Gold: Ein spannendes Wochenende steht bevor

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Gold hat in Zeiten der hemmungslosen Tabubrüche leider seine Funktion als Fieberthermometer der Geldpolitik eingebüßt. Seine Faszination ist aber nach wie vor ungebrochen. An diesem Wochenende steht in der Schweiz ein Referendum an, dass die Funktion von Gold nachhaltig ändern und den Zentralbanken der Welt einen gehörigen Schrecken einjagen könnte. Zwar gehört die Schweiz mit ihrem überschaubaren BIP nicht unbedingt zu den Globalplayern, aber sollten die Eidgenossen am Wochenende dem Referendum zustimmen, muss die Schweizer Nationalbank in erheblichem Maße die Goldbestände aufstocken. De Facto wäre der Schweizer Franken dann eine goldgedeckte Währung. Ein Graus in Zeiten der schamlosen Geldexpansion.


Leider ist das Korsett um dieses Referendum sehr starr gestrickt, was möglicherweise das Zünglein an der Wage sein könnte. Im Prinzip wäre es der SNB in Zukunft verboten Goldbestände zu verkaufen. Auch der angestrebte Fixkurs Euro/Schweizer Franken wäre mehr als in Gefahr, was durchaus eine Gefahr für die Schweiz darstellt. Bei dem Wechselkurs geht es nicht nur um die Exportwirtschaft der Schweiz, die Spanne zwischen Import und Export ist nicht so gewaltig wie man meinen könnte:

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Was aber ganz Sicher zu einem Problem werden könnte, sind die Franken-Kreditengagements der Schweizer Banken im Ausland. Wie hoch die Summe aktuell noch ist, müsste in einer separaten Analyse erörtert werden. Der Eifer der SNB den Kurs um jeden Preis stabil zu halten legt allerdings den Schluss nahe, dass es existentiell sein muss.

Pünktlich vor dem Referendum geht auch der Goldpreis weiter auf Tauchstation, mit 1185 $ notiert er etwa 0,8 Prozent unter dem Vortagsniveau. Im Laufe des Tages wäre eine Beschleunigung des Abwärtstrends absolut denkbar. Doch was sind die möglichen Konsequenzen für Gold, sollten die Eidgenossen dem Referendum tatsächlich zustimmen?

Der aktuelle Goldbestand von 1040 Tonnen müsste nahezu verdreifacht werden, um den Anteil an der SNB-Aktiva auf die geforderten 20 Prozent zu bringen. Das entspräche in etwa 90 Prozent einer Jahresproduktion, was keinesfalls spurlos am Kurs vorüber gehen würde. Zwar würde die Aufstockung sich sukzessive über mehrere Jahre hinziehen können, aber die Signalwirkung wäre sicherlich immens. Der Vertrauensverlust in das (Papier)Geldsystem würde ganz offen zu Tage treten und die Zentralbanken unter Druck setzen.

Was in diesem Zusammenhang nicht zu verachten wäre, ist ein Anstieg der Wahrscheinlichkeit, dass Gold in einigen Nationen wieder für den Privatbesitz verboten werden könnte. Irgendwie müssten die Herren des Geldes zumindest versuchen den Geist wieder in die Flasche zu bekommen, das wäre eine der Möglichkeiten.

Für die Schweiz – auch wenn ich das Referendum persönlich sehr begrüße – ist auf jeden Fall Gefahr im Verzug. Sollte die SNB gezwungen werden das Gold zu horten, würden die Märkte dem Franken sicherlich mehr Aufmerksamkeit zu Teil werden lassen als der Bank lieb wäre. Interventionen auf dem Devisenmarkt würden auch immer eine weitere Aufstockung der Goldbestände nach sich ziehen, was dann eine „self fulfilling prophecy“ wäre. Mal sehen welcher Hedgefondmanager danach in seinem Wikipediaeintrag stehen hat „The man who broke the SNB“. 😉

Wir dürfen gespannt sein, wie die Eidgenossen am Sonntag stimmen, am Montag ist dann der Zahltag. Mögen die Spiele beginnen.

Carpe diem


18 Responses to Gold: Ein spannendes Wochenende steht bevor

  1. Jens Blecker sagt:

    Wäre das möglicherweise der Startschuss für die Schweiz als 29 Mitgliedsland der EU? 😉

  2. […] [IKnews] Gold hat in Zeiten der hemmungslosen Tabubrüche leider seine Funktion als Fieberthermometer der Geldpolitik eingebüßt. Seine Faszination ist aber nach wie vor ungebrochen. An diesem Wochenende steht in der Schweiz ein Referendum an, dass die Funktion von Gold nachhaltig ändern und den Zentralbanken der Welt einen gehörigen Schrecken einjagen könnte. Zwar gehört die Schweiz mit ihrem überschaubaren BIP nicht unbedingt zu den Globalplayern, aber sollten die Eidgenossen am Wochenende dem Referendum zustimmen, muss die Schweizer Nationalbank in erheblichem Maße die Goldbestände aufstocken. De Facto wäre der Schweizer Franken dann eine goldgedeckte Währung. Ein Graus in Zeiten der schamlosen Geldexpansion. Zum Rest des Beitrags […]

  3. dieter e. sagt:

    … und kein Wort dazu auf blick.ch oder 20min.ch

    Sehr verdächtig.

