EZB: Die Massenvernichtungswaffen werden scharf gemacht

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Heute soll der große Paukenschlag der EZB kommen, die Erwartungen an den Märkten sind gewaltig und die Risiken hoch. Ganz so weit wie Helikopter-Ben will man noch nicht gehen und Bargeld aus Hubschraubern abwerfen, aber die Zielsetzung der EZB scheint sehr ambitioniert. Alles zum Schutz von …, ja von wem eigentlich? So genau brauchen und sollen Sie das gar nicht verstehen, seien Sie einfach froh das sich jemand anders darum kümmert. Eines kann ich Ihnen aber vorweg garantieren, mit Geldwertstabilität hat das nichts zu tun.


In den Medien ist die einfache Erklärung für die Maßnahme der EZB der Schutz vor Deflation. Diese ist auch nicht zu unterschätzen, wenn sie denn ausgeprägt und nachhaltig ist. Die daraus entstehende Spirale aus fallenden Preisen, sinkender Nachfrage und dem Ansteigen der Arbeitslosigkeit sind kaum zu durchbrechen. Kann man aber im aktuellen Umfeld wirklich von deflationären Entwicklungen in der Eurozone sprechen?

Der Ölpreis hat in den vergangenen sechs Monaten ordentlich nachgegeben, was sich auf einige Preise auswirkt. Das hat allerdings nichts mit deflationären Tendenzen gemeinsam. Insgesamt soll die Teuerungsrate aus diesem Grund auch bei Minus 0,2 Prozent liegen und nicht wie gewünscht bei 2 Prozent. Genau hier sollten Sie eigentlich hellhörig werden, der Plan ist es Ihre Kaufkraft und damit Ihren Lebensstandard zu senken.

Interessanterweise versteht kaum jemand was Inflation eigentlich ist und wie diese entsteht. Sie wird akzeptiert wie von Gott gegeben. Im Prinzip ist es jedoch nichts weiter als die Erhöhung der im Umlauf befindlichen Geldmenge, ohne dabei einen entsprechenden Gegenwert zu schaffen. Wenn mehr Geld im Umlauf ist als dafür Waren oder Dienstleistungen zur Verfügung stehen, steigt der Preis – um es mal simplifiziert darzustellen. Der Emittent ist im Prinzip der Staat, mittels entsprechender Anleihen.

Eigentlich müsste die Welt bereits in Liquidität ertrinken, rund um den Globus wurden ungeheure Summen in das System gepumpt. Ironischerweise kommt das Geld aber nicht in der Realwirtschaft an, sondern fließt in die Märkte. Der gewaltige Anstieg der Börsen ist kein Ausdruck einer gesteigerten Produktivität, es ist eine ganz banale Reflationsrally.

Als die FED im letzten Jahr mitteilte die QE auslaufen zu lassen, forderten die Märkte neue Steroide. Allem Anschein nach wird die EZB diesem Wunsch heute nachgeben. Das US-Magazine bereits vor deutschen die vermutlichen Maßnahmen meldeten lässt den Schluss zu, dass man sich mit den USA in diesem Fall abgestimmt hat. Die EZB wird kaum das Wallstreet Journal informiert haben, sehr wohl aber entsprechende Quellen aus amerikanischen Notenbankkreisen.

Die möglichen Maßnahmen sind von gewaltigem Ausmaß, den Gerüchten nach könnte ein monatlicher Aufkauf von Staatsanleihen im Volumen von 50 Mrd. Euro ab März bis Ende 2016 verkündet werden. Das wäre ein Volumen von 1,1 Billionen Euro. Die Diskussion ob die EZB mit ihrem Eigenkapital von ~ 11 Milliarden Euro dafür haftet, oder die nationalen Notenbanken, ist schlichtweg eine Farce. Dazu von der EZB:

Das Kapital der Europäischen Zentralbank (EZB) stammt von den nationalen Zentralbanken (NZBen) aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) und beläuft sich auf 10.825.007.069,61 €.[1]

Über die entsprechenden Schlüssel haften die nationalen Notenbanken eh und wie Sie oben unschwer erkennen können, hat die EZB nichts womit sie haften könnte.

Fazit: Egal welche der Maßnahmen die EZB heute beschließt, die Rechnung werden Sie als Bürger, Konsument und Steuerzahler begleichen. Im Rahmen der Europäischen Verträge stellt es einen Rechtsbruch dar, der seines Gleichen sucht. Alle die daran beteiligt sind, vergehen sich an den kommenden Generationen und sind verantwortlich für einen Schuldenberg den am Ende niemand mehr begleichen kann. Zumindest in den Niederlanden hat man seitens des Parlaments – wenn auch nur symbolisch – diese Maßnahmen abgelehnt. Es gibt sie also noch, Politiker die auch an die Nachfahren denken.

