Schätze der Natur XXIX

huflattich

Wer sich einen wirksamen Hustentee herstellen möchte, die frühe Blütezeit des Huflattich aber schon verpasst hat (es ist mir dieses Jahr selbst so ergangen) hat nun mit dem Austrieb der jungen Blätter eine zweite Chance. Der Huflattich ist ein Korbblütler und gehört damit in die Familie der Asteraceae.

Vorkommen

Der Huflattich ist eine Pionierpflanze und erobert neue Standorte entlang von Kieswegen, auf Schuttplätzen, in Kiesgruben oder an frisch aufgeschütteten Böschungen und vor Kurzem in Bewegung geratenen Fluss- und Bachufern. An diesen Standorten kann er mitunter sehr häufig auftreten.

 

Wuchs und Aussehen

Huflattich wächst als mehrjährige Staude und wird maximal 30 cm hoch. Im sehr zeitigen Frühjahr erscheinen zunächst nur die Blüten: diese stehen einzeln auf einem fleischig-dicken, schuppigen, an sonnigen Standorten auch rötlich angelaufenen Stil. Das Blütenkörbchen ist etwa 2 cm breit, leuchtend goldgelb gefärbt und von dunkelgrünen Hüllblättern umgeben. Blütezeit ist Ende Februar ß? Anfang April. Nach der Blüte entwickelt sich aus den Blütenständen die für die Korbblütler so typische ß?Pusteblumeß?.

Die Blätter erscheinen erst nachdem die Blüte und Samenbildung abgeschlossen ist, also ab Mitte April. Die Blätter sind durch eine rundlich-herzförmige Grundform, einem gezähnten Rand und vor allem durch die stark filzige Blatt-Unterseite gekennzeichnet. Im Unterschied zu der an ähnlichen Standorten (vor allem an Flußufern) vorkommenden Pestwurz sind die oberen Teile der Blattstiele des Huflattich wie eine Rinne geformt.

 

Inhaltsstoffe und Wirkungen auf den menschlichen Organismus

6-10% Schleimstoffe und Inulin, bis zu 5% Gerbstoffe. Getrocknete Blätter und Blüten wurden seit Alters her als Heiltee bei trockenem Reizhusten und gereizten Schleimhäuten und Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt. Huflattich war bis vor wenigen Jahren fester Bestandteil der Rezepturen von Hustensäften. Nach dem bekanntwerden des möglichen Gehaltes an leberschädigenden Alkaloiden wurde er durch den allerdings schwächer wirksamen Spitzwegerich ersetzt.

 

Verwendungen

Gesammelt werden die Blüten mit dem ganzen Stil, im April und Mai auch die jungen Blätter

Warnhinweis: Früher wurde der Verzehr von Blüten und jungen Blättern als Zutat von Wildpflanzensalaten, Spinatgerichten oder Suppen praktiziert und empfohlen. Neuere Untersuchungen zeigten jedoch einen zum Teil hohen Gehalt an giftigen Alkaloiden (der Gehalt schwankte ja nach Standort der Pflanzen), so dass von der Verwendung des Huflattich als Wildgemüse abgeraten werden muss!

Die Verwendung kleinerer Mengen als Hustentee scheint unbedenklich zu sein. Zudem handelt es sich beim Auftreten eines Hustenreizes um eine gelegentliche Verwendung und nicht um einen regelmäßigen Verzehr größerer Mengen.

 

Hustentee

Blüten und /oder junge Blätter zügig und ohne Unterbrechung trocknen bis diese ß?rascheltrockenß? sind. Die fleischige Grundsubstanz der Pflanze und die dichte Behaarung sollte einem nicht dazu verführen, die Pflanzenteile zu früh als getrocknet zu definieren: ein Tee aus solchen Pflanzenteilen riecht später im Schraubdeckelglas ß?gammeligß? und kann sogar Schimmel bilden. Pro Tasse Hustentee genügen ca. 5 getrocknete Blüten; diese mit kochendem Wasser aufgießen und zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Eventuell mit einem TL Honig süßen und in kleinen Schlucken langsam trinken, so dass die Schleimhäute des Halses möglichst lange Zeit mit dem Tee in Kontakt treten können.

 

 

Viel Freude in Natur und Küche!

Markus Strauß

 

Informationen zu den aktuellen Veranstaltungsterminen unter http//:simply-wild.de

Bild : Andreas Trepte – www.photo-natur.de, via Wikipedia


One Response to Schätze der Natur XXIX

  1. Eckart sagt:

    Das ultimative Hilfsmittel bei Reizhusten, ist die Einnahme von Ricinusöl. – Dann wagt man nicht mehr zu husten. 😉

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