist es immer noch ein Schnapper.

Ich freue mich auf den weiteren Abbau vom Konzern-Komfort. Ein Stückchen „Back to the roots“ bringt auch immer ein bisschen Lebensfreude und sinnvolle Aktivität mit sich.

Eine kurze Anekdote noch zum Schluss. Als ich meine beiden Jungs zum Holz holen schickte, blickten die beiden mich ein wenig genervt an. Ich fragte „Euch wäre es am liebsten, wenn es eine Kamin-App gäbe, oder?“ Beide griffen zu ihren „Smartphones“ und grinsten mich an „Es gibt unzählige“. Eine wurde fix geladen und mir präsentiert. Das knirksende Knistern hatte allerdings nur wenig mit einem echten Feuer gemeinsam, das mussten dann selbst die beiden Jungs zugeben. 😉

Carpe diem


11 Responses to Projekt Survive: Die Umstellung funktioniert

  1. kieselsteine sagt:

    Jeder Trick hat seine Schattenseite.
    Das heißt nun aber nicht, dass Tricks prinzipiell zu vermeiden wären.
    Nur sollte man die Schattenseite dabei nicht vergessen.
    (Zauberlehrling von Goethe)
    Ganz besonders deutlich zeigt sich das in der 3d Animation.

    Ich weiß dass ist jetzt nicht ganz so leicht zum Nachvollziehen für jemand, der nicht mit 3d Figuren animiert. Aber es ist sicher auch für einen Laien interessant einmal kurz einen Blick zu werfen in diese ganz eigene Welt. Diese Welt bekommt auch zunehmend Bedeutung für uns alle, da die praktisch selben Techniken auch in der Robotik angewendet werden.

    Eine Figur kriegt Knochen wie ein normales Lebewesen. Zum Beispiel Schulter, Oberarm, Unterarm und Hand Knochen. Das reicht im Prinzip, um jede Bewegung eines Armes zu simulieren.
    Ein Problem entsteht erst, wenn die Figur sich zum Beispiel an einen Treppengeländer halten soll beim Treppensteigen. Dann müsste man Oberarmknochen, Unterarmknochen und Hand bei jedem Bild neu so ausrichten, dass die Hand perfekt an der selben Stelle des Treppengeländers bleibt. Das klingt nicht wirklich aufwendig. Wenn man aber weiß, dass es pro Sekunde Film 24 Bilder braucht, und die Hand sich etwas länger als eine Sekunde an einer Stelle des Treppengeländers fix hält, sind das 30 Bilder, bei denen man drei Knochen im Verhältnis neu ausrichten muss.
    Also 90 mal Knochen neu ausrichten für etwas mehr als eine Sekunde Film!
    Eine sehr große Arbeit.
    Nun gibt es einen Trick, er heißt im Fachschargon Inverse Kinematik. Mit zwei Hilfsknochen und einem doppel Constraint (Reißnagel) und einer raffinierten Verschachtlung der Knochen, kann man nun die Hand animieren, der Unterarm und der Oberarm passt sich automatisch an. Aus anfänglich 90 mal einen Knochen verstellen, sind nun nur noch einmal die Hand ans Geländer führen geworden.
    Der Trick ist genial.
    Leider hat auch er eine Schattenseite.
    Unterarm und Oberarm können sich nur noch gleichzeitig bewegen. Das macht im Falle des Treppengeländers greifen rein gar nichts.
    Muss die Figur nun aber einen Ball werfen und alles bewegt sich gleichzeitig, sieht das extrem unnatürlich aus. Da kommt der Impuls aus dem Becken geht über auf die Schulter, dann der Oberarm, Unterarm und ganz am Schluss die Hand, gekrönt von dem öffnen der Finger. Mit dem Trick der Inversen Kinematik unmöglich zu realisieren.
    Darum besitzen moderne Rigs (deutsch Knochengerüste) eine Möglichkeit den Trick auch auszuschalten. Die Figur ist nun also ein Hybrid. Sie kann sowohl mit Zentralheizung oder mit Kamin heizen im übertragenen Sinn.
    Technik ist nichts anderes als Tricks.
    Solange wir ihre Schattenseiten nicht aus den Augen verlieren, kein Problem.
    Leider erinnert unser Umgang mit Technik heute verstärkt an den Zauberlehrling in Goethes Metapher. Die Sache ist uns aus dem Ruder gelaufen.
    Da kann einmal Holz holen sehr heilsam wirken, ganz bestimmt.