Carpe diem

[1] https://www.ecb.europa.eu/ecb/orga/capital/html/index.de.html


21 Responses to EZB: Die Massenvernichtungswaffen werden scharf gemacht

  1. Frank H. sagt:

    Bei Eichelburgers Goldbugs dürften heute ebenso die Korken knallen. Denn alle Deals werden in Gold besichert. Welch ein Treppenwitz. Die Staaten holen das Gold heim, um es dann den Investoren als Schuldabtragung zu geben. Alsdann werden die Goldbugs enteignet. Ich lache nur noch über die Goldbugs.
    Manche werden es nie begreifen, dass man Geldwerte nicht essen kann.
    Nur die Schlauen und Wissenden kaufen Landwirtschaft im Großmassstab auf. Was aber wiederum neue Probleme aufwirft. Dadurch werden die Massen dann als Sklaven auf die Felder getrieben.
    Eichelburger züchtet neue Eilitenhelfer heran und verdient prächtig dabei.

  2. […] [iknews] Heute soll der große Paukenschlag der EZB kommen, die Erwartungen an den Märkten sind gewaltig und die Risiken hoch. Ganz so weit wie Helikopter-Ben will man noch nicht gehen und Bargeld aus Hubschraubern abwerfen, aber die Zielsetzung der EZB scheint sehr ambitioniert. Alles zum Schutz von …, ja von wem eigentlich? So genau brauchen und sollen Sie das gar nicht verstehen, seien Sie einfach froh das sich jemand anders darum kümmert. Eines kann ich Ihnen aber vorweg garantieren, mit Geldwertstabilität hat das nichts zu tun. Zum Rest des Beitrags […]

  3. Tester sagt:

    Wenn ich den Begriff „Deflation“ höre, egal wo, da könnte ich echt reflexartig zuschlagen. Als ob es je in der Geschichte eine echte Deflation gegeben hätte bzw. je hätte geben können…

  4. strom23 sagt:

    Was soll man noch sagen, alle Maßnahmen um die Kreditvergabe anzukurbelm liefen seit 2009 schlichtweg ins Leere. Das gleiche wird mit dieser passieren.
    Schade das die Politik ihrem Auftrag nicht nachgekommen ist und uns die wirklichen Haftungsrisiken vor Augen geführt hat. Es ist zum heulen. Die Leute haben einfach keinen Schimmer.

    Was da nun Markttechnisch heute wirklich 14:30 nach der PK passiert oder 13:45 nach dem Beschluss wird man sehen. Auf jedenfall sollten sich einige vor allzuschnellen Investitionen hüten denn die shorties sitzen mit dem Finger über der Maus in Stellung.

  5. Frank H. sagt:

    Der britische Immobilienmarkt wird zusammenbrechen“

    Bei ihren unwahrscheinlichen, aber nicht zu unterschätzenden Szenarien, geht die Saxo Bank unter anderem davon aus, dass der britische Immobilienmarkt zusammenbrechen wird. Die bevorstehende Zinserhöhung der Bank of England wird die Nachfrage einbrechen lassen und die Preise um 25 Prozent drücken.

    Quelle: Saxo Bank, Outrageous Predictions

    Bei den „Outrageous Predictions“ handelt es sich laut Saxo Bank um zehn Szenarien, die zwar unwahrscheinlich sind, bei Unterschätzung der mit ihnen einhergehenden Risiken jedoch enorme Folgen für die globalen Märkte hätten.

  6. Newsticker2012 sagt:

    Laut Draghi beschloss der EZB-Rat ein erweitertes Programm für den Anlauf von Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Wert von 60 Milliarden Euro monatlich bis September 2016.

    60 Milliarden Monatlich mal 18 Monate ergibt :

    1.000.800.000.000 sprich 1.1 BILLIONEN

    Kann mir das Lachen nicht mehr verkneifen..wie klein und dumm die Bürger gehalten werden.

    Für Strassen,Brücken,Schulen,Bildung ist nicht mal ein 10 MRD Programm durchzuboxen…aber 1.1 Billionen Schrottpapiere mit dem Gabelstapler in den Keller schieben ist drin.

  7. Newsticker2012 sagt:

    EUR/CHF 0.9857-1.39%

  8. Frank H. sagt:

    Willkommen in Schlaraffia der Bankenmafia! *rofl*

  9. Frank H. sagt:

    1,14 Bio. Euronen verteilt nach Quote sind für DE bei 25 % schlappe 285 Mrd. Euro!

    Damit könnte man viel Gutes tun.

  10. Newsticker2012 sagt:

    geht eher in richtung 500 Mrd Frank.

  11. Frank H. sagt:

    @Newst.

    Wo kommt deine Summe her?

  12. Newsticker2012 sagt:

    Interessant, dass der Euro daraufhin nicht stärker eingebrochen ist. Die EZB hat die Erwartungen ja massiv übertroffen (erwartet worden waren ja ca. 550 Mrd.) und jetzt wird die Berta doppelt so dick.