    Die Kurse von Gold und Silber gehen meistens zum Wochenende nach unten, und erholen sich dann in der neuen Woche wieder.
    Warum das so ist???

  4. laquibie sagt:

    Jens, auch wenn Du einen Smiley hinter deinen Kommentar gestellt hast, die Schweiz hat sich durch die Anbindung des Franken an den Euro doch längst dem Druck der EZB ergeben und die SNB ihr Land dadurch ausverkauft. Im Prinzip sind die Schweizer seit dem 1:1,2-Peg unter Brüsseler Knute.

    Diese Anbindung hat die Schweiz Unmengen an Franken gekostet, die SNB hat dadurch jede Menge giftiger Euronen in ihrer Bilanz. Technisch gesehen wäre eine Teilgolddeckung das Einzige, was die Schweiz evtl vor einem Staatsbankrott (der in weiten Teilen der Eurozone irgendwann unweigerlich kommt) retten kann (will sagen, die Schweiz würde von der Eurozone mit in den Abgrund gerissen).

    Egon von Greyerz hat sich zu der Golddeckung wie folgt geäussert:

    „vor 1999 hielt die Schweiz 40 Prozent der Bilanz der Schweizer Nationalbank in Gold. Das war eine Voraussetzung. Aber die Zentralplaner haben irgendwas in die Verfassung eingeschlichen, was diese Bedingung geändert hat und die Goldmenge fiel von 40 Prozent im Jahr 1999 auf 19 Prozent in 2009. Dann hat die Schweiz erst richtig angefangen Geld zu drucken und jetzt finden sich nur noch 7 Prozent Gold in der Bilanz der Schweizer Nationalbank, was einer der niedrigsten Werte aller europäischen Länder ist.“

    7 Prozent Gold… und jede Menge Todes-Euronen… und jetzt kommt Draghi daher und heizt die Inflation an, weil sie ihm/der EZB zu niedrig ist… (japanisches Modell)

    Das ist alles nur noch krank und ich persönlich hoffe wirklich, dass die Schweizer nicht auf die Anti-Gold-MSM-Propaganda reinfallen. Wird vermutlich nicht klappen (siehe auch aktuellen Bericht der Uni Zürich), aber naja, wünschen darf man ja… :/

    Lquigruß!

  5. Andi sagt:

    @ also ich sehe, dass du das Geldsystem nicht mal im Ansatz wirklich verstanden hast!
    Lies zum bsp. mal hier rein: http://endzeitnews.npage.at/biblische-orientierung-im-aktuellen-zeitgeschehen-aktuelle-reports.html

    Das ganze mit der Golddeckung ist einfach nur krank! Man braucht keine Golddeckung!

  6. Asgard sagt:

    Das „System“ wird es niemals zulassen, dass die Goldinitiative gewinnt.
    Nein, die Menschen sind noch nicht reif genug, sie haben Angst und verstecken sich lieber hinter dem was sie kennen. Selbst wenn sie nicht merken wie sie ihrer Freiheit mehr und mehr beraubt werden
    Die Masse ist einfach noch zu blöd um zu erkennen was wirklich abgeht

  7. Asgard sagt:

    @Jens,
    Glückwunsch! Deine Beträge scheinen der Elite Angst zu machen, denn wie anders soll man verstehen dass sich mittlerweile auch Trolle in die Kommentare einmischen, wie beispielsweise Andi.
    China, Indien, Russland, Frankreich, Niederlande, Italien, sie alle haben anscheinend das Geldsystem nicht verstanden, denn entweder kaufen sie wie verrückt oder holen ihr Gold nach Hause.
    Andi, go home

  8. Andi sagt:

    Also wenn ich ein Troll sein soll, dann weiß ich auch nicht weiter… vor ein paar Jahren habe ich übrigends auch noch ähnlich gedacht wie du – mittlerweile durfte ich aber sehr viel dazulernen. Gold ist in Wirkliochkeit einfach nur DRECK! Es mag zwar kurzfristig auf 5000 Dollar steigen – danach aber wieder auf seinen echten Materialwert sinken – der ist unter dem jetzigen Niveau!
    Wist schon noch sehen – spätestens in 2 Jahren wirst du an meine Worte gedenken!

  9. Asgard sagt:

    Gold ist Dreck?
    Irgendwie scheinst Du aus Geschichtsbüchern nicht gelernt zu haben. Ich kann nicht die Zukunft Vorhersagen, doch es gibt ein unumstößliches Gesetz im Universum und das heißt: historie repeating!
    Und zwar so lange bis der Mensch aus seinen Fehlern gelernt hat. Ich glaube nicht dass dies in den nächsten zwei oder zehn Jahren der Fall sein wird. Deswegen wird dein sogenannter Dreck bald wieder das sein, was es historisch und alchemistisch schon immer war.

