Fiskus: Druck auf Zertifikatsverweigerer wird erhöht

barcode

Im letzten Jahr schrieb ich einen Artikel darüber, wie ich mich dem Zertifikatszwang des Finanzamtes widersetzte. Eigentlich sollte bereits da jeder Unternehmer seine Umsatzsteuererklärung nur noch mit einem Zertifikat via Elster einreichen können. Das Thema an sich wurde auf IKN durch Chris und mich in etlichen Artikeln bearbeitet, damals konnte ich mich durchsetzen.


Bereits auf die einfachen Fragen – zum Beispiel ob der Finanzbeamte denn einen Fall kennen würde, wo ein Fremder mißbräuchlich für jemand Anderen eine Umsatzsteuererklärung abgegeben hätte – führten den Zwang ad absurdum. Als es dann ins Detail ging, mochte der Beamte mir meinen Widerstand nicht mehr ausreden und so durfte ich weiter die Erklärung in Papierform abgeben.

Vor etwa 14 Tagen allerdings, bekam ich eine Mahnung zur Abgabe der Umsatzsteuererklärung, inklusive eines Verspätungszuschlags von 50,- Euro. Das verwunderte mich einigermaßen, da ich diese höchstpersönlich und rechtzeitig beim Finanzamt in den Postkasten geworfen hatte. Da leider die „Sprechstunde“ bereits zu Ende war, geduldete ich mich bis zum nächsten Tag. Pünktlich zu Beginn, rief ich also bei meinem Sachbearbeiter an – mit dem ich bereits damals die Diskussion geführt hatte – und sprach Ihn auf meine Verwunderung an.

Er konnte sich noch gut an unsere Unterhaltung erinnern und sagte mir, er habe auch meine Ust.Erklärung erhalten, aber das Finanzministerium habe gefordert nun alle Bürger die in der Lage seien diese elektronisch abzugeben, auch dazu zu zwingen. Man solle keine Papierform mehr akzeptieren!

Nun war ich einigermaßen konsterniert und einen Augenblick lang war ich sogar sprachlos. Man wird vom Staat nicht nur ausgebeutet, er will einem auch noch ein Mal aufzwingen – das ist doch eigentlich völlig absurd.

Normal hätte ich es auf eine Klage beim Finanz- oder Verwaltungsgericht ankommen lassen, allerdings macht das in meinem Fall überhaupt keinen Sinn mehr. Bevor es überhaupt zu einer Verhandlung kommen würde, wäre mein Gewerbe bereits abgemeldet. Das erklärte ich auch meinem Sachbearbeiter und da er meine Einstellung – die in dem Fall felsenfest ist – kennt, willigte er ein die letzten Erklärungen nun noch auf Papier abzugeben.

Die massiven Gefahren bei den Zertifikaten wurden in mehreren Artikeln auf IKN bereits erörtert, trotzdem wird sich nur ein marginaler Teil der Menschen gegen die Willkür zu Wehr setzen. Am Ende werden einige Wenige vielleicht mit dem Widerstand Erfolg haben, dafür aber einen relativ hohen Preis bezahlen. Das System wird diese „Verweigerer“ als Outlaws markieren und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird die Willkür ein ständiger Begleiter.

Auch dem Rest der Gesellschaft wird man in der nächsten Zeit „Zertifikate“ aufzwingen, auch da mit fadenscheinigen Begründungen. Mit der Fürsorgepflicht des Staates ist es vorbei, er will die totale Kontrolle. Was wir hier erleben ist eine in rosa Plüsch verkleidete Diktatur, gerichtet gegen die Menschen.

Carpe diem


13 Responses to Fiskus: Druck auf Zertifikatsverweigerer wird erhöht

  1. chris123 sagt:

    prima formuliert Jens!

    Ich muss die elektronische Abgabe NOCH NICHT machen. Ich habe aber damals eine schriftliche Erklärung abgeben müssen. Ich habe dann auf 7 Seiten genau erklärt wie das Modell Zertifikat funktioniert, wie das Finanzamt aus steuerlicher Seite natürlich dann die wichtigste Instanz für das neue System der digitalen Abrechenbarkeit von allem und jedem ist. Alles und jedes was danach insbesondere in einer Welt IoTS (Internet of Things & Services) digital erfassbar ist, wird dann zum potentiellen Abrechnungsgegenstand und im Sinne der Steuer zur steuerpflicht. Mit IoT und den neuen allumfassenden Erfassungen dehnen sich also sowohl die Wirtschafts-, als auch die Steuereinnahmen bis auf den letzten Marienkäfer aus bei dem der eine Punkt nicht echt, sondern ein RFID Chip ist und vor ihm ein Umweltschützer steht der ihn gerade mit seinem neuen iPhone lokalisiert und eine Studie über ihn schreibt. „Karle Käfer wurde nicht gefragt …“

    Die wirkliche Dimension ist wie der Song von Ramstein „Stein auf Stein, mauer ich Dich ein, und keiner hört Dich schreien!“ Das wird bald für die Medien wie IKN gelten, wenn alles durchzertifiziert ist. Wie sagen meine Kollegen: ITIL konform ist. Die haben bereits feuchte Träume bzgl. dieser neuen „Sicherheits TÜV Ambitionen“.

