Schätze der Natur : Wiesen ß? Bärenklau

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Die Blüten des Wiesen-Bärenklau zeigen es: er gehört zu der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist damit ein naher Verwandter des schon mehrfach erwähnten Giersch und der vielen aus dieser Pflanzenfamilie stammenden Kulturpflanzen wie: Petersilie, Liebstöckel, Möhre, Sellerie, Fenchel, Kümmel und Anis .

 

Wuchs und Aussehen

Der Wiesen-Bärenklau wächst als mehrjährige Staude und kann (besonders im dichten Bestand von Hochstaudenfluren, in welchem alle Pflanzen nach oben streben müssen, um sich zu behaupten) Höhen von bis zu 1,5 m erreichen. Auf Wiesen wird er meist 50-60 cm hoch, nach dem ersten Schnitt im Mai/Juni wächst die Pflanze erneut auf 30-50 cm heran und blüht im Hochsommer meist noch reichlicher als zuvor im späten Frühjahr.

Typische Kennzeichen:

Die Pflanze ist borstig behaart, der Stengel ist kantig gefurcht und innen hohl.

Die mattgrünen Blätter stehen wechselständig. Am Ansatz der Blattstiele: große Blattscheiden, welche wie aufgeblasen oder bauchig gedehnt erscheinen. Bei den Blättern handelt es sich um Fiederblätter, welche Längen von 20-50 cm erreichen. Die einzelnen Fiederblättchen sind gelappt aber nicht in sich geteilt, der Blattrand ist grob gezähnt.

Die einzelnen, weißen Blüten stehen auf doppelten Dolden. Bemerkenswert: die am Rand der Doppeldolde stehenden Blüten zeigen einen asymmetrischen Aufbau der Blüte, bzw. genauer gesagt der Blütenblätter, auch Kronblätter, genannt. Die zum äußeren Rand hin orientierten weißen Blütenblätter sind wesentlich größer entwickelt als die auf der Innenseite stehenden. Indem sich die einzelnen Blüten solchermaßen organisieren bewirken sie eine gesteigerte Wirkung und Anziehungskraft der gesamten Blütendolde auf bestäubende Insekten.

Die Samen haben eine ovale Form und sind rundherum mit Flügelflächen versehen. Sie werden bis zu 1 cm groß.

 

Vorkommen

Feuchte Wiesen, Hochstaudenfluren, entlang von Gräben und Ufersäumen. Liebt feuchte, nährstoffreiche Lehm- und Tonböden, wächst in Mitteleuropa sehr häufig.

 

Inhaltsstoffe und Wirkungen auf den menschlichen Organismus

Wiesen-Bärenklau ist sehr reich an verschiedenen Mineralien und Spurenelementen wie Kalium, Magnesium und Calcium sowie Eisen. Bei den Vitaminen ist vor allem der Gehalt an Vitamin C und Provitamin A (Beta Carotin) sehr hoch. Besonderheiten stellen der hohe Zuckergehalt von bis zu 10% sowie ätherisches ßl mit Furocumarinen dar. Diese Furocumarine können bei manchen Menschen zu einer Photosensilbilisierung, also eine gesteigerte Lichtempfindlichkeit der Haut bewirken, welche in starken Fällen zu Verbrennungen führen kann!

Im noch stärkeren Ausmaß ist diese Gefahr von einem nahen Verwandten des Wiesen-Bärenklaus, der aus dem Kaukasus bei uns eingeführten Herkulesstaude, bekannt. Der Kontakt der Pflanzensäfte dieser Pflanze mit der Haut führt zu schweren Verbrennungen.

Wiesen-Bärenklau findet sowohl in der Volksmedizin als auch in der Homöopathie Anwendung. Er wird bei Verdauungsbeschwerden, bei husten und Heiserkeit sowie zur Absenkung des Blutdruckes eingesetzt. Ferner wird dem Wiesen-Bärenklau, besonders den Wurzeln, welche ähnlich wie die des Ginseng genutzt werden, seit jeher eine kräftigende, den Antrieb stärkende, ja verjüngende und aphrodisierende Wirkung zugeschrieben.

 

  Wasser in % Mg

in mg/100g

Ca

in mg / 100g

Fe

in mg / 100g

Vit C

in mg / 100g

Kopfsalat 95 11 37 1,1 13
Wiesen –

Bärenklau

79,8 75 320 3,2 291

 

Quelle: FRANKE, W. Wildgemüse, Bonn: AID 1987 S. 8-11

 

 

Sammelhinweise

Die Erntesaison dauert vom Mai bis in den späten Herbst, ja nach dem, welche Pflanzenteile gesammelt werden sollen:

 

junge Blätter                          April/Mai, auf bewirtschafteten Wiesen auch Juni-August

Blattstengel                            Mai ß? Ende August

Blüten / Blütenknospen         Mai ß? Ende August

Samen (unreif, grün)              August-September

Wurzel                                               September-März

 

Vorsicht:

Wildpflanzen-Sammler sollten bei der Ernte von größeren Mengen von Pflanzenteilen des Wiesen-Bärenklau bei der die Haut definitv mit dem Pflanzensaft in Kontakt kommt entweder Handschuhe tragen oder unbedingt darauf achten die betroffenen Hautstellen während der nächsten 1-2 Tage nicht dem direkten Sonnenlicht auszusetzen.