  2. chris123 sagt:

    @kieselsteine
    Denke mal an das Zusammenspiel von mehreren Lebewesen und die Evolution. Die Spinne baut ihr Netz in der Erwartung, dass eine Schnake da reinfliegt. Die fleischfressende Pflanze macht das auch so, hat spezielle Verdaungssäfte entwickelt. Es habe Millionen Jahre gebraucht – so sagt man uns – dass dieser Mechanismus entstanden sei, aber es ist doch nur ein kleiner Moment vom Leben zum Tod der Schnake. Wirklich Millionen Jahre? Das Lebewesen was von einem anderen Lebewesen lebt, wäre in dieser Entwicklungsspanne verhungert.

    Die Komplexität von Subjekten in einer realen Welt!

    Sex und neues Leben: Getrennte Lebewesen entwickelt sich getrennt in ihrer Geschlechtlichkeit um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen: Neues Leben! Millionen Jahre braucht das neues Leben nicht. Der Bauplan war schon da.

    Pläne um Dinge aufzubauen, existieren genauso wie Pläne Dinge abzubauen. Leben definiert sich im Leben neu, im abbauenden wie im aufbauenden Sinne. Es braucht dazu keine Millionen Jahre. Die Kombinatorik dazwischen zu verstehen, ist ein Kunstwerk. Das Leben ist ein Kunstwerk, der Plan ist ein Kunstwerk. Der Plan ist ein Muster, das Muster ist unser Sein.

    Der Mensch hat eine besondere Begabung. Er kann das Muster recht zügig verändern und damit das Sein. Er ist ein Künstler der sein eigenes Leben malt. Und das ist auch seine besondere Verantwortung vor sich selbst und seiner Umwelt!

    Der Künstler Mensch hat schon immer gemalt. Den Holzkamin wieder zu entdecken ist menschlich eine genauso evolutorische Entwicklung wie die Zentralheizung neu zu entdecken. Doch gibt es eine interessante Frage: Was ist dabei die Suche nach dem Glück? Was bewegt den Künstler Mensch, wenn er danach sein Bild aufhängt und es mit entsprechenden Abstand betrachtet und er sich fragt: Bin ich jetzt glücklich?

    Die Suche ist eine Sucht. Die Sucht nach Glück. Ist die Suche harmonisch ge-glückt, dann ist das Bild schön anzuschauen. Wie die Farben der Elemente darin doch so schön mit der Umwelt zusammen passen, wie die Individualität eines Baums mit all seinen Formen darin sich auf einer scheinbar so planen Wasseroberfläche spiegelt.

    Mit GMO, Geoengineering und der Wissenschaft, der ENTWICKLUNG NACH DER ZENTRALHEIZUNG (BEYOND the horizon) entscheidet sich der Mensch dafür dieses komplexe Bild bzgl. dem Bauplan selbst-BEWUSST in die Hand zu nehmen, es zu dirigieren und ein besseres Bild zu schaffen. Aus dem Künstler Mensch, auch dem Überlebens-Künstler ist ein Chefarzt mit Skalpell geworden. Das genaue Gegenteil von dem was dieser Chefarzt verspricht, wird passieren. Er wird die Schönheit dieser Welt in eine Monster Horror Picture Show verwandeln.

    Instinktiv merken wir alle was schlimmes auf uns da zukommt. Wir haben Angst. Wir erkennen den Frevel den ein Haufen selbsternannter Schöpfer nun gedenken über dieses Bild zu bringen. Krausige Formen und Farben werden sie mit grobschlächtigen Werkzeugen in dieses Bild rein-arbeiten. Und wenn es nicht gleich so wird, wie SIE es WOLLEN, dann werden sie böse, dann werden sie es in dieses Bild rein-massieren, rein-schlagen, rein-prügeln.

    Ja, das ist unsere neue synthetische Eigenkreation die uns erwartet. Armer ursprünglicher homo sapiens: „left behind“. Oder ist es eher wie Jens es sieht: „stay behind“? Das ist kein Rückschritt, auch wenn es oberflächlich aus der uns eingebläuten Perspektive des Oberarztes so scheint.

    Wir sollten es als Beispiel nehmen – alle auf ihre Art – wenn wir das Bild

    DAS UNS MAL GLÜCKLICH MACHTE

    erhalten wollen. LERNEN ist Teil der Evolution. Rückschritt ist eine Frage der Interpretation.

