Helikopter Draghi: Freuen Sie sich nicht zu früh

geldregen

Es ist schon einige Jahre her, da drohte der damalige Notenbankchef der FED damit, zur Not Geld aus Helikoptern abzuwerfen um eine drohende Deflation abzuwenden. Dieser „Geistesblitz“ brachte ihm den Namen „Helicopter-Ben“ ein. Dieser Gedanke wurde nun wieder aufgegriffen und wird debattiert. Wie absurd es wäre und die tatsächlichen Konsequenzen eines solchen „Geschenkes“ wollen wir etwas genauer beleuchten. Auf den ersten Blick wirkt es möglicherweise ganz charmant, bei genauer Betrachtung jedoch, wird die zerstörerische Kraft offensichtlich.


Was zunächst wie ein übler Kneipenwitz daherkam, wird immer offensiver diskutiert und damit auch der Druck auf den Chef der Europäischen Zentralbank EZB ausgeübt. Ein Geschenk der Politik, an jeden Bürger Deutschlands. Moment mal, seit wann haben die denn für die Bevölkerung was zu verschenken? Eigentlich sucht man doch dauernd einen Weg, noch die letzten Reserven der Bürger und Steuerzahler abzupressen?

Mancher Lese könnte sich nun verwundert fragen, warum ich die EZB in einem Atemzug mit der Politik nenne. Wer sich allerdings das Schauspiel im letzten Akt etwas genauer ansieht, wird verstehen wie ich dazu komme. Bei der EZB geht es schon lange nicht mehr um Finanzmarktstabilität, die ehemalige Notenbank hat sich zur Mätresse der Politik und der Zocker degradiert. Versteckte Staatsfinanzierung und Spielgeld für die Börsen ohne Limit seien hier nur als Beispiel angeführt.

An dieser Stelle dürfen Sie übrigens durchaus eine Träne im Auge haben, es ist Ihr Geld, Ihre Altersvorsorge und Ihr Vermögen was hier fahrlässig wie ein Baby in den Löwenkäfig geworfen wird. Man nahm Ihnen die Stabilität der D-Mark und man wird Ihnen auch die Trümmer des Euro nehmen, seien Sie sich gewiss.

Kommen wir nun zu dem absurden Vorschlag des Helikoptergeldes zurück. Natürlich ist das nur metaphorisch gemeint, es wird niemand in einen Hubschrauber steigen und Geldsäcke über Städten auskippen, wobei mich selbst das nicht mehr überraschen würde. Es geht ganz banal darum, den Bürgern ein „Geldgeschenk“ auf welchem Wege auch immer, zukommen zu lassen. Bereits hier sollten Sie ein Klingeln im Ohr haben, was sich anhört als würden Sie im Kirchturm stehen wenn zum Sonntagsgebet geläutet wird.

Bevor ich weiter aushole und austeile, kurz einige Zeilen aus einem Weltartikel dazu:

Gratis-Liquidität für alle: So könnte das Konzept „Helikoptergeld“ funktionieren
Weil die Milliarden, die die EZB in das Finanzsystem gepumpt hat, kaum in der Realwirtschaft ankommen, hält auch Draghi Helikoptergeld für ein „interessantes Konzept“. Wie würde das vonstatten gehen?
[…]
Weil die Milliarden, die die Zentralbank in das Finanzsystem gepumpt hat, kaum in der Realwirtschaft ankommen, solle die EZB dazu übergehen, einfach frisch gedrucktes Geld direkt an die Bürger zu verteilen – gratis und ohne Gegenleistung.
[…]
Zudem würde die höhere Nachfrage dafür sorgen, dass die Preise in den Krisenländern wieder steigen – so ließe sich die gefürchtete Deflationsspirale vermeiden.[1]

Damit wäre eigentlich das Wesentliche zitiert. Zwei Dinge halte ich in diesem kleinen Absatz für elementar. Zum einen reden wir schon lange nicht mehr nur über Milliarden, das verniedlicht die krankhaften Auswüchse massiv. Die Gesamtrisiken belaufen sich längst auf Billionen und damit liegen ganze Volkswirtschaften in der Waagschale.

Ein weiterer Aspekt ist der letzte Teil, wobei es interessant wäre die „Krisenländer“ dann mal beim Namen zu nennen. Es geht nämlich schon längst nicht mehr nur um die „PIIGS“.

Wie man – selbst wenn man naiv genug wäre diesen Unsinn zu schlucken – die Preissteigerungen aus den „Nicht-Krisenländern“ heraus halten wollte, würde mich allerdings brennend interessieren. Schließlich sind alle Euroländer auf Gedeih und Verderb in das Währungs- und Haftungskorsett gezwungen.

