Irland: Auflagen des IWF führen zu Unruhen

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Irland als Inselstaat ist ein beschauliches Plätzchen und die Bevölkerung eigentlich als gemäßigt bekannt. Vor dem endgültigen Ausbruch der Finanzkrise 2008 war Irland das Vorzeigeland Europas. Zwischen 1995 und 2007 betrug das Wachstum jährlich um die 6 Prozent, was zum Kosenamen „keltischer Tiger“ führte. Die Staatsverschuldung konnte bis 2007 auf 25 Prozent reduziert werden. Nach dem Fall von Lehman Brothers veränderte sich schlagartig alles, die Staatsverschuldung stieg auf zuletzt 124 % zum BIP. Irland hatte sich weitestgehend selber gerettet, wenn auch durch einige Mauscheleien. Nur die Kredite des IWF (zuletzt etwa in Höhe von 22,5 Milliarden) schweben nach wie vor als Damoklesschwert über der Nation, gebunden an einige Auflagen. Der Zinssatz beträgt etwa 5 Prozent.


Um an die „Rettungsgelder“ von IWF, EFSF und der EU-Kommission zu gelangen, musste die Regierung die Rückstellungen für den Pensionsfonds der irischen Beamten auflösen. Das war schon ein gewagter Schritt. Auch mit anderen „Reformen“ wurden die Iren auf ihre Leidensfähigkeit geprüft, bisher mit erstaunlicher Bereitschaft aus der Bevölkerung. Insgesamt – mit den 17,5 Milliarden aus dem Pensionsfonds – kamen so 85 Milliarden Euro zusammen. Davon sollten 50 Milliarden Euro in die Sanierung des Staatshaushalts fließen und 35 Milliarden Euro zur Stützung des irischen Bankensystems Verwendung finden.

Nun geht der Staat einen Schritt weiter und will die bisher kostenlose Wasserversorgung gebührenpflichtig machen, da hört der Spaß bei den Iren auf. Zehntausende gingen in den vergangenen Wochen auf die Straßen, es wurden bereits einige Fahrzeuge des Wasserversorgers Irish Water in Brand gesteckt, zumindest zwischenzeitlich wurde der Einbau der Wasserzähler gestoppt. Nicht erst einmal führte eine Wassergebühr in Irland zu Protesten, dieser massive Widerstand überraschte die Regierung dann allerdings doch. Vielleicht hätte die Regierung noch mehr Fluorid in das Trinkwasser mischen müssen, um mit dieser Aktion ungestraft davon zu kommen. Die Beimengung dieses toxischen Stoffes ist gesetzlich vorgeschrieben. Hier sei angemerkt, dass die angebliche Kariesprävention mittlerweile selbst unter Experten stark umstritten ist und mögliche Gesundheitsschäden nicht ausreichend erforscht sind.

Es ist sicherlich unnötig zu erwähnen, dass die Wasserversorgung natürlich teil-privatisiert wird, die üblichen Verdächtigen stehen in den Startlöchern. Bleibt nur zu sagen: IWF, Dein Freund und Helfer? Gott bewahre!

Carpe diem


6 Responses to Irland: Auflagen des IWF führen zu Unruhen

  1. senseinchaos sagt:

    Noch ist sie …

    http://www.bund-hessen.de/fileadmin/bundgruppen/bcmslvhessen/01_themen_und_projekte/natur_und_artenschutz/naturerleben/zecke_voll_1_gr.jpg

    …am saugen. Die Menschen nehmen sie aber schon wahr.
    Fracking, Fluorid im Trinkwasser, es fehlt noch der zuendende Funke dann sind ALLE auf der Strasse…

  2. Jens Blecker sagt:

    Auch Stratfor richtet die Augen gen Irland:

    Stratfor ‏@Stratfor 3 Min.Vor 3 Minuten
    Bomb threat Nov. 17 the latest event in demonstrations against Irish austerity measures, @Euractiv reported. http://pub.vitrue.com/moZk

    http://www.euractiv.com/sections/euro-finance/irish-water-levy-protests-escalate-310094

  3. […] via Irland: Auflagen des IWF führen zu Unruhen | IKNews. […]

  4. Frank H. sagt:

    +++EILMELDUNG+++
    Italien steigt aus dem Euro aus berichtet der Guardian!
    Lira looks set for comeback

    Business Leader: Could Italy be heading for an exit from the euro? It is no longer unthinkable
    http://www.theguardian.com/world/2014/nov/16/lira-looks-set-for-comeback
    Italiens Presse legt nach, auch Deutschland bereitet Ausstieg aktiv vor!
    „Euro addio, il piano segreto di Angela Merkel: tornare al marco“
    http://www.liberoquotidiano.it/news/economia/11715358/Euro-addio-il-piano.html

    Hört sich schon mal sehr spannend an.

  5. Frank H. sagt:

    Nach seiner öffentlichen Erklärung heute hat Mario Draghi beschlossen den EURO in der Hoffnung das noch irgendein Lebzeichen in der EU Binnenwirtschaft besteht abzuwerten. In dem er wie angekündigt nun alles was nach Ramsch aussieht (Eiter stinkt) aufzukaufen (sich damit voll zu saugen).
    Deutschland zahlt als Letzter die Zeche.
    Die eigentliche geistesgestörte Aussage aber ist: Nach seinen Infos werde es keine Konjunkturerholung bis 2018 mehr geben.
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/11/21/draghi-geldschwemme-angekuendigt-euro-stuerzt-ab/

    Damit hilft er NUR den US Märkten, die nun billiger Waren aus Europa einkaufen können, wollen und müssen.
    Prompt explodieren an der Wall-Street und in Eschborn die Kurse nach oben. So ein Zufall aber auch!

    Das wird die verarmenden Iren auf den Strassen bestimmt amüsieren, das nun ihre exportierte Butter in Deutschland noch weniger wert ist.

  6. Frank H. sagt:

    Weltweite Währungskriege: FOCUS Magazin bringt einen recht neutralen und offenen Bericht darüber.
    http://www.focus.de/finanzen/experten/rohmann/waehrungskrieg-wie-die-usa-mit-der-dollar-waffe-die-welt-beherrschen_id_4289973.html
    Langsam tragen die Alternativen Portale und natürlich die immer instabileren Gesellschaftsschichten Früchte.

    An dieser Stelle ein offenes Wort: Es wird immer hier wie da gesagt, die US Bevölkerung sei nur das Opfer. DAS UNTERSCHREIBE ICH NICHT MIT.
    Denn wer etwas verändern will, der kann es. Ich habe den Eindruck, Amerikas Verstand ist zwischen Sparerips, Pancakes und Zuckerlimonaden abhanden gekommen.

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