Ebay und Paypal: Stehen zwei Branchenriesen vor dem Aus?

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Die Zeiten sind sehr schnellebig geworden und das wird auch zunehmend großen Konzernen klar. Nicht ohne Grund wird fieberhaft an neuen Märkten gearbeitet und in branchenfremde Unternehmen investiert. Anders als früher kann der Absturz einer Firma binnen sehr kurzer Frist kommen, man nehme hier nur den ehemaligen Marktführer Nokia als Beispiel. Zum einen gilt es Trends rechtzeitig zu erkennen und des weiteren sollte man auch die Konkurrenz nicht unterschätzen. Zum Leidwesen der ehemaligen Monopolisten, lassen sich zukunftsträchtige Firmen allerdings nicht mehr mit einem Trinkgeld aufkaufen. Nun werden Ebay und Paypal bedroht, was eigentlich kaum jemand zu glauben gewagt hätte.


Beginnen wir zunächst mit einigen fundamentalen Zahlen um die Struktur und Entwicklung von Ebay ein Wenig zu ergründen.

Seit 2007 hat sich die Anzahl der Mitarbeiter von 15.500 auf 33.500 mehr als verdoppelt. Selbiges gilt in diesem Zeitraum für die Umsatzerlöse. Leider überträgt sich das nicht auf das operative Ergebnis, was im gleichen Zeitraum nur um etwas mehr als 50 Prozent angestiegen ist. Beim Ergebnis nach Steuern (gemittelt) sieht das Resultat noch ein wenig schlechter aus und ohne Paypal wäre es vermutlich desaströs gewesen.

Bereits im August diesen Jahres waren Gerüchte aufgekeimt, wonach der Bezahldienst Paypal ausgeklammert und verkauft werden soll. Im Hinblick auf die zu erwartende Entwicklung wäre das auch nur konsequent. Zu viel hat sich in den vergangenen Jahren verändert.

Von der Grundidee bei Ebay ist eigentlich nicht mehr viel geblieben, fast wie auf den Flohmärkten entwickelte sich das Portal zu einer Ramsch-Bude für Neuwaren. Eine gute Weile ging das Geschäftsmodell noch auf, aber die Konkurrenz wuchs unaufhörlich. Besonders Amazon machte mit einem stetig wachsenden Angebot und extrem kurzen Lieferzeiten immer mehr Boden gut, nun wird Ebay auch noch durch Alibaba aus dem Osten bedroht. Zumindest bisher ist nicht erkennbar, wie man sich dieser Herausforderung stellen will.

Heute kamen weitere Gerüchte auf, wonach Ebay den Abbau von 3000 Arbeitsplätzen plane. Weiterhin soll die Cash-Cow Paypal an die Börse gebracht werden. Diese Information stammt von einem Unternehmensinsider, wie das Wall Street Journal meldet. Was zunächst nach einer Maßnahme zur Konsolidierung aussieht, könnte auch ein letztes auscashen vor dem Untergang sein. Paypal und Ebay verfügen nicht mehr über echte Alleinstellungsmerkmale, das könnte sich in der nahen Zukunft rächen. Ich meine zumindest das man die Entwicklung sehr genau beobachten sollte um als Anleger nicht eiskalt von der Seite erwischt zu werden. Sonst lautet die Devise bei Verlusten sehr schnell: 3…2..1…Deins! 😉

Carpe diem


10 Responses to Ebay und Paypal: Stehen zwei Branchenriesen vor dem Aus?

  1. … wieder das leidige Problem – Kapitalismus killt Marktwirtschaft.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass PayPal und ebay aus kaufmännischer Sicht rote Zahlen schreiben.

    Das Problem ist die Börse und die Gier – wenn die Aktionäre keine stetige Steigerung der Rendite sehen, schießen sie die Firmen ab.

    Ein ganz normaler kaufmännischer Gewinn wird nicht mehr als ausreichend angesehen – die Gier lässt grüßen und macht alles kaputt.

  2. Jens Blecker sagt:

    Nun Paypal ist noch garnicht an der Börse und ohne würde Ebay wahrscheinlich ohne Schlüpfer da stehen 😉

  3. lotus sagt:

    Magento gehört auch noch dazu. Ca. 1% aller Webseiten Weltweit sollen über das Shopsystem betrieben werden. In wie weit Magento ertragreich ist, ist mir jedoch nicht bekannt. Im Vergleich zum restlichen Unternehmen, aber sicher vernachlässigbar.

    http://w3techs.com/technologies/overview/content_management/all

    Die Enterpriseedition kostet ca. 12000€. Sollte zumindest selbsttragend sein, wobei ca. 400 Mitarbeiter auch erst mal bezahlt werden wollen… und zur Verbreitung von Paypal hat es sicher auch beigetragen.

