Rentenpflicht für Mittelstand?

Druck

Selbstständige sind in den vergangenen Jahren mehr und mehr zur Milchkuh des Staates und seiner Verfehlungen geworden. Eine neue Debatte um eine Vorsorgepflicht für Selbstständige, könnte nun einen weiteren Angriff auf den Geldbeutel des Mittelstandes bedeuten. Wie lange noch Milch geschöpft werden kann bevor nur noch Blut kommt, ist zweifelhaft, jedoch scheint das in der Politik niemanden wirklich zu interessieren. Irgendwer muss zahlen.


Bereits heute wird die Rentenkasse mit erheblichen Teilen der „ßko-Steuer“ aufgepeppt, da man ansonsten zu sehr unpopulären Erhöhungen des Rentenbeitrages hätte greifen müssen. Mit jeder Tankfüllung sorgen wir also im Augenblick dafür, dass die Renten noch fließen können.

Viele Arbeitnehmer gehen davon aus, dass genügend Gelder für die Renten auf irgendwelchen Konten oder in Fonds liegen und im Alter ausgezahlt werden, dieser Trugschluss kann für die kommenden Generationen der Rentner verheerende Folgen haben.

Bereits jetzt ist die Zahl der Rentenempfänger in Deutschland auf ein Schwindelerregendes Maß gestiegen, über ein Viertel der Bevölkerung ist im Rentenalter. Die Demografie ist hier nur eins der Probleme, auch die stark gesunkenen Löhne und damit geringen Einzahlungen in die Rentenkasse stellen ein wahrhaftiges Problem dar.

Rein rechnerisch ist der Generationsvertrag bereits geplatzt und wird im Augenblick mit viel Makulatur aufrecht erhalten. Wer heute noch behauptet die Renten wären Sicher, kann sich mit Münchhausen auf einer Kanonenkugel treffen.

Nun zurück zum Mittelstand. In der Regel sind Selbstständige im Mittelstand, hier seien Ich-AG´s und andere Unsinnigkeiten ausgenommen, in der Lage entsprechende Vorsorge zu treffen. Wer hart genug arbeitet und zukunftsorientiert Investiert, kann sich im Alter an den Früchten seiner Arbeit erfreuen. Mehr und Mehr wird dem Mittelstand jedoch die Daumenschraube angelegt, so dass in der heutigen Zeit ein erheblich höherer Aufwand nötig ist, als das noch vor 20-30 Jahren der Fall war. Die Abgabenlast im Mittelstand hat sich merklich erhöht und weitere Zwangsabgaben könnten den kleineren Unternehmern das Leben abermals schwerer machen.

Hier kurz einige Zitate aus Reuters:

Koalition uneins über Vorsorgepflicht für Selbstständige
Die schwarz-gelbe Regierungskoalition will Selbstständige zur Altersvorsorge verpflichten, ist sich über den Weg aber noch uneins.
[…]
CDU-ARBEITNEHMERFLßGEL BEHARRT AUF RENTENPFLICHT
„Jeder Selbstständige sollte verpflichtet werden, in der gesetzlichen Rentenversicherung so viele Entgeltpunkte anzusparen, dass er dem Staat nicht eines Tages auf der Tasche liegt als Bezieher von Grundsicherung (im Alter)“, sagte der Vorsitzende der Unions-Arbeitnehmergruppe im Bundestag, Peter Weiß (CDU), zu Reuters.
[…]
Vor allem das Altersarmutsrisiko der steigenden Zahl von Solo-Selbstständigen lasse sich durch eine Pflicht zur Altersvorsorge verringern.[1]

Vermutlich werden sich nun einige Denken, das wäre nur gerecht, jedoch kann ich Ihnen versichern, das ist es nicht. Selbstständige Unternehmer, die nicht völlig erfolglos sind, wissen wo die Reise hingeht und investieren in der Regel umsichtiger. Während der unternehmerischen Tätigkeit wird bereits eine erhebliche Last getragen, sei es durch die Schaffung von Arbeitsplätzen oder die zum Teil erheblichen Steuerlasten.

Sieht man sich heute an, was am Ende eines Monats bei erheblichem Arbeitseinsatz über bleibt, könnte mancher Mittelständler sich fragen, warum er sich das antut.

