Monsanto erobert China: Gen-Soja genehmigt

Researcher holding up a GMO plant in the laboratory

Noch vor etlichen Jahren war die Frage, ob genetisch veränderte Pflanzen überhaupt in den Naturkreislauf eingebracht werden, nun finden diese immer häufiger Einzug in den heimischen Kühlschrank. Das wohl am meisten verbreitete und umstrittenste Produkt ist Soja. Wurde die Bohne früher eher als Futter für Tiere verwendet, werden nun immer mehr „Lebensmittel“ aus und mit Soja produziert. Die Sojabohne wird heute auf 6% der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche angebaut und große Teile davon sind bereits genetisch manipuliert. Der Platzhirsch in dem Segment ist unumstritten der Konzern Monsanto, allerdings sichert sich auch die BASF ihren Anteil.


In China haben die Agrarbehörden nun drei weiteren Varianten von gentechnisch manipulierten Sojabohnen ihren Segen erteilt, um diese zur Verarbeitung zu importieren. Bei China.org heißt es dazu:

China genehmigt genetisch manipulierte Sojabohnen
Einer Stellungnahme des Chinesischen Komitees für Biologische Sicherheit zufolge, das für genetisch manipulierte landwirtschaftliche Organismen verantwortlich ist, handelt es sich bei den Varianten um CV127 vom deutschen Chemie-Produzenten BASF sowie MON87701 und MON87701 x MON89788 von der Monsanto Far East Ltd.
[…]
Im April hat Brasilien 7,154 Millionen Tonnen Sojabohnen im Wert von rund 3,797 Milliarden US-Dollar exportiert – 5,604 Millionen Tonnen wurden nach China exportiert. „Der Beschluss kommt zügig für die brasilianischen Sojabohnen-Anbauer“, so Andrade, „denn die Unternehmen werden einige Wochen haben, um ihre Plantagen zu erweitern.“[1]

Soja und daraus hergestellte Produkte wie Tofu sorgen bereits jetzt für sehr starke Kontroversen. Einige sehen darin eine Art Sondermüll, andere die Rettung der Versorgungssicherheit der Menschen. Eines jedoch ist sicher, die Langzeitfolgen von Genmanipulationen sind noch in keinster Weise ausreichende erforscht. Gut gesicherte Erkenntnisse gibt es jedoch für Folgen auf die Fruchtbarkeit und eine Zunahme der Allergieerkrankungen.

Als Fleischliebhaber möchte ich noch kurz auf den dekadenten Fleischkonsum in diesem Zusammenhang eingehen. Zwischen Vegetariern/Veganern und Fleischessern ist eine unendliche Diskussion darüber entbrannt, was die „Herstellung“ einer kcal. jeweils auf pflanzlicher oder tierischer Basis angeht. Diese Diskussion halte ich für nicht zielführend. Viel wichtiger wäre es, bewusster und weniger zu konsumieren. Was einem heute aus der Fleischtheke als Nahrung vorgegaukelt wird, hat mit einem Lebensmittel nicht mehr viel gemein. Was davon am Ende noch unverbraucht in Mülleimern landet, spottet jeder Beschreibung. Fleisch und Wurst sind zu einer Massenware geworden, die meist weder Qualität, noch einen guten Geschmack vorweisen kann. Innerhalb kürzester Zeit werden Tiere mit Soja, Antibiotika und Hormonen auf Schlachtreife gezüchtet und bei der Massentierhaltung in unbeschreiblicher Art und Weise gequält, große Teile für den Mülleimer. Da muss die Diskussion zunächst beginnen, um einen vernünftigen Dialog zu beginnen.

Ich selbst esse wenig Fleisch und versuche wenn, vernünftige Qualität zu kaufen. Natürlich ist das dann teurer, allerdings denke ich auch nicht, dass bei jeder Mahlzeit ein Stück Fleisch auf den Tisch gehört.

Soviel nur als kurzen Exkurs aus dem Topic.

Carpe diem

[1] http://german.china.org.cn/business/txt/2013-06/15/content_29130356.htm


11 Responses to Monsanto erobert China: Gen-Soja genehmigt

  1. EuroTanic sagt:

    „Udo Pollmer: Karriere der Giftpflanze Soja“
    http://www.youtube.com/watch?v=LKYTl1B7D3c

    Für die, die es noch nicht kennen.

  2. marco sagt:

    Hab mal ne Kochshow mit ihm gesehen wo er behauptete ein Schweinebraten sei gesünder als frisches Obst oder Gemüse.
    Zudem macht er für jemanden der Ernährungtips gibt keinen sehr gesunden Eindruck.
    Dafür erzählt er natl. das was alle hören wollen um ihr unkritisches Denken/Verhalten(vor allem sich selbst gegenüber) bei behalten zu können.
    Für mich auf jeden Fall alles andere als eine glaubwürdige Quelle.