Was aber ist nun der Umkehrschluss? Geld verschenken – gratis und ohne Gegenleistung? Mit dem Versprechen es nicht über Steuererhöhungen wieder zurückzuholen. Lassen Sie es mich mal ganz salopp sagen, Lügen und Augenwischerei.

Selbst wenn – und das ist bereits seehr hypothetisch – die Regierungen sich an dieses „Versprechen“ halten würden, was ist denn mit der angestrebten Inflation? Wenn die Preise für alles steigen, wesentlich schneller als es die Löhne würden, haben Sie dann immer noch Gewinn gemacht? Um noch alle zu würdigen die keinen Lohn sondern beispielsweise Hartz4 bekommen, auch das wird garantiert nicht in der Geschwindigkeit der Inflation steigen. Reden wir dann immer noch von einem Geschenk?

Die einzigen wirklichen Gewinner einer Starkinflation sind die Regierungen, welche versuchen sich dadurch schneller zu entschulden.

Ein sehr wichtiger Aspekt sollte in dem Zusammenhang hier noch angesprochen werden, die unglaubliche Eurostärke der vergangenen Monate. Ich stelle nur eine Vermutung an, die ich aktuell nicht mit entsprechenden Nachweisen belegen kann.

Es geht um Tauschgeschäfte mit Währungen in Fachkreisen Carry-Trades oder Währungsswaps genannt. Üblicherweise leiht man sich einen Betrag in Währung A und tauscht diese mit einem „Geschäftspartner“ in eine andere Währung. Die Preise einer Währung steigen mit der Nachfrage, also sollte man sich besser sicher sein, dass man dort nicht auf das falsche Pferd setzt.

Erstaunlicherweise wurde der Euro eigentlich mit jeder stabilitätsvernichtenden Maßnahme stärker und stärker, entgegen jeder ökonomischen Regel. Wer hat aus welchem Grund die Nachfrage in Euro derart getrieben? Natürlich spielen in einem solchen Roulette immer etliche Faktoren eine Rolle, aber es gab Schübe, die durchaus massiv waren.

Ein Beispiel ist der Absturz des Rubel, man könnte sagen ins Bodenlose. Als offizielle Faktoren wurden die Sanktionen und der niedrige Ölpreis genannt. Wie sich herausstellte, wurde Europa jedoch mindestens genauso hart getroffen, wenn nicht schlimmer. Wo aber blieb die Flächendeckende Abwertung des Euro? Es war nun auch nicht so, dass die Eurozone sich im Taumel eines Wirtschaftswunders befunden hätte.

Carry-Trades mit Euro würden sich im Falle eines Währungs-Kollapses natürlich als Goldgruben herausstellen und damit auch für die Bluthunde von der Wall-Street interessant. Das denen die dahinterstehenden Menschen schnuppe sind, bewies nicht erst George Soros, als er das Britische Pfund pulverisierte. Diesen Teil bitte ich als spekulativ zu bewerten, da er nicht mit Belegen untermauert ist. Es sind lediglich einige Faktoren, die durchaus Synergien ergeben könnten.

Carpe diem

[1] http://www.welt.de/wirtschaft/article153499288/So-koennte-das-Konzept-Helikoptergeld-funktionieren.html


6 Responses to Helikopter Draghi: Freuen Sie sich nicht zu früh

  1. dieter e. sagt:

    Liebe IKNews-Gemeinde

    Ungefähr im Jahr 2008 bin ich auf diese Seite aufmerksam geworden, und habe seither vieles gelernt.

    Unter anderem ist mir damals klar geworden, dass unser Geldsystem kurz vor dem Bankrott steht.

    Ein wichtiger Punkt war die Erkenntnis, dass der Zins und der Zinseszins das exponenzielle Problem ist.

    Es gab immer mal wieder alternative Geldsystem, welche die Wirtschaft ankurbeln, weil das Geld im Umlauf gehalten wird.
    Wen Geld gehortet wurde, verlor es seinen Wert.

    Was ist heute?
    Die Zinsen sind abgeschafft.
    Wo ist jetzt das Problem?

    Es wird diskutiert, ob jedem Bürger ein Geldbetrag zur Verfügung gestellt wird, um es zu investieren.
    Wo ist jetzt das Problem?

    Dieses Finanzsystem ist dererst Komplex geworden, dass selbst die Profis das nicht mehr verstehen.

    Versteht ihr was ich meine?
    Wir sollten jeden Tag froh sein, dass wir noch leben, und mit unserer Zeit etwas sinnvolles tun.