 

Verwechslungsgefahr

Mit der Herkulesstaude, welche bis 3 m hoch wird. Ursprünglich als Zierpflanze in Parks und Gärten eingeführt, von dort ausgewildert. Generell sieht diese Pflanze dem hier vorgestellten Wiesen-Bärenklau sehr ähnlich, doch im Schnitt sind alle Pflanzenteile 3 x  so groß, die ganze Pflanze also so eine Art XXL-Version der einheimischen Art. Diese Größe und ßppigkeit macht die Herkulesstaude zu einer auffallenden und attraktiven, jedoch sehr gefährlichen Schönheit, da der Kontakt der Pflanzensäfte aller Pflanzenteile mit der menschlichen Haut zu sehr starken Verbrennungen führen kann!

 

Rezeptideen

 

junge Blätter

als Beimischungen in Salaten, als Zutat in grünen Smoothies , zusammen mit anderen Wildgemüsen wie Giersch und Brennnessel als ß?Spinatß?-Gemüse, klein geschnitten in Pfannkuchenteig einrühren und backen

 

Blattstengel

Verwendung als knackiges Wok- oder Pfannengemüse oder als knackige Rohkost: zusammen mit einem würzigen Dipp als Fingerfood bei Stehempfängen / Parties

 

Blütenknospen

Sehr würzig-aromatisch im Geschmack. Verwendung als Gemüse, in Salaten eingestreut, als Antipasti einlegen (zuvor in gesalzenem Essigwasser blanchieren, dann abtropfen lassen und in Olivenöl mit gewürzen einlegen)

 

Samen (unreif, grün)

Verwendung als Gewürz in Desserts und anderen Süßspeisen

 

Wurzel           

Gekocht / Gedünstet als Gemüse. Die weiße, möhrenartige Wurzel kann in ähnlicher Weise zubereitet werden wie Möhren oder Pastinakenwurzeln.

 

 

Viel Freude in Natur und Küche!

Markus Strauß

 

©Simply Wild GmbH ; Weitere Infos unter: www.simply-wild.de

Bildquelle : Wikipedia KEBman


6 Responses to Schätze der Natur : Wiesen ß? Bärenklau

  1. EuroTanic sagt:

    Ein Doldengewächs wie den Wiesenbärenklau hier als Wildgemüse vorzustellen, ohne den Hinweis auf die grosse Verwechlungsgefahr mit den giftigen Vertretern dieser Familie wie Schierling etc., finde ich grob fahrlässig.

  2. Tranfunzel sagt:

    Leider muß ich dir da auch zustimmen. Aber es steht am Ende !! Und ich lese gerade das du auch den Wasserschierling kennst. Das Gift darin das Coniin wurde auch einem griechischen Philosophen zum Verhängnis, weil er seine Aussage nicht widerrufen wollte. Der Schirlingsbecher ist ja bekannt. Die Beschreibung dieses Sterbens ist genau beschrieben und literarisch festgehalten! Diese Pflanze soll nach „Mäuseurin“ riechen. Ich halte es auch für bedenklich Laien, ohne Begehung vor Ort diese Empfehlungen zu geben. Manche können auch einen saugiftigen „Knolli“ nicht von einem Champignon unterscheiden. Bitte die Warnungen in Zukunft am Anfang nennen und Bilder oder Unterscheidungsmerkmale genauer nennen. Fliegenpilze können auch ganz „lustig“ sein, wenn man sie als „Naturdroge“ mißbraucht. Früher haben das Menschen in Sibirien ? getan!! Auch hochtoxisches Bilsenkraut soll früher dem Bier zugesetzt worden sein. Daher soll der Name der Stadt „Pilsen“ in Tschechien kommen. Bilsenkraut ist so giftig, dass es in Shakespeares Hamlet vorkommt in dem es dem Schlafenden ins Ohr geträufelt wird. Also Hände weg davon !

  3. baumfrau sagt:

    Obwohl ich viel mit Wildkräutern mache und mich ziemlich gut auskenne (bin auch gelernte Gärtnerin) lass ich die Finger von Kräutern, die ich nicht mit a b s o l u t e r Sicherheit identifizieren kann – und dazu gehören für mich vor allem auch der Wiesenbärenklau. Da gibt es m.E. nach viel zu viele Verwechslungsmöglichkeiten mit stark giftigen Pflanzen!
    If I were you: Ich würde den Artikel rausnehmen!
    Gibt andere Pflanzen, die auch gut eßbar sind, aber leichter zu identifizieren. Wie wäre es z.B. mal mit Buntnessel/Taubnessel oder Spitz- und Breitwegerich?

  4. Melissa sagt:

    Also der Wiesenbärenklau ist mit dem Schierling nun wirklich nicht zu verwechseln ….der hat völlig andere Blätter und Stengel…an den Blüten kannst du sowieso kaum einen Doldenblütler erkennen… und der Hinweis auf die Herkulesstaude steht ja im Artikel.

    Also ohne Pflanzenbetimmungsbuch oder eben genauer Kenntnis geht ja auch niemand zum Pilzesammeln.

    Allerdings könnte man vielleicht wirklich mal einen Thread über die giftigen Wildpflanzen machen der Schierling oder der Eisenhut sind extrem schnell tödlich giftig.

  5. Frank H. sagt:

    An den Autor ein herzliches Dankeschön für seine Arbeit. Diese Schrift fördert das Wesen der Natur in uns allen.
    Re-Ligio: sich erinnern!

  6. EuroTanic sagt:

    Mann muss immer mit dem grösst anzunehmendem Dummkopf ausgehen. Und andere Pflanzen gäbe es ja reichlich, die weniger verwechselungsgefärdet sind.

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