Kleines Feedback von Kanada-(e)Xit

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Die regelmäßigen Leser meiner Webseite wissen, dass ich meine Auswanderung nach Kanada vorbereite. Kürzlich war ich für einige Tage drüben, um wichtige Dinge in Gang zu bringen. Hierzu zählten unter anderem die Vorbereitung des Bauplatzes, das Einmessen für das Haus und einige weitere Dinge. Hier ein kurzer Überblick zum Stand der Dinge.


Der strenge Winter an der Ostküste hatte auch Cape Breton fest im Griff. Aus diesem Grund lief alles etwas später an als erwartet. Der Bauplatz wurde schon von Bäumen geräumt und eine kleine Baustraße aufs Grundstück gebaut.

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Vorläufig habe ich mich entschieden zunächst soviel Baumbestand wie möglich zu schonen und erst wenn das Haus steht den Blick zum See frei zu räumen. Das erste Haus soll meiner Familie zunächst nur temporär als Zuhause dienen, das finale Eigenheim steht erst später auf der Agenda.

Nach der Ankunft stand zunächst ein Fortbewegungsmittel auf dem Plan, aufgrund des guten Preises und der Ladekapazitäten entschied ich mich für einen Ford Expedition mit Allrad.

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Die notwendigen Formalitäten für die Versicherung hatte ich bereits von Deutschland aus geregelt. Um in einen günstigen Tarif eingestuft zu werden ist es notwendig von der deutschen Versicherung eine Bestätigung der Unfallfreien Jahre (auf Englisch) und einen Auszug aus dem Verkehrszentralregister beizubringen.

Beim Fahrzeughändler bekommt man dann zunächst eine 30 Tage gültige Genehmigung, die von Innen an der Scheibe befestigt wird. Ähnlich wie bei uns die Kurzzeitkennzeichen. Diese Zeit ist mehr als ausreichend, um dann die restlichen Formalitäten zu erledigen.
Mit einer Bescheinigung von der Versicherung geht es dann auf zum Comunity-Center. Wer dort ohne Englischkenntnisse erscheint, könnte schon beim Automaten für die Wartemarken scheitern. Dort werden auch Angelscheine, Jagerlaubnis und zig andere Dinge ausgegeben.

Relativ Problemlos erhält man dann sein Nummernschild und die Plakette. Diese ist ähnlich wie bei uns die KFZ-Steuer, nur sehr viel günstiger. Für den 5,7 L Big-Block wurden aufgrund seines hohen Gewichts für zwei Jahre 250 Dollar fällig, was unter 90 Euro/Jahr liegt. Vorführen musste ich das Fahrzeug nicht.

Da die Gesprächspreise mit dem Mobiltelefon in Kanada ziemlich hoch sind, habe ich mir eine Pre-Paid Karte zugelegt. Das gestaltete sich schwieriger als zunächst angenommen.
Einen Pre-Paid Tarif für mobiles Internet habe ich ohne eine kanadische Kreditkarte erst gar nicht bekommen.

Wer von deutschem Pre-Paid verwöhnt ist, muss sich dort ziemlich umstellen. Anderes Land, andere Sitten. Diese Erfahrung kostete mich direkt 100 Can$. Clever wie ich meine zu sein, ließ ich meine Frau mit Skype (sehr günstig) auf der kanadischen Nummer anrufen, das wäre natürlich sehr günstig gewesen. Nach etwa 1 Stunde telefonat piepte das Telefon drei mal. Eine böse Ahnung schlich mir eiskalt über den Rücken. Es reichte noch um zu sagen „Oh shit, ich hoffe die rechnen hier bei Pre-Paid nicht auch eingehende Anrufe ab“. Kurze Zeit später wusste ich, meine Befürchtung hatte sich bewahrheitet. Auch anders als in Deutschland, ist dann aber komplett Essig, man kann auch nicht mehr angerufen werden.

Nun, um eine Erfahrung reicher, wendete ich mich wieder den dringenden Aufgaben zu. Der Tiefbauer hatte nach „Augenmaß“ planiert, so richtig Gerade erschien es mir allerdings nicht. Mit einem Rotationslaser habe ich zunächst den Bauplatz einmessen. Nach getaner Arbeit, war ein Höhenunterschied von 2 Metern auf die Hauslänge ermittelt. Den Tiefbauer angerufen und mit Ihm für den kommenden Tag einen Termin ausgemacht. Eigentlich keine besonders aufregende Aufgabe. Mit Signalfarbe skizzierte ich den Nullpunkt und die jeweiligen Höhenunterschiede.

