Katastrophe mit Ansage?

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Vor etwas mehr als fünf Jahren geschah eine der schlimmsten Umweltkatastrophen im Bereich der Ölförderung. Am 20. April 2010 havarierte die Deepwater Horizon und in Folge eines Blowouts floßen unkontrolliert Millionen- wenn nicht gar Milliarden Barrel Öl in den Golf von Mexiko und führten zur bis heute schlimmsten Ölpest aller Zeiten. BP sorgte im Nachhinein jedoch mit weiteren unglaublichen Aktionen für Furore, so wandte das Unternehmen trotz etlicher wirksamerer und ungiftigerer Alternativen einen Dispergator ein, dessen Ökotoxizität ungleich höher war. An diesem Unternehmen war BP zu diesem Zeitpunkt beteiligt, was die Frage nach Vetternwirtschaft durchaus plausibel machte.


Wenn es um den Profit von Unternehmen geht, müssen ökologische und menschliche Belange hinten anstehen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktivismus verbot die US-Regierung damals auch zunächst weitere Offshorebohrungen, dieses Verbot wurde allerdings später ohne entsprechenden Rummel wieder aufgehoben. Die Folgen für die Tierwelt waren Katastrophal und halten möglicherweise noch heute an. Dazu aus Wiki:

ber die Menge des nach Verschließen des Lecks im Meer noch vorhandenen Öls gibt es unterschiedliche Auffassungen. Während laut NOAA bis Mitte August 74 Prozent des Öls abgebrannt, abgesaugt oder biologisch abgebaut worden seien, kamen Forscher der University of Georgia zu einem gegenteiligen Ergebnis: demnach seien 80 Prozent des ausgelaufenen Öls noch im Meer vorhanden, ein großer Teil sei durch die Ausbringung der Chemikalie Corexit lediglich unter die Meeresoberfläche gedrückt worden und bedrohe dort das Plankton und damit die gesamte marine Nahrungskette.
[…]
Im Mai und Juni 2010 wurden Berichte über den Sauerstoffgehalt des Wassers in der Nähe des Ölteppichs bekannt. Der Sauerstoffgehalt hat bereits um 30 Prozent abgenommen und die Konzentration von Methan ist extrem hoch, so das Ergebnis von Laboruntersuchungen der University of Georgia und Texas A&M University. Ein deutlich abgesenkter Sauerstoffgehalt bedeutet eine erhebliche Schädigung des Planktons und kleiner Meeresorganismen. Durch diesen Eingriff wird das Nahrungsnetz und damit die Lebensgrundlage von Meerestieren (Fische, Weichtiere) im Golf von Mexiko langfristig stark gestört.[1]

In wie weit beispielsweise das mysteriöse Massensterben der Delfine an der Ostküste der USA damit zusammenhängt, bleibt mangels entsprechender Forschungen im Bereich der Spekulationen. Forscher wollen zumindest lieber an eine Infektion glauben, als einen Zusammenhang mit der Ökokatastrophe zu überprüfen. Auch bei den Millionen toten Fischen an der Ostküste sahen die Forscher den Zusammenhang eher bei „zu kaltem Wasser“ als bei möglicher Vergiftung. Was ich von solchen Forschern halte, werde ich lieber nicht öffentlich äußern. Ansonsten müsste ich den Artikel zensieren. Bei diesen beiden Beispielen möchte ich es belassen, obwohl es noch etliche weitere gibt.

Nun soll Shell in der Arktis bohren dürfen, genauer in der Tschuktschensee. Positiv zu bewerten wäre einzig der Umstand, dass dort das Gewässer nicht sehr tief ist und dort auch sehr wahrscheinlich keine großen Konzentrationen an Methanhydrat zu finden sind, welche vermutlich zum Unglück auf der Deepwater Horizon geführt haben dürften. Trotzdem wird in einem wichtigen Ökogebiet, das bisher noch relativ verschont geblieben ist, das Risiko einer weiteren Katastrophe eingegangen. Im Augenblick sind die Ölpreise im Keller, da das Angebot größer als die Nachfrage ist, wozu also dieses Risiko?

Die USA haben durch den gesunkenen Ölpreis erhebliche Schwierigkeiten mit Schieferöl konkurrenzfähig zu bleiben. Durch die geringe Tiefe der Bohrfelder in der Arktis und das vermutete hohe Ölaufkommen, würden sich vermutlich wieder Profite machen lassen. Notwendig ist es aus meiner Sicht nicht, aus Sicht der Konzerne ist es nur ein kalkulierbares Risiko mit entsprechenden Gewinnaussichten. Die Gefahren für die Umwelt, spielen dabei auch in diesem Fall keine Rolle. Wie es mit dem Klima aussieht, steht noch auf einem ganz anderen Blatt.

Carpe diem

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lpest_im_Golf_von_Mexiko_2010#.C3.96kologische_Folgen


11 Responses to Katastrophe mit Ansage?

  1. … man hat den Eindruck, das dort an den Stellen, wo die Entscheidungen getroffen werden keine Menschen mehr sitzen oder völlig entartete Psychopathen.

    Denn irgendwo – wenn das Geld auch noch so locken mag, da muss doch die Vernunft das handeln steuern.

    Was dort an Entscheidungen getroffen werden ist weit entfernt von jeglicher Logik.