  2. R363 sagt:

    >> nur metaphorisch gemeint, es wird niemand in einen Hubschrauber steigen und Geldsäcke über Städten auskippen, wobei mich selbst das nicht mehr überraschen würde.

    Der war gut! Inzwischen würde uns wirklich nicht mehr verwundern, wenn plötzlich ein Helikopter über einer Stadt oder Dorf auftaucht und es Geldscheine regnet. Mana vom Himmel der Wallstreet von Transatlantika quasi. Inzwischen steht alles Kopf und man fragt sich wie da die Steigerung ist: Schräg, schräger, am schrägsten. Dann kommt man auf die Idee, dass es bzgl. teuflisch und schräg wohl keinen Boden gibt. Es geht immer noch eine Nummer besser. Und manche Figuren in diesem Spiel, scheinen sich auf diesen Superlativ spezialisiert zu haben. Sie scheinen hier regelrecht neue Fronten in dieser Eroberung der Niedertracht und Perversion abzustecken wie in einer Landeroberung in der es eigentlich ethische Normen geben müsste, die man aber mit jedem weiteren Vormarsch in einer Art grenzenloser Gier und Besessenheit weiter über Board wirft. Wenn diese globalen Spielfiguren der Niedertracht sich gleichzeitig als grösste Menschenfreunde bis hin zur verkannten Heiligkeit öffentlichkeitswirksam präsentieren, dann könnte man das in historischer Anlehnung als eine GLORREICHE WELTEROBERUNG definieren. Das Gehirn und Wesen dieser Kreaturen zeigt ihre raptiloide Herkunft recht deutlich. Und der einfache Mensch lässt sich durch diese Eskalationsfolgen der Niedertracht regieren ohne ihr zu widersprechen, nicht wahr? ANGST vor dem Reptil, UR-ANGST vor dem Reptil. Man könnte einem arbeitslosen Author ein Buch mit folgendem Titel vorschlagen: „Der Mensch – eine Geschichte der Angst“ Wird das ein Bestseller oder ein Worstseller? Warum ich darauf komme so zu fragen? Allein dieses Buch ist schon hochgradig angstwürdig. Und damit ergibt sich die Frage: Wer WILL das überhaupt lesen und damit hören? ANGST ist ein vortreffliches Programm. Menschen Programmierung! Raptiloide programmieren den homo sapiens … und eine ihrer wichtigsten Programmierelemente sind die Interruptvektoren rund um SEINE ÄNGSTE bis hinab zu ihrem historischen Ursprüngen, den UR-Ängsten. Was die Raptiloiden wohl mit ihrer Menschenprogrammierung wirklich beabsichtigen, das überlasse ich jetzt mal Eurer Phantasie. Aber denkt dran. Wenn sie ständig Freiheit öffentlichkeitswirksam deklarieren, könnte das genaue Gegenteil drin stecken, nicht wahr? Habe ich das jetzt schön durch die Blume formuliert?

  3. Ignorant sagt:

    Die Zinsen sind wichtig ihn zu beseitigen bringt nichts, ihn zu setzen wie die zentralbang es tut ist sogar gefährlich. Zinns bestimmen den wehrt von Sparguthaben, sind die hoch singt der Zins in es Wirt investiert, ist das Sparguthaben nitrich steigt er und es wird gespart. alternative Systeme sind quatsch sie machen das gleiche wie Zentralbanken nur mit einem minuszins Geld Wirt bei beiden vernichtet und exponentielles Wachstum endet immer gleich im Crash. Die Lösung ist nicht ihn abzuschaffen oder zu steuer sondern ihn wieder den Regeln des Marktes zu unterwerfen. Und wer meint es gebe keine Inflation sollte mal im Imobilensektor nachschauen. Noch mal der Zins ist wichtig!
    Was den Rest des artiges angeht gebe ich dir recht.

  4. dieter e. sagt:

    Zinsen sind nur notwendig, wenn man Wachstum braucht.
    Das ist ja grade der Irrsinn der EZB, dass sie Wachtum ohne Zinsen erreichen will.

    Eine andere Binsenweisheit lautet:
    „Die Schulden auf der einen Seite entsprechen immer dem Vermögen der anderen Seite.“

  5. Ignorant sagt:

    Stimmt aber da die Welt nicht still steht brauchst du den Zins nun mal immer.
    Die EZB will merkte erzeugen wo keine sind quasi Konsum des Konsums willen, nicht nach Angebot und nachfrage. Eheähnlich wie die Staaten mit Subventionen das kann funktionieren wen es eine ausreichende nachfrage gibt, aber wen nicht bricht das System meist nach dem ende der Scheinblüte wieder zusammen.

  6. Ignorant sagt:

    Zentralbanken sind von Grund auf überflüssig!

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