Causa Schulz: Gefallen durch Friendly Fire

Wer an Martin Schulz – den Noch Parteivorsitzenden der SPD – denkt, kommt nur schwer umhin eine augenblickliche Antipathie zu entwickeln. Weder besitzt dieser Mann Charisma noch Charme. In meinen Augen ist er ein Misanthrop mit einer starken narzisstischen Neigung. Eben jener Narzissmus wurde meiner Ansicht nach genutzt, um ihn von seinem bisherigen Wirt – dem europäischen Parlament – zu lösen und endgültig auf die Ersatzbank zu verbannen. Seine Dienste hat er vollbracht und damit kann die Causa Schulz als Personalie zu den Akten gelegt werden.

Politik ist ein sehr schmutziges Geschäft, wo es auch in den eigenen Reihen keine wahren Freunde gibt. Jene die nicht bereit sind alle Grundsätze über Bord zu werfen, sind nicht mehr als Guppys in einem Haifschbecken. Doch nun zurück zu Martin Schulz, der es relativ lange geschafft hat mit den Haien zu schwimmen.

Wer das Verhalten und die Aussagen von Schulz im europäischen Parlament verfolgt hat, dürfte wissen warum ich ihn als Bulldozer für die smarteren Mitspieler bezeichnen würde. Er fiel weder durch besonders geschickte Winkelzüge, noch durch intelektuell gewitzte Ausführungen auf. Nein, er war einfach ein Vorschlaghammer mit dem der Nagel möglichst tief ins Holz getrieben werden sollte. Er konnte in Brüssel realtiv unbeobachtet sein Werk verrichten denn Europapolitik war in Deutschland nie sehr populär. Das jedoch soll sich in Kürze ändern wie es scheint und da ist ein solcher Un-Sympath natürlich im Wege.

In der kürzeren Vergangenheit wurden ein EU-Haushalt, eine EU-Armee und andere Dinge auf die Tagesordnung gesetzt, ein untrügliches Zeichen dafür, dass man nun die nächste Raketenstufe zünden möchte – für das totale „EU“ropa. Aber wie jemanden aus dem Blickfeld bekommen, der sich derart gemütlich eingenistet hat? Schulz hatte es immerhin bis zum Parlamentspräsidenten in der EU gebracht.

An diesem Punkt kommt der Narzissmus ins Spiel. Man musste Schulz schon ein ordentliches „Zuckerle“ vor die Nase halten um ihn zur Rückkehr in die deutsche Politik zu bewegen. Da waren der Parteivorsitz und die Aufstellung als Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten natürlich wohl platziert. Nebenbei konnte so auch noch Gabriel entschärft werden, sehr zum Wohlwollen einiger „Genossen“.
Das mit Schulz an der Spitze die Wahl nicht zu gewinnen war, dürfte auch in der Partei klargewesen sein. Trotzdem wurde der Mann für eine kurze Zeit von den Medien wie ein „Popstar“ gefeiert. „Der Schulz-Effekt“ sprang einem von den Titelseiten mitten ins Gesicht. Vermutlich glaubte er deshalb auch tatsächlich er hätte eine Chance. Ich persönlich denke eher, da haben einige mächtige „Genossen“ ihre Verbindungen spielen lassen um dem Kollegen ordentlich Sand in die Augen zu streuen. Nun wie auch immer, scheinbar hat es funktioniert.

Es wäre interessant zu wissen, wer Schulz empfohlen hat so deutlich nach der Wahl eine Beteiligung der SPD an einer Großen Koalition eine glasklare Absage zu erteilen. Das holte iihn jetzt wieder ein, wo er augenscheinlich zumindest das Amt des Außenministers als „Trostpflaster“ abstauben wollte. Nüchtern betrachtet hat der Mann eine Bruchlandung mit Totalschaden hingelegt. Man könnte munkeln, da hat man sich sauber der Personalie Schulz entledigt.