Besonders die Regelung für die so genannten „Solo-Mittelständler“ war auch ein weiterer Schuss in den Ofen, um Arbeitslosenzahlen zu manipulieren. Was zum Teil an Ich-AG´s aus dem Boden schoss und den Betrieben aus dem Mittelstand das Leben schwer gemacht hat, staatlich subventioniert, war kaum auszuhalten. In meinem Bekanntenkreis sind genügend Selbstständige, die eine erhebliche Abgabenlast zu tragen haben. Machen wir eine kleine Rechnung auf:

Selbst ein mittelmäßig bezahlter Mitarbeiter verursacht Lohnkosten von ca. 2200,- Euro im Monat inklusive der Nebenkosten. Gehen wir hier von einem Bauhelfer aus, der ungefähr 1100,- Euro ausgezahlt bekommt. Als Gegenleistung erhält man 160 Arbeitsstunden Brutto.

160h – 20h (2,5Tg) Urlaubsanspruch = 140 h
140h – 11h (16,4 Durchschnittliche Krankheitstage/Jahr) = 129 h
129h * 0,8 Das wäre eine bezahlte Auslastung des Mitarbeiters von 80 % was wirklich sehr hoch ist. Dann bleiben 103 refinanzierte Stunden, ohne entsprechende weitere Ausgaben wie Versicherungen, Fahrzeuge, Bürokosten etc.

2200 Euro / 103h = 21,36 Euro reine Lohnkosten pro Stunde.

Zum Teil ziehen die „Solo-Unternehmer“ mit einem Stundenlohn von 10-15 Euro los und stellen somit einen subventionierten Angriff auf den Mittelstand dar. Für die Solo-Unternehmer mag die Rechnung aufgehen und die Freude über eine „selbstständige Tätigkeit“ wie eine Entlastung des Staates aussehen. In letzter Konsequenz jedoch, wird jede Arbeitsstunde nur einmal verkauft, oder lassen Sie sich zweimal die Küche nacheinander fliesen?

Fazit: Wird der Mittelstand weiter zerstört und ausgeblutet, wird das nachhaltige Folgen für die gesamte Wirtschaft haben. Die sozialen Netze sind bereits heute zum zerreißen gespannt und mit ~ 140 Milliarden Euro ist der Sektor Arbeit und Soziales im Bundeshaushalt bereits jetzt ein kaum tragbarer Posten. Wer heute noch einen Betrieb eröffnet, muss entweder über eine wirklich brillante Idee verfügen, oder ein gesundes Maß an Masochismus. Erst wenn Leistung sich wieder lohnt, kann Deutschland wieder zu einem Standort für Wachstum werden. Weitere Belastungen des Mittelstandes sind nicht tragbar und sollten durch die Regierung nicht in Erwägung gezogen werden, es sei denn, man möchte dem Mittelstand endgültig den Rest geben.

Carpe diem

Diesen Artikel möchte ich mit einem Zitat abschließen:

Viele sehen im Unternehmer einen Wolf, den man totschlagen müßte,
andere eine Kuh, die man melken könnte,
nur wenige das Pferd, das den Karren zieht.

Winston Churchill

[1] http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE7BT01420111230


17 Responses to Rentenpflicht für Mittelstand?

  1. […] jedoch scheint das in der Politik niemanden wirklich zu interessieren. Irgendwer muss zahlen. Net News Express Feed Be Sociable, Share! Tweet Categories : […]

  2. Habnix sagt:

    Wer vom dem Punkt an wo der Herr Blüm gesagt hat: „Die Renten sind sicher.“ aufgepasst hat,der muss zu der Erkenntnis gekommen sein,das man einer Regierung egal welcher auch immer es sein wird oder ist,nicht sein Geld anvertrauen darf,weder als angebliche Rente noch als sonst irgend einer Versicherung.

  3. LIMMY sagt:

    Da kann ich nur raten soviel offiziell zu arbeiten, dass die Kosten wie Miete u.ä. gedeckt sind und ein paar Taler zum essen übrig bleiben. Den Rest des Tages nur gegen Cash. So bleibt doch etwas mehr im Geldbeutel und die Kunden freuen sich über die gesparte Märchensteuer.