    @Frank

      Nach entsprechenden Äußerungen informierter Personen erwarten Beobachter inzwischen, dass die EZB demnächst monatlich Anleihen für 50 Milliarden Euro ankaufen wird, und zwar für mindestens ein Jahr. Das jedenfalls wollte das EZB-Direktorium dem Rat nach Aussage dieser informierten Personen am Donnerstag vorschlagen. Der Rat hatte die Möglichkeit, diesen Vorschlag noch abzuändern. Der größte Teil der Anleihen dürften Staatsanleihen sein.
    Das wären dann 500 Mrd

  13. Irmonen sagt:

    es gab mal eine Zeit , lang (gar nicht so)lang ist es her, da war man als Millionär sehr, sehr reich…..

  14. strom23 sagt:

    @News

    Es gibt einen netten Trader Spruch, „buy the rumours sell the facts“. Die großen Jungs sind lange auf der Gegenseite bevor der Chart kippt.

    Der Abverkauf des euro bezüglich des ersten offiziellen QE der euor zone began im April letzten Jahres. Jetzt sehen wir nur die Ausläufer.

  15. impfgegner sagt:

    aus dem zdf ticker:

    16:46 IWF lobt EZB-Entscheidung zum Staatsanleihenankauf

    da sag ich nur: eigenlob stinkt! 😉

  16. Newsticker2012 sagt:

    Jetzt geht es Richtung Parität zum USD.
    😉

  17. R2D2 sagt:

    hey leute, es ist nur geld! kleine beschissene scheine und münzen die wir in der hosentasche am hintern tragen-frauen in der handtasche.
    ich schau da lieber in die augen meiner frau, lebendige augen und sag ihr: es war ein schöner tag!

    klar, morgen muß ich wieder einkaufen, um essen für die nächsten tage zu haben. dafür brauch ich entweder die beschissenen scheine und münzen oder ich gehe in die natur und finde dort alles, was ich brauche, wenn diese beschissenen scheine und münzen mal nicht zur verfügung stehen.

    jens veröffentlicht immer wieder gute tips für den genuß von kräutern etc.

    ich hab da noch nen favoriten. brennessel-giersch suppe! kann man monate essen und überleben, dazu noch überall verfügbar))
    wer ein bischen platz in seinem zimmer hat, kann mit nem wasserbecken und einer pumpe auch völlig easy algen züchten. das zeug wächst wie blöde und reicht für eine mahlzeit pro tag. eine mahlzeit pro tag reicht völlig aus!

  18. kaphorn sagt:

    eines vergisst man: unsere Waffe heisst: holt das Geld und lasst die Banken zusammenkrachen bevor wir zusammenkrachen. Showdown, wer zieht am schnellsten…:-). Und den Draghi und den Rest der völlig geisteskranken Typen einsammeln und in die Anstalt…ansonsten wird genau das eintreffen:

    Zum Tod von David Crowley:

    https://www.youtube.com/watch?x-yt-cl=84411374&x-yt-ts=1421828030&v=Gy7FVXERKFE

    Es wird Zeit aufzustehen um dieses Spiel zu beenden!

  19. Statler sagt:

    Hallo zusammen,

    sogar beim „Focus“ ist man wach geworden:

    http://www.focus.de/finanzen/experten/weik_und_friedrich/ezb-entscheid-ein-spiel-ohne-grenzen-draghi-druckt-europa-in-den-bankrott_id_4426683.html

    Von der Argumentation her liegt Focus in diesem Artikel nahe bei den einschlaegigen Blogs, die Jungs haben ascheinend heimlich mitgelesen :=)

    Die Frage ist nur, warum bringen die aktuell solche Artikel ?

    Die verzweifelten Masnahmen der an dem Spiel beteiligten Personen und Institutionen sollte man positiv betrachten. Haetten die den Laden schon vor 5 Jahren krachen lassen, waeren fast alle Bundesbuerger mit runtergelassener Hose erwischt worden.
    Mittlerweile ist jedem klar, das das nicht mehr lange gut geht. Man hatte genuegend Zeit, seine pers. Exit Strategie zu entwickeln.
    Wer jetzt noch nicht begriffen hat, das das Projekt Euro und alle darauf basierenden Forderungen sich in absehbarer Zeit aufloesen, will es einfach nicht wissen.

    Wenn es den Jungs durch die Gelddruckerei gelingt, den Laden noch ein paar Jahre am Laufen zu halten, wo liegt das Problem ? Dadurch bekommen noch mehr Menschen die Chance, sich auf den Aufschlag vorzubereiten, und sei es nur Mental.

    Eins steht fest, es gibt ein Leben nach dem Euro.

    Gruss

    Achim

  20. Jens Blecker sagt:

    @ Achim so wie ich das sehe wurde der Artikel von Matthias und Marc geschrieben 😉

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