Multimillionär Frank Rolfe: Ein Synonym für das Zeitgeschehen

armut

Nach der Subprimekrise von 2007, hat sich in den USA vieles verändert. Teile der Mittelschicht sind abgerutscht in ein tiefes schwarzes Loch. Überschuldet, Obdachlos und ohne Aussicht auf eine Besserung der Lage. Das hat einige findige „Investoren“ auf den Plan gerufen, denn niemand ist so arm, dass man ihm nicht noch etwas abpressen könnte. Ein Blick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele.


Wann immer ich Menschen begegne die mir hilfsbedürftig erscheinen, versuche ich zumindest ein wenig von dem zu geben was mir das Leben – und natürlich meine Arbeit – mir beschert haben. Niemals würde ich auf die Idee kommen, mich an solchen Menschen noch zu bereichern. Leider wächst die Anzahl der Subjekte stetig, denen mit wachsendem Kontostand – offensichtlich jede Empathie verloren geht. In meinen Augen ist Frank Rolfe ein solcher Fall.

Das Geschäftsmodell von Rolfe ist nicht nur schäbig, es ist Bipolar. Er vermietet Menschen die am Rande der Gesellschaft und existenziell völlig am Ende sind, Stellplätze für so genannte Mobil Homes, einfacher erklärt – völlig abgepfiffene Trailer. Das ist die erste Seite seines Geschäftsmodells. Das alleine aber ist nur die eine Seite der Medaille, weiterhin erklärt er auf seinen „Mobile Home University Boot Camps“ für 1999 US$ weiteren „Investoren“, wie man die Ärmsten der Armen zu einträglichen Einnahmequellen machen kann. Hier einige Zitate aus einem Welt-Artikel, der einem gesunden Menschen eigentlich nur ein verzweifeltes Kopfschütteln entlocken kann:

Die Gewinnmargen dieser schäbigsten aller Immobiliensegmente seien gewaltig, verspricht Rolfe: „Wenn Sie es richtig anstellen, können Sie Ihren Einsatz innerhalb von vier Jahren verdoppeln.“

Rolfe weiß, wovon er spricht. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Dave Reynolds hat er in den vergangenen 18 Jahren insgesamt 100 Millionen Dollar in Trailer-Parks investiert. Aktuell gehören den beiden rund 100 Wohnwagensiedlungen in 16 Bundesstaaten der USA.
[…]
Rolfe hatte ihnen am Vortag schon erklärt, was das Beste am Dasein eines Trailer-Park-Besitzers ist: „Sie haben die Mieter völlig in der Hand.“ Mehr als 20 Millionen Amerikaner wohnen in Trailer-Parks. Die meisten von ihnen, weil sie schlicht nirgendwo anders hinkönnen.
[…]
Den ärmsten Amerikanern bleibt oft gar keine andere Möglichkeit, als in eine solche Siedlung zu ziehen. „Wenn Sie die Miete in den Trailer-Parks regelmäßig in kleinen Schritten von 20 oder 30 Dollar anheben, wird Ihnen kaum ein Mieter weglaufen“, sagt Rolfe.

Zumindest nicht, wenn die Bewohner jung genug seien, um noch einen weiteren Extrajob bei McDonald’s oder Wal-Mart anzunehmen. „Rentner leben meist von der Mindestrente von 1200 Dollar monatlich – da müssen Sie vorsichtiger sein.“ Selbst wenn bei der Miete für die Bewohner die preisliche Schmerzgrenze überschritten sei, würden nur die allerwenigsten das Weite suchen.[1]

Es bleibt zu hoffen, dass Rolfe selbst die kommende Krise unterschätzt und dabei all sein zusammengerafftes Vermögen verliert. Vielleicht kommt er dann selber in den Genuss eines solch „exquisiten“ Trailerparks. Nimmt man die 20 Millionen aus den Zitaten, leben immerhin 6,25 % der US-Amerikaner in solchen Behausungen. Das ist schon eine gewaltige Zahl.

Was auf jeden Fall deutlich wird, es gibt immer Menschen die für Geld jedes Mitgefühl verlieren. Dieser Wandel in der Gesellschaft führt irgendwann zu einem Umbruch, Arm wird sich gegen Reich erheben und das dürfte kaum friedlich von Statten gehen. Wozu solche Menschen 100te Millionen oder gar Milliarden auf den Konten brauchen, das wird vermutlich für immer ein Geheimnis bleiben. Gier jedoch frisst Hirn und macht vor Allem Blind. Ich, habe für solche Subjekte nur Verachtung über und wünsche Ihnen irgendwann einmal selbst leben zu dürfen wie jene die sie ausbeuteten.