    LG LIMMY

  4. Irmonen sagt:

    Viele Selbständige, die als Kleinunternehmer, oft bis ins höhere Alter tätig sind, wird es dann nicht mehr geben. Sie werden nämlich nicht genung Einkommen überig haben um all die Zwangsabgaben zu bezahlen. Dazu kommt dass es den Geist der Unabhängigkeit und Freiheit vollständig zerstören wirde. Jeder ist dann irgendwie dem Staat Tributpflichtig vie Zangskarnkenkasse, Zwangsrentenbeitrag, Zangsvloksverblödungs'(Glotze)Beitrag,
    Die noch Selbständigen werden dann dann über Harz IV „unselbständig“ von den Sozialkassen abhängig sein.

    Das ganze ist eine Milchmädchenrechnung. Es wird nicht wirklich was eingespart oder mehr Geld vohanden sein, nur die Statistiken schauen dann etwas besser aus, je nach Statistikbereich

  5. Irmonen sagt:

    sorry heißst: ZwangsVolksverblödungsBeitrag

  6. Habnix sagt:

    Koalition uneins über Vorsorgepflicht für Selbstständige
    Die schwarz-gelbe Regierungskoalition will Selbstständige zur Altersvorsorge verpflichten, ist sich über den Weg aber noch uneins.
    […]

    Hieß es nicht einmal: „Jeder soll von seiner Arbeit auch leben können.“ Dann sollte doch Unternehmer aus dem Mittelstand und Arbeitnehmer so viel verdienen,das sie sich ohne Zwangsabgabe selbst Versichern können.

    Das ergibt alles überhaupt nur einen Sinn,man will das Volk wieder bestehlen zugunsten der reichsten 50 Menschen auf der Welt.

  7. Zinssklave sagt:

    Die meisten Mittelständler haben ja als 1 Mann Buden mal begonnen. Sind aber heute über beide Ohren verschuldet und bei größeren Rezessionen sind sie endgültig pleite.
    Da hat man nur Angst vor neuer Konkurrenz, die die Arbeit ohne Steuerberater, Sekretärin und Leasing-Porsche erheblich günstiger anbietet. Kenne viele der 1-Mann Handwerker, die das Schließfach schon voll haben (bei 30-50 Euro/h). Warum soll jemand in eine Renten“versicherung“ ein bezahlen bei der klar ist, dass da nichts mehr rauskommt – es bleibt ja nur die Selbständigkeit. Der Mann, der die 1100 raus bekommt hat heute und in Zukunft nichts zu lachen. 2 Chancen hätte er: Selbständig oder Lottogewinn.

  8. d.ork sagt:

    Hört bitte auf, den Mittelstand immer als Firmen der Kategorie Automobilbauer zu sehen … es geht bei der ganzen Sache auch um die wirklichen Stützen unserer Volkswirtschaft und die Erhalter der lokalen WIrtschaftskreisläufe und das sind wir kleinen Unternehmen mit 1-50 Angestellten.

    Als ich die erneute Diskussion dieses Themas vor wenigen Tagen im Radio hörte, war mein erster Gedanke: Hmmm …wie zögern wir den Kollaps raus? Wir verpflichten einfach alle Selbständigen zu einer gesetzlichen Rentenversicherung und schon haben die Vasalleninstitute (Versicherung) wieder Mittel, um Staatsanleihen zu kaufen; Spielverlängerung!

    Oh Mann, da hab ich vor Jahren sämtliche Kapital-LVs und Rentensparpläne gekündigt, damit ich im Alter noch was habe, indem ich es eigenverantwortlich anlege und es mir nicht beim Papiergeldkollaps flötengeht … jetzt kommt evtl. wieder Papa Staat und zwingt mich, wieder solche Mistverträge abzuschliessen. Bin gespannt, wie das endet … ein Zwangsrürupvertrag für jeden Selbständigen?