Jemand der es offensichtlich ähnlich sieht ist die Schwester von Martin Schulz. In der Welt giftet sie: „Schlangengrube Berlin„. Unter anderem heißt es dort:

  • „Andrea Nahles, Olaf Scholz und andere“ machten ihren Bruder zum „Sündenbock für alles“, sagte Harst WELT AM SONNTAG.
  • Die SPD habe sich im Umgang mit ihrem Bruder als eine „echte Schlangengrube“ erwiesen.

Ehrlichgesagt würde ich dem vollumfänglich zustimmen. Es überrascht allerdings, das es Doris Harst überrascht hat. Sie ist schließlich auch Politikerin, wenn auch nur Kommunal. Vielleicht findet Sie ja in ihrem Heimtort Würselen ein kuscheliges Plätzchen im Stadtrat für Ihren Bruder. Auf weltpolitischer Bühne dürfte für Schulz endgültige der letzte Vorhang gefallen sein. Im Weltartikel wird die italienische Zeitung „La Repubblica“ wie folgt zitiert:

„Martin Schulz war nur für 36 Stunden Außenminister. … Er ist der Ziggy Stardust der deutschen Politik.“ Als Alien sei er vor einem Jahr von Brüssel nach Berlin katapultiert und wie ein Gott einer führungslosen Partei gefeiert worden. Dann sei er in tausend Stücke gerissen worden.

„Er ist in diesen Monaten der perfekte Sündenbock einer Partei geworden, die seit zehn Jahren in einer Identitätskrise steckt und die zu vergessen versucht, dass sie ihn vor einem Jahr gerufen hat“.[1]

Aus Sicht der „Genossen“ kann man zu diesem Winkelzug nur sagen, ganz großes Kino. Durch die persönlichen Eigenschaften von Schulz fällt der Dreck so nicht der Partei auf die Füße, sondern kann in einem Sack voller Steine verpackt und samt der Personalie Schulz über Bord geworfen werden. Nun aus meiner Sicht, kein großer Verlust für die Menschen oder Parteienlandschaft.

Carpe diem

[1] https://www.welt.de/politik/deutschland/article173413935/Schlangengrube-Berlin-Martin-Schulz-Schwester-rechnet-mit-der-SPD-Spitze-ab.html


16 Responses to Causa Schulz: Gefallen durch Friendly Fire

  1. stupido sagt:

    Ich machs mal kurz und knapp…welche skills muss man haben..oder besser gesagt welche Fehler…, um politiker sein zu können?

    Jeder auch nur durchschnittliche 8,50 Jobber hat vermutlich mehr skills, und mehr menschliche Kompetenz als irgendeiner dieser politischen schmarotzer.

  2. rainer vogel sagt:

    Schulz hatte offensichtlich gute Kontakte im EU Milieu aufgebaut. Dass er dann in die deutsche Politik gewechselt war hatte ich als weiteren Brückenschlag zwischen Brüssel und Berlin verstanden. Vielleicht war dies sogar von der EU Elite Brüssels so vorgesehen. Umso mehr überrascht mich diese aktuelle Entwicklung. ich habe dbzgl. aber keine fundierten Kenntnisse – reine objektive Betrachtung aus der Ferne.

    Umso mehr irritiert mich aber die fehlende Rückendeckung von in Deutschland aktiven Politikern (obendrein aus eigenen Reihen). evlt. ist die deutsche Politik ja doch weiter von den EU Eliten abgekoppelt als gedacht.

  3. Christian Goldmann sagt:

    Seit der BTW hat sich mein Nachrichtenkonsum seit langer Zeit mal wieder deutlich erhöht. Ich habe während der Nachrichten geflucht, gewütet, gelacht und ein paar mal war ich den Tränen nahe. In der letzten Zeit kann ich mich nur noch einem fassungslosen Staunen bzw. Kopfschütteln hingeben. Was mir da für eine Farce als Politik geboten wird, sprengt jeglichen ertragbaren Rahmen. Es ist ja nicht einmal mehr der Versuch einer intelligenten Täuschung erkennbar, früher wurde man doch mit etwas mehr Niveau über den Tisch gezogen.