    Das sind so Entscheidungen, wie z.B. wenn man mitten in der Wüste steht und 2 Tagesmärsche von jeglicher Zivilisation entfernt ist und vor einem liegen zwei Rucksäcke, man darf sich nur für einen entscheiden, in einem ist 6 kg Gold und in dem anderen sind 6 Liter Wasser, und man nimmt die 6kg Gold – obwohl man genau weiß, dass man mit diesem Rucksack die Wüste nicht lebend verlassen wird.

    Das ist extrem existenzgefährdend krank – kranke Personen sollten aus Entscheidungspositionen entfernt werden.

  2. Jens Blecker sagt:

    Zum Thema:
    „The closest Coast Guard station with equipment for responding to a spill is over 1,000 miles away. The weather is extreme, with major storms, icy waters and waves up to 50 feet high. The sea is also a major migration route and feeding area for marine mammals, including bowhead whales and walruses.“

    http://www.nytimes.com/2015/05/12/us/white-house-gives-conditional-approval-for-shell-to-drill-in-arctic.html?rref=politics&module=Ribbon&version=context&region=Header&action=click&contentCollection=Politics&pgtype=article

  3. Frank H. sagt:

    Wir kritisieren hier zu Recht die USA, aber in Eurasien, Europa, Ostasien, Afrika und Südamerika sieht es auch nicht biologisch gesünder aus. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/umweltverschmutzung-green-cross-listet-giftigsten-orte-der-welt-auf-a-931876.html

  4. Frank H. sagt:

    Einige Anmerkungen von mir:
    Es gibt zwar weiterhin viel normal förderbares Erdöl (ohne Fracking), das man offenbar gewinnträchtig auch sucht und immer wieder in großen Mengen vorfindet, aber wir gehen mit dem schwarzen Gold äußerst fahrlässig um. Darum geht es im engeren Sinne. Ich hätte mir da mehr Schärfe im Allgemeinen gewünscht, der Ansatz zur Erinnerung an unsere Sünden ist aber schön.

    Echte Alternativen kommen nicht zu Potte. Nun stören sogar die Öko-Windräder das Wetterrader vom DWD in Offenbach. Unausgegorene Technik und Menschlicher Irrsinn: die Geißel Gottes für den Planeten.

  5. superomega sagt:

    Die Bevölkerung reagiert nicht auf das was in der Welt passiert, sondern auf das was in den Nachrichten steht. Da Nachrichten keinen homogenen Informationsfluß, sondern einzelne Splitter von Kurzmeldungen, entsteht auch im Verhalten der Menschen keine kontinuierliche Kraft, sondern nur ein morbides, amorphes Verhaltensprofil. Dadurch bleiben die Kräfte der Konsumenten unvereint und unkoordiniert und das nützt in erster Linie den Regierenden und den Geldsäcken.

    Übrigens hat Greenpeace, damals nicht einen kleinen Finger gerührt.

  6. Nver2Much sagt:

    Ich denke nicht, dass Erdöl endlich ist.

    Super interessanter Vortrag

    https://www.youtube.com/watch?v=_gurB_ivGHE

  7. palina sagt:

    @Hans Werner Altenborg – das Experiment mit den Rücksäcken in der Wüste sollte man durchführen. Und zwar mit solchen Psychopathen. Die würden glatt zum Gold greifen. Unterwegs würden sie noch versuchen die anderen auszuschalten, um in noch mehr Besitz zu kommen. Wer sollte entscheiden, dass die krank sind? Das wären wiederum die Kranken. Und die sind „Betriebsblind.“

    Das ist ein krankes Gesindel. Als ich von diesen Plänen las, fragte ich mich, was noch? Was kommt noch? Haben wir nicht schon genug zu tun mit unserem Atommüll? Dann die Katastrophe in Fukuschima. Der Fisch ist ungeniessbar, der in diesen Gewässern schwimmt. Hier ein Bericht dazu http://einarschlereth.blogspot.de/2015/04/dana-durnfords-odyssee-nach-fukushima.html
    Dann geht es weiter mit den Kanarischen Inseln http://netzfrauen.org/2015/04/27/oelteppich-bedroht-kanarische-inseln-was-wird-uns-verheimlicht-derrame-de-petroleo-amenaza-islas-canarias-espana-en-alerta/

    Abholzung der Regenwälder, unter anderem für Soja. Frage mich oft von was sich meine Enkel noch ernähren sollen. Es ist heute schon sehr schwierig vernünftiges Essen und Wasser zu bekommen.
    Frage mich wo die ganzen Umweltaktivisten bei diesen Themen bleiben? Bei Greenpeace ist ja bekannt von wem die gesponsert werden. Deswegen gibt es in vielen Bereichen von denen auch keinen Widerstand.

    Die USA Administration besteht aus Psychopathen. Weitere in verschieden Ländern auch. Gekaufte Wissenschaftler und Experten unterstützen diese Systeme auch noch. Wir leben in einer Matrix die auf Lügen und Täuschung aufgebaut ist.
    Erst wählen die Schafe diese Politikerdarsteller und dann unterschreiben sie Petitionen zu Dingen, die diese verursacht haben. Das nenne ich schizophren.

  8. Platte sagt:

    Zum Thema Öl hier ein Beitrag zu den Schweinereien mit Teersand in Kanda:

    http://www.arte.tv/guide/de/048295-023/360-geo-reportage

  9. Jens Blecker sagt:

    @Platte

    http://www.iknews.de/2011/08/10/alberta-das-schmutzige-geschaft-mit-dem-ol-sand/

    Ich habe da auch schon was zu gemacht:)

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