  4. dontango sagt:

    …“Ebay verfügen nicht mehr über echte Alleinstellungsmerkmale“

    Was heisst das? Wo soll ich in Zukunft meinen Sperrmüll loswerden??

  5. Ice-Dealer sagt:

    ich hatte letztens noch über Ebay nachgedacht im Zusammenhang der Shareconomy.. eigentlich der erste Vorbote..
    @dontango : netcycler.de, dietauschboerse.de; tauschen-ohne-geld.de

  6. Argonautiker sagt:

    In einem auf Konkurrenz, anstatt auf Nächstenliebe aufgebauten System, kann es final nur Einen geben der irgendwann Alles hat. Das natürliche Wachstum der Wirtschaft ist längst erreicht, von nun an gibt es nur noch Wachstum, wenn Einer den Anderen frißt. Also friedliche Fusionen, oder feindliche Übernahmen, zu letzterem natürlich auch der Krieg gehört.

    Unter Nächstenliebe verstehe ich übrigens kein Kuschelkurs, wohl aber einen Kurs der dem Anderen eben auch gönnt, wenn man genug hat.

    Und wie schon jemand vor mir gesagt hat, die Welt ist üppig, sie hat für Alle genug, nur für die Gier, gibt es nie genug.

    Übrigens eine der 7 Todsünden. Und diese heißen nicht deshalb Todsünden, weil die Kirche oder sonst jemand, das sich so erdacht hat, und sie bei Nichtbefolgen von denen bestraft werden, sondern deshalb, weil wenn man ihrem Prinzip beständig folgt, der Tod unausweichlich wird. Womit eigentlich auch der Unterschied zwischen Regeln und Gesetzen klar werden könnte. Regeln sind erdachte Übereinkommen, Gesetze wirken aus sich. Und das Vertauschen der Beiden hat ebenso schon viel Unheil in die Welt gebracht.

    Schönen Gruß aus Bremen

  7. Smiler sagt:

    Immerhin nimmt Ebay auch von den Neuwarehändlern 7% Gebühr und zusätzlich bei PayPal Bezahlung 1,9% + 0,35€. Da ist es Ebay herzlich egal ob gebrauchte oder Neuwaren gehandelt werden.
    Das Problem ist eher das dort viele Händler nur Aktionsangebote zu Marketingzwecken einstellen um auf den eigenen Shop aufmerksam zu machen. Damit werden die kleinen preislich kaputt gemacht. Ich spreche da aus eigener Erfahrung in dem Bereich.

  8. Herr Schmidt sagt:

    „Von der Grundidee bei Ebay ist eigentlich nicht mehr viel geblieben, fast wie auf den Flohmärkten entwickelte sich das Portal zu einer Ramsch-Bude für Neuwaren.“

    Das Problem sind wohl eher die seitenlangen „Gleichteile“ und zu vielen Gebrauchtartikel, die einem da mittlerweile „untergeschoben“ werden sollen.
    „Sperrmüll wird zunehmend zu Vintage“!
    Im Gegensatz dazu hat z.B. Amazon ganz klare Zustandsvorgaben und man kann gar nicht so schnell gucken, wie einem bei Nichtgefallen- oder Falschbeschreibung die Retoure ins Haus steht. Privatverkauf hin oder her. Somit fühlt sich ein Käufer dort einfach sicherer und ist sogar bereit mehr zu zahlen.

  9. Ice-Dealer sagt:

    amazon ist für mich maximal zur informationsbeschaffung.. kaufen werde ich dort nie (mehr) – da beziehe ich lieber , falls möglich, über den lokalen einzelhandel oder in anderen online shops..da nehme ich auch „unanehmlichkeiten“ wie preis, zeit oder nicht vorhandene Übersetzung eines Buches in kauf.. amazing crossing ist m.E. ein Zeichen, dass hier die Marktmacht schon zu groß ist.. und wenn ich auf Ware 1,5 Wochen warten muss, weil ich den Bestelltag im laden verpasst habe, ist die vorfreude noch größer 😉

  10. tugrisu sagt:

    33.500 Leute??? Was machen denn die???

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