    Die Halbwertszeit von politischen Aussagen hat sich enorm verkürzt. Wie schnell man von einem kategorischem Nein zur GROKO zu einem feurigem Plädoyer dafür gekommen ist, obwohl die Voraussetzungen sich nicht geändert hatten – das Einzige, was sich geändert hatte war, dass keine Jamaika-Koalition zustande gekommen war -, war schon beeindruckend. Auch ich frage mich, wie man als Mensch geschaffen sein muss, um solche Kehrtwenden nicht nur vor Anderen sondern vor allem auch vor sich selbst zu rechtfertigen.

    Zum Thema Schulz: Dem fehlt eigentlich nur noch die Clownsnase und die Eselskappe, damit wäre das Gesamtbild abgerundet und könnte gerahmt werden.

    „Vielen Dank für ihren Beitrag, hier noch ein Ausichtsratpöstchen und die Nominierung für den ‚Goldenen Fön‘, wir wünschen ihnen für ihr weiteres Schaffen viel Erfolg.“

    Mein Gott, wer das auch nur im Ansatz noch ernst nimmt, dem ist nicht mehr zu helfen. Der Postillon veröffentlicht zum Thema Politik in der letzten Zeit sehr wenige Artikel. Verständlich, wie will man denn das derzeitige Theater auch noch überspitzt darstellen!? Da kommen Satiriker, Parodisten und Kabarettisten echt an ihre Grenzen.

    Bisheriger Gipfel der Unverschämtheit: Der Abgang von Schulz, des Mannes, der als Heilsbringer den SPD-Vorsitz übernahm und für Neuerung und Aufbruch stehen sollte, wird uns jetzt von der SPD-Spitze ebenfalls als Erneuerung der SPD verkauft. Die ganzen Nasen sind alle noch da, aber jetzt ist Aufbruchstimmung – ich könnte schreien.

    Ich schaue jetzt keine Nachrichten mehr, meine Schmerzgrenze ist erreicht. Ab jetzt gehe ich um 20:00 joggen, ist besser für die Figur und ich habe genug Frust in mir, den ich abbauen muss.

  4. Habnix sagt:

    Letztes Jahr hatte ich es irgendwo noch gepostet, das Martin Schulz nur als Strohmann gegen andere Parteien aufgestellt wird und ich hab es in der Fa. den Kollegen gesagt. Einer hat am Freitag mir noch gesagt, das ich Recht hatte.

    „Jeder auch nur durchschnittliche 8,50 Jobber hat vermutlich mehr skills, und mehr menschliche Kompetenz als irgendeiner dieser politischen schmarotzer.“

    😀

  5. Berg sagt:

    Die Liste der abgesägten Politiker in der SPD ist lange..Platzeck, Kurt Beck, Müntefering, Schutz etc..

    https://www.morgenpost.de/politik/article212015393/Die-Vorsitzenden-der-SPD-seit-1946.html

    Lügen gebären Lügen.

  6. Jean Paul sagt:

    1. Schulz hat nicht geliefert und war von anfang an nur das Bauernopfer, das die Wahl verlieren musste.
    2. Olaf Scholz hat längst Andrea Nahles als Ersatzfrau für Angela dafür vorgesehen.
    3. Rechnet mal lieber mit Neuwahlen. Entscheidung fällt nach der Münchener Sicherheitskonferenz.
    4. George Soros hat gerade erst 1 Mrd. Euro auf die Zerschlagung der Brexit Kampagne neu an seine NGO’s verteilt. der Kerl hat leider zu viele Bunker (Auslandsassets). Trump kann nur abfangen, was er per Gesetz einkassieren kann.
    5. Der tiefe Staat verlagert gerade sein HQ von USA nach Europa.
    6. Bill Gates tingelt gerade in Asien, besser gesagt Indien herum und versucht sterilisationsspritzen als Immunwirkstoff den Indern an zu drehen.
    7. Mutti hat gegen einen sicheren Hafen (Strafverfolgung) zugestimmt abzutreten.
    8. Muttis beste Freunde Barracke Hossein Obomba stehen in den USA mit Killary Clinton unter Dauerfeuer und die Strafvergehen werden immer länger.