    Fragt mich ein Student ob er bei mir anfangen kann, er würde etwas bzgl. IT-Sicherheit bei der FH abliefern müssen. Ich fragte: Welche Sicherheit, die welche der Staat meint oder die welche wirklich existiert und von einem kleinen Widerstand praktiziert wird?

    Das ist jetzt der neue FH Renner: IT-Sicherheit made by Government! Jetzt ist das was ich hier damals auf IKN beschrieben habe – also diese ITIL Schulungsambitionen von Kollegen weil sie schon wussten dass in Zukunft … – auch auf der normalen Uni / FH angekommen!

    Jetzt geht es also bald richtig los!

  2. Statler sagt:

    Hallo zusammen,

    Umsatzsteuer Erklaerung muss elektronisch, kann aber ohne Zertifikat eingereicht werden. Dann muss sie allerdings zusaetzlich in Papierform nachgereicht werden.

    Die Umsatzsteuervoranmeldung muss seit ca. 2 Jahren elektronisch mit Zertifikat eingereicht werden.

    Das gilt zumindest hier in NRW.

    Ich finde es allerdings auch hoechst bedenklich, das der Staat einen zwingt, den ganzen Kram mittels kryptischer Software abzuwickeln. Dadurch werden speziell kleinere Betriebe/Handwerker in die Haende gieriger Dienstleister getrieben und ein weiteres mal abgezockt.
    Z.B. ist ein ueblicher Preis fuer die recht simple monatliche Umsatzsteuervoranmeldung 20 Euro.
    Spaetestens bei der E-Bilanz ist ein kleinerer Laden dann faellig. Dafuer bietet Elster keine Optionen und man muss Software von Drittanbietern erwerben.

    Gruss

    Achim

  3. Jens Blecker sagt:

    Dein Anschreiben hatte ich damals in Artikelform auf IKN veröffentlicht.

  4. DUFM sagt:

    Moin,

    Du schreibst, das Du das Thema letztes Jahr schon behandelt hast.

    Könntest Du einen Link auf diesen Beitrag setzen?

    Danke.

  5. DUFM sagt:

    Nachtrsg:
    Ich meine den Artikel darüber, wie Du Dich dem Zertifikatszwang des Finanzamtes widersetzt.

    P.S. Gibt es eine Möglichkeit, die Kommentare nach dem abschicken zu ändern?

  6. Jens Blecker sagt:

    Nein, ändern geht nicht und der Link auf das Schreiben von Chris : http://www.iknews.de/2012/11/12/big-picture-daseinsberechtigung-nur-mit-authentifizierung/

    Ich habe das etwas pragmatischer und kürzer erklärt, aber da muss jeder seinen Mittelweg finden.

  7. NeueZukunft sagt:

    Da sag ich nur:
    Montag – 18:00 Uhr – in allen großen Städten!

  8. Habnix sagt:

    Jetzt bewegt sich die Tür langsam um leise in Scloss zu fallen.

  9. chris123 sagt:

    Letztendlich läuft das für Verweigerer wie mich auf eine Vertretung hinaus, nämlich durch den Steuerberater. Der kann in speziellen Attributen innerhalb seines Zertifikates Dich als Vertretungsberechtigter eintragen. Gilt nebenbei auch für Anwälte, Mediziner etc. In deren Zertifikaten werden also spezielle Vertretungsberechtigungen hinterlegt. damit das aber klappt brauchst Du als Vertretener dennoch ein Zertifikat. das wird aber auch in Vertretung einfach erstellt. Es ist also existent aber ohne Träger, quasi wie ein Musikstück ohne CD oder MC oder Schallplatte. Der Witz von der neuen globalen Wirtschafts- und Rechteordnung ist jedoch, dass Du das Zertifikat als Träger irgendwie annimmst. Wie ist erst mal egal. Der Junge Zeitgenosse nimmt z.B. Sein Smartphone oder Smartwatch als Träger, der alte Mensch die klassische Standardkarte mit neuem multiapplikationsfähigem MiFare DesFire Chip, der nächste lädt es sich auf das Notebook wie es bei Elster ohne Signaturkarte der Fall ist …

    Letztendlich ist aber für die erfolgreiche ganzheitliche Umsetzung der mobile Träger nötig. je kleiner und unscheinbarer, je integrierter, desto besser.