  3. chris123 sagt:

    Homo Sapiens „Yes, we can!“
    https://www.youtube.com/watch?v=CugOzCSaP-I

  4. Katinka sagt:

    @ chris

    Das Problem bei GMO ist einfach, dass diese ’selbstgemalte Entwicklung‘ kein Bild ist, das man bei Gelegenheit abhängen kann. Hier wurde der Farbeimer ausgekippt, ach, ganze Mengen von Farbeimern, zu viel, als dass man noch verhindern könnte, dass die Farbe flächendeckend alles kontaminiert.

    Anders als zum Beispiel in jenen Tagen, wo die ersten Dampfloks in Betrieb genommen wurden (und einige Menschen warnten, bei der schnellen Geschwindigkeit könnte das Gehirn Schaden nehmen, oder so?), ist GMO schon deswegen wirklich gefährlich, weil aufgrund der leichtsinnigen Freisetzung kaum eine Dekontamination möglich ist.

    @Jens

    Die Geschichte ist gut. Ich, bekennende Frostbeule, habe mich in einem Winter, als die Heizung kaputt war, auch endlich (zwangsweise) mal abgehärtet… Hatte zwar kein Holzofen, aber Decken tun’s auf kleinem Raum auch. Und die Rückzahlung war toll :-). Seitdem, trotz wieder funktionierender Heizung, bin ich deutlich sparsamer!

    …Es gibt so viele Möglichkeiten, sich abzuhärten, bzw. Komfortzonen zu verändern, sei es beim Essen, im Verkehr (weniger Auto), oder im Verzicht auf Konsumgüter allgemein. Erhöhung der Unabhängigkeit, Lebensqualität und Besinnung auf die eigenen Stärken garantiert.

  5. kieselsteine sagt:

    Hallo Chris

    Danke für Deine ausführlich Antwort.
    Bis mir nicht böse, wenn ich nicht ganz direkt
    auf die vielen interessanten Aspekte eingehen kann,
    die Du in wunderbaren Bildern gezeichnet hast.
    Aber ich versuche Dir trotzdem zu antworten,
    mit Gedanken, an denen ich gerade arbeite.

    Ich denke es ist der Mittelweg.

    Auf der einen Seite die Trickserei,
    Auf der andern das Bedürfnis,
    wieder ganz sich auf zu lösen,
    am Busen der Natur.

    Ein Mittelweg mit tiefem Abgrund auf beiden Seiten.
    Schiller sah die beiden Abgründe.
    Er stand zwischen der französischen Revolution
    und Kant.

    Und sah mit Entsetzen, dass beides weit weg steht von jeglicher Freiheit.
    Freiheit aber, ist das was den Menschen erst zum Menschen macht,
    das war Schillers tiefster Glaube.

    Die Revolution wollte Brot für alle und glaubte, dass wäre schon das Paradies.
    Sie sah nicht, dass satte Bäuche, nicht alles ist, was den Menschen satt macht.
    Kant redete mit seinem kategorischen Imperativ jegliche Freiheit tot.
    Seine eiskalte Logik war der Zündstein der modernen Wissenschaft.

    Schiller wusste, dass beiden Bestreben seiner Zeit nur zur Knechtschaft führen konnten.
    Er zeichnete in seinen ästhetischen Briefen einen Weg aus diesem Dilemma.

    Die Sinnlichen Begierden nennt man nicht zu unrecht Leidenschaft,
    und spricht ihnen so die Möglichkeit zur Freiheit ab.
    Die kalte Verstandeslogik nennt Kant selber, den kategorischen Imperativ.
    Also ebenfalls nicht frei, sondern diktatorisch.

    Schiller fand nun den schmalen Weg dazwischen.
    Wenn die Vernunft durch feuert wird mit sinnlicher Anschauung.
    Oder eben anders herum,
    wenn die Sinneslust geläutert wird, dass der Mensch ganz aus freiem Willen das richtige tut.
    Diese Mitte kann der Mensch finden durch die Kunst oder eben im Spiel.
    Natürlich nicht im Spiel um Geld, er beschreibt das Spiel als Spiel wie Kinder es noch können.
    Ganz im Schein unberührt von Notwendigkeit und Zweck.

    Und da sind wir schon beim nächsten ganz großen deutschen Dichter
    Michael Ende.