    Alles wird gut, oder anders bald.

  7. Elia sagt:

    @Jean Paul
    Donald Trump hat,da bin ich mir jetzt absolut sicher-volle Befehlsgewalt 24h am Tag über den Chefkoch vom Weissen Haus.

  8. Jens Blecker sagt:

    @ Jean, das mit den Neuwahlen sehe ich auch so.

  9. Elia sagt:

    Causa Schulz?Causa Merkel!-Läufer (Lindner)schlägt Bresche-und macht dann Rückzug-Springer(Schulz)schlägt zu und wird zurückgenommen-Dame(Merkel) macht Rochade-eigener Turm(CSU halbe CDU) bietet im März bei erfolgreicher SPD Nein Kampange-der nun nichts mehr im Weg steht-mit Schachmatt für Dame(Merkel)und König(Macron).
    Spiel endet bei zwischezeitlich ausbrechenden Weltkrieg(Syrien) evtl. vorzeitig auf Remis?

  10. stupido sagt:

    Re: Warum hampeln die denn grade so rum?

    Weil sie panische angst vor neuwahlen haben! Nach dem ganzen Theater sähe das ergebnis nämlich vermutlich so aus…

    CDU/CSU ca 20 %
    SPD < 10 %
    AFD ca. 50-60 %

  11. Jens Blecker sagt:

    @Stupido, ich bin mir nicht sicher, ob das nicht sogar von Anfang an das Ziel des ganzen Theaters war.

  12. stupido sagt:

    wir werden es nie erfahren…jedenfalls muss sich sehr bald sehr viel pro DEUTSCH aendern…

    Setzte man heute einen menschen mit verbundenen augen auf einem hiesigen ÖPNV verkehrsknotenpunkt aus und entfernte die schilder, er würde sich ohne jeden zweifel im nahen osten wähnen…

  13. Elia sagt:

    „Mutti“wehrt sich gegen das strategische Matt-greift mit SPD (übergelaufenen,gekauften?)Läuferin aus der nördlichen Provinz SPD Dame(Nahles)frontal an-doch SPD Springer(Scholz)wehrt souverän Angriff vorerst ab-Springer/Pferd hat eben klare Vorzüge.Interessante Partie.

  14. Jean Paul sagt:

    Die Fäden hält Olaf Scholz in dne Händen. Er regelt alles in der SPD im Sinne des „tiefen Staates“. Wir kennen ihn auch als CFR und ECFR.

    Scholz Satz, dass er die Austerität im Sinne Schäubles fortsetzen wird, weist die Richtung vor: Massenverelendung der „Volksdeutschen“ und Masseneinwanderung radikaler Horden.

    In Italien hat sich die nordafrikanische Mafia schon so gut eingegraben, dass die heimische alte Mafia verdrängt wird.

  15. Jens Blecker sagt:

    @ Jean III: In Italien hat sich die nordafrikanische Mafia schon so gut eingegraben, dass die heimische alte Mafia verdrängt wird.

    Die Info ist defenitiv falsch. Da haben die keine Chance und wenn die Afrikaner es wirklich probieren würden, würdest Du nur noch von Blutbädern lesen.

  16. stupido sagt:

    Apropos blutbaeder…

    Wuppertaler Staatsanwaltschaft it ja bundesweit in vielem federfuehrend…steuerermittlung..steuer cds z.b.

    Vlt jetzt auch auf nem anderen feld…

    Razzia bei dem türkischen pendant der hells angels…den osman oder so ähnlich.. und das sek hat den/die einfach mal erschossen..

    Das ist der weg…weiter so!

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