Als nur noch die letzte Ecke fehlte, musste ich zu einem Termin. Ich fragte den Baggerfahrer ob er das jetzt fertig macht. „Selbstverständlich“ war die Antwort. Leider habe ich nicht gefragt in welchem Monat. Als ich 30 Minuten später zur Baustelle zurück kam, war die Ecke nicht gemacht, der Bagger verschlossen und der Fahrer vermutlich auf dem Heimweg. Mit Joche einmessen war also wieder Pustekuchen. Nun einige Dinge sind dort halt anders. Am kommenden Morgen erschien der Baggerführer nun also zum dritten mal, um einen einzigen Bauplatz zu begradigen. Da ich lernfähig bin, wich ich ihm bis zum letzten Spatenstich nicht mehr von der Seite 😉

Parallel hatte ich mit den Brunnenbohrern einen Termin für den Tag gemacht, diese waren pünktlich vor Ort und haben etwa 110 Meter tief gebohrt. Wasser ist also nun auch vorhanden, damit ein wichtiger Punkt erledigt.

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Da das Blockhaus auf Punktfundamenten ruhen wird, ist hier eine besonders sorgfältige Vorbereitung ratsam. Aus diesem Grund verwendete ich auch mehr Zeit darauf, an diesem Punkt keine Fehler zu machen. Nach erledigter Arbeit betrug die Differenz in den Diagonalen exakt 0 mm.

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Leider war Baumässig an diesem Punkt zunächst Schluss, da es noch eine Verzögerung mit dem Abwassersystem gab. Hierdurch war dann etwas Entspannung am See angesagt.

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Die Baugenehmigung würde sich um mindestens 2,5 Wochen verschieben, das war nun klar und so beschloss ich zwischenzeitlich wieder nach Deutschland zu meiner Familie zu fliegen. Vor der Abreise habe ich noch kurz meine Zentralheizung vorbereitet, der nächste Winter kommt bestimmt 😉

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In wenigen Wochen geht es dann wieder auf nach Kanada, dann sollte auch meine kanadische Kreditkarte da sein und ich einen Vertrag für mobiles Internet bekommen.

Ehrlich gesagt war es nicht schlimm mal 14 Tage nichts von dem ganzen Wahnsinn mitzubekommen, es hat den Blick auf die schönen Dinge im Leben frei gemacht.

Soviel zunächst von der Brücke zum aktuellen Stand.

Carpe diem


10 Responses to Kleines Feedback von Kanada-(e)Xit

  1. Lieber Jens,
    was mir spontan in den Sinn kam, nach dem kurzen Reisebericht war:
    wenn Du mit der gleichen Gelassenheit wie geschildert in Deutschland unterwegs bist, wäre das hier der Himmel auf Erden. Zu oft steckt man zu tief in seiner Haut um das zu erkennen 😉

    Gutes Gelingen in Kanada!

  2. Jens Blecker sagt:

    Nun, es ist nicht ganz so einfach anders zu funktionieren als das gesamte System. Dort drüben gehen eben die Leute alles mit Gelassenheit an und so kann man da auch einfach mit treiben 😉

  3. Maulhure sagt:

    Kommandozentrale an Brücke. 😉
    ja so eine Auswanderung die hat es in sich, aber erst einmal geschafft, kommt das Glück von ganz allein.
    So ein Spritwunder habe ich mir damals auch zugelegt ist aber ein Pseudoschwede, ist aber im Gelände, bei mir zumindest unverzichbar.
    Ich habe die eurasische Platte aber nicht verlassen, dass heißt konkret das ich im aller aller äußersten Notfall die Heimat immer noch zu Fuß erreichen könnte.
    Das dürfte sich bei dir etwas schwieriger gestalten.
    Zur Gelassenheit muss ich dir absolut recht geben, das bringen hier aber auch die Temperaturen mit sich.
    Hier gilt halt immer noch das Motto.
    WAS DU HEUTE KANNST BESORGEN,GEHT MIT SICHERHEIT AUCH MORGEN.
    In diesem Sinne
    Viel Glück und Mut !!! 🙂

  4. Evey sagt:

    Ja Gelassenheit hat was. Die kommt auf jeden Fall, wenn man älter wird. Somit lerne und freu dich drauf. Ich weiß ja, wenn man jetzt endlich ausreisen darf und darauf Jahre lang gefiebert und geplant hat, kommen so lustige Typen, wie dein lässiger Baggerfahrer (echt lustig!) nicht gerade zur rechten Zeit. Wenn ihr aber im warmen fertigen Haus sitzt, spätestens dann könnt ihr euch dem kanadischen Tempo anpassen.
    Vielen Dank für dein Bau-Bericht und gutes Gelingen weiterhin.