    In seiner Momo beschreibt er eine Einweihung, die nur Kinder verstehen können.
    Im mitten dieses hoch dramatischen Werk, ist Meister Hora, Momo und Kassiopeia umzingelt von den grauen Herren. Sie baffen an ihren Zigarren gefertigt aus gestohlener Zeit! Eine dicke Wolkendecke beginnt sich über den Ursprung der Zeit zu erheben, ich muss dabei immer an Chemtrails denken, ganz egal ob es sie nun gibt oder nicht. Es gibt genug andere Qualme, wie Uran, Fluor und abertausend andere Gifte, die dabei sind unsere Sinne ganz zu verderben. Und das Internet und all die schönen bunten Bilder rauben uns noch die letzten freien Minuten, beim warten auf den Zug. Die grauen Herren sind auf ihrem Siegeszug.

    Meister Hora weiß, dass die Zeiträuber gewinnen werden,
    wenn nicht etwas außerordentliches geschehen wird.

    Was macht er?
    Er führt Momo in die Einweihung in ihr eigenes Herz
    der Quelle ihrer eigenen Zeit.
    Und Momo erhält eine Stundenblume,
    mit der sie die Menschheit retten kann.

    Was hat das nun mit dem Mittelweg zwischen Kant und der französischen Revolution zu tun?

    Sehr viel, denke ich.
    Was zeichnet denn diese Momo aus?
    Sie ist Meister im Zuhören!
    Genau das, was die Quelle ist aller wahren Kunst.
    Ich kann kein Bild malen mit lauter logischen ästhetischen Grundsätzen.
    Niemals.
    Ich kann auch kein Bild malen aus reiner Begierde.
    Ich kann nur leise meiner Begierde folgen,
    etwas Farbe auftragen und muss anschließend
    zuhören.
    Ich muss sehen was mein neuer Pinselstrich angestellt hat.
    Erst so, wenn ich tief in mich hinein zugehört habe, in mein entstehendes Werk,
    kommt der Impuls zum nächsten Strich.
    Das ist Kunst.
    Die totale Gegenwärtigkeit.
    Die Fähigkeit zu zu hören und daraus mein Handeln zu beschließen.
    Das ist Freiheit.

    Und schon Schiller träumte vom grössten aller Kunstwerke.
    Einer Gesellschaft die wirklich aus tiefster Freiwilligkeit so lebt,
    Das Gesetze nicht mehr notwendig sind.

    Joseph Beuys nannte das die soziale Plastik.
    Heute zu finden in vielen besetzen Häusern,
    voller Farben, Kunst und Wagnis.

    Das alles heißt nichts anderes,
    als dass wir die Freiheit niemals außen erkämpfen können,
    sondern nur jeder in sich selber.
    Auf dem schmalen Grad,
    zwischen Trickserei und Sinnlichkeit.
    Zwischen denken und wahrnehmen.

    Die dazu nötige Kraft zu entwickeln braucht viel Zeit.
    Wir werden durch viele Katastrophen gehen,
    bis zur wahren Anarchie.

    Und Glück?
    Ich glaube Glück ist nur ein Wegweiser
    zu dieser Verheissung.

  6. chris123 sagt:

    @Kieselsteine
    Schön hast Du es geschrieben, gefällt mir. Ich werde mir mit Deinem Kommentar Zeit lassen, ihn wirken lassen.

  7. steinmetz sagt:

    Moin
    Wir heizen seit 4 Jahren praktisch nur mit Holz.
    4 Öfen.
    1 alten Grundofen
    1 Küchenhexe (Kochen,backen kein Problem)
    1 lütten Werkstattofen
    1 größeren im Schlafzimmer (wird selten genutzt)
    Für Warmwasser läuft die Heizanlage auf Gas.
    Sowie Gas zum Kochen.
    Erfrierungsschäden konnte ich an mir noch nicht feststellen.
    Alles eine Frage der Gewöhnung.
    In der neuen Hütte wollen wir komplett auf Holz umsteigen.
    1 großen Bruno (tschechische Antwort auf Bullerjahn)
    mit Wärmetauscher für die Heizanlage.
    Für die Zentrale Versorgung ein Kombikessel für alle möglichen Festbrennstoffe.(wenn es nach mir ginge ohne den ganzen Steuerungs schnick schnack)
    Das heißt wir wollen mehrgleisig fahren.
    Pellets (wenn günstig),Holzbriketts,oder traditionell Brennholz.
    Zur Not können auch mal Kohle oder Kirschkerne oder Hackschnitzel
    verfeuert werden.
    Vieles ist möglich.
    Nachteile gibt es immer.
    Aber mit Holz heizen macht bekanntlich
    zweimal warm.
    Gruß Steinmetz

  8. The Soulforged sagt:

    @steinmetz

    Hinweis: Holz ist nicht schlechter als Öl/Gas, auch wenn sich das gleich vllt so anhören wird, aber es ist auch kein Heilsbringer.