Carpe diem

[1] http://www.welt.de/wirtschaft/article129260234/Wie-ein-US-Millionaer-notleidende-Buerger-auspresst.html


5 Responses to Multimillionär Frank Rolfe: Ein Synonym für das Zeitgeschehen

  1. awareu sagt:

    Mit dem letzten Absatz sprichst du mir geradezu aus der Seele..
    Jedoch frage ich mich oft wann dieser Umbruch stattfinden wird?
    Wann ist der Punkt für die Mehrheit erreicht an dem man sich verweigert?
    Die Menschen werden belogen, verkauft, vergiftet, überwacht, etc.
    Also was muss noch passieren damit die Allgemeinheit konsequenzen zieht?
    Muss erst wieder jemand eine dreckige Bombe schmeissen oder die Öfen anheizen?
    Muss es noch offensichtlicher werden?
    Reicht der schleichende Genozid über die Nahrungsmittel noch nicht?
    Also was muss passieren bis die Mehrheit rafft was für einem kranken Pack sie
    zuhören, entscheidungen überlassen und hinterherlaufen?

    🙁

  2. Luxic sagt:

    Tja, ich wünsche mir, das die Menschen erkennen, das man auf solche Subjekte überhaupt nicht angewiesen ist. Man muss diese Leute nicht bekämpfen. Das tun sie schon selbst. Die Natur bietet uns alles, was wir zum Leben brauchen. Geld und Gold sind eigentlich nur unnützes Zeug. Nehmen wir uns doch einfach den Lebensraum, der uns gestohlen wurde. Vielleicht ist die Zeit bald reif dafür.

    Werbespruch einer Bank: „Ein Haus zu bauen liegt in der Natur des Menschen. Miete zahlen nicht.“

    Kredite abzahlen allerdings auch nicht !

    Mein Name ist Mensch:
    http://www.youtube.com/watch?v=xlXv9YsAjQI

  3. ole sagt:

    Eine linke Nummer….aber gehören nicht immer 2 dazu? Einer der es macht und einer der es mit sich machen lässt? 20 Millionen Trailerparkbewohner…das sind viele Menschen. Und wie viele Rolfes gibt es? Einen? Drei? Vielleicht 100 oder 1000? Interessantes Kräfteverhältnis… Wer steht denn hinter Rolfe, dass er so mächtig ist und sowas einfach so machen kann? Wo ist der Staat, gewählt durch und für das Volk? Ach ja….das Gewaltmonopol des Volkes ist damit beschäftigt, die Ländereien von Rolfe und seinen Investoren zu schützen. Der Trick ist so einfach wie genial…

    Selbstverschuldete Unmündigkeit ist doch hier das Stichwort. Luxic bemerkt sehr treffend, dass man auf Subjekte wie Rolfe überhaupt nicht angewiesen ist. Wieso kann Rolfe so etwas überhaupt ungehindert machen? Warum können sich die Menschen nicht selber helfen bzw. entfalten? Ich gebe mal 2 Anregungen, die verschiedener kaum sein können, aber doch zusammen gehören:

    Der moderne Staat und die traumatisierte Persönlichkeit
    http://www.youtube.com/watch?v=n8DyZM4kWgM

    and now for something completely different….;-)
    http://www.youtube.com/watch?v=pJSA_8DhYKU

    *Die schwerste Suche ist die Suche nach Dir selbst*

  4. Habnix sagt:

    @ole,

    warum wohl?

    Weil zu viel Abhängigkeiten da sind.

    Lohnabhängigkeit,Kontoabhängigkeit,Stromversorgung,Gasversorgung,Wasserversorgung u.s.w.

    Man kennt die Frage die folgt.Wo wärst du denn,wenn wir nicht wären? Genau diese Frage sollte einem klar machen das man Abhängig ist.

    „Wie und du willst nich A.H. folgen? “

    „Rolfe hatte ihnen am Vortag schon erklärt, was das Beste am Dasein eines Trailer-Park-Besitzers ist: “Sie haben die Mieter völlig in der Hand.” Mehr als 20 Millionen Amerikaner wohnen in Trailer-Parks. Die meisten von ihnen, weil sie schlicht nirgendwo anders hinkönnen.
    […]
    Den ärmsten Amerikanern bleibt oft gar keine andere Möglichkeit, als in eine solche Siedlung zu ziehen. “Wenn Sie die Miete in den Trailer-Parks regelmäßig in kleinen Schritten von 20 oder 30 Dollar anheben, wird Ihnen kaum ein Mieter weglaufen”, sagt Rolfe.

    Zumindest nicht, wenn die Bewohner jung genug seien, um noch einen weiteren Extrajob bei McDonald’s oder Wal-Mart anzunehmen. “Rentner leben meist von der Mindestrente von 1200 Dollar monatlich – da müssen Sie vorsichtiger sein.” Selbst wenn bei der Miete für die Bewohner die preisliche Schmerzgrenze überschritten sei, würden nur die allerwenigsten das Weite suchen.[1]

  5. Lotar Fleischer sagt:

    „Frank Rolfe“ ist doch nur das Synonym für „unseren Staat“ und das ganze ausbeuterische und korrupte System.

    Sitzen wir denn nicht schon alle längst im „Trailerpark“?
    Wer ist denn noch fähig, diesen zu verlassen?

    Zugegeben, der Eine oder Andere „arbeitet“ noch an seiner endgültigen Verarmung.

    Makaber? – aber realistisch!

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