  10. strom23 sagt:

    @Andi

    Gold kann ein gutes Maß für Wechselkurse sein genau wie der Meter für Längeneinheiten. Das als Dreck zu bezeichnen ist ungefähr so intelligent wie die Bibel wörtlich zu nehmen (bezugnehmend auf deinen Link).

  11. strom23 sagt:

    Laut Spülgel online ist die Initiative „eindeutig“ gescheitert. Das kommt überraschend ;)…

  12. Jens Blecker sagt:

    Witzig dass die das schon während der Abstimmung wissen, eigentlich soll das Ergebnis heute Abend um 19.00 Uhr bekanntgegeben werden 😉

  13. Jens Blecker sagt:

    Da kann man nachschauen wie es aktuell steht: http://www.tagesanzeiger.ch/

  14. Asgard sagt:

    Angeblich sollen 78% gegen die Goldinitiative gestimmt haben. Mit so einer hohen Ablehnung hatte ich allerdings nicht gerechnet.

    Bleibt die Frage, ob es wirklich so viele Dumpfbacken noch gibt oder ob hier nachgeholfen wurde.
    http://www.zeitpunkt.ch/news/artikel-einzelansicht/artikel/schweizerische-abstimmungen-und-wahlen-sind-im-grossen-stil-faelschbar.html

    Wie auch immer, das System ist soweit aus dem Ruder, dass die Tage gezählt sind. Man muss sich nur vergegenwärtigen was hinter den Kulissen gerade abläuft. Ein „kleiner“ Black Swan Event und es knallt.

    Hätte nie gedacht, dass ich diesem Clown Benjamin Fullford mal Glauben schenken würde, aber nachdem ich erst kürzlich persönlich mit einem seiner Hintergrundgeschichten konfrontiert wurde sehe ich die Sache mittlerweile anders. Nicht umsonst „musste“ Chuck Hagel gehen!
    Einfach den Meldungen mehr Aufmerksamkeit schenken die nur kurz im Mainstream auftauchen um genauso schnell wieder zu verschwinden ohne sie hinterfragt zu haben.

  15. Frank H. sagt:

    Die Schweiz ist fest unterwandert und und im Würgegriff der EU bzw. USA.
    Den Rest erledigt die Presse schon. Schweiz, Schweiz, Schweiz! Von Unabhängigkeit keine Spur mehr. Warum? Einfacj mal nach Zürich fahren und die vielen bunten Messingschildern und Werbetafeln Schilder an den Häusern beobachten.

    https://www.youtube.com/watch?v=ZaZjvkPNjpQ#t=38

  16. anju sagt:

    ich habe dafür gestimmt auch wenn ich die initianten nicht mag, was mich erstaunt das so ziemlich niemand eine ahnung hat um was es geht, wir dürfen zwar für jeden verfluchten ententeich absimmen danke der propagandascheisse von blick, 20min, tagi, nzz, weltwoche etc. ich bin kein patriot aber wir haben es vergeigt
    sorry

  17. dieter e. sagt:

    Artikel im Blick.ch:

    „Mit dem deutlichen Nein zur Initiative «Rettet unser Schweizer Gold» hat aus Sicht von Bundesrätin Widmer-Schlumpf die Nationalbank ihre Handlungsfähigkeit bewahrt. Das Resultat widerspiegle das Vertrauen des Schweizer Stimmvolks in die Schweizerische Nationalbank, sagte die Finanzministerin.

    Die glaubwürdige Geldpolitik und damit die Wertbeständigkeit des Schweizer Frankens werde nicht durch Gold gesichert. Das Volk teile die Meinung des Bundesrates, dass Gold in der Geldpolitik seine Bedeutung verloren habe.

    Mit dem Nein habe die Nationalbank nach wie vor den notwendigen Spielraum zur Sicherung der Preisstabilität und der wirtschaftlichen Entwicklung. Ein Ja hätte der Exportwirtschaft – und der Gesamtwirtschaft geschadet, erklärte die Finanzministerin. (SDA)“

    Achso, jetzt verstehe ich: „Gold hat seine Bedeutung in der Geldpolitik verloren“!??

  18. Andi sagt:

    @strom23
    Naja alles darf man in der Bibel natürlich nicht wortwörtlich nehmen – vorallem was die Prophetie anbelangt – hier besonders auch die Offenbarung – das sind alles nur Bilder, welche Johannes gesehen hat und diese müssen auch dementsprechend auslgelegt werden. So wird zb niemals ein Chip kommen mit der Zahl des Tieres, welchen allen unter die Haut gepflanzt werden soll….
    Ansonsten ist die Bibel sehrwohl wörtlich zu nehmen – besonders die Briefe im NT.
    Was ist dir an der Bibel anstößig?

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