  9. Frank H. sagt:

    Die meisten Kleinfirmen (unter 25 festangestellten einigermaßen tariflich bezahlten Männer und Frauen) krebsen oft kapitaluntergedeckt am Tropf der Hausbanken rum. Jede Eskapade an den Sozialsystemen macht sich DREIMAL negativ bemerkbar. Leider schielen wir alle auf die Großen Firmen. Aber diese gehen entweder ganz oder teilweise in die Steuerparadiese oder haben schon genug Geld um sich mit dubiosen Steuerberatern arm rechnen zu lassen (Betreibsaufspaltungen).
    So muss der Staatsapparat entweder im Sozialpott sparen oder Investitionen in Strukturen unterlassen.
    In die Lücken springen dann halbseidene Firmen oder es werden seltsame halbprivate Experimente gemacht.
    Am Ende gewinnt eh nur die Bank, denn Alle benötigen Kredite. Anstatt das Geld zinslos direkt auszugeben vom Staat. Wird nie wieder so werden und deshalb wird der Staat weiterhin eine Krake bleiben müssen.
    Auch wir Arbeitnehmer zahlen uns mitlerweile tot an den Lohnnebenkosten wie Steuern und Sozialabgaben. Beide können nicht mehr. Aber eine Solidarität findet nicht statt.
    Dafür sorgen Idioten wie Gewerkschafter und Arbeitgeberverbände schon. Unnütze Propagandainstitute. Abschaffen! Wer traut sich das?

  10. LIMMY sagt:

    @ d.ork

    Ja so hab ich das auch gemacht. Ich habe allerdings die Kohle dazu verwendet meine Firma zu retten. Dies ist nicht gelungen und dann hat mir die Bank ganz den Hahn abgedreht. Von mir aus können die beschließen was sie wollen. Ich zahle einfach nicht! Sollen sie mich doch einsperren. Ich bin dabei mein kleines (gemietetes) Stückchen Land für den Gemüseanbau zu nutzen. Ich bin auch gerne bereit den hier ansässigen Landwirten und Forstarbeitern zur Hand zu gehen. Das System kann mich mal und zwar den langen Weg bis es süß kommt…….

  11. LIMMY sagt:

    @ Frank H.

    Das wird sich alles selbst abschaffen, denn jede Gruppe, jeder Verband besteht aus Menschen und die merken zunehmend, dass es eben auch an den eigenen Geldbeutel geht und sich das Rindsleder längst in Zwiebelleder transformiert hat. Ich bin trotz allem zuversichtlich denn das letzte was wir brauchen ist Hoffnungslosigkeit und darausfolgend Resignation. Dann und nur dann hätten sie gewonnen.

  12. chris321 sagt:

    >> das letzte was wir brauchen ist Hoffnungslosigkeit und darausfolgend Resignation. Dann und nur dann hätten sie gewonnen.

    ßhm, wieso das? Das genaue Gegenteil schein mir richtig. Ich weiss natürlich nicht was Du unter „SIE“ in dem Kontext meinst, aber je mehr es bergab geht, desto höher der Druck zu Reformen. Solange alles schön weiter geht wie bisher, dann wird gar nichts passieren, wird man die Belastungen immer schön scheibchenweise weiter steigern …

    „Die“ sitzen vor ihrer Optim-umskurve und da spielt der Optim-ismus der Schaffenden eine entscheidende Rolle: Damit also auch wirklich alles schön bliebt wie es ist, nicht wahr?

    Weiss also nicht für wen Du hier redest?

  13. LIMMY sagt:

    @Chris:

    Mit „Sie“ meine ich die kleine Clique die von den gesamten Ereignissen profitiert. Und wenn ich sage, dass uns Resignation schadet, dann meine ich wenn jeder für sich vor dem ach so großen und mächtigen System resigniert nach dem Motto „ich kann eh nichts ändern“, wird das uns allen schaden.
    Wir hatten schon soviel Reformen die allesamt wiederum nur denen nutzten die sie als solche verkauften. Wie bereits Albert Einstein sagte: „Ein Problem kann nicht aus dem Bewusstsein heraus gelöst werden, aus dem es entstand.“
    Es wird etwas ganz neues entstehen (müssen), soll es denn nachhaltig sein. Das ist der jahrtausende alte Kreislauf und wie mir scheint der Weg zur Erkenntnis. Wer was erkennt bleibt jedem selbst überlassen und richtet sich hauptsächlich nach seinem eigenen Wertegefühl. Solange sich die Menschen in ihrem materiellen „Besitz“ suhlen und darin die Erkenntnis finden wird dieses Neue nicht entstehen können. Erst wenn erkannt wird, dass man nichts von alldem „Besitz“ mitnehmen kann, wird sich die Wertesicht der Menschen verändern und daraus entsteht ein System was dem Wohle der Menschen und der Natur entspricht.
    Es wird nicht schmerzfrei ablaufen denn es wird ein Chaos inszeniert werden in dem die Menschen nach einem Befreier rufen werden und dieser Befreier wird der gleiche sein der das Chaos verursachte, ordo ab chao. In dieser Situation kommt es dann darauf an ob die Menschen dieses Spiel erkennen und vor allem durchschauen. Dann ist der Samen für das Neue ausgesät und kann gedeihen.