  5. … einfach nur Toll, Super was Du Dich da traust.
    Wenn ich das sehe und lese bekomme ich richtig Fernweh.

    Im Sommer ist das da ja alles recht freundlich.

    Die Bewährungsprobe wird der erste Winter sein – besonders für die Familie, ich hoffe, die wissen alle worauf sie sich da einlassen – das ist ja nun kein Urlaubstrtripp mehr.

    Vollkasko wie in Deutschland ist dann Schluss.

    So ein kleines Notfalltraining mit der Familie, z.B. was macht man, wenn der Cheff nicht da ist, minus 25°C, der Strom fällt aus und das Telefon geht auch nicht usw.
    Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, denn in der Gegend da ist so einiges möglich.

    Aber ich bin mir sicher, daran hast Du schon gedacht. 😉

    Achso – für den Winter – Hundeschlitten oder Schneemobil?

  6. Tranfunzel sagt:

    Na das sieht doch schon ganz gut aus. Da du selber aus der Baubranche kommt und nicht 2 linke Hände hast und die Sprache gut kannst, wirst du den Arbeitern schon gut Beine machen, wenn sie nicht spuren. Nicht von wegen, ist eh „nur“ ein Ausländer.
    Das Auto ist ganz nett und dort auch völlig gerechtfertigt. Nicht wie hier irgendwelche Spielzeug SUVs. Messen die in Kanada den Sprit auch in imp. Gallons und die Verbrauchsangaben in mpg (miles per gallon)? Die aktuellen Preise aus Houston, Texas für eine Gallone kenne ich. Wenn die europäische Preise bezahlen müssten, hätte bald alle nur noch Tretroller oder sie gehn zu Fuß.

    Das Problem mit dem Telefon hatten wir damals schon in Schweden ca. 20km von Arvika (http://www.arvika.se/) Das große Holzhaus war mitten im Wald und weit ab von der nächsten festen Straße. Die Zufahrt waren nur Schotterpisten.
    Im Winter wird gar nicht bis ans Haus gefahren.
    Wir wollten eine Telefonleitung bis zum Haus bekommen, was für Auslander richtig teuer ist. Hat dann später doch geklappt.

    Bekommt du eine Festnetzverbindung zum Haus, wegen gutem Internetzugang? Ich hoffe du must nicht die kompletten Kosten tragen, sondern nur einen Teil bis zu deinem Grundstück.

    Das Holzmachen tut deinem Körper sicherlich gut und deine Frau wird es zu schätzen wissen, wieder so einen attraktiven Mann zu bekommen. Ich bin momentan auch dabei meine Wampe mit Sport und Fahrradfahren in Form zu bringen. Man fühlt ich viel wohler ohne den Ballast.

    ich freue mich schon neue Dinge des Fortschritts zu hören. Theoretisch könnte ich sogar beim Umzug helfem. Ich habe z.Z. kein eigenes Auto mehr, aber gute Freunde wohnen in Gifhorn und auch von Hannover wäre es nicht weit.

    Dann schicke ich die aber eine extra mail mit tel Nummer.

  7. KxAlpha sagt:

    Moin Jens,

    schau mal ob Du nicht eine WIND pre paid Karte bekommen kannst. Die hatte ich mir beim letzten Vancouver Besuch gekauft, damit hatte ich dann mobiles internet unbegrenzt für einen Dollar am Tag und die Telefoniertarife waren auch prima. Allerdings ist die coverage zone für HSDPA etc. noch im Aufbau und man braucht ein Telefon, dass 1700MHz Netz beherrscht. Ich habe mir daher einfach einen WIND Huawei mobile WLAN hotspot dazu geholt und schwupps war ich mobil.

  8. Habnix sagt:

    „Da die Gesprächspreise mit dem Mobiltelefon in Kanada ziemlich hoch sind, habe ich mir eine Pre-Paid Karte zugelegt. Das gestaltete sich schwieriger als zunächst angenommen.
    Einen Pre-Paid Tarif für mobiles Internet habe ich ohne eine kanadische Kreditkarte erst gar nicht bekommen. “

    Jo do setz di nieder.Also nix mit einer Anonymen Telefonzelle, statt dessen eine Kreditkarte mit Namen, Anschrift u.s.w. damit ja alles schön unter Kontrolle bleibt.

  9. chris123 sagt:

    Wie ich schon mal in einem anderen Kommentar sagte, Iridium Go dürfte interessant sein, wenn man mitten in der Pampa sitzt:

    http://iridium.com/products/Iridium-GO.aspx?productCategoryID=29

  10. Jens Blecker sagt:

    Hallo Chris,

    leider ist da nichts über Preise in Erfahrung zu bringen. Hast du da Erfahrung?

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