    Es ist generell sinnvoll eine Kombination aus versch. Energiequellen zu nutzen. Jedoch lohnt sich Holz als Energiequelle nur dann, wenn man ein eigenes Waldstückchen hat, bzw kostenlos an das Holz kommt.
    Momentan kostet Holz pro kWh ca 25-35% weniger als Erdgas/Heizöl. Der Nutzungsgrad sorgt aber bereits für einen Ausgleich, da Brennwertheizkessel realistische Wirkungsgrade von 98% erreichen, während Holzöfen technisch bedingt eher bei 75-85% liegen. Einige Hersteller werben mit bis zu 92%, aber das ist nur unter Laborbedingungen möglich (Allein der Wassergehalt im Holz wirkt sich erheblich aus). Normale Guss-Holzöfen/Kamine ohne Edelstahl-Wärmetauscher im Rauchgas-System sind noch schlechter, aber dienen ja meist eh nur als gemütliche 1-Zimmer-Heizung. Das Förderungs-/Lagersystem bei Festbrennstoffen hat hohen Wartungs- und Reinigungsbedarf. Die Schnecke verstopft gerne mal, oder der Motor gibt den Geist auf, das verursacht zusätzliche Kosten und Arbeit.
    Zudem kann man mit Festbrennstoffkesseln praktisch nur Heizkörper als Wärmeverteiler nutzen, die effektivere Flächenheizung fällt weg.

    Sofern es ein Neubau sein soll: Kontrollierte Wohnraumlüftung! Der Wärmetauscher der Lüftungsanlage reduziert den Wärmebedarf gewaltig und wirkt im Sommer kühlend.

    Den Warmwasserbedarf kann man sehr gut mit einer Solaranlage abdecken. Im Sommer ist genug Sonne da und im Winter läuft der Ofen. Ist die Anlage passend ausgelegt, sind auch die Übergangszeiten kein Problem. Bei kostenlosem Holz natürlich überflüssig.

    Fazit:
    Sofern der Brennstoff kostenlos/sehr günstig zur Verfügung steht => Heizanlage darauf ausrichten.

    Muss man den Brennstoff kaufen, sollte man sehr genau schauen was man braucht/möchte/sich leisten kann und auf mehrere Energiequellen setzen. Energie einsparen (durch Wärmerückführung und sinnvolle Dämmung) bringt mehr als höhere Wirkungsgrade beim Heizkessel. Die Anlage darf generell nicht zu großzügig ausgelegt werden (war früher so üblich) sonst kann der Gesamt-Wirkungsgrad sogar schlechter werden.
    So kann für den einen ein Mini-BHKW richtig sein und für den anderen ne Wärmepumpe+Solar+KWL.

    Einzig auf Luftwärmepumpen sollte man verzichten…

  9. rakete sagt:

    @Jens:

    Da Du ja in Kannada neu baust, kann ich Dir das Thema „rocket stove mass heater“ wärmstens an’s Herz legen. Link zu einlesen hier: http://www.inspirationgreen.com/rocket-mass-heaters.html

    Günstig, einfach zu bauen und an Effizienz kaum zu überbieten.

    Have fun! Gruß, Rakete!

  10. michaelbunny sagt:

    Die Anpassung sollte man schrittweise vornehmen. Ich bin im Moment mit der Gasheizung in der kalten Zeit bei ca. 19 Grad Celsius. Heuer bin ich teils sogar, wenn es nicht ganz zu kalt war, bei 17 bis 18 Grad gelandet.

    Ich habe es noch jedes Jahr geschafft die Menge zu reduzieren. Mit 50er Mauern ist das möglw. einfacher. Wenn man dämmt muss man das Heizverhalten umstellen. Es macht Sinn zu heizen, wenn es draußen wärmer ist … es geht um die Differenz usw… Ein Freund von mir kam auf 15% gegenüber zuvor und auf 20% so in etwa hat er den Energiebedarf für Heizung, Warmwasser usw… senken können – mit Solar am Dach usw..

    Den Großen Wurf kann man machen wenn man die Raumtemparatur absenkt. Wir haben 22 Räume und 15 sind Wohnräume – altes Zinshaus. Da lernt man schnell … ressourcenschonend zu arbeiten.

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