  14. chris321 sagt:

    Die Selbstständigkeit von heute ist zur Massenerscheinung geworden, geboren aus den zunehmenden Arbeitslosen welche über Fortbildungsveranstaltungen von 1/2 Jahr wieder in den Arbeitsmarkt gepresst wurden. Diese „moderne Selbstständigkeit“ hat also generell mal nur sehr wenig Substanz und ist damit NICHT krisenfest.

    Versicherungen aller Art, Sparanlagen zur Altersvorsorge … daran glauben zunehmend weniger Leute, dass es ihnen wirklich was bringt. Kommt es wirklich zu einem Versicherungsfall, dann muss man es fast schon zwangsläufig gerichtlich eintreiben. Des weiteren steigen in diesen Bereichen die Beiträge (zumindest bei einem Selbstständigen) ganz heftig. Stellt sich jedes Jahr mehr die SINN-Frage, wird alles immer mehr auf eine Grundsicherung rückgefahren. Nichts mehr mit den 1000 Zusatzoptionen mit denen diese Branche aber vermutlich mehr verdient. Es ist also in den letzten Jahren so wie ich das wahrnehmen konnte eine Aussteigermentalität entstanden.

    Kombiniert man nun diese Massen an nicht krisenfester Selbstständigkeit mit der zunehmenden Aussteigermentalität, dann kann man sich vorstellen, dass es richtig wacklig wird, wenn es mal brennt, mal egal ob Krankheit, Unfall, Alter, Burnout …

    Das nächste Problem werden bei so einer „unsoliden Selbstständigkeit“ die Kollateralschäden durch andere Masslosigkeiten. Ein einfaches Beispiel zum Verständnis: Viele dieser Selbstständigen sind auf Mobilität angewiesen. Wenn man nun bedenkt, dass die Radarfallen in den letzten Jahrzehnten massiv hoch gefahren wurden weil das System sich damit den Säckel gut auffüllen kann, dann vergass es bisher die Konsequenzen. Lappen weg bedeutet nämlich für so eine schwachbrüstige Selbstständigkeit auch gleich „ab zu Hartz IV“, also wieder zurück woher sie gekommen sind. So ein Mist, jetzt geht ja die Rechnung gar nicht mehr auf. Aber man will an den Einnahmen verkehrsseitig natürlich nichts ändern, im Gegenteil: Am besten noch weiter ausbauen. Anstatt dass man die KM-Leistung bei so Aktionen mit berücksichtigt, jagt dieses System die Leute einfach ständig im Kreis rum.

    Dieser Dauer-Kreislauf rein / raus in Selbstständigkeit / Hartz IV ist also nicht so genial. Man will ja die Leute ABZOCKEN PLUS dafür sorgen, dass sie in der Selbstständigkeit bleiben und wenn nicht, dass es dann zumindest auf IHRE KOSTEN GEHT.

    Heisst also: Die angebliche Altersvorsorge die sie da planen wird im Falle an der Stelle ansetzen wo das unsolide Gefährt mal wieder in der Hartz IV Lage hängt. Denn dann wird das Arbeitsamt / Sozialamt fragen: Oh, sie haben wirklich KEINE VERMßGEN mehr?

    Na da haben wir doch was gefunden …

    Würde mich also schon mal interessieren ob die Rente in dieser Jojo Situation unangetastet bleibt oder ob diese nicht vielmehr als „Puffer“ herhalten soll um Abstürze die bei so sensiblen Gebilden meist durch Abzocke anderer zustande kommen aufzufangen.

