EU-Kommission: Novelle zur Bargeldabschaffung auf Hochtouren

bargeldverbot

Wer sich nicht völlig entblößen will, greift beim Bezahlen zu Bargeld oder im Internet zu so genannten Prepaid-Cash Karten. Das ist der EU ein Dorn im Auge. Neben etlichen Bargeldobergrenzen sowohl im privaten, als auch im geschäftlichen Zahlungsverkehr, wird der Anonymität zu Leibe gerückt. Bereits die Formulierung „angesichts neuer Bedrohungen“ sorgt für Verwirrung. Werden jetzt hundertausende Cash-Prepaidkarten bei Real an der Kasse gekauft und damit dann der atomare Sprengkopf bezahlt oder wie muss man sich das vorstellen. Die Bürger schlucken es und so scheint die Salamitaktik aufzugehen. Auch Währungen wie dem Bitcoin könnte es in Kürze an den Kragen gehen.


Heise meldet heute „EU-Geldwäscherichtlinie: Aus für anonyme Bezahldienste befürchtet„. Weiter heißt es in dem Artikel:

Prepaid-Zahlungsdienstleister und Juristen sind nach Analyse des Entwurfs der Überzeugung, das mit dem Vorhaben eine Identifizierungspflicht für Käufer von Online-Zahlungskarten verknüpft ist. Damit werde das „Grundrecht“ ausgehebelt, im elektronischen Handel – wie auch in der physischen Welt mit Bargeld – unerkannt bis zu gewissen Betragsgrenzen zahlen zu können.[1]

Im entsprechenden Entwurf der EU-Kommision steht so zu lesen:

Bekämpfung von Geldwäsche: Strengere Regeln angesichts neuer Bedrohungen
Das heute angenommene Paket, das andere bereits getroffene oder geplante Maßnahmen der Kommission zur Bekämpfung von Kriminalität, Korruption und Steuerflucht ergänzt, umfasst:

    • eine Richtlinie zur Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems zum Zwecke der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung
    • eine Verordnung über die Übermittlung von Angaben bei Geldtransfers zur Gewährleistung einer „ordnungsgemäßen Rückverfolgbarkeit“.

[…]

  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den nationalen zentralen Meldestellen, deren Aufgabe es ist, Verdachtsmeldungen über Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung entgegenzunehmen, zu analysieren und an die zuständigen Behörden weiterzuleiten.[2]

Sukzessive werden die Bargeldobergrenzen gesenkt, so dass in einigen EU-Staaten bereits Bargeldzahlungen über 1500 Euro und wenn ich nicht irre – in Griechenland bereits über 500 Euro – verboten sind. Warum man die Beiträge derart stark senkt und sogar über Pre-Paid-Cash unter einhundert Euro diskutiert, sollte spätestens bei einer etwas tieferen Betrachtungsweise klar werden. Niemand wird mit hunderttausenden Prepaidkarten einen „Terroranschlag“ finanzieren und auch im Drogenhandel bietet es sich nicht an.

Spätestens wenn das Bargeld aus dem Geldbeutel verschwunden ist und beim Supermarkt mittels Handy und Near Field Communication (NFC) bezahlt wird, sitzt Big-Brother Ihnen direkt auf der Schulter. Es ist erstaunlich, wie bereitwillig die Menschen in den Supermärkten für ein paar „Punkte“ die Hose runter lassen und jeden Einkauf online registrieren.
Es gehört eine gewaltige Portion Naivität dazu, sich einzubilden, das hätte keinen tieferen Hintergrund.

Immerhin kann Ihnen dann Ihre „Life-App“ einen Hinweis senden, dass der „Gesundheits-Chip“ einen erhöhten Cholesterinspiegel gemessen hat und Real Ihnen aus diesem Grund die Cremetörtchen nicht verkaufen kann. Bei dem Arzt wurde bereits ein Termin für ein Vorsorgegespräch hinterlegt und der Krankenkassenbeitrag wegen des gestiegenen Risikos angehoben. Willkommen in der „Schönen neuen Welt“.