  3. chris321 sagt:

    ja, auch hier kommen wir auf eine sinnvolle Konsumregulierung die letztendlich die Welt um uns herum definiert. Ob wir nun US-Produkte oder unverantwortliche globale Firmen boykottieren, ob wir unseren Fleischkonsum gezielter und gemässigter angehen, wie wir mit Abfällen umgehen, … das sind alles so Themen die wir als Verbraucher entscheidend mitbestimmen.

    Keiner sage mir er wäre überfordert daran etwas zu ändern. JEDER kann so einfache Hausaufgaben schaffen. Klar müsste man dazu aber auch die eingerissenen Gewohnheiten ÜBERDENKEN und dann ÄNDERN. Wenn einem natürlich Freiheit, Natürlichkeit, Gesundheit, Ausgeglichenheit, Soziales, Kinder NICHTS WERT ist, dann ist natürlich auch ein so EINFACHER WANDEL eine Zumutung und Überforderung. Sollte sich jeder mal ERNSTHAFT fragen wie er dazu steht. Ist er bereit eine minimale Anstrengung in Kauf zu nehmen um etwas, NÄMLICH SICH SELBER, zu verändern oder kommt bei ihm nicht mehr raus als unverbindliche Systemkritik nach dem Motto: Die da oben, die auf dem Mars müssen unsere Welt ändern, aber wir hier unten doch nicht. Wir kleine Käfer sind ja soooo machtlos, soooo arm, soooo bedürftig, sooo labil, soooo müde, soooo anspruchslos, soooo Mamakindchen, dass wir doch nicht unser Leben selbst in die Hand nehmen könnten. Wo ist mein Fläschchen? Was ich bekomme das nicht, dann fange ich jetzt aber an zu Schreien bis mich hier jemand bedient!

    Dieser Punkt unterscheidet die westliche Wohlstandsgesellschaft gravierend von armen Drittweltländern. Der Luxus und der Anspruch, dass andere einen bedienen müssten, ist weit verbreitet. In sehr vielen anderen Ländern interessiert es keine Seele ob Dir was zustösst, ob Du ein Problem hast. Da endest Du einfach unter der Brücke.

    Die Anspruchs- und Bedien-Mich-Mentalität des Westens ist eine der Grundlagen damit sich an dem Status Quo nichts ändert. Solange Kindchen immer nach Mama und Fläschchen schreit und es bekommt, klappt das doch mit diesem „ja nicht selbst involviert werden“ prima.

    Wenn wir hier für uns es schaffen diese Mentalität zu ändern, wenn wir es schaffen stärker auf eigenen Beinen zu stehen, selbst Entscheidungen zu treffen, selbst uns das Fläschen zu besorgen und es uns nicht ständig besorgen zu lassen, dann wäre das schon eine Revolution.

    Diese passive triebgesteuerte kopflose Konsummentalität sollte aufhören, sollte uns wider die allgemeine Message als negativ auffallen. Wir sollten wie bei Handlungen erst denken und dann handeln. Erst denken und DANN konsumieren. Ich glaube dann würde sich sehr viel ändern. Und jeder, jeder könnte es wenn er nur wollte.

  4. [Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: Server IP]
    […] Quelle: IK News […]

  5. Irmonen sagt:

    Nachdem ein USA-EU Freihandelabkommen in immer greifberer Nähe rückt, wird auch bei uns bald alle Verbote für die Einfuhr von Genmanipulierten Planzen aufgehoben werden.

    Das wichtigste am Freihandlesabkommen ist die Angleichung!!!! von Vorschriften – na und zu welchen Gunsten wohl?……

  6. bruujo sagt:

    @chris
    Brilliant! Wir brauchen kein „Neues System“ – wir brauchen Neue Menschen! Erwachsene Menschen mit Selbstverantwortung.

  7. personanongrataincognito sagt:

    Ich habe bereits 2 Regierungen erlebt, die offiziell der Meinung waren: „Wir sind OK, nur das Volk passt nicht zu uns.“ 🙂
    Austauschen des Volkes wird nicht mehr so lange dauern, auch mit Hilfe von Soja. Die nächste De-Generation wächst in unseren Schulen nach.

    @chris
    Edel, was Du hier seit geraumer Zeit beiträgst. Und mit Niveau auch noch. Ich hoffe nur, dass es an uns – hoffenden Idealisten, in entscheidenden Momenten nicht mangelt.

  8. personanongrataincognito sagt:

    Diesmal sind wir nicht der gleichen, obwohl einer ähnlichen Meinung. Ich bin überzeugt, das Handelsabkommen endet so:
    http://www.sein.de/gesellschaft/politik/2012/tpp-das-gefaehrliche-geheimabkommen-der-grosskonzerne.html
    …und wir alle ticken nach dem amerikanischen neoliberalen Recht. Es (ab)lebe die „Neue Soziale Marktwirtschaft“ samt aller Aktivisten, die es nicht schwer ist, zu „ducken“ ( http://www.duckduckgo.com ).

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