    Den Menschen am Ende nach Ausrufung des martiali laws selbst als Träger zu verwenden wie es ja von vielen gesehen wird, ist immer besser vorstellbar weil den Menschen die Hemmungen für so etwas immer mehr abhanden kommen.

    Die BITKOM, also der DE ITK Interessensverband hat kürzlich dazu eine Umfrage gemacht mit der Frage: Würden Sie sich einen Chip einspritzen lassen, wenn es Ihnen dadurch Vorteile brächte. 1/3 waren bereits dazu bereit. Sobald genügend Druck da ist werden noch viel mehr Menschen das akzeptieren. Ob das Geschehen wird ist aber eh fraglich und zwar aus dem einfachen Grund heraus, dass diese neuen elektronischen Armbänder die All Deine Körperfunktionen aufzeichnen „Dich eh kennen“. Wenn Du EKG technisch 24/7 an einer globalen Sicherheitsmaschine hängst die Dich und Deine Körperfunktionen und Muster überwacht, brauch man dann wirklich noch so eine invasive Technik? Es könnte sein, dass das Armband bzw. IWatch gegenüber Hackern nicht sicher genug ist und man dann eben doch eine invasive Kontrollfunktion haben will, irgendsoein DNA Chip. Ich weiß, dass daran geforscht wird und insbesondere mit Patienten die z.B. Herzinfaktgefährdet etc. sind. Der eingespritzte Chip kontrolliert dabei die kritischen Werte und kann im Notfall einen Wirkstoff in die Blutbahn ausschütten. Das wird schon gemacht. Und wenn man nochmals die Rede zwischen Aaron Rosso und Alex Jones in Youtube anhört, dann spricht er davon, dass er erfahren habe die Elite plane genau das.

    Das mit dem eingespritzten Chip wäre quasi das Unumkehrbare. Wenn der Chip praktisch nicht entfernbar ist ohne nicht etwas in die Blutbahn des Trägers zu spritzen, dann bist du from the Gradel to the Grave eindeutig gezeichnet: Fälschungssicher, unfallsicher, verlustsicher …

  10. chris123 sagt:

    Schaut mal was diese neuen Kameras in den Smartphones können. Die erfassen auch Dein Gesicht biometrisch, Iris Scan über die Frontkamera bei Zahlung zur Verifikation oder der Fingerabdruck wie bei Apple. Diese „digitalen Schutzengel“ werden schon ihren Schützling verifiziert bekommen:

    http://www.sonymobile.com/de/products/phones/xperia-z/features/#camera

  11. Platte sagt:

    Danke Chris (und auch Jens) für die unermüdliche Aufklärung wie man hier sehen kann:

    Facebook kauft finnischen Mobilfunk-Dienstleister Pryte

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-kauft-finnischen-Mobilfunk-Dienstleister-Pryte-2215948.html

    „“Die Mitarbeiter der Firma sollen dem sozialen Netzwerk dabei helfen, Internetzugänge in bislang unversorgte Regionen der Welt zu bringen, heißt es in einer Mitteilung.““

    Wie Recht Du (leider) Chris hast!!

  12. Habnix sagt:

    @Chris123

    „Der eingespritzte Chip kontrolliert dabei die kritischen Werte und kann im Notfall einen Wirkstoff in die Blutbahn ausschütten“

    „Housten i have a Problem.“

    Einen Wirkstoff der in einem Depot auf seinen Einsatz wartet?
    Na „hör mal“! Der Wirkstoff braucht doch Platz und dann das Verfallsdatum und die 37° Körper Temperatur.

    Den Chip lass ich mir noch als mögliches Scenario gefallen aber der Wirkstoff der auf seinen Einsatz wartet nicht.

  13. Habnix sagt:

    „Das mit dem eingespritzten Chip wäre quasi das Unumkehrbare. Wenn der Chip praktisch nicht entfernbar ist ohne nicht etwas in die Blutbahn des Trägers zu spritzen, dann bist du from the Gradel to the Grave eindeutig gezeichnet: Fälschungssicher, unfallsicher, verlustsicher …“

    Natürlich wenn es so käme, könnten die sagen: „Wir haben dir dadurch das wir deine Vital Funktionen von deinem Körper überwacht haben, zig mal das leben gerettet.“ jetzt gehörst du uns.Ob es stimmt steht dann auf einem anderen Blatt das der jenige nicht zu sehen bekommt.

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