Carpe diem

[1] http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Geldwaescherichtlinie-Aus-fuer-anonyme-Bezahldienste-befuerchtet-1934920.html
[2] http://europa.eu/rapid/press-release_IP-13-87_de.htm


12 Responses to EU-Kommission: Novelle zur Bargeldabschaffung auf Hochtouren

  1. Foerster003 sagt:

    Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten meldeten am 09.08.2013:

    „Hamburger Schule: Schüler können Mittagessen mit Fingerabdruck bezahlen

    Bargeldloses Zahlen für Kinder: In einer Hamburger Schule können Kinder ihr Mittagessen mit einem Fingerabdruck bezahlen. Die Anwendung der Technologie wäre gar keine schlechte Idee – wenn nicht die Datenschnüffler und Kommerz-Maschinen das Vertrauen der Kunden so zerstört hätten, dass man eigentlich niemandem mehr trauen kann. In Hamburg kam es daher auch prompt zum Eklat.

    […]

    Die Adolph-Schönfelder-Grundschule in Hamburg Barmbek stellt ihr Bezahlsystem für die Mensa gerade um. Bargeldloses Zahlen soll in Zukunft die Regel sein. Um dies möglich zu machen, wurde mit der Firma People & Projects IT aus Elmshorn kooperiert. Diese bietet ein Karten- und Fingerprint-System an.

    Doch Anfang August gab es bei der Umstellung einige Probleme. Das Hamburger Abendblatt berichtete darüber, dass die Catering-Firma auch von Kindern Fingerabdrücke genommen haben soll, die eigentlich mit einer Chipkarte bezahlen wollten. In einigen E-Mails von Eltern an das Abendblatt wird sogar behauptet, „die Kinder hätten nur dann ihre Mahlzeit bekommen, wenn sie ihren Fingerabdruck gegeben hätten“.

    […]

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/09/hamburger-schule-schueler-koennen-mittagessen-mit-fingerabdruck-bezahlen/

  2. NeueZukunft sagt:

    Witzig ist immer, wenn mit dem alten Falschgeld-Argument gekommen wird. Denn das hatte das letzte Jahr das geringste Aufkommen seit Euro-Einführung.

    http://www.money-insider.de/4856/falschgeld-geringste-anzahl-an-blueten-seit-euro-einfuehrung/

  3. michaelbunny sagt:

    Der Kaiser ist nackt …
    http://www.youtube.com/watch?v=6fIi48pF5RQ
    (Papier-Betrugsgeld/Einsteigerwissen 6: Der Kaiser ist nackt)
    Der Herr plagt sich in München, die Welt aufzuklären.

    Zum Thema:
    Dann kaufen wir einfach allein bis zur Obergrenze ein. Jo mei, machens halt kein Geschäft. Schauen wir mal, wer zuerst plärrt.

  4. Polygon sagt:

    „ordnungsgemäßen Rückverfolgbarkeit“

    Ich frag mich woraus eine solche Möglichkeit ja sogar das recht der obrigkeiten hergenommen wird, ein Rückverfolgbarkeit als ordnungsgemäß anzusehen?

  5. Habnix sagt:

    Der Tatbestand der Nötigung bietet sich hier an.

  6. chris321 sagt:

    Die USA finanziert ganz offen die Terroristen in Syrien, also was soll das Argument von wegen „Terrorismusfinanzierung“ noch. Alles für mich kein Diskussionthema mehr. Man muss die Verbrecher ignorieren und nicht auch noch ihre bereits durch sich selbst widerlegten Argumente schon wieder neu aufgreifen und schon wieder DISKUTIEREN.

    ENDE damit immer mit Verbrechern weiter zu diskutieren und zu verhandeln. Man sollte da mal einen Punkt machen und klar sagen: Ich diskutiere mit denen nicht mehr, ich gehe meinen eigenen Weg, Ende!

    Und dann noch etwas: Fahrt Eure Kosten immer weiter zurück. Nicht mehr, mehr, mehr, sondern Euren Finanzkreislauf immer weiter runterfahren: Weniger, weniger, weniger ist inzwischen die richtige Devise um dem zu begegnen. Mehr Kreislauf tut das Gift nur noch mehr verteilen.

  7. Hermes sagt:

    Hi im Grunde ist es ganz einfach, nur dem Konsumwahn die Rote Karte zeigen.