  15. Antifeminist sagt:

    ich schätze, das ist nur ein klitzekleiner Anfang an Beschiss, den Deutschland vor sich hat. Schulden und Milliardenhilfe an Griechenland und Co. sei dank…

    Die staatliche Rente hat das strukturelle Problem, dass es am Generationsvertrag festhält, das amer. System, bei dem jeder das bekommt, das er mal vorher eingezahlt hat, ist da effektiver. V.a. gehen die Rentenzahlungen in die Wirtschaft vie Finanzmarkt statt über den Staat, das eh nur über Vetternwirtschaft das Geld verpulvert.

  16. Ex German sagt:

    Da wird noch mehr kommen, da ich nicht warten wollte hab ich rechtzeitig das Land verlassen…. Hab lange überlegt ob es noch Rettbar wäre aber dieses „System“ braucht einen Reset sonst nichts!!! dieses herumdoktern/verschieben/ändern bringt nichts!

  17. michaelbunny sagt:

    In ßsterreich haben wir solch eine Rentenpflicht… aber die Systeme sind nicht vergleichbar, möglw. noch jener Teil der Arbeiter und Angestellte betrifft aber auch bei uns ist ein staatl. Steueranteil miteingeplant zur Deckung der Rentenzahlung bei der Konstruktion.

    Prinzipiell gilt. Heutige Rente durch Anzahl der Säulen ist der Teil der von der staatl. Rente bleibt. In .de ob der Altersstruktur usw. sinds ca. 33% und in .at ca. 42% abhängig vom Pensionsantritt und Schuldentilgung in ca. 15 Jahren …

    Ich AG – Als Selbstständiger … nach österr. Steuerrecht macht das Sinn von man zwischen 85k und 120k Gewinn kann lukrieren (Vor Sozialversicherung). Das ist ca. die Grenze bei der alle Modelle inkl. Arbeits GmbH (pro Kopf) sehr ähnlich sind. Selbstständigkeit macht Sinn

    a) besondere Begabung
    b) kein Modell als unselbstständig Erwerbstätiger
    c) in der Regel über längere Perioden mehrfacher Einsatz für eine Idee.
    d) Selbstständig, kommt von selbst und ständig – wer das nicht will, der soll es auch nicht machen müssen.

    Mir gefällt das, aber ich verstehe dass > 99% das nicht wollen. Den Kontrakt zu ändern, macht noch keinen Unternehmer. Die Ausrede es ginge nicht anders als Ich-AG gilt nicht, denn wo kein Angebot ist gibt es keine Nachfrage … Unternehmerverantwortung heißt in unserem System – Arbeitsplätze schaffen.

    ßsterreich hat sich schwer getan mit Dienstleistungsverträgen. Entweder Werkvertrag oder Arbeitsvertrag, alles andere führt zu Ausbeutung.

    Seit dem ich mich mit .de beschäftige, ich bin entsetzt … auf jeder Ebene in der Sozialpolitik. Diese Ich AG in .de in der Form ist Anglikanisch – wie im Mittelalter – die Handwerker zogen von Großbaustelle zu Großbaustelle und schufteten für kaum einen ordentlichen Lohn, England im Mittelalter. Dieses Modell in eine Wohlstandsgesellschaft versuch zu integrieren, das scheitert. 15 EUR ist kurzsichtig. D.h. ca. wenn mans auf die Lebensarbeitszeit durchrechnet ca. grad mal 6 bis 7 EUR die Stunde … die Preise entgegen den Gehältern unterliegen ja dem ‚Freien‘ Wettbewerb ausgetragen auf dem Rücken der kleinsten Wirtschaftseinheit.

    Ich vermute das ist noch nicht mal vorsätzlich so konstruiert, halb zu Ende gedacht, wie oft von mir in .de beobachtet. Ich spreche nicht vom normalen Menschen in .de, … Wir laufen gegen die Mauer aber im Gleichschritt – das ist Politik in .de. Ich sehe das eher als Außenstehender, aber zumindest jahrelang Phoenix ab 22:15 bis 24:00 Uhr – Günter Jauch von der Millionshow zur Billioenshow:) ist nicht mein Ding. Auch Phoenix absoluter Mainstream, während hingegen die anderen Sender mir schon eher wie absolutisch dominierter Mainstream vorkommen. Das sind meine Quellen … das Bild gibt, .de nach außen ab, obwohl die Leute selbst eigentlich ganz ok sind.

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