  8. Irmonen sagt:

    stimme dir da voll zu, runterfahren mit dem Verbrauch, den Ausgaben…
    Ich miste zur Zeit sehr gründlich aus, und ich gestehe es ist müselig, „man könnte dies und das ja vielleicht noch irgendwann brauchen“, sagt das so ein kleiner innerer Boykotteur ….

  9. michaelbunny sagt:

    Mach ich auch. Heuer im Krisenjahr auch in .at habe ich die Wirtschaft mit 1,80 EUR besondere Ausgaben – ein Eis – gestützt. Aber sonst wird alles was da ist verwendet bis es nicht mehr geht und/oder wenn nicht mehr benötigt ein anderer gesucht der es benötigt.

    Das geht bei uns ganz gut, die Altstoffsammelzentren haben einen ‚Markt‘ für funktionierende Sachen. Wenn sich jemand etwas findet kann er/sie es mitnehmen, so ich das verstanden habe. Zuerst schauen kennt man jemanden der direkt braucht, sonst funktionierende Sachen in einen Umverteilungsmechanismus entsenden oder eben fachgerecht entsorgen.

    Ich habe 95% meiner Sachen, bis aufs Gewand, hergeschenkt. Wenn das jeder macht und paar Stunden investieren in der Freizeit auch repariert im Sinne der Nachbarschaft entsteht eine reger Tauschhandel. Eine Initialzündung schadet nicht. Die alten Sachen sind in der Regel von höherer Güte als die neuen und reparieren kann man die auch.

    Das Problem ist dass der Staat von den Arbeitskosten 70 bis 80% abzweigt und von der verbleibenden Kaufkraft die Banken den Rest. Jeder hat mehrere Talente außerhalb dem, das er für ‚die‘ Arbeit als entmündigter Lohnempfänger erhält, würde diese aber nicht dem Arbeitgeber zukommen lassen. Die Jäger und Sammelleidenschaft kann man auf diese Art durchaus gekonnter ausleben und lernt etwas dabei.

    Arbeiten durch ich allein, wenn jemand etwas benötigt und wenn das Maß des Bedarfs überschritten wird, dann wird der Kunde aufgeklärt. Zumeist findet man außerhalb der IT eine Lösung … das sind oft 3 Handgriffe umgestellt und schon haben alle weniger zu tun. Früher waren die Unternehmer eher skeptischer und haben eher versucht Arbeit zu vermeiden, aber so mancher junger versucht eher mehr Arbeit effizienter zu organisieren. Ich nehme es denen nicht übel, auf die Gauklerei und Scharlatanerie der ’neoliberalen‘ und ‚NWO‘ sprich Gobalisierungspropaganda fallen halt auch viele unbewusst rein. Die hat sich schon in sämtliche HowTo Informationen reingefressen … wer nichts anderes mehr kennt, woher soll er/sie es wissen. Ich nenne die Bescheidenheit beim gewählten Mitteleinsatz halt ‚Häschenhaftigkeit‘ im engeren Sinne.

  10. michaelbunny sagt:

    ‚Arbeiten‘ tue ich allein … sry.

  11. steinmetz sagt:

    Oaah
    alten Schrott sammeln um dem Konsumwahn entgegenzuwirken ?
    alte Hifi Anlagen-och das geht doch noch-so von 75.
    ebay abklappern, passende Komponenten finden.
    Wunderbar,so richtig schön Zeitklau und Illusionsfördernd.
    Back to the roots -Tonband- hab noch originalverpackt 50 BASF Tonbänder das reicht für ein Monat Dauerbeschallung.Tesla Bandmaschine aus,n Ostblock gammelt auch schon seit Jahren rum.
    Alte Röhrenradios,Lautsprecher aus den 60ern und der ganze andere alte Plunder.
    Nee das bringt alles nichts.
    Damit kann man kein System beeindrucken.
    Da pütschert und fummelt man nur rum und ärgert sich schwarz weil der alte Konsumscheiss aus den letzten 50 Jahren genau so gammelig ist wie heute.
    Nein. Einmal gezielt sparen und investieren und eine hochwertige Ware kaufen die eine hohe Lebensdauer verspricht.
    Je teurer umso besser.
    Denn kann man auch die schönen alten LP,s wieder mit Genuss hören.
    das nur mal so am Rande
    Gruß Steinmetz

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